Destruktive und autoritäre Politik im Namen der Menschenrechte

Die Menschenrechte lassen sich skrupellos instrumentalisieren für lukrative Geschäfte, die unter der Maske der hehren Moral daherkommen und denen man darum auf keinen Fall widersprechen darf. Mit „Menschenrechten“ kann man heute als „Menschenliebhaber“ alles machen.

In der „Allgemeinem Erklärung der Menschenrechte“ der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948 wird jedem Menschen auf dieser Erde zugesichert: Jeder Mensch hat das Recht

  • auf Leben (Artikel 3)
  • „auf soziale Sicherheit und Anspruch darauf (…) in den Genuss der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte zu gelangen, die für seine Würde und die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit unentbehrlich sind“ (Artikel 22)
  • auf Arbeit (Artikel 23) und „regelmäßigen bezahlten Urlaub“ (Artikel 24)
  • „auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung“ (Artikel 25)
  • auf unentgeltliche Bildung (Artikel 26)
  • „auf eine soziale und internationale Ordnung, in der die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten voll verwirklicht werden können“ (Artikel 28).

Der Soziologieprofessor Heinz Bude, der die deutsche Coronapolitik als Regierungsberater mitverursacht hat, ergänzt in diesem Sinne: „Heute gehört zu den sozialen Wohlfahrtsrechten auch das Recht auf Gesundheit.“

Über das Recht auf Gesundheit kann man das Recht auf Dekarbonisierung einfordern, sofern man das Grunddogma des Klimawandels durch menschengemachtes CO2 teilt und sofern man das weitere Grunddogma teilt, dass dieser menschenverursachte Klimawandel für Menschen zerstörerisch und damit gesundheitsschädlich sei. Damit ist jeder menschenverachtend und menschenrechtsverletzend, der sich gegen nationale klimapolitische Maßnahmen äußert.

Bei diesem Umgang mit den Menschenrechten kommen die tückischen Probleme zu kurz, die diese Menschenrechtspolitik im Namen höchster Moral mit sich bringt: Rechtlich nebulöse Gummibegriffe (zum Beispiel Anspruch auf „freie Entwicklung seiner Persönlichkeit“) und unerreichbar hohe utopische Ziele („Gesundheit“ ohne Altersangabe) sind ideologieanfällig und damit Dünger für autoritäre Instrumentalisierungen.

Große Lobbyverbände kapern die Menschenrechte, um ihre eigenen Interessen durchzubringen. Das „Recht auf Gesundheit“ ist die Gelegenheit für alle Pharmakonzerne, Gesundheits- und Nachhaltigkeitsindustrien. Das „Recht auf soziale Sicherheit“ wird zum Einfallstor für die Interessen der Rüstungsindustrie. Das „Recht auf die freie Entwicklung der Persönlichkeit“ ist ein Turbo für die Flüchtlingsindustrie.

Die Menschenrechte lassen sich skrupellos instrumentalisieren für lukrative Geschäfte, die unter der Maske der hehren Moral daherkommen und denen man darum auf keinen Fall widersprechen darf. Mithilfe der Menschenrechte wird weltweit ein sehr hohes Anspruchsdenken gefördert, das vernachlässigt, dass die Erfüllung der Ansprüche von irgendjemandem hart erarbeitet werden muss.

Gerichte und Nichtregierungsorganisationen gestehen allen Einwohnern des Planeten Ansprüche zu, die sie im Namen der Menschenrechte von anderen einfordern können. Es wird zu einer Machtfrage, wer konkret diese anderen sind, die diese Ansprüche zu erfüllen haben. Es werden wohl diejenigen sein, die sich am leichtesten von moralischen Forderungen und dem Druck der Menschenrechtsindustrien erpressen lassen. Vor dem Europäischen Gerichtshof haben im April 2024 die klagenden Klimaseniorinnen Recht bekommen, dass die Schweiz durch mangelnden Klimaschutz die Gesundheit älterer Frauen besonders gefährde. Dieses Urteil dürfte peruanischen Bauern Mut machen, RWE oder VW mit Klima-Schadenersatz-Forderungen zu überschütten.

