Blackbox KW 3 – Der Grünkohlkönig von Oldenburg

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther könnte auf kritische Presseerzeugnisse durchaus verzichten. Deutsche Soldaten beziehen Beobachtungsposten in der Arktis (Unternehmen Holzauge II?), aber sonst bleibt alles, wie es ist.

Die Kameras surren, als unsere Streitkräfte (15 Mann!) den Boden Grönlands betreten, um die Insel vor fremden Machtgelüsten zu schützen. Natürlich unbewaffnet, schließlich ist die SPD die Partei des Friedens. Kann man es Italiens Verteidigungsminister Crosetto verübeln, dass er den Einsatz unserer Pistorianer als „Witz“ bezeichnet? Wir vermissen in vielen Berichten über den Einsatz die vorgeschriebene Standardformel „Soldaten und Soldatinnen“. Sind weiblich Gelesene nicht dabei? Und hoffentlich werden die 15 am Ende nicht vergessen am kältesten Außenposten des Reiches.

♦ Der heldenhafte Einsatz unserer Schutztruppe fand jedoch kaum die ihm gebührende Aufmerksamkeit, und das hat mit dem Grünkohlkönig der Stadt Oldenburg, Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken und Träger des dänischen Dannebrog-Ordens (Liste unvollständig) zu tun, der sich, weil er die Pferdesteuer im Bundesland Schleswig-Holstein verhinderte, ganz offiziell und mit Stempel der Deutschen Reiterlichen Vereinigung zudem „Freund des Pferdes“ nennen darf. Spätestens wenn wir Ihnen, verehrte Leser, nun auch noch verraten, dass ebenjener Grünkohlkönig zudem Namensgeber der laotischen Höhlenkrabbe „Erebusa danielguentheri“ ist, wissen Sie, um wen es sich handelt, nämlich den Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein höchstselbst, Daniel Günther.

♦ Weil die Linkspresse mehr und mehr ihre Deutungshoheit verliert, und neue Medien kritische Töne gegen Minderleister in den diversen Regierungen anschlagen, war Günthers Vorschlag bei Lanz, solche neuen Medien, namentlich nannte er Nius, zu „regulieren, zensieren oder gar zu verbieten“ – Lanz fragte, Günther sagte: „Ja“ (ab 1:10:25). Selbst der Süddeutsche Beobachter hatte das genauso verstanden und schrieb: „Günther will Nius verbieten.“ Als aber dann der Tanz um die Pressefreiheit losging, änderte die SZ den Satz. Nun steht über demselben Artikel: „Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther denkt laut über Maßnahmen gegen das Onlineportal Nius nach.“

♦ Der nicht nachlassende üble Geruch der Diktatur an Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther machte jedoch mehrere Waschgänge nötig. Lanz sah sich, wohl auf Befehl von oben genötigt, die ursprüngliche Sendung die ganze Woche nachzuarbeiten. Zuletzt musste der Blogger Robin Alexander bei Lanz „vorwegsagen“, dass Günther überhaupt kein Verbot von unliebsamen Medien gefordert habe.

♦ Zu dumm, dass sich Markus Lanz in einem Telefonat mit Nius-Chef Reichelt nach der Sendung „aufrichtig erschüttert über die Zensur-Forderung von Günther gegen Nius“ zeigte. Noch unglücklicher fürs ZDF, dass Reichelt das öffentlich machte. So bleibt als letzte Verteidigungslinie der zornige Twitter-Alte Ruprecht Polenz. Der Unionist „glaubt Reichelt kein Wort“. Beweisführung abgeschlossen.

♦ Bei all der Aufregung um Günthers Verbotsphantasien gingen die großartigen Zukunftspläne unseres Kanzlers Fritz mehr oder weniger sang- und klanglos unter. Dass die Sprengung unserer Atomkraftwerke nach der Sprengung der Gaspipelines eine doch recht dumme Sache war, will Merz nicht länger verschweigen. Demnächst wird auch die Kohleverstromung beendet. Also müssen Gaskraftwerke her, weil, so mittlerweile Konsens in der Bundesregierung, die Sonne nachts nicht scheint und auch nicht immer Winde gehen. Diese neu zu bauenden Gaskraftwerke sollen selbstverständlich mit schwarzrotgrünem Wasserstoff betrieben werden (genial!). Dumm nur, dass „wir den Wasserstoff nicht haben, den wir eigentlich bräuchten“ (Fritz). Deshalb sollen die neuen, mit Milliarden geförderten Kraftwerke die Sondergenehmigung erhalten, auch mit Gas zu arbeiten. Wenn die EU zustimmt. Völlig unverständlich, dass die Unternehmen da „noch zögern“ zu investieren.

