Russland soll politische Gefangene freilassen und Trump will Sanktionen lockern. Ein humanitäres Signal? Ein Schritt zur wirtschaftlichen Integration Russlands? Die EU wird das argwöhnisch beäugen.
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Es ist alles noch sehr frisch und die Sache noch nicht weit gediehen; aber mit diesem Schritt könnte Donald Trump die Verhandlungen mit Russland auf ein anderes Niveau heben. Es geht darin nicht mehr nur um die Ukraine, um geforderte Landgewinne der Russen und abgelehnte Gebietsaufgaben Kiews. Der neue Trump-Plan, so schreibt The Atlantic in einem vorerst noch ziemlich exklusiven Bericht, umfasse zu dem „ein Quid pro quo, das an den Kalten Krieg erinnert“, also Gaben und Gegengaben, wie man sie vor 1989 regelmäßig auspackte, damit es nicht zum ganz großen Knall käme und das Leben in beiden Welten etwas lebenswerter würde.
Es geht Trump, so hört man, um die Befreiung politischer Gefangener durch den Kreml. Im Austausch dafür soll es eine Lockerung der US-Sanktionen gegen die russische Wirtschaft geben. John Coale ist der US-Gesandte, der derzeit den Plan ausarbeitet. Coale hat schon zahlreiche Deals mit Weißrussland geschlossen, die zur Freilassung von rund 500 Gefangenen führten. Politik als Rettungsoper – kann es etwas Rührenderes geben?
Beachtet wurden die Freilassungen bisher aber kaum. Im Dezember kamen 123 Gefangene frei, darunter die prominente Bürgerrechtlerin Maria Kalesnikava und der Dissident und Friedensnobelpreisträger Ales Bjaljazki. Schon damals sagte Coale: „In dem Maße, in dem die Beziehungen der beiden Länder [der USA und Weißrusslands] sich normalisieren, werden immer mehr Sanktionen aufgehoben werden.“ Die USA kaufen seitdem wieder Kaliumdünger aus Weißrussland, zugleich das wichtigste Exportgut des Landes.
Mitte September begnadigte Präsident Alexander Lukaschenko weitere 15 Gefangene, beklagte sich aber zugleich, dass die EU dem Vorbild Trumps an dieser Stelle nicht folgt. Erst letzte Woche kündigte Trump einen „massiven Kaliumdünger-Deal“ mit Weißrussland an.
Die Idee kam vom Gründer der Nowaja Gazeta
Nun wollen Trump und sein Gesandter dieselbe Methode auf Putin und Russland anwenden. Coale erklärt, dass all dies zur Möglichkeit des Friedens beitrage: „Je mehr Interaktion, desto mehr Kompromisse – seien es wirtschaftliche, Gefangene oder andere –, und das führt hoffentlich Schritt für Schritt zum Frieden. Das ist sozusagen die Mission.“ Die Idee zur Übertragung auf Russland stammt ursprünglich vom russischen Dissidenten und ehemaligen Herausgeber der Nowaja Gazeta, Dmitri Muratow. Auch er ist Träger des Friedensnobelpreises. Es hat Gewicht, wenn gerade der Mitbegründer – neben Gorbatschow – der einst wichtigsten Oppositionszeitung Russlands diesen Vorschlag gegenüber einem US-Offiziellen gemacht hat. Die Gazeta-Journalistin Anna Politkowskaja war einst ermordet worden. Andere Dissidenten – auch gegen den Krieg in der Ukraine – sitzen heute in russischen Gefängnissen. Die Nowaja Gazette ließ Putin 2022 schließen.
Das klingt insgesamt sogar nach einem Win-Win-Angebot an Putin. Zumindest moralisch stünde Putin so sicherer auf der Seite der Sieger, als heute, wo er politische Gefangene wie die Theaterdirektorin Evgenia Berkovitch, die 2022 den Ukraine-Krieg kritisiert hatte, in der Haft belässt.
Ein doppelter Gewinn könnte es aber vor allem für den Westen sein. Denn der bliebe einerseits seinen Werten treu und könnte daneben wieder mit Russland handeln. Putin wiederum könnte Gefangene wie Berkovitch freilassen, die in vielen Fällen wohl in den Westen ausreisen würden. Vor allem wäre ein Abkommen in dieser Art ein typischer Trump-Deal, der ganz im Sinne des US-Präsidenten ein Zeichen für die Reintegration Russlands in den Welthandel setzen würde – zugleich ein humanitäres und ein Friedenselement beinhalten würde: die Freilassung politischer Häftlinge und die Aussicht auf ein Ende des Krieges. Und das wäre ein Signal der Hoffnung.
