Immer weniger Bilder dringen aus dem Iran, weil der Sicherheitsapparat auch gegen Starlink vorgeht. Derweil hat Trump Zölle gegen die Handelspartner des Iran verhängt. Auch Verhandlungen, wie von Teheran gewünscht, schließt er nicht aus. Vielleicht müssten die USA aber vorher „handeln“. Der steigende Blutzoll setzt Trump unter Druck.
picture alliance / Photoshot | -
Für Trump beginnt der Iran gerade damit, rote Linien zu überschreiten, die der US-Präsident als Richtschnur für sein Handeln gesetzt hat. Es geht um die Zahl der Todesopfer, die sich immer weiter nach oben schraubt. Sie setzt nun auch Trump unter Druck, seinen Worten Taten folgen zu lassen. Taten hat er auch zuletzt in Online-Posts angekündigt, etwa mit der Formulierung: „Hilfe ist unterwegs!“
Unklar bleibt bisher, wie Trump den iranischen Aufständischen helfen will. Sein erster konkreter Schritt ist nun die Verhängung von Zöllen gegen Staaten, die weiterhin mit dem Iran Handel treiben. 25 Prozent an Zollgebühren sollen alle jene treffen, die weiter mit dem Iran Handel treiben. Ziel ist die Beendigung der Ölexporte des Irans wie auch seiner Importe von raffiniertem Treibstoff. Vielleicht kriegen auch die EU-Staaten die Kurve und beenden ihre diesbezüglichen Aktivitäten im letzten Moment. Immerhin haben sie es in Jahrzehnten nicht geschafft, die iranischen Revolutionsgarden auf die Terrorliste zu setzen. Die wichtigsten Handelspartner des Irans waren bisher die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Irak.
Ein US-Militäreinsatz scheint weit entfernt und war vielleicht nicht einmal gemeint mit jenen „harten Schlägen“, von denen Trump sprach, auch wenn er ein „wir sind zum Einsatz bereit“ nachschob („we are locked and loaded“). Die Drohung damit wurde nun allerdings von der iranischen Führung zum Anlass genommen, um Verhandlungen vorzuschlagen. Laut Trump haben Vertreter des Irans schon am Samstag um Verhandlungen gebeten, und das über mehrere Kanäle. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi meldete sich beim US-Gesandten Steve Witkoff; über die Führung des Oman – seit langem ein Kommunikationskanal zwischen den USA und dem Iran – wurde dieselbe Botschaft überbracht.
Trump sagte dazu: „Der Iran will verhandeln. Wir werden uns vielleicht mit ihnen treffen, ein Treffen wird gerade organisiert. Aber aufgrund der aktuellen Lage müssen wir möglicherweise schon vor dem Treffen handeln.“ Am Montagabend hat Trump US-Bürger zur Ausreise aus dem Iran aufgerufen. Deutet das auf sein baldiges Handeln hin?
Wichtigste US-Bedingung: Einstellung der Terrorunterstützung
Am Sonntag veröffentlichte die US-Regierung Bedingungen für Verhandlungen mit Teheran, darunter die sofortige Beendigung des Einsatzes von scharfer Munition zur Unterdrückung von Protesten, Freilassung der Inhaftierten, Bereitschaft zur Übergabe von angereichertem Uran, Beendigung des Langstreckenraketenprojekts sowie die Einstellung der Unterstützung terroristischer Organisationen.
Wie eine „diplomatische Quelle“ gegenüber Israel Hayom erklärte, wird jedoch erwartet, dass die iranische Führung ihren Einsatz gegen Aufständige und friedliche Demonstranten intensiviert. „Es gibt bereits Tausende von Todesopfern unter der Zivilbevölkerung und Tausende weitere Inhaftierte, aber die Proteste hören nicht auf.“ 12.000 Getötete sollen es nach mehreren Quellen sein.
Das Regime kämpfe um sein Überleben, allerdings erwarte man dessen Sturz „nicht binnen Tagen“. Die Mullahs erkundeten aber bereits die Möglichkeiten politischen Asyls in Russland und Katar. „In jedem Fall wird es nicht mehr dasselbe Regime sein wie noch vor zwei Wochen. Selbst wenn es überlebt, wird es geschwächt sein, und die zu erwartenden Sanktionen werden seine Handlungsfähigkeit sowohl im Inland als auch in seinen Beziehungen zu den von ihm unterstützten Terrororganisationen einschränken“, so die Quelle weiter.
