„Die Bedrohung ist ähnlich wie die der saisonalen Grippe“

Während Deutschland den nächsten Maßnahmen-Winter plant, will Dänemark frei davon bleiben. Dort gibt es seit Monaten keine Corona-Maßnahmen mehr – trotzdem infizieren sich in Deutschland wesentlich mehr Menschen als dort. Die Epidemiologie-Professorin Lone Simonson kritisiert den deutschen Weg.

imago Images/MiS

Während Deutschland den nächsten Maßnahmen-Winter plant, will Dänemark frei bleiben. Dort gibt es seit Monaten keine Maßnahmen mehr – trotzdem infizieren sich in Deutschland im Vergleich viel mehr Menschen mit dem Virus als dort. Die Epidemiologie-Professorin Lone Simonson kritisiert den deutschen Umgang mit dem Virus. „In Dänemark haben wir uns dafür entschieden zu sagen die Bedrohung ist ähnlich wie die der saisonalen Grippe. Deswegen ist unser Gesellschaftsleben weit geöffnet“, erklärt sie im Gespräch mit T-Online.

„Ja, es stimmt, die Krankenhausaufenthalte haben zugenommen. Aber jetzt sind sie stabil und stagnieren. Wir setzen auf die Impfstoffe und haben uns mit natürlichen Infektionen gestärkt, die wir durchmachen mussten. Und jetzt sieht es gut aus.“

Das sei das Ergebnis der erfolgreichen Corona-Politik des skandinavischen Landes. „Dänemark war führend, was Lockerungen angeht. (…) Andere Länder haben eine Null-Covid-Politik gewählt.“ Diese steckten immer noch in der Lockdown-Schleife fest, so Simonson weiter.

Ihre Kritik an Bundesgesundheitsminister Lauterbach ist vorsichtig und indirekt, aber dennoch deutlich. „Es ist eine Pandemie, ein neuartiges Virus. Wir müssen Immunität aufbauen“, erklärt Epidemiologin Simonson. Die harten geplanten Corona-Maßnahmen seien ungerechtfertigt: „Wenn man sich Deutschland anschaut, sieht es nicht so aus, dass es sich um eine bedrohliche Situation für die Krankenhäuser handelt“.

Das Schlimmste in der Pandemie läge hinter uns, meint Simonson. Dänemark ordnet das Coronavirus in eine Reihe mit anderen Krankheiten ein, beispielsweise mit der saisonalen Grippe. Dänische Normalität versus deutsche Neurose – selten war der Unterschied deutlicher.

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Kommentare ( 23 )

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Juergen P. Schneider
1 Monat her

Die Deutschen sind und bleiben mehrheitlich ein Volk naiver, denkfauler, obrigkeitshöriger Freiheitsverächter. Mehr als 70 Jahre freiheitlich-demokratischer Grundordnung haben daran nichts geändert. Das Problem sind eben nicht nur die Idioten, die uns regieren, sondern vor allem ein Millionenheer infantilisierter Erwachsener, die man mit jedem Horrormärchen ins Bockshorn jagen kann. Ob Klimahysterie oder Corona-Panik ein mehrheitlich verängstigtes Volk macht alles mit, was von den Irren in Berlin verlangt wird.

Rene Meyer
1 Monat her

Wie war das? Über Spanien lacht die Sonne, über Deutschland lacht die ganze Welt. Jetzt auch bei Corona. Die Deutschen kommen aus ihrer kollektiven Zwangsneurose nicht heraus. Eine klitzekleine Gefahr – Corona ist nicht Ebola – wird maßlos übertrieben, und auf die ganze Gesellschaft werden Zwangsmaßnahmen ausgeweitet. Das ist echt krank!

Nachhaltiger Energie und Klimawandler
1 Monat her

Prof. Dr. Karl Lauterbach arbeitet, denkt, fühlt, isst, schläft, etc. hochwissenschaftlich. Alles in seinem Leben ist der Wissenschaft geschuldet. Alles was Corona angeht wird erst einmal wissenschaftlich durchleuchtet, erst dann gelangt es an einer dieser Talkrunden im ÖRR an die Öffentlichkeit. Da kommt nun diese Frau aus Dänemark daher, wer kennt die denn, und übt Kritik an der hochwissenschaftlichen Arbeit des Herrn Professors. Das geht nicht. Da müssen ab Herbst wieder Grenzsperren zu Dänemark aufgebaut werden. wo kämen wir denn in Deutschland hin bei einer solchen Corona-Politik der Dänen? Noch schlimmer, da kann unser Pharmareferent nicht seinen Pfizer-Impfstoff an den… Mehr

