Özoguz, Mazyek, Özil und der DFB – Fußball o weh

Aydan Özoguz, die frühere Bundesbeauftragte für Integration, und Aiman Mazyek, der sich Vorsitzender des Zentralrats der Muslime nennt, aber nur ein paar ganz wenige vertritt, sollten zu Fußball besser schweigen.

Michele Tantussi/Getty Images

Ausgerechnet Aydan Özoguz, die frühere Bundesbeauftragte für Integration, warnt nun vor einer Spaltung der Gesellschaft in der Causa Mesut Özil. Da soll sie sich mal keine Sorgen machen, die deutsche Mehrheitsgesellschaft weiß diesen Fall schon gut einzuordnen jenseits dieser albernen Tänzchen von Oliver Bierhoff bis hinüber zu Aiman Mazyek, dem Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime, der sich ebenfalls bemüßigt sah, sich in die Debatte einzuschalten und auf den wir auch gleich noch zu sprechen kommen.

Übernahme statt Integration
Das Impulspapier zur Desintegration – Özoguz lässt die Maske fallen
Zuvor bemerkt: Fußball ist des Deutschen Heiligtum, wer hier zupacken will, sollte Samthandschuhe tragen oder ausreichend Sachverstand besitzen. Wenn also eine fußballerische Schlechtleistung eines Mesut Özils als solche nicht mehr benannt werden darf, weil sich der Kritiker damit unter Verdacht stellt, eigentlich nicht die fehlende Leistung zu kritisieren, sondern den politischen Auftritt des türkischstämmigen deutschen Nationalspielers, dann wäre Handlungsbedarf im Vorfeld der WM nötig gewesen.

Die deutsche Trainer-Legende Ottmar Hitzfeld nimmt deshalb auch kein Blatt vor den Mund, wenn er dem DFB eine Schlechtleistung bescheinigt und dabei noch vornehm genug agiert, es höflich auszudrücken: „Ich glaube, dass man Özil und Gündogan damit keinen Gefallen getan hat, sie mit zur WM zu nehmen, wo sie unter so gewaltigem Druck standen. So hatte es sicher auch Einfluss auf die Mannschaft. Die Spieler wurden ja ständig damit konfrontiert und bekommen auch mit, was geschrieben wird. Das war sicher nicht förderlich.“

Die Mehrheit möchte das nicht
Was Özoguz will
Nach Hitzfeld nun also Aydan Özoguz, die meint, „dass das Thema auch nach zwei Monaten noch so hochgekocht werde, zeige, in welche Atmosphäre die Debatte falle.“ Und die anschließend auffordert: „Gleichzeitig sollten wir die große Leistung unserer Gesellschaft, das Zusammenleben so vieler Menschen über Jahrzehnte erfolgreich zu gestalten, nicht verkennen.“ Was das nun alles mit der verpatzen WM und dem Wahlkampfhilfe-Auftritt der beiden Profi-Fußballer zu tun hat, versteht sie wahrscheinlich selbst nicht recht.

Nein, hier gibt es keine komplizierten gesellschaftspolitischen Fragen, hier geht es schlicht darum, dass sich zwei deutsche Nationalspieler verhoben haben und dafür umgehend hätten Abbitte leisten müssen, wenn sie hätten weiterspielen wollen, was nicht geschah. Und obwohl es nicht erfolgte, wurden sie vom DFB mit nach Russland zur WM genommen, was der Folgefehler war. So einfach, so simpel.

Die Werte des DFB - oje
Ich habe Verständnis für Özil und Gündoğan
Übrigens ebenso simpel, wie ein Vorschlag an Özil, doch einfach mal über seinen türkischen Schatten zu springen, die Lippen ein bisschen zu bewegen, wenn die deutsche Nationalhymne gespielt wird. Wie sehr hätte er damit seine Kritiker überraschen können und ihnen gleichzeitig sämtlichen Wind aus den Segeln genommen. Zu seinem Pech machte er während der drei Spiele in Russland auch sportlich keine gute Figur. Hier soll ihm keine absichtliche Schlechtleistung unterstellt werden, aber die politische Vorgeschichte hat es nun deutlich erschwert, diese Schlechtleistung als solche zu benennen.

Der Causa Özil/Gündogan die Krone aufgesetzt hat allerdings Aiman Mazyek, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, der forderte nämlich, Oliver Bierhoff und DFB-Präsident Reinhard Grindel müssten wegen der Causa Özil zurücktreten. Ausgerechnet jener Aiman Mazyek, mit dem die Welt 2017 ein Interview führte und titelte: «Zentralrat der Muslime „Scharia und Demokratie sind vereinbar“». Wer so zitiert wird, sollte sich Rücktrittsforderungen – noch dazu auf einem Gebiet, auf dem er bisher nicht als Fachmann in Erscheinung getreten ist – sparen.

