Mit bis zu 9 Talkshows im Monat von ARD und ZDF sollen die Deutschen auf Linie gebracht werden. Josef Kraus, Herausgeber des neuen Bandes „Schwarzbuch Staatsfunk“, schaut hinter die Kulissen und beschreibt, wie geschoben, geschummelt und gesendet wird.
Wöchentlich sieben- bis neunmal – exklusive der Sommer- und Winterpausen versuchen die ARD- und ZDF-Talkshow-Größen Markus Lanz, Sandra Maischberger, Maybrit Illner (jeweils ZDF) sowie Caren Miosga und Louis Klamroth (jeweils ARD) den Deutschen Michel abendlich oder spätabendlich vor die Glotze zu holen. Die wenigsten Deutschen Michels tun sich das an, per anno werden sie aber selbst in der Summe, unter anderem dafür, um rund 9 Milliarden Zwangsgebühren abgezockt. Davon wiederum streichen die Pseudodompteure dieser »Debattenformate« per anno rund 2 Millionen Euro (Lanz, ZDF) oder auch »nur« fast 600 000 Euro (Miosga, ARD) ein. Kosten für deren Produktionsfirmen und für den ARD-/ZDF-Stab nicht mitgerechnet.
Präsentiert bekommt der Deutsche Michel dafür (hier das Jahr 2025) 139-mal Lanz, 66-mal Maischberger, 33-mal Illner, 30-mal Miosga und 20-mal Klamroth. In der Summe sind das 288 Quasselrunden, die niemand braucht, fast niemand will und durch die mehr und mehr echte parlamentarische Debatten abgelöst wurden. TV-Quasselrunden als Parlamentsersatz, wo doch in den hohen Häusern schon genug gequasselt wird! Dort allerdings zumeist vor leeren Rängen.
Man ist unter sich: 37 % der Gäste kommen aus der Journalistik, 36 % aus der Politik. Der Begriff »politmedialer Komplex« findet hier seine Realisierung. Die restlichen 27 % sind »Wissenschaftler«, NGO-ler, Lobbyisten als echte oder vermeintliche »Experten«. Der Zwangsgebührenzahler, also der Arbeitgeber der Talker, auch der Bürger Normalo kommt de facto nicht vor. Sein Part ist der des »educandus«, des Unmündigen, der zu erziehen ist.
Der ultimative Dekalog für eine perfid-perfekt inszenierte Talkshow
Der Erfolg und die Wirkung der Manipulation einer Talkrunde hängen von einigen Faktoren ab, die du mit einfachen Mitteln und Tricks »händeln« kannst, verehrter Moderator, verehrte Moderatorin!
1. Du sollst bei der Zusammenstellung der Gästeliste Pluralität mimen. Alle gegen eine(n) reicht zu diesem Zwecke. Hol dir also einen Prügelknaben (m/w, nicht d) ins Studio, möglichst einen Schwachmatikus aus dessen Lager. Lasse auf ihn eine eingespielte Phalanx von Aktivisten, zweibeinigen Talk-Wanderpokalen und mög-lichst professoralen Sozial-»Wissenschaftlern« aus dem woken polit-medialen Milieu los und spring diesen im stets gegebenen Bedarfsfall als Moderator bei. Schließlich ist auch deine Haltung gefragt. Inszeniereein Tribunal, einen Schau-prozess. Hol dir bloß keinen Zweiten aus dem bürgerlichen, rechten Lager. Dieses Lager gehört im Interesse »unserer« Demokratie, wie du vom Big Brother weißt, vaporisiert. Auch im ÖRR.
2. Bestimmte Themen und Skandale sollst du umschiffen. Mit den hysterisierten Ersatzreligionen »Klima« und »Corona« ist kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Lass bloß die Finger davon zu skandalisieren, was hier ab- und schiefgelaufen ist, denn sonst würde noch offenkundig, wie kriecherisch du dich hier über Jahre hinweg abgemüht hast. Lass auch die Finger vom Thema importierter Gewalt, das könnte Mitleid erregen mit deren Opfern. Lass die Finger vom Islam und seinem Frauenbild, vom NGOs-Schattenregime, dem Cum-Ex-Skandal mit rund 40 Milliarden Schaden für den Steuerzahler usw.
3. Verteile die Redeanteile pseudoparitätisch. In einer 60-Minuten-5-Leute-Runde hat der Böse abzgl. Einspieler und Moderato-renanteile immerhin dreimal für zwei Minu-ten das Wort. Reicht doch. Zerschreddere diese dreimal zwei Minuten permanent, indem du dem Outcast/Outlaw ins Wort fällst. Dass das auch die anderen anwesen-den Guten tun, hast du ihnen längst »im Interesse einer lebhaften« Debatte beige-bracht.
