Carsten Linnemann erklärte 2025, ausgerechnet im Gesundheitsministerium wäre er wohl erfolglos. „Die Leute hätten gesagt ›warum wird der Gesundheitsminister? Was hat der damit zu tun?" Merz macht ihn in der Regierungsumbildung trotzdem zum Chef des Krisenressorts – eine Personalentscheidung, die gleich für den nächsten Spott sorgt.
IMAGO
Ein heißer Tipp fürs trantütige ZDF. Wenn das ZDF Quote haben und die Leute mit Satire und Kabarett unterhalten möchte, dann sollte sie den DDR-Staatsbürgerkunde unter dem Titel „Die Anstalt“ aus dem Programm nehmen und der Rosa-Luxemburg-Stiftung schenken und stattdessen die Live-Comedy unter dem Titel: „Das Kabinett“ ins Programm nehmen mit Friedrich Merz statt Max Uthoff und Lars Klingbeil statt Claus von Wagner. Der kluge Roda Roda hatte es schon vor mehr als hundert Jahren erkannt: „In manchen Ländern sind Satiriker überflüssig; die Regierung macht sich selbst lächerlich.“ So lustig wie Merz und Co. jetzt schon sind, können Uthoff und Co. niemals werden.
Friedrich Merz will eine Regierungsumbildung ohne, dass die Regierung umgebildet wird, von Bildung müssen wir ohnehin nicht reden. Seine allerlustigste Idee ist die, Carsten Linnemann zum Gesundheitsminister zu machen, sicher, weil Linnemann 2025 seine Weigerung, ein Ministeramt zu übernehmen, verständlich so begründete: „Wenn Sie mich jetzt aufgestellt hätten als Gesundheitsminister, dann wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen. Die Leute hätten gesagt: ‚Warum wird der Gesundheitsminister? Was hat der damit zu tun?‘ Deswegen: Schuster, bleib bei deinen Leisten. Mach das, was du kannst.“
Man kann Friedrich Merz nur zustimmen, wenn er über Carsten Linnemann sagt: „Er weiß also, wovon er spricht“, nämlich, dass gar nichts in der Wirklichkeit dafür spricht, dass Carsten Linnemann Gesundheitsminister wird, wo er doch selbst sagt, dass er darin „wahrscheinlich nicht erfolgreich“ wäre oder eben sein wird. In die Realität spricht also nichts dafür, dass Carsten Linnemann Gesundheitsminister wird, in der Comedy, in der Satire, im Kabarett hingegen alles, im ZDF-Format „Das Kabinett“ birgt genau das für den Erfolg, das Knirschen zwischen Anspruch und Wirklichkeit, die Kraft der Parodie.
Die Antwort ist einfach, doppelt einfach. Erstens ist es nach der Juristin Warken, die, wie man hört, das eisern ausführt, was ihr gesagt wird, ohne mit eigenen Ideen aufzufallen oder mit Einfällen zu stören, und nach ihrer Gesundheitsreform ohnehin nichts mehr zu verderben. Carsten Linnemann kann also nichts mehr verderben. Und zweitens dürfte auch er jetzt erkannt haben, dass dieses Kabinett ein Kabinettstückchen ist, denn angefangen vom Bundeskanzler über den Finanzminister macht in diesem Kabinett jeder das, was er am wenigsten kann. Das reizt das Zwerchfell, treibt die Tränen in die Augen vor Lachen, weil man nicht weinen möchte. Darin besteht wie in jeder guten Parodie der Spaß für den Zuschauer, in der Diskrepanz zwischen Anspruch und Können, zwischen Anforderung und Angabe, zwischen Pose und Politik. Linnemann dürfte erkannt haben, dass angefangen vom Bundeskanzler bis zu allen Ministern die Bürger fragen: „Was hat der damit zu tun?‘“ Und Bundekanzler und Minister die geradezu tollkühne Selbstvergessenheit aufbringen, zu tun, was sie nicht können und schon gar nicht, bei ihren Leisten zu bleiben. Nach Warken und mit Blick auf das Kabinett dürfte Carsten Linnemann die Tischtenniskelle aus der Hand gelegt und gesagt haben: „Einfach mal machen.“
Doch ein Star macht noch keine gute Comedy, da müssen alle mit anpacken. Die neue Kanzleramtsministerin Nina Warken sucht nach der To-do-Liste, die sie für Friedrich Merz Punkt für Punkt abzuarbeiten hat und der Verkehrsminister Patrick Schnieder weiß nicht, ob er noch im Amt ist oder nicht und wann die nächste Bahn nach nirgendwo fährt. Er weiß nur, dass sie zu spät kommt und nicht pünktlich sein wird. Lustiger wird es heute nicht mehr. Doch morgen läuft die neue Folge „Das Kabinett“, die wieder unser Zwerchfell strapazieren wird.