Reza Pahlawi hat eindringlich von Verhandlungen mit dem Regime abgeraten: Das Regime sei nun schwach und in der Defensive. „Die Iraner sind bereit, es zu stürzen. Sie brauchen keine Bodentruppen. Alles, was sie brauchen, ist die Handlung des Führers der freien Welt.“ Verhandlungen würden keinen Frieden bringen, nur „unmittelbare Aktion zur Unterstützung dieser mutigen Demonstranten“ werde tausende Leben retten und anhaltenden Frieden bringen.
Senator Lindsey Graham, der das Ohr Trumps haben soll, bestätigte, Verhandlungen mit der iranischen Führung machten keinen Sinn: „Wir stehen vor der größten Veränderung im Nahen Osten seit 1000 Jahren. Wir müssen stark bleiben und unseren Weg konsequent weitergehen.“
Mehr Internet für den Iran? Die EU-Großen wachen auf
Ein weiterer Vorstoß Trumps lässt aufhorchen. Er will demnach mit Elon Musk an der Wiederherstellung des Internets im Iran arbeiten, so Fox News. Und das könnte eine nicht ganz unwesentliche Hilfe werden. Denn ein voll funktionsfähiges Internet bedeutet Sichtbarkeit für die Geschehnisse im Iran, vor allem auch für die brutale Niederschlagung der Proteste. Sie bedeutet aber auch bessere Kommunikationsmöglichkeiten zwischen den Revolutionären. Es wäre also eine Chance für Trump, sein Versprechen einzulösen. Seit der Unterbrechung des Internets im Iran fehlen rund 30 Millionen Views unter den Posts von Reza Pahlawi.
Die EU-Mächtigen waren bislang ziemlich perplex angesichts der Revolution im Iran. Man wusste offenbar nicht, wie man sich angesichts der All-in-Haltung der USA verhalten sollte. Immerhin ist Donald Trump der heimliche Gottseibeiuns der EU-Größen. Aber das war nicht alles. Daneben mussten viele der EU-Europäer erst einmal ihre alte Verbundenheit mit dem Mullah-Regime ablegen, um sich schwungvoll von neuem als „Wertewesten“ darstellen zu können.
Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen brauchte mehr als zehn Tage, um auf das Geschehen im Iran zu reagieren. Sie war gerade – zusammen mit Ratschef António Costa – dabei, Deals mit dem neuen syrischen Interimspräsidenten Ahmed al-Scharaa (alter Kampfname: al-Dscholani) zu finden. Von der Leyen und Costa gaben al-Scharaa beide nicht die Hand, um peinliche Szenen zu vermeiden. Einer Frau hätte der angeblich geläuterte Islamist wohl eh keine Hand gereicht.
In ihrem späten Statement sprach von der Leyen erneut viel von „Freiheit“, der sie doch im Innern der EU sehr wenig zugetan ist. Höhepunkt ihres X-Vortrags: Sie verlangt die „Freiheit, … frei zu leben“ für die revolutionär gestimmten Iraner, und behauptet, „Europa“ – gemeint: die EU oder die Kommission, für die sie eigentlich allein sprechen kann – stehe hinter den Iranern. Ihre konkreten Forderungen scheinen von Washington abgeleitet zu sein: die Freilassung der Inhaftierten, die volle Wiederherstellung des Internets, der Respekt vor Grundrechten: „Die Verantwortlichen werden auf der falschen Seite der Geschichte in Erinnerung bleiben.“
Auffallend ist: In ihrem länglichen Tweet forderte von der Leyen keineswegs ein Ende des Islamischen Regimes. Das läuft vielleicht unter diplomatischer Zurückhaltung. In der Vergangenheit hatten die EU-Europäer immer als erste die Aufhebung von Sanktionen gegen den Iran gefordert. Derweil hat Roberta Metsola alle Diplomaten der Islamischen Republik Iran aus dem EU-Parlament verbannt, nachdem ihr aufgefallen war, dass die Mission des Landes noch das Internet benutzen kann, während es im Iran ausgeschaltet wurde. Bundeskanzler Friedrich Merz glaubt vom indischen Bangalore aus: „Ich gehe davon, dass wir jetzt hier auch gerade die letzten Tage und Wochen des Regimes sehen.“
Sniper in den Straßen – Iraner finden ihre toten Verwandten
Aus der letzten Nacht gibt es nur wenige Bilder aus Teheran und Isfahan. Sind sie authentisch? Das ist immer schwerer zu sagen.
