Andrew Cuomo: Der tiefe Fall des gefeierten Corona-Managers und „Anti-Trumps“

Andrew Cuomo galt als derjenige, der Corona soviel besser handhabte als Donald Trump, er war ein gefeierter Medienstar. Doch jetzt werden schwere Vorwürfe gegen ihn erhoben: Cuomo soll tausende Infizierte zurück in Altersheime geschickt und anschließend die Sterbestatistik drastisch geschönt haben.

IMAGO / ZUMA Wire

Noch vor knapp einem Jahr war Andrew Cuomo, Gouverneur des US-Bundesstaats New York, gefeierter Krisenmanager. Seinem Staat verordnete er einen strikten Lockdown, von vielen Medien wurde er dafür als Musterbeispiel für den richtigen Corona-Bewältiger aufgebaut, während man Südstaaten-Gouverneure wie Floridas Ron DeSantis als Monster darstellte. Man präsentierte Cuomo auch als Gegenbild zu Trump, der wie viele Republikaner eher gegen scharfe und lange Lockdowns war. Manch einer spekulierte sogar, ob er Biden als Präsidentschaftskandidat ersetzen solle, auch wenn das schon immer unrealistisch war. Die Fehler seiner Politik blieben im Wahljahr zunächst unbeleuchtet, nur in konservativen Medien war die Rede von Cuomos gefährlicher, wohl teilweise tödlicher Regel, nach der mehr als 9.000 infizierte Senioren zurück in ihre Altenheime geschickt wurden.

Heft 03-2021
Tichys Einblick 03-2021: Es reicht.
Cuomo aber wurde von Journalisten und Hollywood geliebt, ein regelrechter Medienstar. Sein Bruder Chris Cuomo, Moderator bei CNN, scherzte mit ihm in regelmäßigen Interviews. Am Ende bekam Cuomo sogar einen Emmy für seine Corona-TV-Pressekonferenzen. US-Schauspielerin Chelsea Handler sagte, sie sei verknallt in Andrew Cuomo, der wohl mit Verweis auf Reisebeschränkungen antwortete, “Ich date nur Staats-Einwohner”. Da mag wohl tatsächlich was dran sein, aber dazu später mehr. Und um dem ganzen noch eins draufzusetzen, schrieb Cuomo 2020 ein Buch mit dem Titel “Amerikanische Krise: Führungslektionen aus der COVID-19-Pandemie”.

Jetzt ist das Wahljahr vorbei, und es kommen immer mehr dubiose Machenschaften ans Licht: Cuomo versuchte wohl, den Skandal zu vertuschen und schönte die Statistik der Todeszahlen in Altersheimen um fast die Hälfte. Eine Beraterin gab nun zu, Cuomo hatte dem US-Justizministerium unter Trump falsche Zahlen genannt, um politisch nicht angreifbar zu werden. Bundesbehörden belügen, das kommt nicht gut und könnte sogar Ermittlungen nach sich ziehen. Das alles holt den Gouverneur jetzt ein, und dazu kommen noch mehrere neue Vorwürfe der sexuellen Belästigung von Mitarbeiterinnen. Die Staatsanwältin des Bundesstaats lässt nun wegen der Vorwürfe ermitteln, Parteifreunde im Staatsparlament wenden sich ab, wollen ihm wegen der Vertuschung der Todeszahlen die Notvollmachten entziehen. Sein Bruder Chris lädt ihn nicht mehr in seine CNN-Sendung ein, sondern sagt nur noch kleinlaut, er werde wegen des Interessenkonflikts nicht über seinen Bruder berichten. Im Sommer 2020 war das noch kein Problem, als er ihn in höchsten Tönen lobte.

Die Chancen stehen ziemlich gut
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Während New York auf Platz 2 bei den Corona-Todesraten in den USA liegt, ist Ron DeSantis’ Florida weit hinten, trotz der zweitältesten Bevölkerung in den USA. Auch Rekordzahlen an Impfungen kann der vielkritisierte Gouverneur vorweisen. DeSantis ist im Aufwind, gilt als Star unter den Republikanern und möglicher Präsidentschaftskandidat für 2024. Jetzt ist es Cuomos Corona-Politik, gerade sein Umgang mit Altenheimen, die als desaströs gilt, selbst unter Abgeordneten seiner Partei.

Und auch wenn große Medien jetzt berichten, nicht zu Unrecht gibt es unter Konservativen großes Misstrauen gegenüber der Berichterstattung von CNN und Co., schließlich gab es die Berichte zum Skandal schon im Sommer 2020, bloß berichteten darüber damals im Wahljahr so gut wie nur konservative Medien. Am besten deutlich wird all das mit CNN-Moderator Chris Cuomo, der keinen Interessenkonflikt sah, seinen Bruder zu interviewen, als es um dessen vermeintlich großartiges Krisenmanagement geht, jetzt aber zu den Vorwürfen in seinem Programm schweigt. Der konservative Kommentator Ben Shapiro verglich jüngst CNN mit seinem Moderator Cuomo: Der Sender und die Demokratische Partei, sie seien ein bisschen wie die Brüder Cuomo: Über Geschwister will man ja nichts schlechtes sagen.

