388 Millionen Christen sind weltweit Verfolgung ausgesetzt. Das ergibt sich aus dem Weltverfolgungsindex der Organisation Open Doors. Besonders prekär ist die Situation in Syrien angesichts des sich konsolidierenden islamistischen Regimes in Damaskus, aber auch in vielen Ländern Afrikas werden Christen Opfer von massiver Gewalt.
picture alliance / Godong | Pascal Deloche
Am 14. Januar hat die Menschenrechtsorganisation Open Doors ihren jährlichen Weltverfolgungsindex veröffentlicht. Darin evaluiert sie Daten zur Christenverfolgung weltweit und listet 50 Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Der Berichtszeitraum liegt jeweils zwischen Oktober 2024 und Oktober 2025.
Nach wie vor belegt Nordkorea wie bereits in den Vorjahren den ersten Platz: Christen sind in dem abgeschotteten Land schwerster Verfolgung ausgesetzt, ebenso wie in Somalia, im Jemen und im Sudan. Besonders auffällig ist die Platzierung Syriens: Wurde es im Vorjahresbericht noch auf Platz 18 gelistet, findet es sich nunmehr auf Platz sechs. Open Doors bewertet damit das Ausmaß der Verfolgung von Christen in Syrien nicht mehr als „sehr hoch“, sondern als „extrem“.
Syrien: Sprunghaft verschlechterte Lage
Grund dafür ist die prekäre Situation religiöser Minderheiten seit dem Sturz Assads und der Machtergreifung islamistischer Kräfte unter Ahmed al Scharaa. Dies ging zum einen mit verstärkter Gewalt gegen Christen einher: Open Doors konnte 27 gewaltsame Tode von Christen im Berichtszeitraum verifizieren, 2024 hingegen keinen einzigen – allerdings ist davon auszugehen, dass die Zahlen höher liegen, da die Verifizierung von Fällen häufig nicht möglich ist.
Open Doors weist darauf hin, dass in dieser noch frühen Phase der Konsolidierung des Regimes ein weit verbreiteter „Mangel an öffentlicher Ordnung“ festzustellen sei. Dieser lasse „extremistischen und militanten Akteuren Raum, Christen ins Visier zu nehmen. (…) Mit Lautsprechern ausgestattete Fahrzeuge fahren durch die christlichen Viertel von Damaskus und fordern die Bewohner auf, zum Islam zu konvertieren. An Kirchen wurden Flugblätter angebracht, in denen von den Christen die Bekehrung zum Islam oder die Zahlung der islamischen Kopfsteuer (‚Dschizya‘) gefordert wird. Unterdessen wird das Bildungswesen gemäß der islamischen Ideologie reformiert, wobei die vorislamische Geschichte eliminiert, historisch bedeutsame Frauen aus dem Lehrplan entfernt und Koranauslegungen integriert werden. Darin werden beispielsweise Juden und Christen als ‚die Verdammten und Verirrten‘ beschrieben.“
Auf der einen Seite verschärft also Rechtlosigkeit die Situation, während zugleich das sich formende neue Rechtssystem Christen systematisch benachteiligt.
Subsahara-Afrika: Rechtlosigkeit und Gewalt
Eine weitere Krisenregion ist Subsahara-Afrika. Da dort sehr viel mehr Christen leben als im Nahen und Mittleren Osten, sind die Opferzahlen dort naturgemäß höher.