Sozialistische Politikrichtungen können mithilfe der Menschenrechte ihre Programmatik durchsetzen: Die „Opfer“ haben ein Recht darauf, von den „Tätern“ entschädigt zu werden. Damit kommen gigantische Umverteilungsbewegungen in Gang, denen sich wohl die Superreichen leichter entziehen können als der Mittelstand.

Die Menschenrechte rechtfertigen die weltweiten Migrationsbewegungen; jeder hat den gleichen Anspruch auf ein Leben in Wohlstand. Menschen oder Länder, die sich gegen die Völkerwanderung ins eigene Land wehren, kommen automatisch in den Geruch, unmoralisch und menschenverachtend zu sein. Bei der Flüchtlingskrise werden Menschenrechte instrumentalisiert, um eine One-World-Romantik politisch durchzudrücken.

Mit „Menschenrechten“ kann man heute als „Menschenliebhaber“ alles machen:

  • Kriege führen
  • Lock-Downs verhängen
  • 7 Milliarden Menschen zwangsimpfen
  • Industriegebiete zerstören
  • Grenzen niederreißen
  • Menschen enteignen
  • die Meinungsfreiheit von „Menschenrechtsverächtern“ einschränken.

Die Menschenrechte werden zur Waffe von Globalisten und Gutmenschen, um ihre mehr oder weniger destruktive Politik mit moralischem Druck durchzupeitschen. Es ist daher unabdingbar, die Menschenrechte neu zu bedenken, damit sie nicht länger als hochmoralische Legitimationsgrundlage für eine zerstörerische Politik missbraucht werden können.

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Kommentare ( 20 )

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Andreas Meier
1 Monat her

Jedes Recht wird zur Pflicht für den Mitmenschen. Das Recht auf Gesundheit wird zur Pflicht, die teuersten KV-Beiträge zu haben. Und der Tod ist die größte Abwesenheit von Gesundheit: Der Mensch will den Anspruch auf ewiges (irdisches) Leben. Die Abwesenheit von Klimaänderungen ist jetzt Menschenrecht, und dieser religiöse Regentanz wird die Mitmenschen aufs Existenzminimum führen – dank unendlicher Steuerbelastung. Ein Staat ohne Selbstverantwortung der Bürger ist ein namenloser Ameisenhaufen; Karl Marx hat diesen als Sinnbild seiner Ideologie benutzt. Jedoch Gott möchte den individuellen Mensch als freies, liebendes Gegenüber.

Mausi
1 Monat her

Tja, in D bedeutet Menschenrechte: Tanssexuelle einschließlich Minderjähriger und zwar diejenigen, die sich durch Bürokratie diskriminiert fühlen, haben Anspruch auf Erleichterung durch – schon vergessen, wie dieses wunderbare Gesetz über Geschlechtsumwandlung auf dem Papier heißt. Alte Menschen haben kein Recht, sich ohne großen Zeitaufwand über die finanziellen Möglichkeiten von Pflege etc zu informieren. Sie haben kein Recht darauf, keine Einkommensteuererklärung abzugeben mit technischen Hilfsmitteln, die sie irgendwann allein nicht mehr am Laufen halten können. Sie haben auch kein Recht, einfach und legal eine selbständige „24 Std.“ Kraft einzustellen oder auf ein ausländisches EU-Unternehmen zurückzugreifen, der solche Mitarbeiter zur Verfügung stellt.… Mehr

verblichene Rose
1 Monat her

Das Problem, lieber Herr Zorn ist, dass u.a. die Zehn Gebote eigentlich ausreichend beschreiben, wie sich „Menschen“ zu verhalten hätten, wenn sie es denn nicht ständig besser wissen wollten! Mit „u.a.“ meine ich übrigens, dass man nicht sehr gläubig sein muss, um trotzdem seinen Verstand zu nutzen. Nun, ich habe vor 54 Jahren das „kleine Einmaleins“ gelernt. Nicht ganz zufällig handelt es von den Zahlen 1-10. Später dann ging es um das „grosse Einmaleins“. Einiges habe ich dann begriffen, aber seit der allgemeinen Einführung von Algorithmen muss ich hier und da leider passen. Nicht, weil ich vielleicht zu dumm wäre,… Mehr

