Friedrich Merz erklärte Javier Milei einst zum Zerstörer seines Landes, zu einem Präsidenten, der die Menschen „mit Füßen“ trete. Jetzt attestiert ausgerechnet die Milei-ferne Washington Post dem Kettensägen-Kurs Erfolg. Und Deutschland? Rutscht unter Merz immer schneller ab. Für Merz selbst gilt jetzt: Afuera!
picture alliance / NurPhoto | Zach D Roberts
Friedrich Merz glaubte in der typischen Arroganz eines intellektuell herausgeforderten Menschen wie immer schon alles zu wissen. Als Christian Lindner mehr Milei wagen wollte, reagierte der heutige Kanzler mit jener deutschen Mischung aus moralischer Überheblichkeit und ökonomischer Blindheit, die dieses Land seit Jahren lähmt. Milei, so Merz damals, ruiniere Argentinien und trete die Menschen mit Füßen.
Nun liegt die Wirklichkeit auf dem Tisch, und sie ist für diese deutsche Großsprecherei verheerend und lässt Merz einmal mehr dümmer dastehen als nötig.
Ausgerechnet die Washington Post, gewiss kein Hausblatt für Trump, Milei oder freimarktliche Kettensägenromantik, bescheinigt dem argentinischen Kurs deutliche Wirkung: Die Armutsquote fiel von 53 Prozent in der ersten Hälfte 2024 auf 28 Prozent Ende 2025. Die Inflation sank von rund 200 Prozent bei Mileis Amtsantritt auf 33 Prozent im Jahresvergleich bis Februar. Argentinien erzielte den ersten vollen Haushaltsüberschuss seit mehr als einem Jahrhundert und kam 2025 auf 4,4 Prozent Wachstum. Das ist kein PR-Spruch, sondern ein Befund, den selbst Gegner des Mannes nicht mehr sauber wegschreiben können.
Und Deutschland? Deutschland macht unter Merz nicht den Befreiungsschlag, sondern verwaltet und beschleunigt den Verfall. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen stieg 2025 laut Destatis auf 24.064 Fälle, ein Plus von 10,3 Prozent, nachdem schon 2024 und 2023 jeweils Zuwächse von mehr als 20 Prozent gemeldet wurden. Im stationären Einzelhandel wird die Zahl der Geschäfte 2026 laut Handelsverband Deutschland auf nur noch 296.600 sinken, also erstmals unter 300.000. Mehr als 17,3 Millionen Menschen in Deutschland waren zuletzt von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen. Zugleich rechnen die führenden Wirtschaftsinstitute für 2026 nur noch mit 0,6 Prozent Wachstum, Reuters berichtete vergangene Woche zudem über erneut gedämpfte Konjunkturerwartungen, und selbst der IWF sieht für Deutschland lediglich rund 1,1 Prozent Wachstum in diesem Jahr. Auch das eine Zahl, die sich sicherlich noch nach unten korrigieren wird.
Das ist der wahre Standortbericht dieser Republik: mehr Pleiten, weniger Läden, immer mehr Druck auf die Mitte, keine Dynamik, Bürokratie, die alles stranguliert und ein Wasserkopf an Staat, der an seiner eigenen Schwere und Trägheit kollabiert.
Während Argentinien aus einem ökonomischen Trümmerfeld heraus sichtbar nach oben arbeitet, steht Deutschland trotz all seiner Belehrungsroutine weiter auf der Bremse und nennt genau das dann Verantwortung.
Die Pointe ist vernichtend. In Berlin gilt jeder ernsthafte Schnitt am aufgeblähten Staat sofort als Grausamkeit. In Argentinien aber zeigt sich, dass gerade dieser aufgeblähte Staat die Armut mit hervorgebracht hat. Milei streicht Subventionen, kürzt Bürokratie, drückt Regulierung zurück – und bekommt Ergebnisse.
Deutschland hält an einem schweren, teuren, übergriffigen Apparat fest, baut ihn an allen Ecken und Enden noch weiter aus und bekommt dafür, was man eben bekommt: Stagnation, Strukturverfall und die Verwüstung einer einst stolzen Industrienation.
Merz hat Milei einst abgeurteilt. Im April 2026 sieht die Bilanz anders aus: Der angeblich Unverantwortliche senkt Armut und Inflation. Das Land der ewigen Besserwisser bekommt dagegen unter seinem Kanzler nicht einmal den elementaren Abstieg gestoppt. Einmal mehr gilt nun auch für Friedrich Merz selbst: Afuera!


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Merz nannte Milei einen Fußtritt-Präsidenten – dabei tritt der mit der Kettensäge nur die Inflation, während Merz Deutschland in die Bedeutungslosigkeit tritt.
Milei rettet, Merz ruiniert.
Afuera, Herr Abstiegs-Kanzler❗