Sprengstoff an Pipeline: Energie-Terror oder Wahlkampf?

Brisanter Fund kurz vor der bedeutenden Parlamentswahl in Ungarn: In Serbien wurde nahe der ungarischen Grenze Sprengstoff an einer zentralen Gaspipeline entdeckt. Die Regierung in Budapest verdächtigt die Ukraine, die Opposition spricht von Panikmache im Wahlkampf.

picture alliance / ZUMAPRESS.com | Daniel Alfoldi

Nach Angaben des serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić wurde der Sprengstoff an einer Pumpstation der Pipeline „Balkan Stream“ nahe der Ortschaft Velebit sichergestellt. Es habe sich um eine Ladung „verheerender Kraft“ gehandelt, inklusive Zündvorrichtung. Die Pipeline ist Teil einer wichtigen Energieverbindung, die russisches Erdgas über die Türkei und Bulgarien nach Serbien und schließlich nach Ungarn transportiert. Für Ungarn ist diese Route von zentraler Bedeutung: 60 Prozent des Gasbedarfs werden über diese Leitung gedeckt.

Der Fund löste sofort politische Reaktionen aus: Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán berief eine Sitzung des nationalen Verteidigungsrats ein. Im Anschluss äußerten er und Außenminister Péter Szijjártó indirekt den Verdacht, dass die Ukraine hinter einem möglichen Sabotageversuch stehen könnte. Konkrete Beweise wurden nicht vorgelegt.

Dass die ukrainische Regierung bereits an der Sprengung der wichtigen Nord-Stream-Pipelines am 26. September 2022 beteiligt war und schon seit Monaten die nach Ungarn führende Druschba-Pipeline blockiert sowie russische Öl-Verladehäfen mit Drohnenangriffen schwer beschädigt, ist Tatsache.

Orbán bekräftigte seine seit Monaten vorgebrachte Kritik an Kiew. In einer Videoansprache erklärte er, die Ukraine verfolge schon seit Jahren das Ziel, Europa von russischen Energielieferungen abzuschneiden, dabei nannte er auch frühere Terroranschläge gegen die Energieversorgung Europas. Die ukrainische Regierung weist alle Vorwürfe zurück.

Opposition spricht von Ablenklungs-Aktion Orbáns

Oppositionsführer Péter Magyar wirft Orbán vor, den Sprengstoff-Fund politisch zu instrumentalisieren. Seine Partei sieht in der Kommunikation der Regierung den Versuch, kurz vor der Wahl Ängste in der Bevölkerung zu schüren und von innenpolitischen Problemen abzulenken.

Ein neues sicherheitspolitisches Thema könnte in Wahlkampfzeiten nun aber besonders mobilisieren. „Die Verknüpfung von äußerer Bedrohung und nationaler Sicherheit ist ein klassisches Mittel, um Wähler zu beeinflussen“, erklärt dazu etwa ein Analyst des European Council on Foreign Relations. Gleichzeitig warnen Energieexperten vor vorschnellen Schuldzuweisungen  – Sabotage an kritischer Infrastruktur sei zwar ein reales Risiko, doch es sollten nicht sofort politische Schlüsse daraus gezogen werden.

Unabhängig von der politischen Deutung hat der Vorfall bereits konkrete Folgen: Ungarn kündigte an, die militärische Sicherung des Pipeline-Abschnitts auf eigenem Staatsgebiet deutlich zu verstärken, auch Serbien plant zusätzliche Schutzmaßnahmen. Der Vorfall kommt zu einem hochsensiblen Zeitpunkt und könnte den Ausgang der ungarischen Parlamentswahl maßgeblich beeinflussen.

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Kommentare ( 27 )

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Melly
1 Tag her

Péter Magyar, auch so ein Uschi- Kasper, wie Selensgülle, es dauert nicht mehr lange. Orban hat schon mit Putin und Trump telefoniert. glauben die Wessis natürlich nicht, denn zuerst kommt ja Schilda

Manfred_Hbg
1 Tag her

Tagtäglich läßt der Oberdemokrat, Friedensbringer/-engel und Nazi-Befreier Putin die ukraininische Bevölkerung (vom Baby bis zum Rentner im PKW oder Verkehrsbus) und die zivile Infrastruktur (inkl Krankenhäuser, Schulen, Geschäfte, Wohnsiedlungen uäm) mit -je nachdem- 100+ oder bis zu 500 oder 800 Shahed-Drohnen, Raketen aller Art, Marschflugkörpern und bis zu 3 T. schweren Flug-Bomben terrorisieren und zerstören. Und da will sich dann noch irgendwer über die in Putin-Russland angegriffenen und brennenden Oel-Häfen oder sonstiger -vor allem militärnahen- Industrie beklagen? Ich bin kein Politiker und auch kein „Weltwirtschaftsexperte“, sondern nur ein einfacher dummer Bürger. Und wenn man mich hier nun fragen würde, dann… Mehr