Juergen P. Schneider
1 Monat her

Diese allgemeinen Menschenrechte sind zunächst einmal nur Postulate. Als Mensch an sich hat man so viele Rechte wie ein Gürteltier. Als Bürger eines freiheitlich-demokratischen Rechtstaates kann man die einem zuerkannten Bürgerrechte unter Umständen sogar einklagen, wenn man genug Geld hat. Wenn man Pech hat, lebt man in einem Staat, in dem die Regierung die vorgeblich jedem zustehenden Bürgerrechte über Nacht außer Kraft setzt, angeblich um die Bürger vor einer respiratorischen Atemwegserkrankung zu „schützen“, die 99% der Bürgerschaft gar nicht gefährlich werden kann. Die Grundrechte in Deutschland stehen zunächst einmal nur auf dem Papier. Was sie wirklich wert sind, haben wir… Mehr

flo
1 Monat her

„Die Menschenrechte werden zur Waffe von Globalisten und Gutmenschen, um ihre mehr oder weniger destruktive Politik mit moralischem Druck durchzupeitschen.“ Ja, damit kann man fast jede Politik begründen. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte hat m. E. aber auch einen entscheidenden Mangel: Es wird nicht klar gesagt, w e r die Rechte sichern muss, dass Menschenrechte wohl zuvorderst von dem Land zu gewähren sind, in dem der Betroffene geboren ist und überwiegend lebt. So könnte man denken, die Rechte jedes einzelnen konkreten Menschen (Recht auf Arbeit, freie Berufswahl, Recht auf einen Lebensstandard, der Gesundheit und Wohl für sich selbst und die… Mehr

Rueckbaulogistik
1 Monat her

Welche „Herren“ haben sich diese Menschenrechte eigentlich ausgedacht? Wir haben ja inzwischen schon einen Tierarzt als Präsident des RKI erhalten, das sich um den Gesundheitszustand von Menschen kümmern soll. Das sagt schon viel über das Menschenbild aus. Also wenn ich statt „Mensch“ mal „Kuh“ einsetze: Artikel 3: Jede Kuh hat ein Recht auf Leben. Artikel 22: Jede Kuh hat das Recht auf einen artgerechten Stall und Anspruch darauf, in den Genuss von Melkanlage, Strohunterlage und Hintergrundmusik zu gelangen, die für ihre Würde und die freie Entwicklung ihrer Leistungsfähigkeit unentbehrlich sind. Artikel 24: Jede Kuh hat ein Recht auf Milchproduktion und… Mehr

Last edited 1 Monat her by Rueckbaulogistik
Waldorf
1 Monat her

Dass da nicht schon Jesus drauf gekommen ist… Was hätten sich Kirchen Jahrhunderte Predigten sparen können, wenn sie einfach „den Menschen“ erklärt hätten, dass jeder Mensch auf Erden das göttliche Recht besitzt, von seiner oder anderen Regierung zu verlangen, dass es ihm gut zu gehen habe, körperlich, geistig, und überhaupt. Was auch immer ihn besorgen könnte, hat die oder eine Regierung zu beseitigen, klären oder lösen – fertig, Punkt, basta! Morgens aufstehen, in sich reinfühlen und dann nach Verfassung Forderungen stellen, klingt ziemlich supi! Wie dumm müssen Menschen in armen Ländern sein, nicht auf dieses eigentlich simple Prinzip zu kommen… Mehr

Peisistratos
1 Monat her

Sie haben noch einiges vergessen, was da so an ‚Rechten‘ erfunden wird: das ‚Recht‘ auf Abtreibung, das ‚Recht‘, Kinder zu kaufen und diese von ‚Leihmüttern‘ unter enormer Gesundheitsgefährdung austragen zu lassen, das ‚Recht‘ auf den angeblich selbstbestimmten Selbstmord, das ‚Recht‘, anderen die eigenen Lebenslügen bzgl. des Geschlechts aufzuzwingen, und noch vieles mehr.