Liebes ZDF: „Einfach mal machen.“




Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Rochade der Versager und Abzocker!
Ach ja, unser Regierungskabinett: Auch wenn man seine Flaschen umsortiert, es bleiben doch Flaschen.
Muss bei Linnemann (wie uebrigens auch bei Amthor) immer an die „Feuerzangenbowle“ mit Heinz Ruehmann denken.
Guter Vergleich. Aber bei einer Feuerzangenbowle hat man Spaß, kann befreiend lachen und mit ner Tablette den Kater problemlos überstehen. Alle diese positiven Momente kann ich seit Merkel leider nicht bemerken. Es gibt kein Lachen mehr, keinen Spaß und eigentlich nur einen schlimmen Kater ohne Tabletten dafür aber Messermänner und Vergewaltiger. Hier könnte jeder noch seitenlang die Folgen dieser Irren und Ideologen und Nichtskönner anfügen. Dies ist ja schon seit Jahrzehnten bekannt.
Der Linnemann sieht aus wie einer, dem gerade ein Tumor wächst.
Der Genosse hat keine Ausbildung, keinen Beruf und keinerlei Erfahrung.
Solche können es nicht. Aber der dürre BlackRock Mann nimmt ihn trotzdem.
Ahnungslosigkeit scheint mittlerweile Einstellungsvoraussetzung zu sein: wer keine Ahnung hat, der widerspricht auch nicht!
Tja es gibt Situationen da ist die Wahlmöglichkeit bei Null. Trotzdem Verweigert das Wahlvolk die einige reelle Alternative. Und das nur weil sie blau und nicht rot ist.
Harry Potter als Gesundheitsminister, Humor haben sie ja, die Unionsclowns. Der Kleine muss jetzt aber schnell laufen lernen, sonst landet er unvermittelt auf seinem Hosenboden. Im Berliner Deppen-Zoo geht es ja mächtig rund in letzter Zeit. Aber das Laufen im Kreis sind unsere politischen Insolvenzverwalter ja gewöhnt.
Alle Achtung. Parteimitglieder der Union verleihen sich schon selbst das Prädikat „nicht erfolgreich“ übernehmen aber trotzdem brav das vom Kanzler diktierte Amt.
Jemand der vor einem Jahr sagte „ich habe keine Ahnung und keine Lust“ wird jetzt Gesundheitsminister….was soll schon schiefgehen? 🤡
Auf jeden Fall kann dieser Ahnungslose ohne Lust jetzt hemmungslos loslegen. Er hat ja nachdrücklich und öffentlich vor sich gewarnt. Schuld kann man ihm nicht geben. Jetzt ist er halt da – und macht was er will oder soll oder auch sonst was. Kennen wir doch von Merkel.
Um dem Machterhalt willen muss/wird (!!) er dieKröte wohl schlucken.
„Vorschläge von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken und CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann infrage, wonach der Bund die Kosten der Gesundheitsversorgung der Bürgergeldempfänger übernehmen solle.“ https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-02/nina-warken-dagmar-schmidt-carsten-linnemann-gesetzliche-krankenversicherung-finanzierung-gxe
Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Dagmar Schmidt ist dagegen.
Die Expertenkommission Gesundheit schluug dies ebenfalls vor. Lars Klingbeil, SPD, „Der Vorschlag der Expertenkommission zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherungen sei daher keine echte Entlastung, sondern eine »Milchmädchenrechnung«. “ https://www.spiegel.de/wirtschaft/lars-klingbeil-will-kassenbeitraege-fuer-buergergeldempfaenger-nicht-von-steuern-bezahlen-a-a18bfe65-9bb9-44a6-9378-76a08cb24c17
oder auch: für die SPD werden nur dann Vorschläge von Experten akzeptiert, wenn diese einen tiefen Griffin die Taschen der Beitragszahler zu den gesetzlichen Sozialkassen bedeuten