Jerry
1 Tag her
Antworten an  Manfred_Hbg

Also ich persönlich traue von dieser Sippe niemandem so richtig über den Weg. Weder Putin, aber genauso wenig dem Selenskij. Und schon gar nicht dem EU Verein rund um Uschi und Konsorten, oder diesem unsäglichen Weber. Und ich frage mich auch immer, was wir damit eigentlich zu tun haben? Mir wäre es am liebsten, wenn wir mit allen nichts zu tun hätten und unsere Regierung sich auf das konzentrieren würde wozu sie verpflichtet ist: Das deutsche Volk, die deutsche Wirtschaft und halt Deutschland selbst. Wie übrigens per Amtseid geschworen! Es wird ja immer gerne behauptet, dass wir dann als Nächstes… Mehr

Manfred_Hbg
1 Tag her
Antworten an  Jerry

So wie Sie sagen, bin auch ich der gesamten „Sippe“ -den einen mehr, den anderen weniger- nicht mehr am trauen. Wobei ich dann auch an dieser Stelle noch mal extra anmerken möchte, dass ich auch nicht der Selenskyj-Regierung oder der ukr. Oppositon den „Heiligenschein“ zugestehen werde oder will. Dennoch will und kann ich nicht außer Acht lassen, dass es eben die Ukraine und deren Bevölkerung ist, die von Putin-Russland zum ersten Mal 2015 und dann vor allem 2022 militärische überfallen, teilbesetzt und bis heute terrorisiert wurde und wird. Wobei hier dann vor allem auch nicht die von Putin’s Soldaten begangenen… Mehr

Milton Friedman
1 Tag her

All den Heuchlern da draußen, die von „Souveränität“ schwärmen und von sozialer Gerechtigkeit fabulieren, scheint es nicht in den Sinn zu kommen dass der größte Hebel für beides niedrige Energiepreise sind. Ohne verarbeitendes Gewerbe keine Aufstiegsleiter (die nicht durch 8 Jahre Gymmi-Studium führt). Aber da es eben Heuchler sind, ist dieses „Übersehen“ einfachster Zusammenhänge auch kein Versehen, sondern Absicht. Von dieser Souveränität und Industriejobs etwas zu opfern für Zelensky und Co. KG, ist ein Luxus, den man sich hätte leisten können, hätte man nicht Jahrzehntelang gezielt gegen unsere Energiesouveränität und Industriejobs gearbeitet. Sowas kommt von sowas; die Situation in Ungarn… Mehr

Last edited 1 Tag her by Milton Friedman
Dieter Rose
1 Tag her
Antworten an  Milton Friedman

Ja, wo denn?

MalNachgefragt
1 Tag her

Man sollte sich fragen: Cui bono, dass diese Sprengladung gefunden wurden? Als zweites sollte man sich fragen: Warum gerade jetzt, eine Woche vor den ungarischen Parlamentswahlen? Was uns zu der dritten Frage führt: Wer bitte ist so blöd und deponiert im Vorfeld Sprengladungen unmittelbar am Anschlagsziel und das auch noch so auffällig, dass sie gefunden werden? Das alles zusammen stinkt nach einer False-Flag-Aktion,10 Meilen gegen den Wind! Ebenso wie es offensichtlich ist, wer gerade versucht, das politisch auszuschlachten. Es ist ja nicht das erste Mal, dass Orban so ein Spielchen treibt. Russland zerbombt die Druschba-Pipeline aber Schuld ist laut Orban… Mehr

tschassy63
1 Tag her
Antworten an  MalNachgefragt

schlimm solche Kommentare hier immer lesen zu müssen ! Der Gasfrachter treibt mit einer unvorstelbaren Menge an hochexplosivem LNG Gas seit Wochen von der Mannschaft aufgegeben im Mittelmeer, momentan vor der Lybischen Küste. Angegriffen wurde er von einer Ukrainischen Drohne !!! Der türkische Frachter beladen mit 200 Millionen Barral Oel hätte im Bosporus eine unvorstellbare Umweltkatastrope auslösen können, nachdem er von der Ukraine angegriffen wurde. Einer der wenigen vernünftigen Präsidenten., die für die Bevölkerung ihres Landes einstehen, die versuchen diese vor allem zu bewahren, soll nächsten Sonntag abgewählt werden. Millionen € werden dafür von der EU in NGO`S usw. investiert.… Mehr

MalNachgefragt
1 Tag her
Antworten an  tschassy63

Ja, gell. Ist schon schlimm wenn man Ansichten jenseits der eigenen Wahrnehmungsblase präsentiert bekommt.
Wer hat denn wenn kriegerisch überfallen?
Wer bombardiert seit über 4 Jahren ein ganzes Land mit weit über 10.000 zivilen Opfern?
Wer zerbombt die Energieinfrastruktur des fremden Landes mitten im tiefsten Winter und trifft dabei auch Gaspipelines?