Das Regime soll nun auch gegen Starlink vorgehen und Satellitenschüsseln konfiszieren. Eine nächtliche Ausgangssperre ist die Grundlage für die Schießbefehle des Regimes.
Aus Dezful im Südwestiran wird von arabischsprachigen Snipern berichtet, die wahllos Demonstranten ermorden. Auch aus Teheraner Nachbarschaften werden Massaker an Zivilisten berichtet, so Jfeed. Die Menschenrechtsgruppe HRANA hat 503 Todesopfer verifiziert, während andere wie die in Norwegen sitzende Gruppe Iran Human Rights (IHR) von 648 Opfern ausgehen. Die Befürchtung ist, dass es viel mehr sein könnten, vielleicht tausende. Schätzungsweise 10.000 Personen seien festgenommen worden.
Dazu könnte dieses Video passen:
Der Chef der Justiz der Islamischen Republik Gholam-Hossein Mohseni Ejei hat auf seinem X-Profil wiederholt klargemacht: „Dieses Mal werden wir den Randalierern keine Gnade zeigen…“
Die Realität der getöteten Revolutionäre sieht so aus: In Krankenhäusern verfolgen Verwandte die Bilder von Toten, die auf einem Bildschirm abgezeigt werden. Viele finden ihre toten Verwandten in schwarzen Säcken auf der Straße liegend vor. So entstehen erneut große Menschenansammlungen, die von Sicherheitskräften überwacht werden.

Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Erfreulich, dass die hiesigen Mullahfreunde im Unterschied zu den anderen allein über zuverlässige Quellen aus erster Hand verfügen. Dass es hinreichend viele Anhänger der Mullahs gibt, ist eine Binse, die das ohnehin bereits bedenkliche Niveau nach unten zieht. Jedes derartige System hat Anhänger, was man auch in Schland und konkret bei etlichen Kommentatoren feststellen darf. Die “ Begründungen“ dieser Anhänger sind übrigens ähnlich bis gleich. Auch das kann man hier gut beobachten. Kaum einer gibt zu, dass und warum er derartige Systeme schätzt. Die Ursachen finden sich in den persönlichen Vorteilen, in Ressentiments, aber auch in psychoideologischen Prägungen , woher… Mehr
Ich kann mir gut vorstellen, dass die selektive Eliminierung von zentralen Köpfen der Iranischen Unterdrückungskräfte eine möglich Option sein könnte.
Im Nahen Osten ist die erste Priorität des Westens und besonders der USA die Sicherheit Israels. Ein starkes Iran, egal unter welcher Führung, würde diese gefährden.
Auch Freiheit ist dem Westen nicht wichtig – also Freiheit im eigentlichen Sinne, als Meinungs- und Handlungsfreiheit des Einzelnen. Sie wollen keine Freiheit, sie wollen Macht für globale Eliten.
Jeder, der nach Eingreifen des Westens ruft, sollte sich dies vor Augen führen, genauso wie das Resultat eines solchen Eingreifens in Libyen und anderen Ländern.
> Im Nahen Osten ist die erste Priorität des Westens und besonders der USA die Sicherheit Israels. Ein starkes Iran, egal unter welcher Führung, würde diese gefährden.
90 Millionen Menschen sollen sich unter vermeintliche Bedürfnisse von 8 Millionen unterordnen? Geht noch?
Da die Perser mehrheitlich den Juden und Israel wohlgesonnen sind, kann die Sicherheit Israels von einem Sturz der Mullahkratie nur gestärkt werden.
Keine einzige der verbreiteten Gräuelmeldungen ist bis heute verifiziert. Meist handelt es sich um Meldungen aus dem Reich der westlichen Geheimdienste.Was von denen zu halten ist, haben wir schon öfter erlebt. Zum Beispiel die Brutkastenlüge in Kuwait, die Massenvernichtungswaffen im Irak die russischen Vorräte an Munition für nur noch zwei Tage, russische Soldaten, die nur noch Schaufeln und Spaten zur Verfügung haben oder die verhinderte ukrainische Gegenoffensive durch Bäume, Büsche und Unkraut. Die Liste lässt sich bei Bedarf beliebig fortsetzen.
