Frankreichs Schulen brennen: Polizeipräfekt zeigt Bürgermeister von Saint-Denis an

Bally Bagayoko, LFI-Bürgermeister von Saint-Denis, posierte lächelnd vor einer brennenden Schule und erklärte Gewalt für legitim. Jetzt hat der Pariser Polizeipräfekt Anzeige gegen ihn erstattet. Der Fall steht sinnbildlich für eine Protestbewegung, die längst von der extremen Linken gekapert und angeheizt wird.

Screenprints via X – TE-Collage

Es sind apokalyptische Bilder im wahrsten Sinne des Wortes: Bilder, die etwas aufdecken, das bis dahin verdeckt war. Schüler an französischen Schulen revoltieren – angeblich wegen Mängeln an den Schulen, Unterrichtsausfall, defekten Toiletten, Schimmel und Ratten. Linke Medien wie Le Monde sprechen von einer sich ausbreitenden „Bewegung“, die nur gelegentlich „überläuft“, nämlich in Feuersbrünsten kulminiert. Aber das ist sehr vornehm ausgedrückt. Denn der Protest hat längst gewaltsame Ausmaße angenommen. Schulen in ganz Frankreich und zunehmend weitere Orte wurden in Brand gesetzt.

Laut einem Dokument der Pariser Polizeipräfektur steht eines fest: Ihren Ursprung haben die Unruhen und Angriffe in linken Studentenverbänden und „politischen Bewegungen, die der extremen Linken nahestehen“. Genau das sagte auch Premierminister Lecornu, der dabei noch konkreter wird: Die Partei La France soumise (LFI) und ihre „ultralinken Erfüllungsgehilfen“ stünden „am Ursprung der Bewegung“, die sich mittlerweile zu „städtischen Unruhen“ ausgewachsen habe. Rund 20 LFI-Abgeordnete seien beteiligt.

Es begann unter anderem im Pariser Vorort Saint-Denis, der seit März vom radikal linken LFI-Politiker Bally Bagayoko regiert wird. Und genau der führt sich nun in Videos als der Anführer der meuternden Schüler auf. „Jung, arm, vorn“ hat die ZEIT jüngst einen Bericht über Bagayoko überschrieben. Der Bürgermeister sehe seine Stadt als „Modell für eine andere Republik“. Da mag etwas dran sein. Auch der politische Beobachter Eric Zemmour spricht längst von zwei Frankreichs, die sich gegenüberstehen: hier jenes des Papstbesuchs samt aggregierten Säkularen, dort das Frankreich des brutalen Aufstands, ein anderes Frankreich, das „größtenteils afrikanisch, arabisch und muslimisch“ sei.

Dabei schreckte Bagayoko auch nicht vor einem freudestrahlenden Auftritt vor einer brennenden Schule zurück. Außerdem werden die Worte von ihm kolportiert, dass Gewalt legitim sein könne – auch wenn man nach Möglichkeit darauf verzichten solle. Das erntete den Protest von Politikern der Regierung wie Innenminister Laurent Nuñez und Premierminister Sébastien Lecornu. Inzwischen hat der Pariser Polizeipräfekt Patrice Faure den Bürgermeister angezeigt. Es geht um den Verdacht der Aufforderung zu einer Straftat, der nun von der Justiz geprüft werden muss.

Ein linksextremer Aktivist, Ritchy Thibault, früher Assistent der Abgeordneten Ersilia Soudais (LFI) hat damit gedroht, alle Polizeikommissariate anzugreifen: „Morgen werden wir den Élysée in Brand stecken.“ Thibault wurde am Donnerstag in Saint-Denis festgenommen, offenbar wegen Aufrufs zu Straftaten.

„Vielfältige Spannungen – schwere Unruhen“

Und wovon spricht der Parteiobere und Präsidentschaftskandidat Jean-Luc Mélenchon? Von Polizeigewalt gegen die Schüler. Angeblich wurde Tränengas teils gegen Schulblockaden eingesetzt.