IJ
1 Monat her

Warum gibt es im benachbarten Dänemark so viel mehr Vernunft, Gelassenheit und Weitsicht in der Politik und in der Bevölkerung als in Deutschland? Die Ursachen des grassierenden ideologisch-hysterischen Irrsinns in Deutschland scheint mir zwei zentrale Ursachen zu haben: Zum einen funktioniert das Medien- und Bildungssystem nicht mehr. Gegner der Meinungsfreiheit und der Freiheit und Unabhängigkleit von Forschung und Lehre haben es systematisch unterlaufen. Überdies funktionieren unsere politischen Parteien nicht mehr. Nicht mehr die Besten und Leistungsfähigsten machen partei-intern Karriere und führen uns, sondern fragwürdige Seilschaften und Hinterzimmergrüppchen befördern unfähige Konsenskandidaten, deren Hauptaufgabe es ist, die Partei als Steuerumverteilungs- und Pfründe-Sicherungs-Maschinierie… Mehr

Last edited 1 Monat her by IJ
ketzerlehrling
1 Monat her

Ein Grund mehr, aufgrund dieser Kritik, die deutsche Geisterfahrt fortzusetzen. Genauso wie bei der Atomenergie. Deutschland beharrt auf die Abschaltung der AKW´s, während die Europäer um Weiterbetrieb, vorerst, bitten. Es ist ganz einfach, warum sie das tun. Es gibt in Europa nur noch ein Stromnetz, auch wenn man vom deutschen Stromnetz, vom französichen Stromnetz usw. spricht. Alle sind miteinander verbunden. Gibt es irgendwie einen Ausfall eines Kraftwerkes, egal, ob Kohle, Gas, Atom, Wasser, macht sich dies in allen Ländern irgendwie bemerkbar und kann die anderen bei einem Blackout mitreissen. Heisst, die fanatischen Deutschen schaden, wie bei der Massenmigration, wieder einmal… Mehr

thepiman
1 Monat her
Antworten an  ketzerlehrling

Noch schlimmer wäre es wenn einzelen Länder beschließen würden ‚ihr‘ Netz um einen Blackout zu vermeiden von europäischen Netz abzukoppeln. Ach das gab es bereits bzw standen wir schon mehrfach kurz bevor.
https://energie.blog/netzstabilitaet-bewiesen-wie-das-deutsche-stromnetz-durch-den-fast-blackout-kam/

Biskaborn
1 Monat her

Deutschland mal wieder der „kranke Mann Europas“, in jeder Hinsicht übrigens! Die Corona Politik hat m.E. zwei Gründe: Die jeweils Herrschenden haben festgestellt, mit Angst und Panik lässt sich wunderbar und einfach regieren . Widerspenstige werden ausgegrenzt und als Rechts diffamiert, funktioniert prächtig. Diese Politik der Angst, egal ob Corona , Klima, Putin trifft auf ein williges Volk, welches größtenteils immer noch darauf hereinfällt und eifernd dieser Politik folgt.

tyr777
1 Monat her

wenn ich zwischen einer Influenza-Infektion (saisonale Grippe) und einer Corona-Infektion wählen könnte, müsste ich nicht lange überlegen, um mich für die Corona-Infektion zu entscheiden. Mit einer Influenza (der echten Grippe, nicht einem ähnlich bezeichneten, grippalen Infekt) liegt man auch als ansonsten kerngesunder Mensch locker mal 1-2 Wochen richtig flach, das habe ich von den Corona-Infektionen in meinem Umfeld nicht so mitbekommen, selbst die meisten Hysteriker haben während und nach der Infektion gesagt, dass es eine relativ harmlose Erkältung war (wären ohne Mehrfachimpfung natürlich alle mindestens auf der Intensivstation gelandet 😉 )

RMPetersen
1 Monat her

Deutschland wird mE mit der bisherigen Corona-Politik weitermachen, weil die Angsterzeugung und die Diffamierung als „rechte Querdenker“ zum verbindenden Topos der herrschenden Parteien (- also aller Parteien ausser linker und rechter) gehört.
Die gemeinsame Herrschaft der traditionellen Parteien stabilisiert sich durch gemeinsame Feinde, dies sind die Impf-/Lockdown-Kritiker, die Energiewende-Kritiker, auch Kritiker dieser Anti-Russland-Maßnahmen.
Die Klima-Hysterie steht in der Hinterhand, sollte die Sache mit Covid-19 nicht mehr ziehen. Die Angst mit den Affenpocken kommt nicht so recht auf Touren weil bekannt wurde, dass dies bei den Afterpocken doch sehr spezieller Übertragungsaktivitäten bedarf.

Gunter Zimmermann
1 Monat her

Meine Hoffnung ist gering, aber man könnte den MSM vorschlagen, noch viel mehr Interviews mit Epidemiologen und Virologen aus anderen Ländern zu führen, bis einem begriffsstutzigen Volk endlich ein Licht aufgeht.

Hannibal Murkle
1 Monat her

Es sind Erkenntnisse, die man auf Facebook nicht mal erwähnen darf – ist dort jeder Vergleich mit der Grippe immer noch verboten? Auch wenn es Spanien und so viele andere Länder ähnlich handhaben – dann sind sie halt von der Einzig Richtigen Woken Lehre abgekommen. Schland wird bis zum Endsieg des Ökosozialismus weiter den Sonderweg unter der erlauchten Führung des Großen Gesundheitsministers (der sich selber nicht helfen kann) gehen.