Eine einseitige Beziehung
Özil, Gündogan und die deutsche Integrations-Illusion
Nun haben sich allerdings Bierhoff und Grindel nicht mit Ruhm bekleckert. Bierhoff wagte ein paar zaghafte Selbstkritiken Richtung Mitnahme Özils zur WM, ruderte aber nach den ersten Protesten kleinlaut zurück – und Grindel machte das Fass erst auf, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen war und die Vorrunde für Deutschland das Aus bedeutete. Der DFB-Präsident will nun im Nachgang zur WM die Zukunft Özils in der Nationalmannschaft öffentlich besprechen, wenn er von Özil eine Erklärung zu den Fotos mit Erdogan verlangt und davon indirekt dessen weitere Karriere in der deutschen Elf abhängig machen will.

Verspätet. Zu spät. So agieren sonst nur in die Enge Getriebene, die um ihre hoch dotieren Jobs bangen. So betrachtet ist Mazyeks Forderung wiederum berechtigt, aber er ist hier ganz sicher nicht der erste Absender so einer Forderung.

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Kommentare ( 94 )

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„Ich glaube, dass sich Özil und Gündogan damit keinen Gefallen getan haben, mit zur WM zu fahren, wo sie unter so gewaltigem Druck standen, weil sie sich vorher durch eigene Dummheit vollständig diskreditiert hatten.“ Klingt nicht soviel anders als der Text von Ottmar Hitzfeld, meint aber das Gegenteil. Zum DFB und seinem Präsidenten: Was kann man denn von einem Berufsfunktionär erwarten, der in Merkelland gegen das dickfellige Befindlichkeitsgetue von zwei Migrationsfußballstars bestehen soll???? Erdoganklatschhasen sind der Nationalmannshaft untragbar! Versuchen sie aber mal ihre Karriere auf der Schiene zu halten, wenn ihre klaren Ansagen zu diesem Thema sie dann ins Visier… Mehr

Warum dürfen Özil und Gündogan nicht das, was unsere Kanzlerin und andere Politiker schon immer durften? Wieviele Fotos gibt es von einer lachenden Merkel zusammen mit Erdogan? Wieviele Milliarden an Steuergeldern hat sie für zweifelhafte „Verträge“ in Richtung Türkei geschoben? Und wie steht es um unsere Grundrechte, die auch Özil und Gündogan wie jedem anderen Deutschen – ob mit einer oder mehreren Staatsangehörikeit/en – zustehen?
Ja, wenn man das wüßte …

Mir ist und bleibt rätselhaft, warum Özil überhaupt in der Nationalmannschaft ist. Er hat sportlich nach 2012 keine großen Leistungen in der Nationalmannschaft gezeigt und hätten aus diesem Grund gar nicht mitfahren dürfen. Löw muss weg. Er ist 2014 mit Glück ins Finale geschaukelt, denn spielerisch über das gesamte Turnier gesehen, hat Deutschland nicht überzeugt. Er war so gar seine Sturrheit Lahm im Mittelfeld spielen zu lassen anstatt in der Abwehr, die den Titel fast gekostet hätte. Nein Herr Löw hat regelmäßig als Trainer in Schlüsselspielen versagt. Darüber kann auch das Brasilienspiel nicht hinwegtäuschen. Mit dem Weggang von Lahm, Schweinsteiger… Mehr
Die Frau Özoguz erinnert mich nicht nur optisch an eine suboptimal geratene Pinocchio-Variante. Aber vielleicht weiß sie es auch einfach nur nicht besser. Oder wir haben es hier wieder einmal mit einem perfekten Beispiel von Realitätswahrnehmung à la Pippi Langstrumpf zu tun. Diese ewigjunge, bunte Hippiebraut, deren Vater aber kein Negerkönig mehr sein darf, scheint ja gerade in der SPD das Führungsideal für zukunftsgerichtete Politikarbeit zu sein. Ideologie als schlagendes und einziges Argument is the name of the game. Über den Herrn Mayzek ist schon viel zu viel geschrieben worden. Er ist und bleibt ein unwichtiger Repräsentant einer Minderheit, die… Mehr

Für all diejenigen, die ständig das Mantra der Integration beschwören, bieten die beiden türkischen Fussballer ausreichend empirische Evidenz: Mit Spitzengehältern alimentiert haben uns die Jungs mal kurz den Mittelfinger gezeigt, als sie mit dem Sultan posierten. Das ist die Realität.

