Bundestagspräsidentin Julia Klöckner besucht Gaza – Entschuldigung? Warum bitte?

Julia Klöckner hat Mut bewiesen und ist unter Führung der Israelischen Verteidigungsarmee geschützt nach Gaza gereist. Der Botschafter hat sie nicht begleitet. Kritik kommt vom Auswärtigen Amt und von der Opposition im Bundestag. Sie mahnen: Die Bundestagspräsidentin hätte sich auch mit Palästinensern treffen müssen.

picture alliance/dpa | Ulrich Steinkohl
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner mit israelischen Soldatinnen vor ihrem Besuch im Gazastreifen, 12.02.2026

Eine Bundestagspräsidentin informiert sich und muss sich dafür rechtfertigen. Es gehört zu den Besonderheiten der neudeutschen, politischen Realität, dass sich eine Politikerin, die nichts anderes tut als das, was zu ihren Aufgaben gehört, sich bei Auslandsreisen zu informieren, Kritik ausgesetzt wird. Auch vom Auswärtigen Amt, das ihr Parteikollege Johann Wadephul leitet. Der Vorwurf: Erstens hätte sie nicht mit israelischen Soldaten nach Gaza fahren dürfen – mit wem sonst? Zweitens hätte sie sich auch mit Palästinensern treffen sollen. Soll sie sich entschuldigen? Warum bitte?

Julia Klöckner hat Rückgrat bewiesen. Zum ersten Mal – endlich – hat eine deutsche Spitzenpolitikerin mit einer unsinnigen politischen Vorgabe gebrochen, die besagt: Kein offizieller Vertreter Deutschlands darf „besetzte Gebiete“, also Gaza und die Westbank besuchen und dabei Israeli treffen. Das würde der Politik der „Zwei-Staaten-Lösung“ widersprechen und den „Besatzer Israel“ in seiner Absicht bestärken, sich „Palästina“ einzuverleiben. Gleichzeitig würde man damit dem „Palästinensischen Volk“ auf ihrem Weg zur Eigenstaatlichkeit in den Rücken fallen. Das ist die Denk- und Handlungsweise der deutschen Außenpolitik im Nahen Osten seit Jahrzehnten, auch unter Angela Merkel.

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Das führte zu Situationen, die amüsant zu lesen sind, wären sie nicht todernst. Ein bayerischer Staatsminister, der mit einem offiziellen Dienstwagen der Deutschen Botschaft nach Jerusalem fährt, muss den PKW verlassen, weil er den Ostteil, die Altstadt der Hauptstadt Israels, besuchen will. Dienstanweisung: Kein Botschafts-Chauffeur darf nach „Ostjerusalem“ fahren, da es sich in der Sprachregelung des Auswärtigen Amtes um „besetztes Gebiet“ handele und – Gott bewahre – die Gefahr bestehe, dass sein offizieller Fahrgast oder er selbst dort einen Israeli trifft.

Julia Klöckner hat Mut bewiesen und ist unter Führung der Israelischen Verteidigungsarmee (IDF) geschützt nach Gaza gereist. Sie hat sich in jenem Teil, der seit dem Waffenstillstandsabkommen vom 13. Oktober 2025 von Israel kontrolliert wird – „eine Stunde“ (ausdrücklich betont) aufgehalten. Der Herr Botschafter hat sie nicht begleitet. Das Auswärtige Amt und die Opposition im Bundestag mahnen: Die Bundestagspräsidentin hätte sich auch mit Palästinensern treffen müssen.

Sagen sie das auch, wenn ein Minister oder Bundestagsabgeordneter Marokko besucht, das bekanntlich seit 1976 die Westsahara besetzt? Oder fordert jemand, der im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist, von einem Politiker, der China besucht, er müsste dringend auch mit Tibetanern reden? Tibet wird bekanntlich die Eigenstaatlichkeit von Peking verwehrt. Diese Liste ist unvollständig und könnte gut und gern erweitert werden.

