Akademisierung provoziert gigantischen Fachkräftemangel

Die Steigerung der Studierberechtigten in 40 Jahren von 6 auf über 40 Prozent hat die deutsche Wirtschaft nicht um's Siebenfache verbessert. NGOs und Sozialindustrie können gar nicht so viele Sozialwissenschaftler beschäftigen wie von den Hochschulen produziert.

© Tiziana Fabi/AFP/Getty Images

Wenn es nach gewissen Leuten geht, dann muss Deutschland bald die Schallmauer der 100-prozentigen Akademikerquote durchstoßen. 120 Prozent, das wäre doch was! Aber Polemik beiseite: Es vergeht kein Monat, in dem nicht unisono OECD, Bertelsmann Stiftung, „Bildungsforscher“, sozialpopulistische Parteien (wer gehört eigentlich nicht dazu?) und andere hinausposaunen, wir bräuchten noch mehr Abiturienten, noch mehr Studenten und noch mehr Akademiker. Nun hat in dieses Horn auch eine staatliche Stelle getrötet. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) – das wissenschaftliche Institut der Bundesagentur für Arbeit – verkündete soeben, dass es keine Anzeichen für eine Überakademisierung gebe.

Wie bitte? Reicht es nicht, dass wir im Jahr 1996 noch 267.000 Studienanfänger hatten und es zwanzig Jahre später, im Jahr 2016, 506.000, also fast doppelt so viele, waren? Ist es noch „normal“, dass wir seit 2014 mehr Studienanfänger haben als junge Leute, die eine berufliche Bildung anfangen? Ist es „normal“, dass wir in Deutschland 330 Berufsbildungsordnungen und 17.000 Studienordnungen haben? Ist der Mangel an Fachkräften keine Folge eines Akademisierungswahns?

Es ist eine totale, eine steile Schieflage entstanden. Deshalb wird es höchste Zeit, dass die bildungspolitische Debatte wieder vom Kopf auf die Füße gestellt wird. Die Wachstumsbremse der Zukunft wird die Überakademisierung sein, weil sie einher geht mit einem gigantischen Fachkräftemangel, der entgegen allen Euphorien vom Herbst 2015 mit Migranten nicht im entferntesten gedeckt werden kann. Damit aber gefährden wir den Mittelstand und in der Folge das Rückgrat unserer Volkswirtschaft.

Auch wenn man kein Freund von vorwiegend ökonomischen Betrachtungen der Bildungspolitik ist: Es wird Zeit, dass wir über die Opportunitätskosten einer Überbewertung von Gymnasium/Studium und einer Vernachlässigung der beruflichen Bildung nachdenken, also darüber, was es uns kostet oder was uns entgeht, wenn wir die berufliche Bildung weiter so vernachlässigen wie zuletzt. Denn: Berufliche Bildung ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, ja ein entscheidender Standortvorteil. Wichtiger als manch quasi- oder pseudo-akademischer Beruf! Es stimmt auch nicht, dass man mit einem Hochschulabschluss finanziell immer besser dasteht. Zumindest passt es nicht mit einigen volkswirtschaftlichen Daten zusammen: So ist im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts das Realeinkommen gesunken, obwohl die Akademikerquote gestiegen ist.

Die immer wieder ins Feld geführten ausländischen Quoten an Studierberechtigten sind international nicht vergleichbar. Vielmehr sollte zu denken geben, dass Länder mit höchsten Studierquoten teilweise zugleich die höchsten Quoten arbeitsloser Jugendlicher haben. Siehe Griechenland oder Spanien!

Die Akademiker-Quoten sind auch aus anderen Gründen international nicht vergleichbar: In Finnland und in den USA etwa gelten auch Krankenschwestern und Kindergartenerzieherinnen als „Akademikerinnen“. Dabei wären viele Länder – nicht nur der zweiten und dritten Welt – froh, über Vergleichbares wie berufliche Bildung „made in Germany“ zu verfügen. Dementsprechend reisen seit Jahren Amerikaner, Japaner, Chinesen und andere durch die berufsbildenden Schulen und Ausbildungsstätten zwischen Flensburg und Garmisch.

Interessant ist zudem: Dort wo man in Europa die niedrigsten Studentenquoten hat, hat man zugleich die besten Wirtschaftsdaten: nämlich in Österreich, in der Schweiz und in Bayern. Außerdem sollte man berücksichtigen: Die Steigerung der Quote der Studierberechtigten binnen 40 Jahren von sechs auf über 40 Prozent hat die deutsche Wirtschaft keineswegs auf das Siebenfache verbessert.

Eine „Verhochschulung“ unserer Gesellschaft wird der Forderung nach Höherqualifizierung jedenfalls nicht gerecht. Auch in Zukunft sollten zwei Drittel der jungen Menschen über die berufliche Bildung den Einstieg in einen Beruf finden können. Diese Jugendlichen dürfen nicht als Außenseiter betrachtet und bildungspolitisch vernachlässigt werden.

Gemessen an diesen Fakten, steht die Bildungspolitik in Deutschland Kopf – ja sie ist auf Verkopfung fixiert. Georg Picht feiert offenbar eine Wiedergeburt mit seinem 1963 ausgesprochenen Diktum: „Wir brauchen mehr Abiturienten, auch wenn wir sie nicht brauchen.“ Am Ende jedenfalls mustert ein Meister des Heizungsbaus in einem kalten Wintermonat mit massenhaften Heizungsproblemen einen – womöglich mit einem Genderthema promovierten oder gar habilitierten – Soziologen doch eher mitleidig von der Seite. Jedenfalls können unsere NGOs samt Sozialindustrie gar nicht so viele Sozialwissenschaftler beschäftigen, wie sie von den Hochschulen produziert werden. Hier gilt wohl, was Helmut Schelsky 1975 in seiner Kritik an der damals schon entstandenen Akademisierungseuphorie unter dem Buchtitel zusammenfasste: „Die Arbeit tun die anderen“. Oder andersrum: Wenn Maurer, Maler, Heizungsmonteure, KfZ-Mechatroniker, Müllmänner usw. längere Zeit streiken, dann hat das gravierendere Auswirkungen auf das Alltagsleben, als wenn Zigtausende Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaftler die Arbeit niederlegen.

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Kommentare

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  • Henni

    Lieber Herr Kraus,

    studieren möchten die meisten, weil sie eben nicht mehr lebenslang auf Baustellen handwerklen möchten. Ausserdem wollen sich klugerweise junge Menschen, nach dem Grundstudium spezialisieren, auch um mehr Geld zu verdienen. Eines aber vorweg, wenn es keine Lohnunterschiede zwischen Ärzten und Maurer geben würde, zwischen Ingenieure und Gesellen, sondern jeder bildet sich ausschließlich aus tiefem Interesse und Neugierde weiter, dann würde es ein anderes Bild geben auf deutschen Gymnasien. Lassen sie die Menschen doch einfach ihren willen. Jeder soll seines Glückes nicht politisch beraubt werden, nur weil ein Gymnasiallehrer Angst um seine hohe Rente hat. Eins ist doch klar, wenn es niemanden mehr gibt, der die Toiletten putzt, weil alle Akademiker geworden sind, wird einer von seinem hohen Ross absteigen müssen, und diese Dienstleistung für teuers Geld anbieten.

  • Ralf Pöhling

    Zitat:“Man kann nicht haargenau an den Unis für den Bedarf der nächsten 40 Jahre ausbilden.“

    Verstehen Sie mich nicht falsch, es geht um Tendenzen. Natürlich werden BWLer und Juristen gebraucht. Aber eine BWLer- und Juristenschwemme bei gleichzeitigem Mangel in anderen Fachbereichen führt genauso zum Problem, wie umgekehrt. Im Moment mangelt es klar im technischen Bereich. Offenbar sind andere Berufszweige kurzfristig attraktiver. Warum? Kann man da nicht gegensteuern? Wenn die (von BWLern dominierte) Wirtschaft meint, den Fachkräftemangel mit unausgebildeten Flüchtlingen kompensieren zu können, spricht dies entweder für die blanke Idiotie in den Chefetagen, oder für absichtliches Lohndumping. In Bereichen, wo einerseits Kompetenz gebraucht, andererseits aber schlecht bezahlt wird, entsteht natürlich Mangel. Alles hausgemacht.

  • Jedediah

    Man könnte einwenden, dass nur die geschickten Schwafologen, mit Beziehungen, in die Subventionsstellen kommen. Sonst laufen da jede Menge überflüssige Germanisten rum. Sie vom Geld der Eltern leben, oder von Hungerlöhnen.

  • Haupt- und Realschule waren einmal funktionierende Schulformen und die entsprechenden Abschlüsse durchaus geeignet, einen guten Job zu ergattern. Dann kam der große Ansturm der nicht beschulbaren Kinder, speziell auf der Hauptschule ganz überwiegend von Migranten aus den einschlägigen Kulturkreisen – und damit war das Schicksal dieser Schulformen besiegelt.

    Die Anforderungen des Gymnasiums sind eine politisch korrekte Brandmauer gegen exakt diese Kinder und die Eltern, die deren Einstellung und Benehmen zu verantworten haben. Deshalb wird das Abitur dermaßen überhöht – damit man über das eigentliche Problem nicht reden muss. Aber auch Abitur und Gymnasium werden schon kräftig ausgehöhlt – es kann ja nicht sein, dass dort nur ein so geringer Ausländeranteil herrscht, denken sich die linken Bildungsminister. Integration und so …

    Was wir brauchen, ist ein Zentralabitur – und zwar schnell, bevor die Linken ihr Zerstörungswerk am deutschen Bildungssystem vollenden können!

  • Anthea

    Akademisierung ? Ich lach mich schlapp!!:-))))))))))))))))))))))

  • onkelotti

    Das deutsche Abitur ist, je nach Bundesland, das Papier nicht mehr wert, auf dem es gedruckt ist. Da werden die Noten gerne mal per Dekret angehoben, um in der Statistik die miesen Ergebnisse zu kaschieren, so dass man in Bayern ein Hamburger Abitur kaum noch Ernst nimmt. Vergleicht man zudem die Abiturarbeiten der heutigen Generation mit jener von vor 20-30 Jahren, kann einem um die akademische Zunft im Lande nur Angst und Bange werden.

    Zum Thema Arbeitskräftemangel: Man sollte dringend die zunehmende Automatisierung der Arbeitswelt in die Debatte bringen. Wir brauchen keine Einwanderer (erst recht keine illegalen via ungesteuerter Migrationsbewegungen), wenn wir in der Lage sind, Prozesse in der Arbeitswelt weiter zu automatisieren.

    Darüberhinaus besteht dann auch weniger, als suggeriert wird, der Bedarf an deutschen Facharbeitern, ergo stellt die niedrige Geburtenrate zumindest für die Arbeitswelt kein übertrieben großes Problem dar.

    Dass demografisch so nach und nach die Bevölkerung reduziert wird und Großfamilien aus zumeist sozial schwachen Bevölkerungsschichten ein Gros der Gesellschaft abbilden, ist allerdings die Kehrseite dieser Medaille.

    Fazit: Lieber 60 Millionen überdurchschnittlich gebildete Deutsche im Jahre
    2030 als 90 Millionen, von denen die Hälfte kaum Deutsch spricht und die
    andere Hälfte mit einem Möchtegern-Abitur durch die Lande tingelt.

    • Wolfgang Brennenstuhl

      “Das deutsche Abitur ist, je nach Bundesland, das Papier nicht mehr wert …. “. Wo haben Sie den Quatsch denn her? Vergleichen Sie mal die Prüfungen von vor 30 oder 40 Jahren mit den heutigen Prüfungen. Auch an Berufskollegs, z.b. Ausbildungsberuf “Industriekaufmann“ oder “Bankkaufmann“. Meine 3 Kinder haben an einem Gymnasium ihr Abitur gemacht, ich selbst habe fast vier Jahrzehnte Betriebswirtschaft u. Volkswirtschaft an einem Berufskolleg unterrichtet. Ich kann dies Geschwafel, alles sei leichter und einfacher geworden, nicht mehr hören. Jemand, der seine z.b. seine “Kaufmannsgehilfenprüfung“ /Industriekaufmann gemacht hätte, hätte sie 1984 schon nicht mehr lösen können. Einen schönen Abend noch.

  • Swengoessouth

    Wenn Sozial“wissenschaften“ Wissenschaft betreiben kommt so wie die die Gendertheorie oder das Gendersternchen* heraus.

  • Walter Knoch

    Sehr geehrter Herr Kraus (fast hätte ich noch hinzugefügt: Lieber Herr Kraus. Aber so etwas lesen Sie – meine Einschätzung – eher nicht so gerne). Sie liefern eine Diagnose, der ich weitgehend folge; nein, die den Zustand des Bildungswesens im wesentlichen richtig beschreibt. So weit, so gut. Aber welche Möglichkeiten gibt es, dem Niedergang des Bildungswesens zu steuern? Welche Optionen?

    Es ist ja nicht nur so, dass junge Menschen folgenlos zu Hunderttausenden in einen Bildungsgang gelockt werden, der ihnen nicht entspricht, der ihre Fähigkeiten überfordert. Nein, der Preis, den sie zahlen müssen, ist verlorene Lebenszeit, wenn sie nach Jahren das Studium abbrechen. Zurück bleiben Frust und Enttäuschung und sehr oft ein Leben als prekäre Existenz.

    Alleine unter diesem Aspekt ist das, was seit Jahren in diesem unserem Lande jungen Menschen, die vertrauen, die auf die Botschaften bauen, angetan wird, ein Verbrechen.

    Den ökonomischen Verluste für das Individuum und die Volkswirtschaft als Ganzes habe ich dabei außen vorgelassen.

    Was ist die Wurzel eines Wahnsinns, der einen maßgebenden Teil der in Politik und Bildung Verantwortlichen erfasst hat? Ist die Tabula Rasa, der Mensch, geboren als weißes Stück Papier, machbar und formbar nach Wunsch und Willen diese Wurzel? Die Fiktion eines neuen Menschen, geschaffen nach eigenem Bild? Sieht, empfindet man den Spaß am eigenen Tun, die Freude an der persönlichen Leistung, die Lust am Erfolg als Bedrohung und Angriff auf das große Mantra namens Kollektiv, Gleichheit?

    Sei es meinetwegen, wie es ist! Aber wie konnte diese Ideologie die breiten Kreise durchdringen, die man früher Bürgertum nannte? Wo ist der Widerstand geblieben? Woher diese Anpassung, das Einknicken, diese Unterwerfung? Vielleicht ist aber nur eine Generation mit ihren alten Vorstellungen und Überzeugungen ausgestorben, Wandel durch die Biologie, und durch Nachkommen ersetzt worden, die sich von der Klasse der Progressiven gar nicht mehr oder nur noch in Nuancen unterscheiden?

    Es werden gar zu viele Chimären an die Wand gemalt. Die Häuptlinge spielen das Stück: Keiner ist mehr Indianer. Die Indianer merken gar nicht, dass ihnen ein Stück nur vorgespielt wird. Alle, die da in den akademischen Betrieb gelockt werden und nach unwiederbringlich verlorener Lebenszeit ihr Studium abbrechen oder die sich ohne Talent und Begabung durch die Prüfungen quälen, um später in irgendeinem Amt, wohlversorgt zwar, aber eingebunden in eine lethargische Hierarchie, die Pension abzuwarten, werden nie erfahren, wie erfüllt ein Leben als Handwerksmeister sein kann; gleich ob der jetzt Maler oder Schreiner, Zimmerer oder Maurer ist. Das akademische Strandgut und das akademische Proletariat werden das nie erfahren.

    Ich bin am Ende und stelle fest, doch nur ein Panorama ausgebreitet zu haben. Was tun gegen den Niedergang des Bildungssystems? die Frage bleibt offen. Gerne würde ich auf die Welt der Bundesrepublik, die Welt Europas in 20 oder 30 Jahren blicken. Der Blick wird mir nicht vergönnt sein, Vielleicht, wahrscheinlich ist das ein Glück, weil mich diese Welt erschrecken würde. Das Leben aber geht weiter, wie es immer weiter gegangen ist. Die Kategorien Glück, Erfüllung, Freiheit, Individuum kennt „das“ Leben nicht. Nur eine Feststellung, ein Trost sieht eher anders aus.

  • Cornelius Angermann

    Ein Fehler ist bereits, dass Fächer mit dem Präfix „Sozial“, „Geistes“ oder „Kultur“ mit dem Suffix „Wissenschaft“ geadelt und damit auf die gleiche Stufe mit den MINT-Fächern gestellt werden.

    Wissenschaft im engeren Sinne sind diejenigen Fächer, in denen experimentell Gesetzmäßigkeiten herausgefunden, überprüft und bestätigt werden, die überall auf der Welt ihre Gültigkeit haben. So fallen Äpfel überall auf der Welt vom Baum auf den Boden! Die Einstellung zu Homosexualität ist weltweit jedoch höchst unterschiedlich.