Auch hier befeuern fehlende Rechtsstaatlichkeit und mangelnde öffentliche Sicherheit die Christenverfolgung. Open Doors konstatiert: „Das Versagen oder gar der Zusammenbruch staatlicher Autorität hat dazu geführt, dass Kriminalität und dschihadistische Gewalt oftmals Hand in Hand gehen. Kriminelle machen Jagd auf Christen und versorgen islamistische militante Gruppen in vielen Fällen mit Geldern, die diese für die Umsetzung ihrer gewaltsamen Agenda verwenden. In sechs der 14 Verfolgungsländer südlich der Sahara gelten islamische Unterdrückung sowie organisiertes Verbrechen und Korruption als Hauptursachen für die Verfolgung von Christen. In vier weiteren Ländern stehen islamische Unterdrückung sowie organisiertes Verbrechen und Korruption an erster bzw. dritter Stelle der Ursachen für Verfolgung.“
In Afrika sticht vor allem die Situation in Nigeria hervor. Erst kürzlich thematisierte Papst Leo XIV. die Christenverfolgung in dem westafrikanischen Land in seiner Neujahrsansprache. Obwohl Massaker, Entführungen und Morde durch dschihadistische und islamistische Terrormilizen dort regelmäßig stattfinden, findet das Leid der dort lebenden Christen medial kaum Beachtung. Dies änderte sich kurzzeitig, als die USA das Land auf die Liste der „Countries of Particular Concern“ (etwa: besorgniserregende Länder) setzten, und Präsident Trump nicht nur Drohungen äußerte, sondern diesen im Dezember 2025 mit gezielten Schlägen gegen islamistische Stellungen Taten folgen ließ.
Allerdings hatten internationale Medien versucht, sowohl Opferzahlen als auch die religiöse Dimension der Verfolgung herunterzuspielen und sie als Ergebnis eines Konflikts um Ressourcen, als ethnisch oder kulturell bedingtes Problem darzustellen.
Menschenrechtsorganisationen wie Open Doors und Christian Solidarity International wenden sich scharf gegen diese Darstellung und betonen, dass Christen und christliche Einrichtungen überdurchschnittlich von Gewaltexzessen betroffen sind.
Verfolgung nimmt unterschiedliche Formen an
Der Leiter von Open Doors Österreich, Kurt Igler, weist darauf hin, dass sich die Christenverfolgung auch insgesamt global weiter verschärft habe. Zum ersten Mal hätten im Berichtszeitraum 15 Länder die Punkteschwelle von 80 überschritten – 2014 galt dies nur für Nordkorea mit 90 Indexpunkten; Somalia, bereits damals auf Platz zwei, folgte mit zehn Punkten Abstand. Heute hingegen liegt von den ersten zehn gelisteten Ländern keines unter 85 Punkten. Damit herrscht in all diesen Ländern „extreme“ Christenverfolgung.
Der Index erfasst Diskriminierung, Einschränkung der Glaubensfreiheit und Verfolgung in den Bereichen Privatleben, Familienleben, gesellschaftliches Leben, Leben im Staat, kirchliches Leben und Gewalt. Zusammengezählt ergibt sich ein Wert zwischen 0-100. Ab 41 Indexpunkten gilt die Verfolgung als hoch, ab 61 als sehr hoch und ab 81 Punkten als extrem, wobei die Aufschlüsselung differenzierte Einblicke in die unterschiedlichen Problemfelder erlaubt. Dies ist bedeutsam, da Christenverfolgung ein komplexes Phänomen ist, das je nach Region mit verschiedenen ideologischen, politischen und religiösen Konflikten einhergeht und das unterschiedliche Ausdrucksformen annimmt.
So beschreibt Kurt Igler im Interview mit Anja Tang, Geschäftsführerin von OIDAC Europe (Observatory on Intolerance and Discrimination against Christians), neben der zunehmenden Gewalt als weitere auffällige Entwicklung den Versuch, Christen voneinander zu isolieren, etwa, indem Gemeinden geschlossen werden. In Algerien etwa sei Gewalt gegen Christen gesunken. Dies ist ihm zufolge aber nicht auf gesunkene Feindseligkeit zurückzuführen, sondern auf schwindende Sichtbarkeit: Wo Gemeinden nicht mehr existieren, können sie auch nicht Zielscheibe von Gewalt werden. Es ändert sich also vorrangig die Art und Weise der Verfolgung.
Auch der digitale Raum werde kontrolliert. In China etwa gelten strenge Richtlinien für Geistliche, die sich online äußern, unter anderem sollen sie Christen zur Annahme der kommunistischen Ideologie anhalten, Live-Videos von religiösen Veranstaltungen sind ebenso verboten wie die Verbreitung christlicher Schriften. Auch Jugendarbeit wird verunmöglicht, Kinder und Jugendliche dürfen keine Gottesdienste besuchen.
Allerdings ist auch hier das genaue Ausmaß der Unterdrückung schwer feststellbar, die Zahl der Christen, die Untergrundkirchen angehören, und weitere Parameter lassen sich nicht verifizieren, es ist also auch hier von starker Untererfassung auszugehen. Dennoch – oder gerade deshalb – legt Open Doors mit dem Weltverfolgungsindex einen wichtigen Bericht vor, der trotz der detaillierten Angaben nur einen Anhaltspunkt bieten kann, um das Ausmaß der Christenverfolgung weltweit zu erfassen.




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Im Iran nehmen Frauen das Kopftuch ab und verbrennen es, weil es für Frauenverachtung, Unterdrückung, religiöse und politische Diktatur steht. In D gilt das Kopftuch als Fashion Statement, Feminist Statement, als modische Folklore wie Bollenhut oder Lederhose, als Zeichen von Diversity. Welche islamischen Grundsätze würde man für seine Frau, seine Töchter, seine Enkelinnen, für die Gesellschaft, für sich selbst als erstrebenswert und übernehmenswert ansehen…
Ich danke Ihnen dafür, dass wenigstens Tichys Einblick das Thema Christenverfolgung beibehält, wenn andere Medien damit schon kein Problem mehr haben.
Welcher Tichys-Leser zieht in den Krieg gegen die Musels? Da kann Sich Frau Diouf auch darüber beschweren, daß die Sonne im Osten aufgeht.
Das ist eine Frage des Willens und der Stärke um seinen Glauben zu verteidigen und was in den Anfängen und auch viele Jahrhunderte danach üblich war, sich gegen andere zur Wehr zu setzen, wird heute eben anders betrachtet, denn der Glaube manifestiert sich im Kern und läßt damit auch keine Angriffe zu. Wenn das von allen Seiten vernachlässigt wird, findet zwangsläufig Verdrängung statt und die ist bereits mitten unter uns und dann jammern wir rum, wenn es anderweitig auch geschieht, was die logische Folge ist, wenn man seine Weltanschauung nicht verteidigt und sogar noch Almosen verteilt an jene, die sich… Mehr
Wozu dient jene Information, Fräulein Diouf? Können wir Deutschen irgendwie Einfluss auf den beschriebenen Zustand nehmen? Nein! Wir können lediglich auf unsere Heimat dahingehend blicken, dass wir einerseits muslimische Einwanderung unterbinden und andererseits eine erneute Reconquista vornehmen!
Christenverfolgung ist gesellschaftlicher Selbstmord. Länder, in denen der Staat zulässt, dass Christen verfolgt werden, haben keine Grundlage für echte Demokratie. In atheistisch-sozialistischen, islamischen, transhumanistisch und technokratisch ausgerichteten Ländern gibt es keine originäre, grundsätzliche Wertschätzung für die gottgegebene Menschenwürde des Einzelnen, für Menschenrechte, für Rechtsstaatlichkeit. Ohne von einem großen Teil der Bevölkerung verinnerlichte und praktizierte christliche Werte wie die Goldene Regel (Mt. 7,12) gibt es kein substantielles Streben nach Freiheit, Gleichheit vor dem Gesetz, nach Wohlstand für alle, nach Demokratie, Ehrlichkeit, Objektiviät und Transparenz. Im postfaktischen Zeitalter, in dem jeder seine eigene „Wahrheit“ hat, gibt es keine Basis für Wirklichkeit und… Mehr
Nach 1.000 Jahren Stalinismus der Kurie, sahen das ein paar Norditalienische Kaufleute, die auf dem Papstthron putschten, ganz anders als Sie.
Die christlichen Werte und Maßstäbe wie z.B. die Goldene Regel (Mt. 7,12) dienen ja GERADE dazu, Tyrannei in jeder Form, natürlich auch in religiöser, aufzudecken, anzuprangern und dagegen vorzugehen.
Welche Maßstäber haben wir sonst, die auch für die Mächtigen und Einflussreichen gelten?
Wenn wir nicht ZULASSEN wollen, dass wir belogen, betrogen, bestohlen, verleumdet, verachtet, misshandelt, versklavt, enteignet, beschädigt und getötet werden, dürfen wir auch nicht zulassen, dass andere belogen, betrogen, bestohlen, verleumdet, verachtet, misshandelt, versklavt, enteignet, beschädigt und getötet werden,
Sie behaupten im Bezug zur Bibel dasselbe, wie die Marxisten bei Karl Marx. Die Realität sieht aber & sah noch nie anders aus. Gemäß Goethes Mephisto erschaffen polarisierende Regeln immer das Gegenteil des Proklamierten. Sie, der Christ erschaffen, gemäß Goethe, die Bösen, weil Sie sie brauchen, um Sich von denen zu unterscheiden. Nur wenn Sie Sich das duale Prinzip unseres Universums zu eigen machen, in diesem Fall hier gut & böse in Sich Selbst akzeptieren, brauchen Sie niemanden & können frei sein.
Es wäre wünschenswert und realistisch, sich auf die ideengeschichtlichen Fakten zu konzentrieren. In seinem Buch „Victory of Reason“ (Sieg der Vernunft) wies der Soziologe Rodney Stark darauf hin: Ohne das christliche Welt- und Menschenbild und die verinnerlichten und praktizierten christlichen Werte der Menschenwürde, Menschenrechte, Wahrheit und Nächstenliebe ist keine Demokratie entstanden. Amazon.com: The Victory of Reason: How Christianity Led to Freedom, Capitalism, and Western Success: 9781400062287: Stark, Rodney: Bücher „Die klassische Welt lieferte zwar Beispiele für Demokratie, aber diese wurzelten nicht in der Annahme, dass alle gleich seien, sondern bezogen sich nur auf die Elite. Selbst als sie von… Mehr
Moin Frau Diouf, vielleicht singen Sie ja mal auf einem Benefiz für die Christen dieser Welt. Achso, hatten Sie schon oft gemacht, brachte aber nichts? Die Frage, die ich mir stelle, ist, was motiviert Sie, als singender & schreibender Katholik, solche Jammerartikel zu schreiben? Auf unserer politischen & kirchlichen Ebene interessiert Christenverfolgung kein Schwein (Heiden zählen schon gar nicht, als kleinste Geigen der Welt). Wer soll sich also nach Ihrer Meinung der verfolgten Christen erbarmen? Gott? Der hängt da wohl gerade etwas bei seinem Job durch. Wenn Roland Tichy Sich ins Zeug legt, könnten Sie ganz gewiß mal für den… Mehr
Surprise, surprise.
Wer hätte das ahnen können, daß, wenn Assad weg ist und ein IS-Anhänger die Macht hat, daß auf einmal die Christenverfolgung zunimmt.
Seit über tausend Jahren ist es überall auf der Welt so. Sobald die muslimische Bevölkerung die Mehrheit hat, werden alle anderen Religionen unterdrückt.
Einfach mal den Koran lesen.
Und von den Kirchen oder auch dem Zentralrat der Juden hört man nichts (gut der Papst hat jetzt mal so ein klitzekleines „aber“ losgelassen, aber ohne Konsequenzen).
Wartet mal ab, was in 20 Jahren im Kalifat Germanistan los ist!!!
Wird es in einigen Jahren auch in Deutschland der Fall sein, dass Christen so massiv verfolgt werden? Ansätze von Diskriminierung und Ausgrenzung finden wir bereits heute zur Genüge in unserem Land. Besonders in den Medien werden „Hass und Hetze“ gegen Christen (z.B. christliche Influencer) oder christliche Veranstaltungen (z.B. die MEHR-Konferenz in Augsburg) immer deutlicher sichtbar.
Dennoch gilt: Habt keine Angst und vertretet voller Mut euren Glauben! (Davor nämlich fürchten sie sich nämlich am meisten.)
Fast jeder II. Deutsche ist Christ & wir haben x-fach mehr Deutsche Brandmauer-Opfer als Maueropfer.