Ausgerechnet bei den Palästinensern wird eine Ausnahme gemacht. Im Fall Gaza bedeutet das, dass sich Julia Klöckner mit der Hamas an einen Tisch hätte setzen sollen. Jene Hamas, die am 7. Oktober 2023 den Süden Israels überfallen und an einem Tag 1200 Israeli, Araber, Beduinen, Thailänder und Philippinos, zumeist Zivilisten brutal ermordet und 255 Geiseln genommen hat. Auch wer mit der „Palästinensischen Befreiungs-Organisation“ (PLO) redet, sollte wissen, dass sie den 7. Oktober nicht oder nur zum Schein verurteilen. Außerdem zahlt die PLO Familien getöteter oder verurteilter Terroristen nach wie vor satte Renten. Die Rentenhöhe bemisst sich nach der Anzahl der Israeli, die sie ermordet haben.

Die Hamas muss den Klöckner-Kritikern schon sehr nahe am Herzen liegen. Dabei wird verdrängt, dass die von den USA und der EU als Terror-Organisation eingestufte Hamas auch 29 Monate nach dem Massaker von ihren Absichten und Zielen kein Stück abgerückt ist. Die Rede ist von geschätzt noch immer 30.000 Bewaffneten, die den Gazastreifen und seine Zwei-Millionen-Bevölkerung unterdrücken und fast täglich Angriffe gegen die Ordnungsmacht IDF starten. Kein israelischer Politiker – von ein paar Extremisten abgesehen – will Gaza dauerhaft besetzen und damit die Verantwortung für ein verwahrlostes Gebiet übernehmen.

Hamas, das sind islamische Extremisten. Sie glauben, dass sie eine heilige Pflicht erfüllen. Das Sterben für ihren Gott sei das Größte, was ein Moslem tun könne. Sie sind davon überzeugt, dass ihr Gott ihnen das Land Palästina, das noch nie als Staat existierte, gegeben hat. Uneingeschränkt alles, was getan wird, um dieses Land zu gewinnen, sei völlig gerechtfertigt, wenn nicht sogar lobenswert. Hamas sorgt sich nicht um das Leid der Palästinenser. Sie haben ihren Anhängern im Laufe der Jahre und auch nach dem 7. Oktober massives Leid zugefügt.

Palästinensisches Leid wird als Werkzeug für ihren eigenen politischen Vorteil genutzt. Palästinenser sind für Hamas keine Menschen. Sie sind keine wertvollen Seelen, deren Leiden wir uns alle bewusst sein sollten. Sie sind Spielfiguren. Ihr schwer zu ertragender Zustand richtet negative internationale Aufmerksamkeit gegen Israel. Diese von den Massenmedien verbreiteten Bilder bringen die menschenverachtende Sache der Hamas voran. Das ist keine externe Betrachtung über die Terror-Organisation, sondern Worte, die von ihrer Führung sinngemäß in ihrer Charta und in Memoranden festgelegt sind und aktuell wiederholt werden.

Dafür setzen sich SPD (Ausnahme MdB Falko Droßmann), die Grünen, die Linke und zumindest Teile auch des Auswärtigen Amtes unter einer CDU-Führung offensichtlich ein. Da dürfen die öffentlich-rechtlichen Anstalten nicht fehlen. Sie beklagen, dass Israel ihnen verbietet, unbegleitet und ungeschützt in einem der gefährlichsten Gebiete des Nahen Ostens, in Gaza, ihrer journalistischen Arbeit nachzugehen. Was würde passieren, wenn ein ARD- oder ZDF-Mitarbeiter zu Schaden kommen würde? Drei Mal darf geraten werden, wem dann die Schuld in die Schuhe geschoben wird.

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Kommentare ( 51 )

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Sonny
1 Monat her

Das Klöckner sich jedoch mit dieser Aktion allein auf die Seite Israels stellt, finde ich absolut richtig.
Nebenbei frage ich mich, was die Bundestagspräsidentin überhaupt für einen Anlass hatte, um dorthin reisen zu „müssen“.

K.Behrens
1 Monat her

Ach, Frau Klöckner war in Gaza? Würde ich genauso tun, als gelangweilt auf dem Stühlchen des Bundestages zu sitzen. Sie kann ja schlecht nach Doha reisen, wo die Musli-Brüder-Hamas ihren Zweitwohnsitz haben und ein sittsames Leben predigen. By the way, in Hamburg gehen sich auch Muslime gerne an die Gurgel. Soweit noch kein Problem im bekannten Milieu, wo der abgestochene Afghane als Führer eines „persischen Restaurants“ mühsam wieder belebt werden muss. Tja, die deutsche Verwaltung hat eben nur noch die bekannten Brennpunkte im Visier. Dabei dauert es fünf Minuten, das Impressum des „persischen Restaurants“ zu deuten. Diese Typen sind nicht… Mehr

fluffy_bird
1 Monat her

Ich stelle einmal eine ganz andere Frage: warum sollte die Präsidentin des Deutschen Bundestages eigentlich überhaupt eine offizielle Reise nach Israel oder wo auch sonst immer in der Welt vornehmen? Was hat sie da zu suchen?

