Wolfgang Herles' neuer Roman ist das Porträt der Boomer - jener Generation der starken Nachkriegsjahrgänge, die heute für so vieles schuldig gesprochen werden.
Eine nicht mehr ganz junge Frau lädt vier verflossene Liebhaber zu einem Segeltörn durch die Ägäis ein. Klingt nach einem modernen Krimi von Agatha Christie, ist aber von Wolfgang Herles.
Es ist auch eine ziemlich bescheuerte Idee, man ahnt: Das geht nicht gut aus. Es ist eine typische Boomer-Idee, die Schnappsidee der Generation der starken Nachkriegs-Geburtenjahrgänge. Am Anfang war das materielle Leben der Boomer ja noch etwas knapp; aber es wurde sehr schnell materiell besser ausgepolstert. Der Eintritt in das Berufsleben war gar nicht so einfach, wie man sich das heute vorstellt. zu viele standen draußen vor der Tür. Aber wer es schaffte, und irgendwie waren das fast alle, konnte sich noch den Lebenstraum erfüllen: Wunschberuf, Eigenheim, Pension, Rente, Alterseinkommen.
Und es war die Zeit der großen Libertinage, der 68er, der Aufmüpfigen, der Weltverbesserer. Aber man kommt halt langsam in die Jahre. Die Unruhe der Jugend reaktiviert sich zu einem letzten Aufbäumen im Alter. Man hat was, aber man ist niemand mehr. Ein aus dem Parlament geflogener Liberaler, ein Pilot im Ruhestand ohne Uniform und Kapitäns-Mütze, andere ohne klare Herkunft, aber durchaus wohlversorgt.
So entsteht ein Generationenkonflikt. Die Boomer erfahren eine Ablehnung, wie sie ihrerseits zu häufig die eigene Elterngeneration abgelehnt haben. Ihre Freizügigkeit steht mittlerweile auf eher wackligen Beinen; rein biologisch betrachtet, nicht im Kopf. Da ist man immer noch bei Sex, Drugs und Rock’n’Roll. Es fehlt nur noch der Boomer-Roman; denn es gibt ja ja reihenweise Werke über die „Generation Golf“ und die „Generation Z“; seltsam, die Nachgeborenen sind schon längst literarisch schubladisiert, die Golf-Fahrer aber noch nicht.
Der langjährige TE-Autor und frühere ZDF-Boomer Wolfgang Herles hat jetzt diesen Sommer-Krimi unter seinem Namen vorgelegt; bei früheren fiktionalen Werken nutzte er noch ein Pseudonym. Literatur und Journalist, das sind zwei Rollen, die nicht zusammenpassen: In der Literatur werden Fakten und Fiktionen zu einem stimmigen Bild verknüpft; im Journalismus? Auch. Aber erst, seit die Boomer abtreten. Früher, damals, in den Zeiten des kritischen Journalismus, wollte man noch trennen; wer erfindet ist Romancier, der Journalist reportiert.
Aber das waren halt andere Zeiten. Herles überschreitet jetzt die von seiner Generation noch sorgsam behütete Grenze.
Irgendwie ist man auf schwankendem Boot nicht mehr so ganz trittsicher, aber tapfer bleibt der Blick nach vorne gerichtet in die ewige Longevity mittels Nahrungsergänzungsmittel und zeitgeistgemäßer Yoga-Übungen. Und auch wenn der eine oder andere über Bord geht, so paart es sich doch neu oder wieder – oder aber die Frau bleibt dem Versorger treu.
Freiheit gedeiht am besten auf gedüngtem Boden. Und ja: Der war ertragreich in den 70er- und 80er-Jahren, auch noch in den 90ern. Das waren die glorreichen 30 Jahre der Boomer, „Les Trente Glorieuses“ nennen es die Franzosen. Von da an ging es bergab mit Wachstum wie Karriere; es folgte Frühverrentung und Beschimpfung durch die nachfolgende Generation. Die Welt schmilzt zusammen auf ein stattliches Segelboot; aber deutlich unterhalb dessen, was man Yacht nennen würde.
Es ist der Krimi einer Generation, die heftig diskutiert und reflektiert. Die Glücklicheren halten fest am Lebensmodell des „Anything Goes“, die weniger Glücklichen gehen über Bord und im Hafen liegt das Versorgungsschiff schon bereit für die Initiatorin der wahnwitzigen Unternehmung – mit schlimmen Folgen. Aber nicht für sie. Folgen, die übrigens verdrängt werden. Moral ist, was sich in dieser Generation am leichtesten hat biegen lassen zum eigenen Nutzen und Frommen.
So ist ein leichtfüssiger Sommerroman entstanden, der zur Lektüre verlockt – am Pool, oder wenn auf dem Segelboot oder der Yacht gerade Flaute herrscht und Ruhe zum Lesen.
Wolfgang Herles. Poseidons Zorn. Roman. LMV, Hardcover, 280 Seiten, 24,00 €.




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„Poseidons Zorn“ ist ein … sagen wir mal „interessanter“ Titel.
