Messerangriff auf Juden in London: Sicherheitsleute stoppen Täter

Ein Mann greift in Golders Green in London gezielt und brutal jüdische Passanten mit einem Messer an. Aufnahmen zeigen, wie er an einer Bushaltestelle auf ein Opfer einsticht und anschließend einem weiteren Mann über die Straße nachsetzt.

picture alliance / Sipa USA | Ben Cawthra

In Golders Green, einem Stadtteil im Norden Londons mit großer jüdischer Gemeinde, sind am Mittwoch zwei Menschen niedergestochen worden. Nach Angaben der jüdischen Sicherheitsorganisation Shomrim ist ein Mann mit einem Messer über die Golders Green Road gelaufen und hat jüdische Passanten angegriffen. Mitglieder von Shomrim stoppten den Täter, bevor die Polizei ihn mit einer Elektroschockpistole überwältigte und festnahm.

One victim is in critical condition.

The suspect has been arrested. pic.twitter.com/hUBDWdH3Kk

— Visegrád 24 (@visegrad24) April 29, 2026

Über den festgenommenen 45-Jährigen Täter gibt es bislang keine offiziellen Angaben zu Name, Herkunft oder Hintergrund. Die Aufnahmen des überwältigten Terroristen verraten jedenfalls, dass er definitiv kein britischer Kaukasier ist. Die Metropolitan Police erklärte lediglich, man arbeite daran, Staatsangehörigkeit und Hintergrund des Verdächtigen festzustellen. Geführt wird die Ermittlung von Spezialisten der Terrorismusbekämpfung; geprüft werden alle möglichen Motive und etwaige Terrorbezüge.

Britische Medien berichten, die Opfer gehörten nach bisherigen Erkenntnissen zur orthodox-jüdischen Gemeinde. Beide sollen schwerste Verletzungen erlitten haben, aber stabil sein. Besonders erschütternd: Dem Sender zufolge zeigen Aufnahmen, wie ein älterer jüdischer Mann an einer Bushaltestelle wiederholt im Gesicht attackiert wird. Ein Zeuge schilderte einen Angriff nahe einer Synagoge, anschließend sei der Täter weitergelaufen und habe eine weitere Person verletzt.

https://twitter.com/Faytuks/status/2049458346038558926

Das ist der Zusammenbruch eines elementaren Versprechens: Juden sollen in Europa leben können, ohne vor Synagogen, an Bushaltestellen oder auf offener Straße zur Zielscheibe zu werden. In London wird dieses Versprechen gerade mit Messern, Brandflaschen und Einschüchterung beantwortet.
Reuters verweist auf eine Serie antisemitischer Angriffe in London. In den vergangenen Wochen wurden mehr als zwei Dutzend Menschen im Zusammenhang mit Attacken auf jüdische Einrichtungen festgenommen, darunter Brandanschläge auf Krankenwagen und versuchte Brandanschläge auf Synagogen. Die Polizei prüft mögliche Verbindungen zu Iran; eine pro-iranische Gruppe soll für einige Angriffe Verantwortung reklamiert haben.

Wer jetzt wieder die gewohnten „wir bleiben bunt“-Sätze abspult, hat nichts verstanden oder will nichts verstehen. „Bestürzung“, „kein Platz für Antisemitismus“, „wir stehen an der Seite“: Diese Formeln sind längst entwertet, wenn jüdische Bürger bei jedem Schritt auf die Straße wieder in Furcht leben müssen – und inzwischen darauf angewiesen sind, dass freiwillige jüdische Sicherheitsleute den Angreifer nach bereits vollzogenen Mordversuchen stellen, während staatliche Autorität erst lange danach sichtbar wird.

Premierminister Keir Starmer, der sonst keine Gelegenheit auslässt, das jüdische Leben in UK mit seinen immer tieferen Bücklingen Richtung islamischer Communities noch weiter zu gefährden, nannte den Vorfall im Unterhaus heuchlerisch „zutiefst besorgniserregend“ und erklärte, dass Angriffe auf die jüdische Gemeinschaft Angriffe auf Großbritannien selbst seien. Ws für ein hohles Geschwätz. Londons Bürgermeister Sadiq Khan, ein ebensolcher Totalausfall wie Starmer, sprach von einem entsetzlichen Angriff auf zwei jüdische Londoner und kündigte verstärkte sichtbare Polizeipräsenz an. Ansonsten ist aber keinerlei Änderung in Politik oder in ihrem Kotau vor Muslimen zu erwarten. Insofern bleibt es auch hier wieder bei leeren Worten und einer sich weiter verschärfenden Lage für jüdische Bürger.

Die Zahlen passen zu diesem Befund. Nach Angaben der Community Security Trust, auf die AP verweist, wurden 2025 in Großbritannien 3.700 antisemitische Vorfälle registriert, mehr als doppelt so viele wie 2022. Im Oktober 2025 wurden bei einem Angriff auf eine Synagoge in Manchester an Jom Kippur zwei jüdische Gottesdienstbesucher getötet.

Golders Green steht damit nicht für einen Einzelfall, sondern für eine Warnung an ganz Europa. Wo jüdische Krankenwagen brennen, jüdische Gedenkorte angegriffen werden und jüdische Menschen auf offener Straße niedergestochen werden, reicht kein Ritual der Anteilnahme mehr. Dort ist der Staat nicht an seinen Worten zu messen, sondern an der Frage, ob Juden sich noch ohne Angst durch ihre eigenen Viertel bewegen können.

Auch in Berlin finden sich wieder „Kill all Jews“-Schmierereien an den Wänden. Radikale Linke und Muslime bilden hierbei eine hochgiftige Melange.

Anzeige

Unterstützung
oder