Jerry
1 Tag her
Antworten an  MalNachgefragt

Und deshalb sprengt die Ukraine unsere Nordstream Pipeline? Also unsere Energieversorgung? Quasi als Dank für die Waffen, die uns jetzt selbst zur Verteidigung fehlen, und das ganze Geld was darüber gewandert ist? Was bin ich froh, dass wir solche Freunde haben…

J.Thielemann
1 Tag her
Antworten an  MalNachgefragt

 Man sollte sich fragen: Cui bono, dass diese Sprengladung gefunden wurden? Das alles zusammen stinkt nach einer False-Flag-Aktion,10 Meilen gegen den Wind!..
Tja- funktioniert allerdings auch andersherum. Jemand hat das Ziel, Orban in den Verdacht einer False-Flag-Aktion zu setzen. Natürlich vor der Wahl, wann sonst.

MalNachgefragt
1 Tag her
Antworten an  J.Thielemann

Könnte sein. Das wäre dann eine false False-Flag-Aktion.
Passt dann aber doch nicht, weil wer schlachtete es politisch zuerst aus?

Manfred_Hbg
1 Tag her

Zitat 1: „Im Anschluss äußerten er und Außenminister Péter Szijjártó indirekt den Verdacht, dass die Ukraine hinter einem möglichen Sabotageversuch stehen könnte. Konkrete Beweise wurden nicht vorgelegt.“ > Na klar doch: Die Ukrainer bzw. Selenskyj sind/ist ja auch besonders dämlich um dann solch einen durchschaubaren Anschlag ausführen zu lassen. Ich hätte hier zwei andere im Verdacht die aus naheligenden Gründen an solch einen Anschlag und Vorgehen interessiert sein könnten: Orban selber oder auch wieder Putin. – – – – – – Zitat 2: „Dass die ukrainische Regierung bereits an der Sprengung der wichtigen Nord-Stream-Pipelines am 26. September 2022 beteiligt war… Mehr

Last edited 1 Tag her by Manfred_Hbg
Wilhelm Rommel
2 Tage her

Ich habe da erhebliche Verständnisprobleme: Einerseits wird auf den dicken, weißrüsseligen Elefanten im Raum hingewiesen, dessen destruktives Wirken offen zutage liegt, und dem ‚einschlägig interessierte Greise‘ (mit ‚G‘ oder meinetwegen auch mit ‚K‘) noch heftigst Zucker in den Allerwertesten zu blasen versuchen, den sie den Bürgern fortwährend aus den Taschen zaubern – andererseits ‚warnen Energieexperten vor vorschnellen Schuldzuweisungen‘ und gehen derweil ‚mit offenem Feuer vor dem Pulvermagazin spazieren‘!
Sollte mich nicht wundern, wenn diese ‚Experten‘ heimlich, still und leise mit innerem Behagen ihre von den Sonnen- und Windbaronen gespickten Portfolios betrachten…

Leroy
2 Tage her

Und die EU will dem korrupten Erpresserstaat weiterhin Milliarden schenken.
Ich halte die Existenz der Ukraine für überflüssig. Also ich kann einen Ukrainer nicht von einem Russen unterscheiden. Und wenn die beiden nicht klarkommen, dann ist das nicht mein Problem.

Haba Orwell
2 Tage her

Die EUdSSR trickst vor der Wahl, wo es nur geht: https://anti-spiegel.ru/2026/mit-welchen-tricks-die-eu-versucht-orbans-wiederwahl-zu-verhindern/

> „… Wahleinmischung durch Zensur … Die EU hat im Vorfeld der ungarischen Wahlen Mechanismen zur digitalen Zensur eingeführt. Die Social-Media-Plattformen wurden angewiesen, bei Verstößen der ungarischen Opposition gegen die Regeln der Plattformen ein Auge zuzudrücken, während konservative Inhalte so streng wie möglich moderiert werden. …“

Und weitere schmutzige Tricks…

89-erlebt
2 Tage her

Jeder kann glauben und denken was er will. Was mit Nordstream passierte ist bekannt.
Was die Banderas aus Kiew sonst so mit Energie Infrastruktur machen ebenso.
Eine der letzten Hoffnungen in der EUdSSR möge gewinnen und der Wahlfälschung durch Uschi & Co widerstehen.

HPs
1 Tag her
Antworten an  89-erlebt

Ebenso bestens bekannt ist,
was euer Vladolf Putler so treibt mit Energieinfrastruktur.

Er lässt gern mal ein paar Gasturbinen plötzlich kaputtgehen, oder liquidiert Gazprom-Landesgesellschaften von heute auf morgen.

https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/in-eigener-sache-das-gazprom-komplott-handelsblatt-doppelt-ausgezeichnet/100037605.html

PS:
Ostdeutsches afd-Personal fällt auf derart plumpe Aktionen herein, aber die Ungarn ? Nein eher nicht !

Last edited 1 Tag her by HPs
tiptoppinguin
2 Tage her

Oppositionsführer Péter Magyar wirft Orbán vor, den Sprengstoff-Fund politisch zu instrumentalisieren.“
Völlig richtig – bestimmt der gleiche Pflanzensprengstoff wie damals bei der Ostseepipeline. Der ultimative Beweis, daß sich die Natur wehrt. (Wer Sarkasmus findet darf ihn behalten)