Friedrich Merz wollte die AfD halbieren. Hat er nicht geschafft. Was er geschafft hat: ein absolutes Tabu zu brechen. Merz hat den Holocaust instrumentalisiert, um den politischen Gegner zu delegitimieren. Weil er in der Auseinandersetzung mit ihm jämmerlich versagt hat. Dieser Mann hat die Orientierung verloren.
picture alliance/dpa | Jens Büttner
Friedrich Merz, für den sich ohne seinen Anklatscher Philipp Amthor im Stile eines Duracell-Hasen bei seinem Besuch beim Landesparteitag der CDU in Mecklenburg-Vorpommern wohl kaum eine Hand zum Applaus gerührt hätte, hielt eine belanglose Rede, reihte fast 40 Minuten Phrase an Phrase und wahrscheinlich hätte man diese Rede verflüssigen, abfüllen und als Schlafmittel verkaufen können.
Doch zeigte Merz, wie ungeeignet er als Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland ist, dass er die Geschichte genauso wenig kennt wie die Gegenwart. Er brach mit dem Tabu, dass man den Holocaust als „schlimmstes Unrecht unseres Landes …, das es in der Geschichte jemals gegeben“ hat, nicht dadurch verharmlosen und banalisieren darf, indem man den Holocaust in der tagespolitischen, in der parteipolitischen Auseinandersetzung und im Wahlkampf instrumentalisiert.
Wörtlich sagte Merz nach circa 8 Minuten mit Blick auf die AfD, dass sie „in der Tradition des schlimmsten Unrechts unseres Landes steht, das es in der Geschichte jemals gegeben hat“. Damit kann nur der Holocaust gemeint sein.
Wie immer man zur AfD steht, man kann sie vollkommen ablehnen, aber eines kann man nicht: den Holocaust instrumentalisieren, um den politischen Gegner zu delegitimieren, weil man in der politischen Auseinandersetzung mit ihm jämmerlich versagt, weil einem nur noch dieses Argument zur Verfügung steht.
Wollte Merz die AfD nicht halbieren? Er hat sie verdoppelt. Greift Merz deshalb zum Geschichtsrevisionismus, weil er keine anderen Argumente mehr besitzt?
Was sollte ein Mann, der seine Wahlkampfversprechen gebrochen hat, der inzwischen das Gesicht des Niedergangs ist, der mit seinen Mitbürgern über den Staatsanwalt zu kommunizieren pflegt, auch anderes machen, als nach dem gröbsten, dem schlimmsten Argument zu greifen und dabei ein Tabu, das aus vollem Recht besteht, zu brechen?
Merz bemüht die Geschichte. Schauen wir in die Geschichte. Kronzeuge in seinem Kreuzzug gegen die AfD, für das Anathema, das er gegen die AfD schleudert, ist der Grüne Joschka Fischer. Fischer, der 1969 in Algier an der PLO-Konferenz teilnahm, ist wahrlich der richtige Kronzeuge für Merzens Kreuzzug. Fischer, der Mitglied der linksmilitanten Gruppe Revolutionärer Kampf war und sich an mehreren Straßenschlachten mit der Polizei („Putzgruppe“) beteiligte, in denen Dutzende von Polizisten zum Teil schwer verletzt wurden, taugt wahrlich als Merzens Gewährsmann.
War es nicht Fischers Kumpel Joscha Schmierer, den Fischer im Planungsstab des inzwischen durch und durch grünen Außenministeriums nahm, der auch mit einem Schlächter wie Pol Pot einen Flirt hatte? Nach den Morden an Buback, Ponto und Schleyer äußerte Fischer: „Bei den drei hohen Herren mag mir keine rechte Trauer aufkommen, das sage ich ganz offen für mich.“ Das ist der Mann, den Friedrich Merz zitiert – und den Merz auch nur zitieren kann, weil rotgrüne Medien dem immer noch mit großen Ohren zu Füßen sitzen. Man nennt es Diskursherrschaft.
Aber was soll Friedrich Merz machen? Hinter der Brandmauer hat er für sich und für seine Partei die politische Mitte gefunden, in Wahrheit die Mitte zwischen den Grünen und der SPD. Denn wenn Friedrich Merz inzwischen von der politischen Mitte spricht, meint er eben dies, sich in der Mitte zwischen Roten und Grünen zu befinden. Fischer ist Merzens Gewährsmann, Klingbeil dessen Chef. Merzens CDU in Sachsen-Anhalt würde, um an der Macht zu bleiben, mit den Linken kooperieren, doch die Linke ist rechtsidentisch mit der SED, mit der Partei von Stacheldraht, Stasi und Mauerbau. Kein Problem, auf Mauern stehen sie inzwischen auch in der CDU. Dafür brechen sie jedes Tabu, wie Merz zeigt.
Historische Kontinuitäten der AfD mit der NSDAP existieren nicht. Weil sie nicht existieren, kann sie Merz auch nicht belegen. Doch auf diesem Gebiet mal eben zu behaupten, sollte man tunlichst unterlassen. Es gehört sich nicht. Ein Mann, der in seiner politischen Not den Holocaust politisch instrumentalisiert, kann nur die Orientierung verloren haben.