Ich weiß nicht, ob dem Autor das bewusst ist, aber „Poseidon“ ist der Name des russischen, atomar angetriebenen (!) Groß-Torpedos, der einen 50 Megatonnen-Sprengkopf (ca. 4000 x Hiroshima!!) ans Ziel bringen kann und dabei einen enormen Tsunami auslöst, der sein Zielgebiet komplett vernichtet und atomar verstrahlt. Das Ding bringt die Hölle über das Zielgebiet, zumal der Torpedo nahezu unbegrenzte Zeit unter Wasser operieren kann.
https://militarywatchmagazine.com/article/russian-launches-nuclear-mothership-poseidon
Zu den Babyboomern zählen in Deutschland im engeren Sinne Personen der Jahrgänge 1957-1968 und etwas weiter gefasst Personen der Jahrgänge 1955-1969.
Zu Vorwürfen an vorherige Jahrgänge gibt der Liedtext von The Living Years von Mike and the Mechanics eine Auskunft:
Every generation
Blames the one before
And all of their frustrations
Come beating on your door
Diese Zuordnung der „Boomer“ zu den Jahrgängen stimmt! Aber ob Herr Herles und Herr Tichy das auch so sehen? Beide halten sich mit konkreten Angaben ja sehr zurück – umso leichter fallen natürlich irgendwelche pauschalen Beschuldigungen.
Wie wärs mal mit der Beachtung von Grundregeln?
„Werbung in den Medien muss stets klar als solche erkennbar und vom redaktionellen Inhalt getrennt sein. Zu den wichtigsten Vorgaben gehören die deutliche Kennzeichnung durch Begriffe wie „Werbung“ oder „Anzeige“.“
Das Zeichen erinnert mich an die Entität #404, wo meine Steuern verschwinden. Ich wünschte, dieses Schwarze Loch verschwindet.
„Die Boomer erfahren eine Ablehnung, wie sie ihrerseits zu häufig die eigene Elterngeneration abgelehnt haben.“
jede Generation nabelt sich irgendwie von der Elterngeneration ab. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir Boomer einst unseren Eltern und Großeltern so sehr die „Butter auf dem Brot“ neideten. Ich wünsche den heutigen Generationen ein wirklich langes Leben. Sie lehren heute ihren Kindern, was ihnen einmal um die Ohren fliegen wird: Neid.
Bei dem, was unweigerlich kommt, werden die Lebenden die Toten beneiden.
Ist doch auch nur so ein Mediending. So wie die Deutschen die sich wegen der Nazi Zeit schuldig gefühlt haben, oder Komplexe hatten oder so. Völliger Blödsinn der nur in den Umerziehungs-Propagandamedien stattfand, die BRD Deutschen wussten dass sie die Besten sind und hatten keinerlei Schuldgefühle. Das Boomer Thema ist erstens ein US Import und zweitens zu 100% von oben diktiert. Teile & herrsche, und lasse die dummen Jungen die Generation ihrer Eltern und Großeltern hassen, obwohl die nur gearbeitet und ein Haus gekauft haben. Für die exorbitante Assetinflation haben die jüdischen Bänker und ihre Handlanger gesorgt, die sich selber… Mehr
Sage, oh Muse, den Zorn des Achill … .
Die Unschuldigen Schuldverteiler, der hohe Rat über die Schulden und ihre Schuldzinsen. Es braucht kein Geld sein, es wird aber immer zu Geld!
Der gute Ruf einer Frau basiert auf dem Schweigen mehrerer Männer (Maurice Chevalier). Das, was Sie, Herr Tichy, hier rezensieren, ist doch alles arg klischee-behaftet. Die Bürger haben ihr Schicksal selbst zu verantworten. Und keine Jugend wuchs verweichlichter auf, als die letzten beiden Generationen. Daher auch das Gejammer, wenn es an die Maloche geht. Wer meint, eine irre Staatsquote an Grün-Roten Schmarotzern finanzieren zu müssen, hat es nicht besser verdient. Und die Phantasie des Herrn Herles bleibt doch recht fragwürdig. Früher, zu Herles‘ Zeiten beim ÖRR, hatte wohl jeder was mit jeder. Was soll man sonst tun, wenn man den… Mehr
Wir Boomer waren in folgenden Jahren Exportweltmeister:
1986
1987
1988
1990
2003
2004
2005
2006
2007
2008
Das ging nicht mit 4-Tage-Woche, homeoffice und work-life-balance…..
Export-Import-balance ist weit besser. Aber gucken Sie mal: China und die USA sind die größten Handelspartner Deutschlands. Das Handelsvolumen mit China lag 2025 bei knapp 252 Mrd. € (wichtigstes Lieferland), während der Handel mit den USA rund 241 Mrd. € (wichtigster Absatzmarkt für Exporte) umfasste. Wichtige europäische Partner sind die Niederlande und Frankreich. [1, 2, 3, 4]. Näheres hier: https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/globalisierung/52845/deutschland-handelspartner/
Was wir in den USA verdienen, schaufeln wir eben fast gänzlich sofort weiter nach China. Na und?
Heißt „rechts“ nicht, Fakten zur Kenntnis nehmen? MachenSe mal, auf geht’s.