16 Tote: Mexikos Drogenkartelle greifen die Regierung an

Tote Soldaten, erschossene Kriminelle, brennende Gebäude: Die Tötung des berüchtigten Kartellführers Nemesio „El Mencho" Oseguera Cervantes, Anführer des Jalisco New Generation Cartels (CJNG), hat zu landesweiten Unruhen geführt.

picture alliance / NurPhoto | Gerardo Vieyra

Der Tod von „El Mencho“ und die harte Reaktion der Drogenbanden auf mehrere Militäroperationen sorgen für diese neue Welle der Gewalt in Mexiko: Bei einem Zugriff der mexikanischen Streitkräfte mit US-Unterstützung wurde am vergangenen Wochenende in Tapalpa, Jalisco, Nemesio „El Mencho“ Oseguera Cervantes getötet. Oseguera Cervantes, der als einer der mächtigsten Drogenbosse der Welt galt, starb an den Schusswunden, die er während der Festnahme erlitt, im Notarzthelikopter auf dem Weg nach Mexiko-Stadt, berichtet CNN.

Die Operation, die in Kooperation mit US-Behörden durchgeführt wurde, markiert einen bedeutenden Schlag gegen das CJNG, das für den Schmuggel von Fentanyl, Kokain und Methamphetamin verantwortlich ist und in mehr als 40 Ländern aktiv ist. Die US-Regierung hatte ein Kopfgeld von 15 Millionen Dollar auf Nemesio Oseguera Cervantes ausgesetzt. Doch der Tod von „El Mencho“ ist nur der bisherige Höhepunkt langjähriger Spannungen: Seit 2025 hat der Druck der US-Regierung unter Präsident Donald Trump zugenommen, der Mexiko als von Kartellen gesteuert bezeichnet und mit militärischen Aktionen droht.

Mexiko hat darauf reagiert: 92 mutmaßliche Kartellmitglieder wurden an die USA ausgeliefert, darunter auch hochrangige Kriminelle aus dem CJNG und dem Beltrán-Leyva-Kartell. Interne Konflikte innerhalb der Kartelle, wie ein „Bürgerkrieg“ im Sinaloa-Kartell zwischen den Fraktionen „Los Chapitos“ und „El Mayo“, hatten bereits zuvor zu einer Eskalation der Gewalt in Mexiko geführt. Die Schwächung der Kartelle – oft durch Verhaftungen oder Tötungen von Führern ausgelöst – führt zu weiteren Machtkämpfen und höheren Mordraten, wie es etwa in Sinaloa seit 2024 der Fall ist. Mexikanische Quellen berichten, dass das CJNG bereits vor dem Tod von „El Mencho“ in 22 Bundesstaaten dominierte und für Tausende von Morden verantwortlich war.

Die aktuelle Situation in Mexiko ist schockierend: Von den Urlaubs-Ressorts aus sind die schwarzen Rauchsäulen brennender Fahrzeuge und Gebäude gut zu sehen, die Sicherheitskrise ist spürbar. Die Reaktion auf den Tod von „El Mencho“ überraschte Polizei und Armee: Innerhalb weniger Stunden blockierten schwerbewaffnete Gruppen Straßen in mehr als 20 Bundesstaaten, darunter Jalisco, Michoacán, Guanajuato, Colima, Nayarit und Tamaulipas. Es kam zu 252 Blockaden, bei denen Fahrzeuge, Busse und Geschäfte in Brand gesetzt wurden.

Flughäfen mussten geschlossen werden

In Touristenorten wie Puerto Vallarta und Guadalajara kam es zu Schusswechseln, Flughäfen wurden geschlossen, und Fluggesellschaften wie Air Canada stellten Flüge ein. US- und kanadische Botschaften rieten ihren Bürgern, in ihren Häusern und Hotels zu bleiben, während die mexikanische Nationalgarde sogar aus Black-Hawk-Hubschraubern das Feuer auf die Kriminellen eröffnete. Die Schulen bleiben am 23. Februar geschlossen, auch in Städten wie Cancún und Tijuana breiten sich die Unruhen aus.

Mexikanische Medien berichten von Chaos: In Guadalajara wurden Supermärkte und Banken angegriffen, in Michoacán Zivilisten vertrieben.Die Gewalt könnte zu einer Neustrukturierung der Kartelle führen, mit Kämpfen um Territorien wie Tierra Caliente, wo Gruppen wie Cárteles Unidos und La Familia Michoacana das Machtvakuum nutzen könnten, das durch den Tod „El Menchos“ entstanden ist. Bislang dürften 16 Kartellmitglieder und Sicherheitskräfte getötetet worden sein. Der wirtschaftliche Schaden ist enorm, insbesondere für den Tourismussektor.

Die sozialistische Präsidentin Claudia Sheinbaum, seit 2024 als erste Frau und Vertreterin der linken Morena-Partei Mexikos an der Staatsspitze, steht unter Druck: Sie lobte noch vor wenigen Stunden die Operation gegen „El Mencho“ als Erfolg der Sicherheitskräfte. Nun muss sie die Bevölkerung beruhigen: „Es gibt eine Koordination mit allen Bundesstaaten.“

Direkte US-Militäreinsätze lehnt sie weiterhin ab und betont Mexikos Souveränität: „Das wird nicht passieren.“

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Kommentare ( 11 )

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fatherted
3 Stunden her

Demnächst soll da ja WM stattfinden…..da würde ich mich als Fan mal fragen, ob es mir das Wert wäre….für die „Mannschaft“ den Hals zu riskieren. Aber vielleicht sagen die jetzt die WM ab…wegen „Sicherheitsbedenken“….dann sind sie ja fein raus…..