In Sachsen-Anhalt wollen sie Merz im Wahlkampf nicht sehen, in Mecklenburg-Vorpommern wird er die CDU Prozente kosten, nach dieser Rede ohnehin, da kann Philipp Amthor noch so klatschen, selbst wenn er zehntausend Hände hätte. In der Wahlumfrage vom 13. Mai von Infratest dimap hatte die CDU in Mecklenburg-Vorpommern noch einmal 3 Prozentpunkte verloren und steht nun bei 10 Prozent, die AfD bei 36 Prozent. Vielleicht macht Merzens Besuch die CDU einstellig. Wie sagte er doch: „Wir schaffen das.“



Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Jeder Angestellte mit Personalverantwortung in großen Unternehmen, welche hohe Kompetenz- und Qualitätsstandards an ihre Produkte und ihre Mitarbeiter anlegen (insbesondere im Führungsbereich), durchläuft ein Asessment Center bzw. eine intensive Eignungsprüfung bevor er/sie eingestellt wird. Die Deutschland AG dagegen kann jeder führen, ohne Kompetenz- und Qualitätsnachweis. Wir erleben jetzt schon zum wiederholten mal, dass das Führungspersonal nicht mehr in der Lage ist, den Herausforderungen, die sich im Wesentlichen aus den Fehlentscheidungen der Vorgänger speisen, adäquat zu begegnen; stattdessen werden dieselben Fehler wiederholt, weil man nicht willens und/ oder in der Lage ist wenigstens die wahren Ursachen zu identifizieren und zu benennen,… Mehr
Merz hat die Orientierung nicht „verloren“.
Er hatte nie eine.
Das Fischer-Zitat „Bei den drei hohen Herren…“ findet sich auch in dem weiterhin äußerst lesenswerten und wichtigen Buch (von 2011) „Patentöchter – Im Schatten der RAF – ein Dialog“ von Julia Albrecht und Corinna Ponto. Corinna Ponto, Tochter des von der RAF 1977 ermordeten Bankiers Jürgen Ponto zitiert darin auf Seite 159 aus einer [Zitat] „Ausgabe des Frankfurter Szenemagazins Pflasterstrand von 1978. Dort kann man Äußerungen des später einflussreichen deutschen Politikers Joschka Fischer nachlesen“ dies: „»Bei den drei hohen Herren [Buback, Ponto, Schleyer] mag mir keine rechte Trauer aufkommen«.“
Herr Mai, weshalb echauffieren Sie sich? Kein gebildeter Deutscher nimmt die Marionetten wie Merz (https://www.youtube.com/watch?v=3zuO_Ed__KA) des Besatzerkonstruktes BRD (https://www.youtube.com/watch?v=hIu80oSC728 ab Minute 3:25) ernst, das ebenso gilt, wenn sie den Mythos „Holocaust“ mit der Intention in den Mund nehmen, uns Deutsche hiermit weiterhin zu unterjochen, das allerdings peinlich ist, da inzwischen bekannt sein dürfte, dass unsere Geschichte, vor allem 1933 – 1945, seitens der sogenannten „Alliierten“ zur Unterdrückung unseres Volkes verfälscht wurde (siehe Gerard Menuhins Buch „Wahrheit sagen, Teufel jagen“ https://archive.org/details/menuhin-gerard-wahrheit-sagen-teufel-jagen — und Benjamin Freedmans Vortrag gloria.tv/post/r2ShgCumrTUC1SCT1jucfFnve#2100)!
Diesem Mann muss unbedingt eine Jacke angezogen werden, die man hinten schließt
Merz, ein Kanzler, der sich das Amt erkauft hat und sich dabei zur Lame Duck gemacht hat.
Das eine einzige Mal in der die Frau recht hatte, dieser Typ ist gänzlich ungeeignet und dazu noch extrem unsympathisch.
Ich habe den verschärften Eindruck, das sich seit https://www.youtube.com/watch?v=HlJREive7SY&list=PLVbKYLGZgn8Gdo1oPCEYsEAsTIzJl-zWx
in Deutschland nix mehr entwickelt hat.
Sollte ich rückwärts denken?
Das kam wahrscheinlich von seinen PR-Beratern. Die setzen wohl in ihrer Not darauf, den über Jahrzehnte am tiefsten verankerten psychologischen Steuerungsmechanismus der Deutschen zu reissen, den Pawlow’schen-Hund-Reflex. Da, so die Hoffnung, schalten alle vor Entsetzen das Hirn aus und machen „sitz“. Blöd nur, dass inzwischen erkannt wurde, dass dieses Thema nicht allein aus ehrlicher Betroffenheit besprochen wird, sondern über die Zeit zunehmend das emotionales Druck-Instrument zur Beförderung diverser Interessen geworden ist. War es nicht Herr Merz, der als erster Kanzler Frau Merkels Zusage „Israels Sicherheit ist deutsche Staatsräson“ relativierte, und kommentierte, der aktuelle Nahostkrieg sei „nicht unser Krieg“? Also wie… Mehr
Bemitleidenswert, weil selbstentwürdigend. Hat er keine Freunde?
Ich kenne solche Leute. Deren Entourage ist mindestens aus gleichem Holz geschnitzt. Vielleicht nennt man die deshalb auch Holzkopf, oder Neudeutsch Vollpfosten.
Ich sehe in diesem Menschen eine krankhafte Geltungssucht, deren Ursache vermutlich in der Kindheit zu finden ist. Eine tragische Gestalt, die Potential hat, in der Geschichte verewigt zu werden.
Nur gekaufte