EU – der Verein schwächlicher Ukraine-Falken
Zu dem Austausch von Gefangenen gegen das Ende von Sanktionen könnte es kommen, noch bevor der Ukraine-Krieg endet. Später könnten „lukrative“ amerikanisch-russische Deals wie die Lieferung von russischem Öl, Diesel, seltenen Erden und anderen Gütern folgen.
Trump und seine Diplomaten haben schon länger nach Möglichkeiten gesucht, den politischen Vorteil mit wirtschaftlichem Gewinn für die USA zu verbinden. Das entspricht offenbar den Aufgaben eines US-Präsidenten. Gegen Trumps Deal-Vorhaben spricht, dass er so die russische Kriegswirtschaft unterstützen würde. Aber der scheint es ohnehin nicht an viel zu mangeln. Hinlänglich bekannt ist auch, dass sogar die EU – dieser Verein schwächlicher Ukraine-Falken – russisches Öl und Gas einkauft, solange es nur einen Umweg über Indien oder die Verflüssigung macht. Das energieintensiv verflüssigte Gas scheint besser als jenes zu sein, das in natürlicher Form durch Pipelines nach Europa strömt. Noch immer stammen 12 % der EU-Gasimporte und sogar 14 % der LNG-Importe (vor allem an Frankreich, Spanien, Belgien) aus Russland.
Kushner: Auch die Ukraine würde profitieren
Heute singt Trumps Sondergesandter Jared Kushner, zugleich Mann von Trump-Tochter Ivanka, das Loblied von „Wohlstandsabkommen“. Denn solche wirtschaftlichen Deals würden ganze „Gesellschaften dazu bewegen, sich für den Frieden zu engagieren und sich dafür zu begeistern“. Sie würden so zugleich „zur besten Sicherheitsgarantie“ für die Zukunft Osteuropas. Man mag das als blumig empfinden, oder als notdürftige Maskierung von Geschäftsinteressen. Die sind aber nicht per se kritikwürdig, sondern gehören zu den zwischenstaatlichen Beziehungen ebenso wie zu denen zwischen den Bürgern verschiedener Länder. In vielen Ländern zumal Osteuropas wartet man seit langem auf die Rückkehr Russlands in den eigenen, westlichen Exportmarkt.
Was Kushner sagt, ist, dass auch das Land Ukraine von solchen Abkommen profitieren würde. Das mag für die derzeitige Regierung nicht gelten. Selenskyj versucht, was er kann, um die Handelsdeals zu kritisieren, zu hintertreiben, zu verhindern. Sein Schicksal hängt auch vom Fortgang des Krieges ab – in einer Weise, die vielleicht noch gar nicht ganz offen zu Tage liegt.
Aber im Gegensatz zum Fall Weißrussland sehen auch US-Diplomaten ein wichtiges Hindernis vor dem Abschluss der angedachten Geschäftsabkommen: Einen Waffenstillstand bräuchte es dafür zumindest. Die Arbeit von John Coale könnte ein erstes Stadium noch vor einem Waffenstillstand sein. Ein Deal politische Gefangene gegen Sanktionslockerung wäre ein Entspannungssignal vor dem Friedensschluss und könnte selbst zu einem Waffenstillstand führen.





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Wenn die EU sich aus dem Ukrainekrieg zurückzieht, kann es sofort zum Frieden kommen. Wir sollten den Hintergrund dieses Kampfes um die Neuorganisation der Welt zwischen Großmächten und Globalisten mit veränderlichen Koalitionen nicht aus den Augen verlieren. US-Sanktionen gegen EU-Zensoren legen Kampf im US-Deep-State offen Ukraine, Great Reset: Der Krieg leitet ein neues Finanzsystem ein (101) Die Blackrock Plandemie – Wie Merkel & Merz Deutschland für Blackrocks ‘Great Reset’ opfern – YouTube So will man uns bis 2030 versklaven… (Great Reset EDITION) – YouTube Markus Krall über Epstein, Great Reset & die geheime Agenda – YouTube Epstein, KI, Politik: Great… Mehr
Ich weiss nicht mehr ob TE in den Jahren 2021-2024 über den mehrfachen Gefangenenaustausch USA-Russland berichtet hat. Die umfangreichste Aktion war in 2024 als insgesamt 16 Personen aus Russland befreit wurden, und 8 nach Russland übergeben wurden. Die vielleicht bekanntesten Namen waren aus Deutschland der Tiergartenmörder Krasikov und der WSJ-Journalist/ US-Bürger Gershkovich. Es waren auch Personen aus Polen, Slovenien, Norwegen und Belarus auf der Liste – eine komplexe Koordination auf Diplomatenebene mehrerer Länder.