4. Besonders gut macht es sich, wenn du den »Demokratiegefährder« zusammenhanglos mit Uralt-Zitaten möglichst aus seiner Schulzeit konfrontierst, irgendeine aufgehübschte Statistik einschiebst oder das grimmige Konterfei eines Igittigitt Gesinnungsgenossen (ideal: Trump, Netanjahu, Höcke usw.) einblendest. Oder Bilder mit großen Kinderaugen aus Gaza, vielleicht auch Flüchtlingsboote voller Frauen und Kinder … Du weiß ja: »Framing« ist alles. Vergiss nicht, was die »Kommunikationswissenschaftlerin« Elisabeth Wehling der ARD 2017 für schlappe 120 000 Euro unter dem Titel »Framing Manual – Unser gemeinsamer, freier Rundfunk ARD« ins Stammbuch geschrieben hat: »Fakten … werden in einer öffentlichen Auseinandersetzung erst zu guter Munition, wo ihre moralische Dringlichkeit kommu-niziert wird.«
5. Hol dir für deine Quasselrunden das passende Publikum (»Klatschvieh«) ins Studio. Am besten rekrutierst du »Studierende« einer sozialwissenschaftlichen Fakultät einer Universität vor Ort – also in Berlin, Köln oder Hamburg. Wenn bei dir kein Klatschvieh üblich ist, spiele den Mann von der Straße (gibt es gendersensibel auch die Frau und die Transperson von der Straße?) mit einem Statement ein. Wenn diese Person zufällig auch Jobs bei den Grünen oder bei den Linken oder irgend-einer linken Stiftung beziehungsweise Gewerkschaft hat: Das weiß doch keiner. Du jedenfalls weißt: Sowas hat sich Anfang 2024 wegen des »Potsdam-/Wannsee-2.0«-Treffens bestens bewährt. Und: Postiere eine authentische, empörte »Stimme des Volkes« im Publikum. Ruf ihn per Zufall auf, um den Bösen in der Runde mit ganz persönlichen Sorgen vorzuführen. Falls du es nicht weißt: Astroturfing nennt man dergleichen. »AstroTurf« war ursprünglich eine Marke für Kunstrasen, heute ist es ein Begriff für eine künstliche Graswurzelbewegung. Also das vermeintliche Volk.
6. Am besten legst du eine Talkrunde im Sommer ins Freie. Etwa auf die Terrasse eines ÖRR-Studios an der Spree. Irgendein staatlich finanziertes, »engagiertes« Grölpublikum wird sich dort dann gewiss einfinden. Achte aber darauf, dass die Tontechnik deren Gekreische nicht wegfiltert. Dürfte technisch kein Problem sein.
7. Denk dir fiese Suggestivfragen für den Outcast/Outlaw aus. Konfrontiere ihn mit falschen Dilemmata, also mit zwei extremen Positionen, zwischen denen er zu wählen hat. Heuchle Einvernehmen, um sodann die Position des anderen zu ent-
kräften. Vor allem: Unterbrich den Outcast immer und immer wieder, bring ihn so raus und lass ihn nicht ausreden. Befleißige dich der Tricks der Neulinguistischen Programmierung (NLP). Denke immer an das richtige »Wording«: Die Begriffe »bürgerlich, christlich, konservativ, rechts, rechtsradikal, rechtsextrem« sind Syno-nyme. Deine redaktionellen Ghostwriter haben dir diese Litanei bestimmt auf einen deiner Spickzettel aufgeschrieben. Die kannst du immer einstreuen. Wenn du nicht weißt, was ein Synonym ist: Es ist alles eins – nämlich pfui rechts: von den Lebens-schützern über die »Leugner« von Klima, Corona und migrantischer »Bereicherung«, einschließlich CDU/CSU (Genosse Daniel Günther und Antifa-Lautsprecher*in Karin Prien ausgenommen) bis hin zur AfD.
8. Gib als Moderator/_:I*in gelegentlich den »good cop« für den Outcast. Mime Verständnis für ihn, das verleitet ihn zu unbedachten Sätzen, über die dann die anderen und du herfallen können. Habe stets ein »Ja, aber … !« parat.
9. Auch wenn es längst »out« ist: Gib den selbsternannten avantgardistischen Kämpfer für den Gender-New-Speak: Bei dir sitzen Gäst*innen und Mitglieder*innen von Demokratierettungs-NGOs. Du weißt doch: Mit der Sprache besetzt man das Bewusstsein.
10. Vergiss nie, nie, nie, worum es geht: Um ein »Nie wieder!« Für »unsere Demokratie«! Für das beste Deutschland, das es jemals gegeben hat! Für ein AfD-Verbot! Und: Hätten wir doch wieder eine Merkel! Die ließ sich doch immer wieder zu Audienzen bei den Talkladies herab.
Kraus/Krämer. Schwarzbuch Staatsfunk. Desinformation statt Information. LMV, Hardcover, 320 Seiten, 26,00 €




Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein