Blackbox KW 18 – Sind wir nicht alle ein bisschen Uschi?

Erst Qualen, dann Wahlen, später zahlen! Heute Paris, Kiel. Stimmung? Siggi pöbelt, Martin würgt. De Maiziere streift die Burka ab, und Ursula hat Merkels „volle Unterstützung“.

Letzte Wasserstandsmeldung aus La France: Immer noch Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen „russischen Hackern“ und Wahlkampfgenie Sigmar Gabriel

Nun zu einem Bundesland, das, wenn es denn mit der Erderwärmung klappt, bald im Meer versinken wird. Schleswig-Holstein. Wer wird diesen sympathischen Flecken Erde in seine neue maritime Bestimmung führen, vielleicht eine Arche bauen, wenigstens aber den einen oder anderen kleinen Damm? Egal. Die Frage ist nur: Ist Kiel schon Endstation für den „Schulz-Train“?

In die Kunstgeschichte eingehen dürfte das Foto eines Künstlers der DPA aus dem Schulz-Train. Wir sehen einen miesgelaunten Martin, der Kandidat stiert, die Arme vor dem Bauch verschränkt, abweisend aus dem Abteil-Fenster. Seine Begleitung ist ihm sichtlich unangenehm. Etwa der ihm gegenüber sitzende Genosse für Frohmut und Gelassenheit, Ralf Stegner, der sich wiederum demonstrativ von seinem Gegenüber abwendet. Neid auf den neuen Champion der SPD? Beide Antagonisten haben nicht einmal einen lieben Blick für ihre Reisegenossin Manu Schwesig, die auch schon fröhlicher aussah. Der Vierte in der Runde lehnt mit leerem Blick in den Zuggang, als würde er gleich umfallen. Es ist der Albig. So sehen Ministerpräsidenten aus, denen eine Abschiedsrede durch den Kopf geht. Natürlich hat das Bild nichts mit dem Wahlausgang zu tun, den entscheiden immer noch die Stimmenauszähler an den Urnen. Warum der Frust in der Zweiten Klasse? Haben die vier Spezialdemokraten so einen Hals, weil sie mit diesem Massenbeförderungsmittel Vorlieb nehmen müssen, statt mit der standesgemäßen Limousine? Sie hätten von Siggi lernen sollen: Der ließ immer den Chauffeur nebenher fahren, und saß nur für die Fotografen fröhlich ein paar kurze Kilometer in der Bahn.

♦ Die Umfragezahlen sind eher mau, aber es gibt auch Zahlen, die die Sozialdemokraten stolz stimmen dürfen. Martin von der Gerechtigkeitspartei ist laut Focus der reichste Bundeskanzlerkandidat der Geschichte!

♦ Die Bundeskanzlerin setzte sich derweil in Saudi-Arabien für die Einführung des Christopher Street Day ein und besprach in Putins Russland gemeinsame militärische Projekte. Oder war es umgekehrt?

♦ Thomas de Maizière, der Minister mit dem Arbeits-Zeugnis „Er bemühte sich stets …“, verwirrte mit der Erkenntnis: „Wir sind nicht Burka!“. Papst sind wir nicht mehr, Burka sind wir auch nicht mehr. Was sind wir dann? Toastbrot? Alle Uschi?

Der Erste Mai, den einst der Unaussprechliche den Gewerkschaften, Sozialdemokraten und der Antifa als Feiertag geschenkt hatte, war in diesem Jahr so friedlich, dass beinahe nichts zu lesen war. Ein paar Feuerwerkskörper, ein paar brennende Autos, ein paar Dutzend Festnahmen ohne Konsequenzen – so was läuft in Berlin unter „keine besonderen Vorkommnisse“.

♦ Auch die Polizeiberichte melden nichts Außergewöhnliches. Bei einer blutüberströmten Frauenleiche in Duisburg geht die Polizei „von einem Gewaltverbrechen“ aus. Die ISIS-Ortsgruppe Leipzig bekam überraschenden Besuch vom SEK, und im beschaulichen Prien ersticht ein Afghane eine Frau vor den Augen ihrer Kinder. Auch wenn die Liste nicht annähernd den Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, lässt doch diese total normale Sicherheitslage zu, dass wir uns Wichtigerem zuwenden: der Bundeswehr, oder wie die Verteidigungsministerin sagen würde – die mit den Haltungsschäden.

♦ Ein Blick auf die Überschriften der letzten Tage kündet von einer schweren Krise im bei unseren Lesern besonders beliebten Leyen-Theater:

„Die Bundeswehr hat ein Haltungs-Problem“ zitiert die Zeit die Ministerin. Die Welt daraufhin: „Von der Leyen war schon immer eine Fehlbesetzung.“ Woraufhin der Spiegel meldet: „SPD attackiert Ministerin wegen Bundeswehr-Kritik“. Dann kommt, was unweigerlich kommen muss: „Angela Merkel sichert (Ursel) volle Unterstützung zu.“ Natürlich weiß die Ministerin, dass die „volle Unterstützung“ die Vorstufe zur Freistellung ist, und will sich schnell bei der Generalität entschuldigen. Aber leider hat längst Paranoia von ihr Besitz ergriffen. So lautet die letzte Schlagzeile der Causa: „Bevor sich von der Leyen entschuldigt, werden alle Generäle gefilzt“ In der Stauffenbergstraße! Das Leben schreibt doch die schönsten Komödien.

Wieder scheint ein Merkel-Trick zu funktionieren: Gib einem möglichen Herausforderer einen Job, der ihn überfordert, dann kannst du warten, bis seine politische Leiche an dir vorbeischwimmt.

♦ Traurig wäre auf jeden Fall McKinsey, sollte die Verteidigungsministerin demnächst einer sinnvolleren Tätigkeit zugeführt werden. Die Merkel-Regierung entwickelt sich gerade zum Lieblingskunden für die Berater. Bei wem sonst kann man Praktikanten für 2.000 Euro am Tag (!) in Rechnung stellen für Weisheiten, die auch im Buch „Regieren für Dummies“ stehen?

♦ Seit der Veröffentlichung des neuen Songs von Xavier Naidoo, „Marionetten“, hat die Zahl der Musikkritiker in der Intelligenzpresse sprunghaft zugenommen. Kommen demnächst auch Rezensionen zu Bushido oder Gangsta-Rappern?

♦ Aus dem Homeland NRW, Musterland sozialistischer Erziehung und Bildung, wird die Einführung von Fake-Baustellen gemeldet, damit es auf Hannelores Autobahnen überall heißt: Tempo 80! Müssen wir uns den Namen des zuständigen Ministers noch merken, oder kann der nach der Wahl weg?

♦ Die USA haben eine Reisewarnung für Europa ausgesprochen. Das ist ein wenig ungerecht für Ungarn, Tschechien und Polen. Da ist es doch ganz friedlich.

♦ Die AfD hat die OSZE um Wahlbeobachter gebeten – sie traut wohl den freiwilligen Auszählern nicht. Nun sagt die Bundesregierung, sie habe schon viel früher um Kontrolleure nachgefragt. Trauen die sich schon selber nicht mehr über den Weg?

Heiko der Woche (Denuntio Ergo Sum)

Der Personalrat des SWR-Stuttgart hat einen Leitfaden (Dein Kollege ein Rassist?) ins Intranet gestellt, der helfen soll, Andersdenkende zu identifizieren und letztendlich zu expedieren. Im SWR soll nur gedacht und gesagt werden, was Maasi Kahane und ihre Sprachpolizisten für opportun erachten. Abweichungen sind zu melden! Dafür den „Heiko“! Müssen wir auch die SWR-Leitung auszeichnen?
Die sagt nun, die Hetzschrift sei „ein aus dem Zusammenhang gerissener Text“. Nun gut, die wissen es nicht besser, da arbeiten ja keine Journalisten …

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Kommentare ( 92 )

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Was sind das nur für kaputte Zeiten, da man sich schon fast freuen muß, wenn bei einer Wahl die CDU stärkste Partei geworden ist…

Ich zögere noch, dieses Experiment zu wagen.
Schließlich ist mein Nervenkostüm mittlerweile zerrüttet genug, und bereits der Auszug aus dem Artikel, den Sie zitiert haben, hat bei mir Schnappatmung ausgelöst. 😉

Und jede Wette – wenn die nächsten Wahlen nicht nach dem persönlichen Gusto ausgehen, waren ‚russische Hacker‘ garantiert am Werk. Paranoiderweise infiltrieren sie alle Gedanken, sie schleichen sich ein in die Gehirne der dummdösigen Deutschen, sie kommen über uns, sie wollen uns manipulieren, sie SIND ÜBERALL! *Achtung, Satire!* Übrig bleibt, als ein Fazit für mich persönlich, ein Land, das sich binnen kurzer Frist zur Unkenntlichkeit verändert hat. Maschinenpistolen auf Weihnachtsmärkten, Karnevalsveranstaltungen etc., abgesagte Volksfeste, weil die Finanzen einer kleinen Gemeinde nicht ausreichen, um diese neuen Sicherheitsstandards zu bewältigen. Frauen, die sich nicht mehr nach Einbruch der Dunkelheit in den öffentlichen… Mehr

Ich sehe einen kometenhaften Endspurt von Mattin. Wenn er auch heute noch eine Schnute zieht, die fast so deprimierend ist wie die von der Mutti, so wird sich der Tünnes aus Würselen bald wie ein Phoenix aus der Asche erheben. Er braucht eigentlich nur zu fordern, dass alle Bürger steuerfreie Sitzungsgelder beziehen, spielt ja in Mattins Welt keine Rolle ob da ne Sitzung war oder nicht.

Am (be-) treffendsten und beklemmendsten sind für mich die Heikos der Woche und bei mir zeigen sie leider Wirkung. Na klar kommt man sich irgendwie schäbig vor, nicht (mehr) unter Klarnamen zu kommentieren, aber so langsam sieht man ja schon weiße Mäuse über die Bettdecke huschen… Alles scheint möglich. Oder warum sehen XY-Behörden bei eigentlich längst abgeschlossenen Projekten jetzt nochmal ganz, ganz, ganz genau hin? Wollen Formalien nachträglich nochmal nachgereicht, extra bestätigt haben? Weil es gerechtgertigt, wichtig und unabdingbar ist? Oder weil man fast zwei Jahre lang unter Klarnamen ob der desaströsen Politik rumgelärmt hat und jetzt endlich mal „die… Mehr

danke auch an Photoshop. Er scheint auch bei den Prognosen mitzufälschen. Oder ist das nur wieder meine Parnoia??

Immer drauf auf die wehrlosen Computerprogramme 😉

„Satire – in Form von Parodie und Sarkasmus – ist Notwehr
im Kampf gegen den grassierenden Ablaßhandel mit Prozentzahlen“
Fritz Ulmer, Schweizer Mathematiker und Statistik-Professor, erläutert mit sarkastischem Unterton die Legendenbildung von Wahlprognosen.
http://www.wahlprognosen-info.de/archiv/GH_Teil1.pdf

Frei nach chu chu train:
Tschu Tschu Tschu die Eisenbahn – wer will mit nch Holstein fahren – alleine
will der Martin nicht – dann nimmt er sich RolfManu mit.
Es hat sich ausgeschnulzt, das grünlinke Sozenblättchen feiert die Grünen. Während die „Panzerfaust“ mental ihrer Vorfall-Uschi die Bandscheiben massiert, verhandelt sie gar königlich mit ihresgleichen die nächsten Kampf-Geschwader. Wollen wir hoffen, lieber herr Paetow, dass nicht auch noch Wladimir Gewehr bei Fuß steht. Geld macht offenbar doch sexy – die Mannsbilder bescheinigen es!

Leider ist das Foto aus dem Schulz-Train mit den griesgrämigen Spiessgesellen nicht mehr online und leider hatte ich es mir nicht gespeichert. Aber es war absolut köstlich. Gut, dass Sie daran erinnert haben. Und danke für diese supergute Blackbox!

Dann meide ich mal diesen Sender zukünftig, via Radio, TV gucke ich da eh nicht.

Danke Herr Paetow für die humorvolle Aufarbeitung der immer wahnsinniger
werdenen Politik der Regierenden.
Kleiner Tipp für Frau vd: Gegen die Haltungsschäden bei der BW würde ein
orthopädisch entwickeltes Tragegestell helfen.(Satire Ende)

Hi Daniela, Humor ist ….. gut, dass wir den Paetow haben. Warum nicht ein orthopädisches Stützkorsett? Für alle Politdarsteller. Was sagen Sie zu den Nordlichtern? Die Allmächtige führt weiter die Marionetten an. Wenn alles „getürkt“ wird. Hätte mir mal schwarz-gelb-blau gewünscht, damit die kleinen mal zeigen können, ob sie’s drauf haben. Aber wir dürfen nichts sehen. Luzifer scheint zu siegen. In FRA wird wohl auch der Puppenspieler siegen. Ist zwar alles geplant, aber der Mensch denkt, ……

In diesem Sinne liebe Grüße aus der Ferne, ich denke an Sie.

Macron hat genauso programmgemäß gewonnen, wie die CDU in SH.
Einen Bundestrend sehe ich nur beim „Schulztrain“.
Die Franzosen tun mir leid, Macron hat erwartungsgemäß „gewonnen“.
Seine betuchten Sponsoren mit ihrem „open- doors-plan“ haben die
„Entscheidungsschlacht“ vertagt.
Wenn die Steuerzahler in F und DE merken, dass die Elitenpolitik so weiter
geht, wird es 2021 anders aussehen.
LG in die Ferne.

Macron war sicher alles andere als ein ‚Kandidat der Herzen‘, und die Begeisterung der Franzosen über ihren neuen Präsidenten hält sich definitiv in Grenzen. Aber Hauptsache, man hat gegenüber Madame Le Pen das ‚kleinere Übel‘ gewählt. Das macht auch in Deutschland neugierig auf künftige Regierungsbildungen – egal, welche seltsamen Konstellationen sich dort bilden werden: Hauptsache, man hat die Mutter aller Weltuntergangsszenarien außen vor: die ‚Rechten‘. In Zukunft könnte man ein geschnitztes Stück Holz zum Anführer einer europäischen Nation wählen (gab es da nicht einmal ein Lied von den ‚Ärzten‘, irgendwas von einem ‚Gott im Wald‘, den man zufällig gefunden hat,… Mehr

Ob Macron, der sogenannte „Parteilose“ wirtschaftlich für F und DE das
kleinere Übel für die Erwerbstätigen ist, wage ich zu bezweifeln.