Ein gesichtwahrender Ausweg für die USA. Aber auch Deutschland kann sich freuen! Wir haben dann die Chance ein par Straftäter aufzunehmen.
Warum ist dafür ein Waffenstillstand erforderlich? Das kann ich nicht nachvollziehen.
Das ist es auch nicht. Das bringen diejenigen ins Spiel, die den Deal sabotieren wollen.
Weil die Ukraine aus dem letzten Loch pfeift und sie Angst hat, dass ein harter Winter ihr den Rest gibt.
Lt Selenskyi stellt sich die Ukraine auf einen sehr harten Winter ein, weil die meisten Kumpel im Bergbau, an der Front sind, dürfte die Durchschnittstemperatur in den Zimmern Anlass geben, einen dauerhaften Frieden zu akzeptieren.
Ich höre schon unsere Politiker, die unser Erdgas in die Ukraine schicken wollen.
Um die Verteidigung neu zu organisieren und den Russen zu stoppen. Das ist doch jedes Mal das gleiche.
Alle, die das jetzt weder wollen und verächtlich machen noch Trumps Initiative begrüßen , muss man doch mal fragen, welche Alternativen die bevorzugen!? Wollen die lieber einen dauerhaften Weltkrieg? Ich bin sehr dafür, diesen ersten Schritt des Austausches zu tun. Vielleicht gibt es ja doch noch einen Weg, wieder zu einem friedlichen Miteinander zu finden. Es ist ein erster Schritt. Die nächsten Schritte müssen dann folgen. Und hoffentlich gehört Krieg nicht mehr dazu. Und wann dürfen die Ukrainer denn mal wieder wählen? Ich könnte mir vorstellen, dass sehr viele Menschen dort die Nase voll haben von Krieg und Zerstörung, die… Mehr
In der Ukraine da wäre ich auch dafür nicht von Denen die sich nach Deutschland abgesetzt haben
Das ist nun eine neue Variante und zugleich altbekannte Art, Wandel durch Annäherung um die andere Seite zur Umkehr zu bewegen und hat nur einen Haken, daß man zutiefst unzuverlässig ist und die Russen halten es nun nach alter Väter Sitte und zerstören das aufgetretene Problem und der Westen kann zusehen oder eingreifen, was die schlechteste aller Lösungen wäre, will man dabei nicht selbst über die Wupper gehen und wer noch an einen Sieg der Ukraine glaubt, hat zuviel ARD gesehen und Spiegel gelesen, die sich alles schönreden, damit es ins eigene Weltbild paßt. Das wird schon deshalb zum Problem,… Mehr
Die Amerikaner suchen und suchen nach jedem Scheitern weiter. Ja, natürlich mit Ergebnissen, von denen sie profitieren. Das ist legitim. Und die EU? Kriegstreiber, weil sie Ablenkung braucht von ihren Maßnahmen, die den Superstaat vorbei an den Mitgliedsstaaten formen sollen. Die USA düngen, während die EU und D a la DK mindestens die deutschen Böden in fruchtloses Land, Wind- und Sonnestandorte oder Biogasfelder verwandelt. Auch als Urlaubsland werden damit weite Teile Ds „unfruchtbar“. Babyboomer mögen die Natur ja noch schätzen und immer weniger finden. Aber macht die Jugend Urlaub in D? In schönen Windradgegenden? Schon geschickt, UvdL die Hinrichtung Ds… Mehr
Das kann man schlecht vergleichen – damals gab es die totalitäre Sowjetunion und der Westen war viel freier. Heute müsste man intensiv grübeln, auf welcher Seite mehr Freiheit herrscht.
klar beeäugen Berlin, Brüssel, Warschau und Paris jede Annäherung der USA an Russland und erst recht jede Friedensinitiative argwöhnisch, hat man sich doch auf eine jahrelange Fortsetzung des Krieges eingerichtet und rüstet sogar für den direkten Krieg mit Russland.
Das lenkt so schön von den riesigen hausgemachten Problemen ab, ermöglicht immer weitere Verschuldung zum Vorteil der Finanzindustrie, pusht die militärisch-industriellen Komplexe sowie ihre Aktionäre und ermöglicht bei Bedarf den Ausnahmezustand.
Das sind doch nur alles Bluffs. Wie lange hält der Westen die Sprit- & Gaspreise noch durch? Freie Fahrt durch die Straße von Hormus & den Golf von Aden wird es nur noch gegen die Aufhebung aller Sanktionen gegen den Iran & Rußland geben.