Straßenschlachten in Paris: 200.000 Menschen demonstrieren in Frankreich gegen den Impfzwang

In Frankreich brodelt es: Immer stärker mobilisieren die Gegner der Impf- und Corona-Politik. In Paris kam es zu schweren Auseinandersetzungen mit der Polizei. Derweil sieht man Macrons Politik in Deutschland als Vorbild.

IMAGO / Le Pictorium

Während in Deutschland immer mehr Politiker darüber nachdenken, dass französische Gesundheitspass-System für Deutschland zu übernehmen, wächst in Frankreich die Bewegung gegen die Regierung Macron immer stärker. Die Regierung führt eine Impfpflicht für Gesundheitspersonal ein sowie einen verpflichtenden Gesundheitspass, bei dem Ungeimpfte zur Teilnahme am öffentlichen Leben einen negativen Corona-test vorweisen müssen, den sie selbst zu zahlen haben.

In Frankreich waren am Samstag an über 100 in allen großen Städten der Republik nach offiziellen Angaben über 200.000 Menschen auf den Straßen. Die Bewegung wächst immer weiter: Vor drei Wochen demonstrierten am Tag der Bastille noch weniger als 20.000 Menschen, vor zwei Wochen 116.000 und letzte Woche 160.000.

In Paris kam es jetzt zu schweren Auseinandersetzungen: Brennende Barrikaden, Tränengasgranaten, Wasserwerfer. Auf die Polizei wurden Pflastersteine und Flaschen geworfen, es kam zu zahlreichen Prügeleien. Oftmals musste die Polizei sich teils hektisch zurückziehen, mehrere Beamte wurden verletzt, die Kleidung von einem fing Feuer, konnte aber schnell gelöscht werden. Beobachter berichten, dass die Polizeien vielerorts die Kontrolle verlor und sich auch mit Gewaltanwendung kaum durchsetzen konnte.

Die Demonstranten riefen u.a. „Macron Rücktritt“, „Gegen die Gesundheitsdiktatur“, und „Freiheit“.  In Paris waren vier Kundgebungen angemeldet, zwei davon wurden von führenden Köpfen der Gelbwesten-Bewegung angeführt, eine von der Partei „Les Patriotes“.

Wie zuletzt auch sind die Proteste extrem heterogen, viele Demonstranten stammen aus der Unterschicht und aus Problemvierteln. Dieser Schmelztiegel erinnert immer stärker an die Gelbwesten-Proteste, entsprechend angespannt ist die Stimmung im politischen Paris.

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Kommentare ( 79 )

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leser80
1 Monat her

Einfach ein Mißbrauch der Polizei durch die Politik.
Polizisten in iher Dienstkleidung der 50-er Jahre: eine gewaltätige Demonstration im heutigen Ausmaß damals undenkbar.
Heute die Polizisten als kampfgestählte Krieger – da muß man schon die Wut kriegen.Angestachelt von einem Scholz aus der SPD.
Nettigkeit doch möglich, letzthin bei der großen Hitzen, abgelegt die Kriegsmontur, friedlich in Gruppen plaudernd.

fatherted
1 Monat her

Macron fliegt gerade sein Land um die Ohren. Mal sehen wie lange es noch dauert bis das in Deutschland auch so kommt…aber der Deutsche Michel ist leidensfähig.

lube
1 Monat her

Die EU ist doch ein Friedensprojekt. Sie will doch nur neomarxistische Ideologie mit dem Großkapital verbinden. Ich glaube UvDL und Dr.Merkel sie wollen nur das beste für uns.
Allerdings glaube ich auch, dass nur das Ausland uns noch retten kann .

Lee Bert Aire
1 Monat her

Der sogenannte Bundespräsident lobte vor kurzem auch Südafrika als leuchtendes Vorbild für Deutschland.

Abendroete
1 Monat her

Es gibt auch stille Proteste……
Das Gesundheitspersonal kann den Job aufkündigen; sich etwas anderes suchen oder krank sein. Letztendlich wird es an Personal fehlen den Impfzwang umzusetzen…..
In den Speiserestaurants werden Adresslisten ausgelegt. Es ist der Stille Protest des Ignorieren…..
Die Maske wird unterhalb der Nase getragen…..

Bummi
1 Monat her

Der faktische Impfzwang für alle auch in Deutschland ist ein Verbrechen Das ist eine Diktatur was wir hier erleben, nicht besser wie die DDR und andere autoritäre Staaten.

Nacktflitzer
1 Monat her

Vielleicht ein Hoffnungsschimmer: Fiele Macron über den Impfzwang und den grünen Pass. Dann würden sich auch die anderen Länder zwei Mal überlegen, was sie machen.

HansKarl70
1 Monat her
Antworten an  Nacktflitzer

Es würde mich natürlich freuen wenn Macron über den Impfzwang fiele, denn niemand hat ein Recht dazu, dermaßen in das Privatleben eines Menschen einzudringen. Nur leider bestimmen ganz andere Leute, Leute mit viel, viel Geld was in Frankreich passiert und leider ist es auch egal wo auf der Welt sich diese Leute gerade befinden. Aber vielleicht haben wir ja Glück und erleben gerade den Anfang vom Ende, wenn es auch etwas dauern wird.

Fabian S.
1 Monat her

Das sollen noch Demokratien sein?

omega
1 Monat her

Die in Frankreich geplanten Massnahmen passen nicht zu den neue Erkenntnissen, das auch geimpfte Covid übertragen können. Wenn, dann müssten ALLE einen Test auf eigene Kosten machen bevor sie Zug fahren ins Kaffee gehen, in ein Konzert, etc., und ALLE Masken tragen. Impfung scheint nur dem Selbstschutz vor einem schweren Verlauf zu dienen, sollte also bes. Älteren angeboten werden…. ich sage angeboten, keine Zwangsimpfung. Optimal wäre es alles freizugeben und die Menschen selber entscheiden zu lassen, ob und wie sie sich schützen wollen…. wie das geht sollte jeder schon langsam mitbekommen haben….. Siehe Schweden UK USA ……, diese Länder sind… Mehr

Warte nicht auf bessre zeiten
1 Monat her

Eine heterogene Zusammensetzung von Demonstrationen ist typisch für gesellschaftlich Umbruchssituationen, da eben nicht mehr einzelene Gruppen für ihre Partikularinteressen in einem im Prinzip funktionierenden Gemeinwesen auf die Strasse gehen, sondern ein generelless Unbehagen mit den Zuständen zum Ausdruck kommt. Dabei haben viele teilnehmende Gruppen weiter v.a. ihre Partikularinteressen im Blick, bringen aber zunächst einmal ihre generelle Ablehnung des Bestehenden zum Ausdruck. Am Anfang stehen immer eher intellektuelle Aktivisten, dann gesellen sich meist eher jüngere „Frustbürger“, oft aus „unteren“ Schichten hinzu.Wenn diese Demos es schaffen, ein allgemeines Unbehagen adäquat zum Ausdruck zu bringen, ein konkretes Ziel aufzeigen und der Repressionsapparat auch… Mehr