Die Gegner des Gesetzes prognostizierten Chaos, Boykott-Drohungen, Tränen bei kleinen Mädchen. Nach der ersten Unterrichtswoche sieht die Situation anders aus: Das Verbot für Schülerinnen unter 14 Jahren, in der Schule Kopftuch zu tragen, wird verwirklicht. Allerdings nicht überall reibungslos.
picture alliance / HELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com | HELMUT FOHRINGER
Seit dem 1. September gilt Paragraph 43a des Schulunterrichtsgesetzes, praktisch wurde er mit dem Schulstart am 7. September in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland, der Westen Österreichs folgte am 14. September: Verboten ist die islamische Verhüllung im Schulgebäude, auf dem Pausenhof, im Turnsaal und auf dem Sportplatz. Nicht verboten ist sie zu Hause, auf dem Schulweg und bei Veranstaltungen außerhalb der Schule. Lehrkräfte sollen respektvoll und möglichst unter vier Augen zum Abnehmen auffordern. Beim ersten Verstoß folgt ein Gespräch mit Eltern, dann schaltet sich die Bildungsdirektion ein – und bei beharrlicher Uneinsichtigkeit der Eltern die amtliche Kinder- und Jugendhilfe. Den Eltern, die Widerstand leisten, drohen 150 bis 800 Euro Strafe, auch mehrfach. Lehrer dürfen das Tuch nicht vom Kopf ziehen.
Thomas Krebs, Vize-Vorsitzender der Wiener Pflichtschullehrergewerkschaft, sagte dazu gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Nach den Rückmeldungen, die wir aus den Schulen bekommen, wird das Kopftuchverbot umgesetzt, und es funktioniert.“ Offizielle Zahlen gibt es noch nicht. Bildungsminister Christoph Wiederkehr (von der links-liberalen Kleinpartei Neos) hat ein Monitoring der Bildungsdirektionen angekündigt, ein erster Zwischenstand kommt im Herbst.
Bis dahin gilt das inoffizielle Lagebild aus den Standorten. Das österreichische Nachrichtenmagazin profil telefonierte dazu mit den Leitern von Brennpunktschulen. Eine Direktion bestätigte: „Es gibt kein Problem bei uns. Das Verbot betrifft zwei Mädchen unter 14 Jahren, wir haben mit ihnen gesprochen und eine Lösung gefunden.“ Ein anderer Direktor einer Schule mit hohem Migrantenanteil sagte: Am Montag hatte er sieben offene Fälle, danach zwei. Im Vorjahr waren 40 Mädchen verhüllt. Und Lehrer-Gewerkschafter Thomas Bulant nannte den Schulbeginn „so ruhig wie selten“.
Kapuzen-Sweater statt Kopftuch
In Wiens Migranten-Bezirk Favoriten soll ein Standort auffallend viele Verstöße gemeldet haben: Manche Mädchen kamen mit Kapuze, Mütze oder in Sportkleidung. Eine Wiener Schülerin erklärte gegenüber Tichys Einblick: „Die muslimischen Mitschülerinnen ziehen jetzt die Kapuzen ihrer Sweater über den Kopf und tief ins Gesicht, um damit das Kopftuch zu ersetzen.“ Das ist eine offenbar von den muslimischen Eltern geduldete Umgehung der gesetzlichen Regel – und ein Versuch, ein neues Gesetz weichzuspülen.
Auch deshalb hat Integrationsministerin Claudia Plakolm (ÖVP) im Parlament betont, das Kinderkopftuch sei „kein harmloses Stück Stoff“. Es sei „ein Zeichen der Unterdrückung“. Kein Mädchen in Österreich solle damit aufwachsen, dass sein Körper versteckt werden müsse. Die Regierung wolle „ein freies, sichtbares und selbstbestimmtes Aufwachsen“. Der Begriff der islamischen Verhüllung sei erstmals eindeutig definiert, vom Hidschab bis zur Burka.


Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Mittlerweile macht mich der Anblick dieser Verhüllungen aggressiv! 500 Meter vom Haus eine Gesamtschule und es kaufen immer mehr Kopftücher vorbei! Wichtigtuerinnen! Nach dem Motto: „wir zeigen es euch!“ Nach 9/11 stellte meine Schwester fest (Lehrerin), dass plötzlich Kopftücher in der Schule auftauchten. War vor 9/11 kein Thema. Vielleicht sollten die „hier längerlebenden“ mal ein Licht einschalten und aufhören sich zu ducken. Aufrecht gegen unterm Teppich wird schwierig!
Zumindest ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.
Das Kopftuch-/Burka-/Nikabverbot generell in Europa wäre durchaus angemessen. Symbolisiert es doch nur eins:
Die totale Unterdrückung von Mädchen und Frauen.
Ein erster Anfang. Nur leider nicht wirklich konsequent. Warum nur unter 14? Einfach in allen Schulen diese Verhüllung komplett verbieten. Für alle Schüler und alle Lehrer. Und auch für Elternabende und Schulfeste.
Die beste Lösung wären verpflichtende Schuluniformen. Dann wäre nämlich auch Schluss mit „Umgehung der gesetzlichen Regel“. Ein christlich geprägtes Land sollte sich nicht durch „Umgehung der gesetzlichen Regel“ auf der Nase herumztanzen lassen.
Unsere Kultur – unsere Regeln. Passt Euch an oder geht wieder zurück in jene Länder, in denen Ihr Eure archaischen Riten ungehindert ausleben könnt.
Schluss mit Tolerenz gegenüber Intoleranten!
Sofern es nicht – wie bereits 2020 – erneut vom österreichischen Verfassungsgericht aufgehoben wird. Es bleibt abzuwarten.
„Unter 14“ ist auch nur wieder halbgares Geeier. Das Kopftuch signalisiert eine politische Haltung und hat an Schulen so wenig zu suchen wie andere politische Symbole.
Exakt. Und es sollte vor allem auch fuer die Lehrerinnen gelten.
In Asslar gibt es eine Schulklasse in der nur 3 von 30 Kindern biodeutsch sind.
Das Gros der anderen 27 Kinder kann kaum oder gar kein Deutsch sprechen.
Die Lehrerin traegt Kopftuch und unterrichtet diese Kinder dann, zu Lasten der 3 deutschen Kinder, halt auf Tuerkisch.
Ein Land, das dies alles zulaesst, hat den Kampf nicht nur verloren, sondern gibt es hiermit auch unumwunden zu.
Da weurde „der Kampf“ gar nicht aufgenommen:
Wo sind wie eigentlicht? Die Deutschen geben ihr Eigentum an Deutschland auf? Sind nur noch geduldet? Zumindest bald?
Landesverräter in den Eigenen Reihen? Merkel war die Anführerin?
„Kapuzen-Sweater statt Kopftuch“ Ein schönes Beispiel dafür, wie (neue) Gesetze umgangen werden, wenn sie nicht eindeutig formuliert sind.
Ich finde es keineswegs erwähnenswert, daß das Kopftuchverbot „nicht reibungslos“ durchgesetzt werden kann. Wer hat solches erwartet? Genau darum geht es doch: Sinnvolles und Wirkmächtiges auch gegen den Widerstand gewisser Interessengruppen durchzusetzen – und die Reibung auszuhalten. Die deutsche Politik ist so, wie sie ist, weil es zu wenige Protagonisten in ihr gibt, die die Hitze in der Küche vertragen.
Eine ziemlich seltsame Religion, die durch Äusserlichkeiten penetrant versucht, sich in den Mittelpunkt zu drängen. Für was eigentlich? Das ist nichts anderes als eine „Macht-Demonstration“, die sich christliche Religionen so nicht einfach bieten lassen sollten!
Wenn die islamische Verhüllung auf die geistige Umnachtung derer trifft, die glauben, dass sie mit einem Verhüllungsverbot der Islamisierung die Stirn bieten können, dann werden sie nur noch schneller die Intoleranz derer spüren, die den toleranzbesoffenen Selbstmord der Verhüllungsgegner beklatschen.
„Den Eltern, die Widerstand leisten, drohen 150 bis 800 Euro Strafe, auch mehrfach“
In vielen Fällen eigentlich dem Steuerzahler….
Glaube auch nicht, dass Aische und Ahmed so viel Kohle haben, um davon auch noch Strafgelder zu zahlen. Die lassen es einfach drauf ankommen.