♦ Deutschlands Beste rackern sich für die Interessen Deutschlands ab, Bild versucht sie schon als kleine Trumps zu verkaufen: „Merz in Indien, Klingbeil in den USA: Wer holt heute mehr Milliarden für Deutschland raus?“ Als hätte einer der beiden Trump-Format und könnte für sein Land irgendetwas herausholen. Fritz warb in Indien um Fachkräfte und Lars besuchte in Washington ein Seminar über Seltene Erden.

♦ Als Trump-Imitator unübertroffen hingegen Bayerns Markus Söder. Künftig soll bei Schulabschlussfeiern die Europa- und die Nationalhymne verpflichtend gespielt werden, in Bayern noch die Bayernhymne obendrauf. Das klingt nach Trump, nur dass dem eine Hymne reicht. Sodann will der Markus „lebensunfähige Bundesländer“ (sowas wie Berlin, Schleswig-Holstein und Co.) „zusammenlegen“. Und wieder hören wir den Donald trapsen. Nur bei der Umsetzung hapert es noch. Wir könnten uns jedoch immerhin gut vorstellen, dass Markus an Fasching als der perfekte Donald geht.

♦ Der Markus weiß, woher der Wind pfeift. Eben noch Schirmherr des Ludwig-Erhard-Gipfels, der Weimer-Kontaktbörse für einflusssuchende Unternehmer, setzt er heute schon die Schirmherrschaft für 2026 aus und sagt auch den dazugehörigen Staatsempfang ab. Das soll natürlich keine Vorverurteilung sein, lediglich eine ganz normale politische Absetzbewegung.

♦ Vor den Landtagswahlen in Baden-Württemberg müssen die Staatsanwaltschaften noch mal ordentlich ran. Die Außenstelle Tübingen hat ihren Beitrag schon geleistet mit einem Strafbefehl-Antrag gegen einen AfD-Landtagskandidaten, der in den Jahren 2023 und 2024 drei Beiträge in sozialen Medien veröffentlichte, die gesichert rechtsextrem sein sollen. Was genau geschrieben wurde, ist offenbar streng geheim, allerdings auch nebensächlich im Sinne der Aktion. Es geht schließlich nur darum, die Linkspresse mit entsprechendem Berichtsmaterial zu versorgen.

♦ Ist ein Amtsrichter per se intelligenter als ein Landrichter? Diese Frage stellt sich wieder einmal, nachdem ein Bamberger Amtsrichter meinte, eine Fotomontage, auf der die rote Nancy Faeser ein Schild mit der Aufschrift „Ich hasse die Meinungsfreiheit“ vor sich hält, sei nicht als Witz erkenntlich. Er verurteilte den Scherzbold zu sieben Monaten Haft (auf Bewährung). Das Landgericht Bamberg hob das urkomische Urteil nun auf. Wegen Meinungsfreiheit. Obwohl der „Täter“ der Chefredakteur eines gesichert nicht linken Mediums ist.

♦ Offenbar sind in deutschen Ministerien nicht nur leichtgläubige und unterwürfige Charaktere tätig, sondern es regt sich leiser Widerstand gegen die von den „demokratischen Parteien“ auf Ministersessel gehievte personifizierte Inkompetenz. Beleg? Ein Schmähgedicht mit dem Titel „Ken & Barbie“ in einer Hauszeitung des Außenamtes über eine „mit Hochglanzschminke um die Welt“ Reisende und einen, über den die Staatsanwaltschaft Bamberg bestimmt eine Akte mit dem Titel „Schwachkopf professional“ im Archiv hat. Ermitteln die schon?

♦ Wegen grapschender „Männergruppen“ und Messerstechereien auf dem Parkplatz hat die Havel-Therme in Werder (Brandenburg, hier regiert die Woidke-SPD!) eine Spitzenidee. Ab sofort darf „ein Geschlecht das andere nur noch um maximal 20 Prozent überwiegen. Ist die Grenze erreicht, folgt ein temporärer Einlass-Stopp“.
Weil Frauenbelästigen und Messerstechereien eindeutig eine genetische Ursache haben (Y-Chromosom!), müssen Träger dieses Chromosoms in Brandenburg offenbar eingehegt werden.