    Daher ist der Dreiklang „Sozial“, „Geistes“ oder „Kultur“ keineswegs objektiv überprüfbare Wissenschaft, sondern pure Empirie, die auch noch von sich selbst beeinflusst wird, so sind die Ergebnisse der Soziologie oft genug kulturabhängig, ebenso wie die Gedankengänge der Philosophie (dazu muss man nur die griechisch beeinflusste europäische mit der asiatischen Philosophie vergleichen). Beides beeinflusst wiederum das, was wir Kultur nennen. Im Gegensatz dazu verändern neue Methoden der Mathematik nicht die physikalischen Natuirgesetze und vice versa,

    Insofern ist es doch gar nicht verwunderlich, dass diejenigen, deren bestandenes Abitur nicht auf Leistung sondern auf politischen Vorgaben beruht, in Fächer strömen, die wir (ich bin Naturwissenschaftler) zu meiner Studierzeit in den 70ern bereits als Laberfächer bezeichnet haben. Genausowenig verwunderlich ist, dass ausgerechnet aus diesem Pool dann unsere Nachwuchspolitiker kommen, die zwar nicht wissen, wie die Welt funktioniert (das ist nämlich Ziel jeder Wissenschaft im engeren Sinne!), aber dafür wiederum eine Umgebung suchen und bekommen, in der Labern, Schwadronieren und wissenschaftliche Erkenntnisse mangels eigenen Wissens nicht nur verleugnen sondern sogar auf den Kopf stellen (z.B. Klimawandel) das Tagesgeschäft darstellen.

    Leider korrumpiert Geld viele Menschen, so dass diese Realitätsverdreher auch unter Naturwissenschaftlern (meist den schlechteren) immer jemanden finden, der bereit ist, gegen entsprechende geldliche Zuwendung auch mitzubehaupten, im Himmel sei Jahrmarkt!

    Angefangen hat das ganze Desaster bereits in den 70ern. Da schaffte es die SPD, die Aufnahmeprüfung für das Gymnasium abzuschaffen, weil diese angeblich Schüler aus den unteren Schichten der Gesellschaft benachteiligte. Wieso diese Schüler Nachteile gehabt haben sollen, obwohl doch die Aufnahmeprüfung ein reiner Leistungsfähigkeitsnachweis war und die Herkunft der Schüler überhaupt keine Rolle spielte, blieb dabei ungeklärt. Seitdem jedoch strömten immer mehr eigentlich nicht leistungsfähige Schüler aufs Gymnasium. Der nächste Schritt war die Absenkung der Anforderungsstandards. Ende der 70er konnte man nun das „musische Abitur“ machen, in dem alle Hauptfächer bis auf Deutsch abgeschafft waren. Wahrscheinlich war das der Punkt Null, an dem unsere „Blockflöten“ erzeugt wurden, die sich heute in der Politik tummeln.

    Seitdem werden durch linksgrüne Ideologen immer mehr Leistungsstandards abgesenkt oder kassiert, alles angeblich im Namen der Chancengerechtigkeit und des Kampfes gegen Diskriminierung. Endziel kann dabei ja nur sein, dass dann alle gleich dumm sind (Vergleiche auch hierzu „Wahlkampf in „einfacher Sprache“ in Schleswig-Holstein). Denn das ist der kleinste gemeinsame Nenner. Kluge kann man verdummen, aber Dumme niemals klug machen!

    Das Ergebnis sehen wir: auf den Unis gibt es zunehmend Studenten, die sich mit Orthografie und dem Verstehen von Texten schwertun, die sich schriftlich nicht artikulieren können und deren Basiswissen in Naturwissenschaften nahe oder gleich Null ist.

    Das Ergebnis ist ein „akademisches“ Prekariat, das von anderen, die leistungsbereit und arbeitsfähig sind, alimentiert werden will, wohingegen diejenigen Berufe, in denen es nicht so sehr auf Philosophisch-Soziologisches ankommt, sondern auf gute handwerkliche Fähigkeiten, einen Arbeitskräftemangel haben, der nun auf Teufel komm raus mit muslimischen Einwanderern gedeckt werden soll.

    Wie man sieht: alles hängt mit allem zusammen und kann nur positiv verändert werden, wenn man an den richtigen Stellschrauben dreht.

    Zwei, an denen dringend gedreht werden muss, sind die SPD und die Grünen. Beiden muss per Wahl die Macht entzogen werden, ihren linken Schwachsinn weiterzubetreiben.

    • Herbert Garbe

      Cornelius, verdammt gut argumentiert, ist auch meine über 60 Jahre lange Erfahrung. Die heutigen Abiturienten sind unter der Stufe der Volksschule in der 8. Klasse von 1954…

  • Drnik

    Ein Wahlkampfplakat der SPD spricht Bände: „NRWir Malocher“. Zu sehen ist eine Frau (sic! Quote, aber noch weiß 😉 ) am PC-Bildschirm. Hallo? Geht´s noch? Früher zeigte die SPD noch die Kumpels unter Tage nach der Schicht. Heute ist Kumpel das Synomym für engerer Freund. Steiger und Bergmann sind fast verloren Wörter. Die Y – Generation auch.