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Kommentare ( 20 )

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Olaf W1
8 Monate her

Man könnte jetzt unterstellen, Manipulation ist bei den Democrats ein probates Hilfsmittel. Was für eine Präsidentschatfswahl gut ist, kann bei einer Fake-Krise wie Corona auch nicht schaden…. Ohne Worte. Dieser Politiker ist der laufende Beweis das Trump mit vielem Recht hatte, was die Demokraten betrifft…..

bkkopp
8 Monate her

Zuerst war Cuomo zur aufkommenden Pandemie völlig daneben und grottenschlecht. Fehlreaktionen wie in Italien. Dann hat er sich gewandelt und wurde eine Zeit lang ziemlich gut, und, wie üblich auch hochgejubelt. Seine Pressekonferenzen, immer auch PR in eigener Sache, waren richtig gut, und haben den Emmy m.E. verdient. Da offensichtlich doch nicht alles so gut war wie damals dargestellt, und und jetzt auch noch Beschwerden von jungen Mitarbeiterinnen – warum und von wem dies gerade jetzt an die Öffentlichkeit lanciert wird ? – es scheint, dass er sich nicht mehr lange am Sockel wird halten können. Tough luck !

Jens Frisch
8 Monate her

Egal, was die Demokraten (Sozialisten/Kommunisten) auch machen: Die Menschen stimmen wie immer mit den Füßen ab:
„About 3.57 million people left New York City this year between Jan. 1 and Dec. 7, according to Unacast, which analyzed anonymized cell phone location data. Some 3.5 million people earning lower average incomes moved into the city during that same period, the report showed.“
Die Flucht der Wohlhabenden bei gleichzeitigem Zuzug von sozial Schwachen hat New York City 2020 allein zu 34mrd. Dollar Steuerrückgang geführt.
Na dann: weitermachen!

https://www.reuters.com/article/usa-economy-nyc/fleeing-new-yorkers-resulted-in-an-estimated-34-billion-in-lost-income-study-idINKBN28P1Q8

Oliver Koenig
8 Monate her
Antworten an  Jens Frisch

Leider wählen die dann nach ihrer Flucht wieder genau dasselbe wie vorher. Bis ihr neues Zuhause genauso ein Shithole wird, wie das, das sie verlassen haben. Ist in Deutschland auch nicht anders.

StefanPunct
8 Monate her

https://www.youtube.com/watch?v=dC6J0jzEyyk
Man muß es sich mal vor Augen halten , daß dieser Mann wahrscheinlich für den Tod Tausender durch sein verhalten verantwortlich ist , einen afrikanischen Warlord, der für den Tod Tausender verantwortlich ist , versucht man habhaft zu werden und vor einen internationalen Gerichtshof zu stellen , z.B. in DenHaag. dieser Mann ist noch in amt und würden , auf freien Fuß. Sein vermutlicher sexueller Mißbrauch von weiblichen Untergebenen verblaßt dagegen wirklich ( wenn er auch möglicherweise eher deshalb hinter schwedischen Gardinen landet als wegen der aktiven Beteiligung am tod tausender Menschen .
https://www.youtube.com/watch?v=dC6J0jzEyyk

Lesterkwelle
8 Monate her

So ist der Lauf der Welt. Dass die USA einen enormen Vorsprung beim Impfen haben, verdanken sie dem energischen Zugreifen des verteufelten Unholds Trump. Biden springt nur noch als Trittbrettfahrer auf. Das kommt hierzulande in den Medien natürlich kaum zur Sprache. Auch die erfolgreiche Strategie des als Vollpfosten titulieren Boris Johnson wird nur sehr säuerlich erwähnt. Man schaue sich nur die Titelseiten des SPIEGEL der letzen Jahre mit Titelgeschichten der beiden Protagonisten an. Niedermachen mit allen Mitteln war die Devise. Jetzt läuft die alte Masche mit Verdrängen und Verschweigen. Faire Aufarbeitung passt nicht zum vorgegebenen Framing.

Peter Zinga
8 Monate her

Wie sagte es Trump „progresiven“ Unterschtützern :“Sie werden als erste Wolfen vorgeworfen“….

F.Peter
8 Monate her

Wie bei den Linken halt üblich, wird die Realität soweit verbogen, bis sie ins eigene Weltbild passt. Und wenn sie dann erwischt werden, hat keiner von irgendetwas gewusst.
Aber andere diffamieren und diskreditieren, weil sie Realpolitik betreiben. Es ist ein Schandhaufen diese linken Zeitgenossen!

Dorothe
8 Monate her

Beide Herren illustrieren perfekt den Kruger Dunning Effekt. Wäre an sich nicht problematisch, in diesem speziellen Fall allerdings kostete es Menschenleben.
Chris Cuomo geniesst in den amerikanischen Medien den Nickname „Fredo“, analog zu Michael Corleone nicht sehr smartem Bruder in „Der Pate“……………

Roland Mueller
8 Monate her

Den Ärger mit der Staatsanwaltschaft wegen sexueller Belästigung hätte er sich ersparen können, wenn er die gute Chelsea Handler hätte ein fliegen lassen. Die hätte sich sicher nicht durch Grapschereien und Anzüglichkeiten von ihrem Liebsten belästigt gefühlt.

andreask90
8 Monate her

Im Prinzip nicht weiter schlimm, geht ja nur um „alte Menschen“.
Dumm nur, dass es viel über das Rechtsempfinden vieler Demokraten sagt.
Alles, was Trump schadet, ist eben erlaubt und getan.