♦ Die Panzerknacker von Gelsenkirchen sind mit allen Wassern gewaschen. Um falsche Spuren zu legen, verteilten sie abgeschnittene Haare aus einem Friseursalon am Tatort. Urkomisch wäre, wenn sie sich dazu beim Stamm-Figaro vom Reul (Innenminister vom Homeland NRW) bedient hätten.

♦ Essen trickst mögliche muslimische Terroristen jetzt besonders clever aus, indem der Rosenmontagszug auf Sonntag verlegt wird. Wenn’s klappt: Weihnachtsmarkt im Sommer?

Schönen Sonntag!


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Kommentare ( 11 )

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Mausi
1 Stunde her

Über Herrn Günthers Aussage „Ja“ lässt sich m. E. streiten. Denn gleich nach seinem Ja zu Zensur bezieht er sich auf die Altersgrenze von 16 Jahren. Ich bin mir nicht sicher, ob es förderlich ist, wenn dieses aus dem Zusammenhang gerissene Ja so durch die Schlagzeilen gezogen wird. Viel schlimmer ist der Grundtenor dessen, was der Mann insgesamt von sich gibt. Der Grundtenor seiner Ausführungen im Ganzen ist auf jeden Fall, dass alles, was nicht der demokratischen Brandmauer entspricht, keine Legitimation hat, sich zu äußern. Weil von Haus aus undemokratisch, weil kein „Journalismus“, weil Quatsch. Weil er sich hinstellt und… Mehr

Last edited 1 Stunde her by Mausi
Juergen P. Schneider
2 Stunden her

Als die German Special Forces auf der weltgrößten Insel gelandet sind, hat bei Onkel Donald im Weißen Haus bestimmt das große Muffensausen eingesetzt. Er wird wohl bald bedingungslos vor der deutschen Militärmacht kapitulieren, damit wäre die Schmach von 1945 endgültig getilgt. 🙂

Mausi
2 Stunden her

„nachdem ein Bamberger Amtsrichter meinte, eine Fotomontage, auf der die rote Nancy Faeser ein Schild mit der Aufschrift „Ich hasse die Meinungsfreiheit““ Der Monteur hätte sich auf die Kunstfreiheit berufen sollen. Dann gehen sogar Briefe – Mehrzahl – mit gefälschten Unterschriften durch. Ermitteln die schon? Ja, wenn die Ermittler den Künstler – immerhin war es ein Gedicht und keine Fotomontage – finden, wird der Betreffende fristlos entlassen, wenn er „nur“ Angestellter im ÖD ist oder aber disziplinarisch verfolgt, sollte er Beamter sein. „Weil Frauenbelästigen und Messerstechereien eindeutig eine genetische Ursache haben (Y-Chromosom!), müssen Träger dieses Chromosoms in Brandenburg offenbar eingehegt… Mehr

Last edited 2 Stunden her by Mausi
muthlos
2 Stunden her

„ Der Veranstalter „Festausschuss Kupferdreher Karneval e. V.“ schreibt auf Facebook: „Diese Entscheidung hat nichts mit den Vorkommnissen im letzten Jahr zu tun, vielmehr wollen wir den Zug so sicher wie möglich gestalten“.Bloß nicht das Problem beim Namen nennen.

Der Michel
2 Stunden her

Mal wieder herzlich gelacht, vielen Dank! Und ja: Über den Irrsinn, der in der Bunten Republik mittlerweile tagtäglich grassiert *kann* man nur noch lachen – zumindest wenn er so herrlich auf die Schippe genommen wird, wie Paetow das allsonntäglich tut.

Haba Orwell
2 Stunden her

> Der heldenhafte Einsatz unserer Schutztruppe fand jedoch kaum die ihm gebührende Aufmerksamkeit Seine Trumpigkeit drehte komplett durch: „Trump führt wegen Grönland Strafzölle gegen EU-Länder ein und droht Kanada – Anti-Spiegel“ > „… Niemand wird dieses heilige Stück Land anrühren, insbesondere da die nationale Sicherheit der USA und der gesamten Welt auf dem Spiel steht. Darüber hinaus sind Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Finnland aus unbekannten Gründen nach Grönland gereist. Dies ist eine sehr gefährliche Situation für die Sicherheit und das Überleben unseres Planeten. …“ Nicht mal Greta hysterisierte so viel ob dem „Überleben des Planeten“… Mehr