Ihre Aufgabe ist es den Bundestag zu leiten und über ihn zu präsidieren. Das ist ihr Job. Deutschland im Ausland zu vertreten, das ist der Job der Regierung. Ganz sicher ist es aber nicht der Job der Präsidentin des Deutschen Bundestages.

Buck Fiden
1 Monat her

Die sollte erst einmal ein Seminar „Grundgesetz und Grundrechte“ besuchen, bevor sie einen Schritt ausser Landes zieht. Was will die da in Gaza, ausser sich wichtig machen?

Michael M.
1 Monat her

Es gibt keinen Völkermord an den palästinensischen Terroristen und egal wie oft das von ihnen oder sonst wem wiederholt wird, es ist und bleibt einfach nur falsch.

klaugue
1 Monat her

was sucht eine Bundestagspräsidentin in Israel? Gönnt sie sich einen Sommerurlaub? Was kann sie zur Lösung des Konflikts beitragen. Nichts als Fragen und Geldverschwendung

giesemann
1 Monat her

„Ausgerechnet bei den Palästinensern wird eine Ausnahme gemacht“. Nein, das ist nur konsequent, denn Israel ist ein Minimarkt, während der islamisch-indische Markt der größte der Welt ist. Da muss man schon „differenzieren“ oder? China/Tibet dito. Es ist schrecklich, was im Gazastreifen geschieht und das ist allesamt der Hamas zuzuschreiben, nicht der IDF. Frau Klöckner hat das klargestellt, eine Selbstverständlichkeit eigentlich. Solange die Moslems insgesamt nicht begreifen, dass Islam ihr schlimmster Feind ist, der ihnen seit mehr als tausend Jahren das Leben versaut, solange ist eh alles hoffnungslos mit denen. Sie müssen es bitter lernen – ohne ihren Islamwahn ginge es ihnen… Mehr

Peter Gramm
1 Monat her

Die Auaserwählten haben das Sagen und die Macht über die Medien. Die Menschen werden entsprechend informiert. Ganz klar wer die Guten und wer die Bösen sind. Butaprä’in Julia, Weinkönigin und mit Religion hat sie auch was gemacht, Miniprä’in ist sie nicht geworden. Die Parttei hat sie aufgefangen und deswegen darf sie jetzt auf unsere (Steuerzahler) Kosten die Elendsviertel der Welt besichtigen, da die Medien dies nicht bewerkstelligen können oder wollen. Es ist halt wie bei vielen Konflikten. Die Vorgeschichte wird peinlichst ausgeblendet um dann das daraus folgende Chaos bemitleiden zu können. Für einfache Lichter durchaus hinreichend. In der Ukraine die… Mehr

Ombudsmann Wohlgemut
1 Monat her

Der Verstand ist wohl auch auswärtig, denn in der IDF gibt es mehrere Palästinenser. Die nicht extreme Hälfte der Palästinenser hat sich in Israel integriert und ist friedlich. PS: Als Israel im Bar-Kochba-Aufstand sich gegen Rom erhob und die Unabhängigkeit erklärte, begann Rom 132 n.Chr. einen harten, verlustreichen und unangenehmen Krieg gegen die Juden. Der Kaiser gewann zwar 3 Jahre später, aber eben nicht triumphierend. Aus Rache wollte er die jüdische Verbindung zum Land weiter schwächen, indem er Judäa in Syria-Palaestina sowie Jerusalem in Aelia Capitolina umbenannte, wonach einige Juden nach Babylonien und in den Mittelmeerraum umsiedelten. Zwar blieb der… Mehr

Mermaid
1 Monat her

Sie schreiben, die „Opposition“ im Bundestag habe die Reise kritisiert. Auch die AfD?
Ich frage mich, warum Klöckner jetzt Kante zeigt. Mein erster Gedanke war, sie schwimmt sich frei für eine Kanzlerkandidatur. Sie will anschlußfähig werden zur AfD. Aber dann fielen mir die anstehenden Landtagswahlen ein….
Schade.