Wenn Phantome der „Sicherheitskreise“ zu Meldungen werden

Brieft „Table.Briefings“ Verschwörungstheorien? Das Medium will erfahren haben, dass sich „Rechtsextreme unter die Protestierenden“ in Erfurt mischen wollen – und spricht von Endzeit-Kampf sowie Brandanschlägen und Blutvergießen als Ziele einiger Akteure. Passt, die haben ja sogar den Tag X ausgerufen. Oder war das nicht doch die Antifa?

picture alliance / AP Photo/Ebrahim Noroozi | Ebrahim Noroozi

Markus Lanz, dessen Sendungen als Peinlichkeiten schimmern, selbigen Markus Lanz als Intellektuellen auf Kosten der Gebührenzahler zu präsentieren, hatte aus Versehen oder aus Eitelkeit salopp gesprochen in seiner letzten Sendung journalistisch die Hosen herunter gelassen, als er ausplauderte, dass er sich mit seinem Gast Justus Bender von der taz oder FAZ, man kann das kaum noch auseinanderhalten, vorher abgesprochen hatte, wie man gemeinsam Lanzens Gast Ulrich Siegmund bloßstellen könne. TE berichtete.

Kurz darauf hatte der Blog von Lanzens Lieblingsgast Michael Bröcker, Table.Briefings, sein Niveau durch die Zuflucht zu Verschwörungstheorien geoutet. Bitte jetzt alle das Aluhütchen aufsetzen. Auf dem Blog heißt es tatsächlich:

„Wie Table.Briefings aus Sicherheitskreisen erfuhr, wollen sich Rechtsextreme unter die Protestierenden mischen.“

Man muss sich schon die Hose mit der Kneifzange anziehen, wenn man diesen „Sicherheitskreisen“ glauben schenkt, es sind wohl eher Kornkreise. Bekam die aufgeregte Journalistin von den Jungs und Mädels aus dem Thüringer Verfassungsschutz, also aus der Truppe des Stiftungsratsmitglieds der Amadeu Antonio Stiftung Stephan Kramer den Tipp? Aber vielleicht hatte die Journalistin nur nicht gut genug zugehört und die „Sicherheitskornkreise“ verplapperten sich wie Markus Lanz in seiner Sendung und sprachen in Wahrheit über die V-Leute des Verfassungsschutzes?

Diese Rechtsextremen, die sich angeblich unter die „Protestierenden“ mischen, wie die Journalistin brav gendert, haben aber noch mehr vor, denn sie „wollen offenbar Gewalttaten verüben, die dann dem linken Spektrum zugeordnet werden, und Aufnahmen der linken Akteure machen, um sie später zu identifizieren“. Haben die Sicherheits- oder die Kornkreise jetzt rechts und links verwechselt, denn seit Ernst Jandl wissen wir, dass das passieren kann: „manche meinen/lechts und rinks/kann man nicht/velwechsern./werch ein illtum“?

Geschieht regelmäßig, gern auch in Brandenburg, wo das Beschmieren von Parteibüros der AfD als rechtsextrem eingestuft wird, obwohl es von Linksextremen begangen wird und, welch Wunder, als rechtsextremes Delikt im Verfassungsschutzbericht gezählt wird. In Brandenburg ist laut Verfassungsschutz die Zahl der Rechtsextremisten allein durch die Arbeit des Verfassungsschutzes sprunghaft angestiegen, nämlich dadurch, dass für den Verfassungsschutz in Brandenburg anscheinend allein die Mitgliedschaft in der AfD ausreicht, um als rechtsextrem gezählt zu werden.

Doch dann gelingt der Journalistin die atemberaubende Enthüllung, von der sie schon so lange träumt, der Scoop: „Für viele stelle der Parteitag den Schauplatz eines Endzeit-Kampfes dar, für den radikalisierte Gruppen seit Jahren Kampfsport trainieren, heißt es. In Sicherheitskreisen hält man Brandanschläge und Blutvergießen für die Ziele einiger Akteure.“ Stimmt, die haben ja sogar den Tag X ausgerufen – oder war das am Ende doch die Antifa? Man kann Table.Briefings dankbar sein, denn die haben jetzt herausgefunden, dass Kampfsport zu betreiben, typisch rechts ist.

Oder ist der Blog klüger und verschmitzter und will nur geschickt davor warnen, dass linke Taten den Rechten unterschoben werden sollen. Aber dessen hätte es nicht bedurft, denn dass es so ist, weiß jeder, der sich nicht ausschließlich vom öffentlich finanzierten, grünen Rundfunk berieseln lässt. Oder eben von Table.Briefings.

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