Last edited 1 Monat her by Peisistratos
Waehler 21
1 Monat her
Antworten an  Peisistratos

Es geht nicht nur um Recht! Das sind moralische Standpunkte. Sollte die Welt wegen der Überbevölkerung Probleme bekommen, wird von diesen Rechten NICHTS übrig bleiben.

Peisistratos
1 Monat her
Antworten an  Waehler 21

Es geht sehr wohl um justiziable Rechte, nicht nur um Moral. Die Franzosen schreiben das Recht auf Abtreibung in ihre Verfassung, das BVerfG hat ein Recht auf Selbstmord erfunden, und das Selbstbestimmungsgesetz zwingt uns zur Lüge.
Und was Probleme mit Überbevölkerung — die es nach neueren Studien wohl gar nicht geben wird — mit diesen Pseudo-Rechten zu tun haben sollen, erschließt sich mir beim besten Willen nicht.

Last edited 1 Monat her by Peisistratos
Waehler 21
1 Monat her
Antworten an  Peisistratos

Traue keiner Studie die du nicht selbst gefälscht hast. Durchschnittliche Kinderzahl pro Familie im arabischen Raum 7! In Worten sieben Kinder.
Die Annahme das die Geburtenzahl sinkt kommt von der Ihme.
Die anderen haben das nur verbreitet. Staaten ohne gesellschaftlichen Generationenvertrag, sind auf einen Kindersegen angewiesen um im Alter nicht zu verhungern.

Peisistratos
1 Monat her
Antworten an  Waehler 21

Sie schreiben: „Sollte die Welt wegen der Überbevölkerung Probleme bekommen, wird von diesen Rechten NICHTS übrig bleiben.“ Nochmal: wo ist der argumentative Zusammenhang mit dem Artikel und meinem Kommentar? Völlig unlogisch, was Sie sagen. Und das „Trau keiner Studie…“ — das ist doch eine leere Floskel.

Last edited 1 Monat her by Peisistratos
Waehler 21
1 Monat her
Antworten an  Peisistratos

Probleme haben die unangenehme Eigenschaft aus mehren Facetten zu bestehen. Genau wie Sie dem Ausgangsartikel etwas hinzufügen wollten habe ich ihrem Kommentar ein mögliche Sichtweise hinzugefügt bzw. eine Konsequenz weitergedacht.
Zu der Floskel. Schauen sie sich die Studien an, die von der Corona-impf- industrie veröffentlicht wurden.

Gabriele Kremmel
1 Monat her

Mit dem verbrieften Menschenrecht auf Gesundheit kann jeder Pollenallergiker die Entfernung aller betreffenden Bäume und Gräser verlangen.
Jeder Duftstoffallergiker kann das sofortige Verbot von Parfüms, bedufteten Reinigungs- und Pflegemittel, Waschmittel, Weichspüler, Wäscheparfüm und jedweglichen anderen Produkten verlangen.
Kiffen müsste wieder verboten werden.
Rauchen auch.
Das Verbreiten alarmistischer Falschbehauptung zur Einschüchterung der Bevölkerung, wie etwa drohende Klimakatastrophen, Pandemien oder sonstige Drohkulissen müsste untersagt werden.
Arbeit, die über das verträgliche Work-Life-Balance hinausgeht, müsste verboten werden, denn Stress macht nachweislich krank.
Die Liste ließe sich unendlich fortsetzen.

LiKoDe
1 Monat her

Die „Allgemeinem Erklärung der Menschenrechte“ durch Globalisten und Gutmenschen war, ist und bleibt eine Waffe in Händen von Globalisten und Gutmenschen.

Denn alle Bürgerrechte mussten und müssen erkämpft und verteidigt werden. Es gab und gibt keine ‚Menschenrechte‘. Deutlich wurde das u. a. durch die „Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam“.

Wir müssen uns also auf unsere Bürgerrechte besinnen, andere haben wir nicht.