Seit ich in Özils Haus an der Wand das Bild von Mehmet II. gesehen habe, gruselt es mich nur noch. Anscheinend weiß niemand, wer das war? Sonst hätte die Empörung schon 2017 viel größer sein müssen. Das Bildnis eines mittelalterlichen Eroberers an der Wand eines modernen jungen Mannes? Warum? Hat man von sowas je gehört? Ist das normal? Und die Besiegten gehörten zufällig zu der Sorte Mensch, inmitten derer er jetzt lebt. Will er deren damaligen Untergang feiern? Als was sieht er uns? Auch als zu Besiegende? Und das rotzt er uns einfach so hin? Hier nochmal das Video: https://www.mopo.de/sport/fussball/luxusautos–playstation-zimmer-so-pompoes-wohnt-mesut-oezil-in-london-28642240#… Mehr
Weshalb sollt Özil nicht das Bild eines Eroberers hängen? Die im Koran gemachten Aussagen hinsichtlich der Eroberung der Welt sind Ziel des Ganzen und immergültig: http://www.islam-deutschland.info/kblog/9_29_1.php „So ist z.B. Vers 29 des Kapitels 9 des Korans eine Stelle, wo Muslime explizit angewiesen werden, gegen Juden und Christen Krieg zu führen und sie zu unterwerfen – die „Völker des Buches“, die sobald unterworfen, in die Dhimma (den „Schutz der Muslime“) eintreten, also Dhimmis werden, beschützte (oder schuldige) Leute. Die Art und Weise, wie dieser Vers von muslimischen Interpreten verstanden wird, ist für Juden und Christen von äußerster Wichtigkeit und auch für… Mehr

Sie müssen nachsichtiger sein mit Herrn Özil. Ein beträchtlicher Teil seines Vermögens ist bereits in der Türkei investiert worden und ein weiterer Teil seiner Verwandtschaft hält sich dort auch noch auf. Die Familie muss doch geschützt werden. Dass man dafür die demokratischen Werte des Landes verraten muss, in welchem man geboren, aufgewachsen und auf vielfache Weise ausgebildet worden ist, liegt doch wohl auf der Hand. Wer würde denn nicht so verfahren? Etwa ein Mensch mit Rückgrat? 😉

Das ist, was Frau Özuguz an unserer Kultur nicht versteht. Ich habe gesehen, wie die Politik unsere Nationalmannschaft zu einem unfähigen lächerlichen (aber die Frisur sitzt) Etwas gemacht hat, mit dem man noch nicht einmal Mitleid haben kann, weil es die eigenen Fans überheblich ignoriert und beleidigt hat.
Trotzdem war ich bei dem Spiel Russland-Kroatien absolut begeistert, da hätte keiner verlieren dürfen. Und jetzt drücke ich Kroatien für das Endspiel die Daumen.

„…dass sich zwei deutsche Nationalspieler verhoben haben und dafür umgehend hätten Abbitte leisten müssen, wenn sie hätten weiterspielen wollen, was nicht geschah. Und obwohl es nicht erfolgte, wurden sie vom DFB mit nach Russland zur WM genommen, was der Folgefehler war.“ Da ich gerne „Daumen ‚runter“ kassiere, einmal die andere Seite: Der DFB hat entschieden, Ausländer in die deutsche Nationalmannschaft aufzunehmen, ob mit oder ohne deutschem Pass oder 2 Pässen ist eigentlich unerheblich. Nun sollte man nicht darauf bestehen, dass diese Spieler sich exakt nach unseren Vorstellungen verhalten. Sie sollten in erster Linie fair nach ihrem Können auf dem Platz… Mehr

Intolerant? Im Sinne von erdulden, hinnehmen, erleiden? Nein, intolerant sind wir nun wirklich nicht.
Kleinkariert, typisch deutsch?
Schön wäre es.
Was ich ganz persönlich aber auf gar keinen Fall dulde ist Illoyalität.
Und diese Illoyalität macht mich wütend.
Entweder. Oder. Mit allen Konsequenzen.

Die Argentinier nennen ihre Nationalmannschaft „Albiceleste“, die Italiener „squadra azzura“, die Franzosen „Les Bleues“, den jetzigen Endspielteilnehmer. Ich würde in Analogie daher vorschlagen, „Die Mannschaft“ (was für ein unspezifischer Titel) in „Die Farblosen“ umzubenennen.
Die seherischen Fähigkeiten der Frau Özogus (das Zusammenleben muß täglich neu ausgehandelt werden, das wird schwierig, ja auch schmerzhaft) haben inzwischen ja nicht zu wenige Mitbürger am eigenen Leibe verwirklicht gesehen.

„Der Causa Özil/Gündogan die Krone aufgesetzt hat allerdings Aiman Mazyek, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, der forderte nämlich, Oliver Bierhoff und DFB-Präsident Reinhard Grindel müssten wegen der Causa Özil zurücktreten.“ Ich würde mir an Stelle von Bierhoff/Grindel auch nicht von einem Mazyek oder einer Özuguz sagen lassen, zurückzutreten zu müssen. Aber in diesem Falle haben Mazyek und Özoguz in einem seltenem Anfall göttlicher Erleuchtung sogar recht. Das Krisenmissmanagement zieht sich wie ein roter Faden von der WM-Vorbereitung bis zum Ausscheiden in der Vorrunde – und jetzt versuchen Bierhoff und Grindel, ihre „Haut“ zu retten. Sie sollten beiden gehen und… Mehr