Aber inzwischen geht es um etwas ganz anderes. Von immer mehr Zwischenfällen wird berichtet, von „vielfältigen Spannungen“ und „schweren Unruhen“. An vielen Orten – etwa auch im Département Isère – wurden Feuerwerkskörper eingesetzt, Gebäude und Fahrzeuge angezündet und Steine auf öffentliche Einrichtungen und Ordnungskräfte geworfen. Anderswo werden auch Boule- und Pétanque-Kugeln als Wurfgeschosse eingesetzt.

Und so werden viele Schulen nun nicht mehr von Schülern blockiert, sondern von Polizisten in den Lockdown geschickt, konfiniert, abgesperrt, neben Oberschulen (Lycées) auch Grundschulen und Kindergärten. Auch weitere öffentliche Orte und Treffpunkte für Jugendliche werden geschlossen. Am Donnerstagabend verboten sämtliche Polizeipräfekte auch Demonstrationen im Umfeld der geschlossenen Lycées.

Beteiligt sind laut Figaro junge Männer und Frauen namens Oumar, Keliane, Jawad oder Frédéric. Die Bilder in Videos zeigen allerdings meist schwarze und migrantische Schüler, die sich im Zuge der „Proteste“ Luft machen und Lehrkräfte und Mitschüler attackieren. Vor allem wurden Lehrer angegriffen, die versuchten die Feuer zu löschen, zum Teil aber auch Unbeteiligte und Gleichaltrige.

— Frontières (@Frontieresmedia) October 1, 2026

In Marseille wurden ein Schulleiter, sein Stellvertreter, die Generalsekretärin und der Teamchef der Schule mit Benzin übergossen – offenbar ein unvollendeter Brandanschlag auf die Schulleitung und laut der Region „ein inakzeptabler Schritt“. Das sollte man wohl sagen. Die Lauheit der Reaktion zeigt, wie sehr sich die Zustände an französischen Schulen schon verschärft haben.

Seit Dienstag rund 1800 Inhaftierungen – aber kaum Prozesse zu erwarten

Marine Le Pen, die Nun-wieder-Präsidentschaftskandidatin des Rassemblement national (RN), spricht von der Gewalt als „politischer Methode“, die derzeit von der extremen Linken eingesetzt werde. So werde die politische Debatte „brutalisiert“. Seit Monaten stellt sie Übergriffe auf Abgeordnete und Angriffe auf Polizisten aus diesem Lager fest. Le Pen teilt das Video einer von einer Meute von Jugendlichen gejagten Polizistin. Sie schlägt ein neues Gesetz gegen Randalierer vor, damit „die Beteiligung an einem Aufstand als eindeutig definiertes Delikt gilt“.

Und in der Tat: Der Schulprotest wird inzwischen auch offen von linksextremen Gruppen mit ihren bekannten Parolen gekapert.

Für den Autor, Journalisten und Parteigründer Eric Zemmour ist klar, dass auch Abgeordnete der „extremen Linke“ (also von LFI) die Gewalttaten der letzten Tage unterstützen. Das sei nicht harmlos, schreibt Zemmour auf X in gewollter Untertreibung. Die straflose Anwesenheit von LFI-Abgeordneten wie Raphaël Arnault, der von den Behörden als Gefährder („Fiche S“) geführt wird, gilt ihm als Warnzeichen.

Für Zemmour sind die Unruhen dieser Tage „ein Vorgeschmack auf das Chaos“, welches „das Bündnis zwischen der extremen Linken und dem Gesindel in Frankreich vorbereitet“. Vor allem sieht er die absehbare Straflosigkeit als „Brandbeschleuniger des Aufruhrs“ an. Seit Dienstag wurden laut CNews 1793 Personen in Polizeigewahrsam genommen, denen kaum allen der Prozess gemacht werden wird.

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