Nichtwestliche Medien berichten zwar von einigen Gräueltaten, allerdings begangen von afghanischen „Flüchtlingen“, welche gewisser westliche Geheimdienst dafür gekauft hat. „Ortskräfte“ halt – hauptberuflich bereit, sich beliebigen Mächten zu verkaufen. Juri Podoljaka meint heute auf Telegramm, dass die Geheimdienstoperation nicht mehr zu retten ist: > „… Ich verfolge weiterhin genau die Ereignisse im Iran, und als jemand, der die Maidans etwas besser versteht als alle anderen, sehe ich einen deutlichen Rückgang bei denen, die mit dem Absturz des „Ayatollah-Regimes“ begonnen haben. … Rebellion erfordert neue, wirksame Lösungen. Aber jetzt können sie nur noch von außen kommen. Von innen sind alle „hausgemachten… Mehr
> Derweil hat Trump Zölle gegen die Handelspartner des Iran verhängt. Was war das noch mal mit Einflusszonen? Iran liegt nicht in westlicher Hemisphäre (falls Trump es weiß). Jenseits der Blase der Hardcore-Trump-Fans sieht man den US-Diktator im Amoklauf: „Der Amokläufer und sein Kumpan – GERMAN-FOREIGN-POLICY.com“ > „… Berichten zufolge hat Trump, der zudem in Aussicht gestellt hat, Israel freie Hand für einen etwaigen zweiten Krieg gegen Iran zu lassen, sich in der vergangenen Woche diverse Optionen für weitere militärische US-Angriffe auf Ziele insbesondere in Teheran vorlegen lassen. Denkbar sind demnach Angriffe nicht nur auf militärische, sondern auch auf nichtmilitärische… Mehr
Die Mullahs haben LKW – weise Geld aus dem Iran geschleppt. Genau für so einen Fall. In Kanada zum Beispiel haben sie Quadratkilometer an Fläche gekauft. Die Haben von dem Schah gelernt und ihm an Gier in allem Übertroffen.
Sind ja auch mehr Mäuler zu stopfen.
Die Pasdarani ( Schlägertruppe) wird nach einem Sturz in Deutschland Asyl beantragen und auch bekommen. Wir helfen gerne.
Warum wollen die westlichen Kriegstreiber unbedingt die USA auf den Iran hetzen? Der Krieg und die Vernichtung des Irans durch die Juden und die Amerikaner ist schon schon seit über 20 Jahren geplant. Beide wollen die Bodenschätze und das Öl des Iran. Nur die Schutzmächte des Irans, die Russen mit dem aufgezwungenen Krieg gegen die Ukraine und die Chinesen mit einem möglichen Krieg gegen Taiwan, müssen vorher noch aus dem Spiel genommen bzw. anderweitig beschäftigt werden.
> Der Chef der Justiz der Islamischen Republik Gholam-Hossein Mohseni Ejei hat auf seinem X-Profil wiederholt klargemacht: „Dieses Mal werden wir den Randalierern keine Gnade zeigen…“
Es gibt Länder, wo man bedenkenlos Stromkabel abfackeln und Blackdowns verursachen kann. Ob es ein besseres Modell für den Iran wäre?
> Lage im Iran eskaliert weiter Wenn man einem erfahrenen CIA-Analytiker glauben möchte, beruhigt sie sich eher: „Die Operation der CIA/des Mossad zur Auslösung einer Farbrevolution im Iran ist gescheitert – uncut-news.ch“ Anscheinend haben die Amis gar nicht geplant, militärisch zu intervenieren: > „… Was sind die Anzeichen dafür, dass die USA den Iran angreifen werden? Die USA müssten mindestens eine Flugzeugträger-Taskforce in der Region haben, mindestens ein paar Geschwader von Jagdflugzeugen/Bombern und die US-Militärstützpunkte in der Region müssten verstärkt oder evakuiert werden. Bislang gibt es keine Anzeichen für solche Aktivitäten. …“ Was soll noch mehr Handelskrieg erreichen – die… Mehr
Das Regime kämpfe um sein Überleben….das ist aber nur die halbe wahrheit! Hinter dem mullah regime stehen auch große teile der bevölkerung – extrem gläubige und profiteure. Auch in der arabischen bzw muslimischen welt gibt es unten MITTE oben – arm vs reich. Auf eine gewisse art und weise ist das hier nicht anders denn auch unser „regime“ kämpft ums überleben. Bei einer reform oder regime wechsel würden auch hier viele ihren status verlieren und darum wählen auch viele noch diese politik der mitte bzw stehen hinter dieser.