eisenherz
2 Stunden her

Eine Lücke beim Sprechen kann viel mehr sagen als zehn Minuten Nullrede.
Denn wer den Teil von der Zensur von Medien bei Lanz sich daraufhin noch einmal genauer ansieht, der kann eine psychologisch überaus interessante Reaktion bei Herrn Günther beobachten.
Auf die Frage von Herrn Lanz nach der Zensur von Medien antwortet Herr Günther mit einem klaren JA.
Dann aller allerdings entsteht eine kurze Lücke in seinem Sprech. Wo jeder sehen kann wie sein Gehirn ihm reaktionsschnell „Achtung Gefahr!“ meldet. Darum hängt er behände noch die „Sozialen Medien“ mit hinten dran, mit dem Versuch sich vor sich selber zu retten.

Last edited 2 Stunden her by eisenherz
Stephan K.
3 Stunden her

Unweigerlich fühlt man sich bei dem Grönlandabenteuer an den Film „Die Maus, die brüllte“ von 1959 erinnert. Ein bankrotter Zwergstaat landet mit 20 Langbogenschützen in New York, nicht um zu siegen, sondern um zu verlieren und Wiederaufbauhilfe zu erhalten. Durch eine Verkettung von Zufällen müssen die Amerikaner am Ende kapitulieren. Das wird natürlich nicht passieren, eher werden die Amerikaner die armselige Schar aus den eisigen Weiten evakuieren müssen.

Haba Orwell
2 Stunden her
Antworten an  Stephan K.

Ich denke eher an „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben – Wikipedia“ – der gewisse Ami erinnert mich an den Ami-General Jack D. Ripper. Im Idealfall fallen beide Satrapien um den Atlantik. Auf dieser Ozean-Seite: „Die ersten Reaktionen auf Trumps Strafzölle gegen europäische Länder – Anti-Spiegel“ > „… Trumps Zölle dürften in der EU für Streit sorgen, denn wenn die von den Strafzöllen betroffenen Länder Solidarität der anderen EU-Länder einfordern, könnte das zu einer offenen Spaltung der EU führen, weil die Länder, die an dem Alleingang der Truppenentsendung nach Grönland nicht beteiligt (und sogar dagegen) waren,… Mehr

Kassandra
3 Stunden her

In Gelsenkirchen sind sie jedenfalls dabei festzustellen, wie hoch der Schaden durch die „Panzerknacker“ tatsächlich sein soll:  „Die Anzahl der zu vernehmenden Kundinnen und Kunden ist hoch. Kommen Sie als Geschädigte oder Geschädigter bitte möglichst allein, sofern dies möglich ist.“ Und: „Sollten Sie Unterlagen, Dokumente oder Beweise zu den Gegenständen aus Ihrem Schließfach besitzen, bringen Sie diese bitte mit.“  https://www.welt.de/vermischtes/article696b41496b40895ba7f70ca7/sparkassen-raub-gelsenkirchen-polizei-vernimmt-ab-montag-tausende-opfer-in-extra-angemieteten-bueros.html?source=puerto-reco-2_ABC-V49.2.A_control Ich bin neugierig, welche Dolmetscher man braucht – und in wie viele Sprachen übersetzt werden muss. Und wie der Bargeld-, Gold- oder Wertsachenbestand im Safe glaubwürdig gemacht wird, was die Frage nach Steuerermittlern bei der Befragung aufkommen lässt? Ein Rechtsanwalt will… Mehr

Kassandra
3 Stunden her

Auch Hayalis Dunja stellt sich jetzt samt Hund für die Tierlieben ganz ungeschminkt als so was wie ein letztes Geschütz derart vor die Freunde der Unwahrheit: https://philosophia-perennis.com/2026/01/17/die-intellektuelle-erbaermlichkeit-dunja-hayalis/ Dabei wird sie schon öfter bei „Unausgewogenheiten“ aufs Trapez gestellt – und zwar bei verschiedensten Beiträgen wie wahrscheinlich auch Alternativen, die laut Günther in Zukunft gar nicht mehr öffentlich gemacht werden sollen: Hier haut sie René Aust, AfD, voll auf die 12 – die Anerkennungsquote bei Asyl liegt bei 0.7% – und sie will ihn dafür öffentlich-rechtlich fertig machen: https://x.com/oida_grantler/status/1796274727264100575 Laut Nachrecherche von René Aust sind es unter 1% der Eingereisten (wobei wir… Mehr