Karl Renschu
3 Stunden her

In Berlin könnt ihr Asyl bekommen.

Kampfkater1969
3 Stunden her

Sozialisten decken in der Regel Kriminelle Strukturen, um bei Bedarf auf sie zurückgreifen zu können. Hier funktioniert dies nicht mehr!
Drogen sind eine Geißel für die Menschen. Das muss rigoros bekämpft werden. Erst wenn die Nutznießer des Drogenkonsums ausser Gefecht gesetzt sind, geht es mit einer Gesellschaft aufwärts.

Haba Orwell
3 Stunden her

> Direkte US-Militäreinsätze lehnt sie weiterhin ab und betont Mexikos Souveränität: „Das wird nicht passieren.“

Wieso? Sollten doch die Amis wieder lernen, dass richtiger Krieg richtige Verluste bedeutet. Darauf zündeln die hoffentlich weniger in den anderen Weltgegenden – und MAGA erinnert nachdrücklich, was einst versprochen wurde.

Guzzi_Cali_2
3 Stunden her

Wenn man sieht, was der Präsident von El Salvador Najib Bukele mit seinem CECOT-Gefängnis erreicht hat, möchte man genau das auch den Mexikanern anraten. Aber solange dort eine Sozialistin herrscht und die Mexikaner diesem sozialistischen Geschwür nicht abschwören, so lange wird das weitergehen. Was wurden Herrn Bukele seitens der linksradikalen Medien Menschenfeindlichkeit und KZ-Methoden vorgeworfen – immer vergessend, daß die dort Einsitzenden pro Kopf allesamt mehrere Dutzend Morde auf dem Kerbholz und ihre Mitbürger terrorisiert haben. Solche Banden sind nur mit rigidesten Methoden zu bekämpfen. Aber wie bei Sozialisten üblich: Es wird erstmal NICHTS gemacht, bis die Zustände unaushaltbar sind.… Mehr

Last edited 3 Stunden her by Guzzi_Cali_2
Autour
3 Stunden her

Man kann Mexiko eigentlich nur von aussen helfen… die Kartellstrukturen haben sich schon so weit in die politischen Kreise gefressen. Ohne die USA wären diese „Schläge“ nicht möglich… Mann kann nur mit martialen Strafen und härtestem Durchgreifen diesen Filz durchdringen….
Ich wünsche es den Mexikanern, dass sie sich endlich von diesem Abschaum befreien können. Es ist ein unglaublich spannendes Land mit atemberaubender Natur und riesigem Potential!
Nur muss man diesen Müll leider erst mal rausbringen und das wird einige Zeit dauern, wenn man es denn überhaupt schafft…

Axel Kostner
4 Stunden her

Der Angriff der Drogenkartelle auf die bestehende Ordnung (falls es die in Mexiko und anderen Ländern Mittel- und Südamerikas je gegeben hat) zeigt einmal mehr, wie recht Trump mit seiner Einschätzung hat, dass die Drogenmafia aufs Schärfste und, wenn nötig, mit Waffengewalt bekämpft werden muss. Die Bilanz des US-Präsidenten nach einem Jahr Amtszeit könnte besser nicht sein: Staatliche Finanzen für die linksextremistische USAID gekappt, den Klima-Schwachsinn beendet, Antifa als Terrororganisation eingestuft, Diktator Maduro festgesetzt, Austritt aus der WHO, Putin auf diplomatischem Weg angesprochen, die Terror-Hamas in Gaza (zumindest temporär) eingehegt, der Zensur- und Unterdrückungs-EU den Kampf angesagt usw. usw.

verblichene Rose
4 Stunden her

Ich bin gestern mal wieder am Hamburger Hauptbahnhof vorbei gefahren. Dort halten sich am sog. „Dropin“ täglich bis zu 300(!) Süchtige und/oder Obdachlose auf. Die meisten laufen wie ferngesteuert durch die Gegend, weshalb man dort auch max. 30KmH fahren darf. Einen Kindergarten gibt es dort m.W. nicht.
Ich frage mich, bei der Nähe zum Hamburger Hafen, woher die alle ihre täglich benötigten Drogen her bekommen.
Nur falls hier wieder jemand sagt, daß Herr Trump „unberechtigt“ im mexikanischen Drogenkampf mitmischt, während Drogensüchtige hierzulande bestenfalls verwaltet werden und man denen auch noch einen (neuerdings abgezäunten) „Spielplatz“ zur Verfügung stellt…

Kassandra
4 Stunden her

Bukele, der ElSalvador wieder sicher machte, nimmt so Stellung:
Bukele just stated that being willing to use the strength of the state is key to successfully stopping organized crime and mass violence in a society   https://x.com/visegrad24/status/2025749901901017164

Haedenkamp
4 Stunden her

Gab es dort 10.000 Messerattacken im Jahr? Wohl eher nicht. Glückliches Mexiko.