Auch 2026 demonstrieren Lebensrechtler am dritten Samstag im September für das Lebensrecht "von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod". Nicht nur die vorgeburtliche Kindstötung steht im Fokus, auch Leihmutterschaft und assistierter Suizid werden thematisiert. Linksradikale rufen zu Gegenprotesten auf.
Bundesverband Lebensrecht e.V.
Am 19. September findet in Berlin der 16. Marsch für das Leben statt. Unter dem Motto „Lebensrecht ist Menschenrecht“ versammeln sich Lebensrechtler zum vierten Mal zeitgleich in der Kölner Innenstadt; parallel dazu werden auch in Zürich zahlreiche Demonstranten zum Schweizer Marsch fürs Läbe erwartet.
„Wir gehen für die Kinder, die keine Lobby haben. Wir gehen für die Frauen, die mehr verdient haben als die vermeintlich schnelle und einfache Lösung ihres Schwangerschaftskonflikts. Und wir gehen für eine Gesellschaft, die den Wert eines Menschen nicht an seiner Nützlichkeit misst“, fasst Cornelia Kaminski die Motivation der Lebensrechtler zusammen. Sie ist Vorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA), der größten deutschen Lebensrechtsorganisation.
Dem pflichtet auch Mona Schwaderlapp bei, Organisatorin des Marsches für das Leben in Köln: „Im Mittelpunkt steht natürlich die Botschaft, dass jeder Mensch schützenswert ist – vom Anfang bis zum Ende des Lebens. Aktuelle Themen sind dabei unter anderem Abtreibung, Leihmutterschaft und assistierter Suizid. Gerade das Thema Leihmutterschaft hat in diesem Jahr große öffentliche Aufmerksamkeit erregt“, sagt sie mit Blick auf die breite Diskussion, die angesichts des Vorgehens von Jens Spahn und Hendrik Streeck aufgeflammt war.
Auch bezüglich des assistierten Suizids und der Tötung auf Verlangen versuchen Lebensrechtler zunehmend, Problembewusstsein zu schaffen. Erst vor kurzem wurde publik, dass in den Niederlanden erstmals ein schwerbehindertes zweijähriges Kind aufgrund einer seit 2024 geltenden Regelung euthanasiert worden war – eine Prüfungskommission hatte die Entscheidung gebilligt, obwohl andere Ärzte Palliativversorgung empfahlen. In den Niederlanden machen assistierter Suizid und Euthanasie mittlerweile fast sechs Prozent aller Todesfälle aus.
Das Framing als fundamentalistisch und „rechts“ zeigt sich auch in der Mobilisierung, die Gegner des Marsches betreiben. Unter dem Motto „Marsch für das Leben verhindern“ und „Fundis zur Hölle jagen“, ruft unter anderem das „Pro Choice Bündnis“ Bonn zur Gegendemonstration auf. Dem „Aktionsbündnis für sexuelle & reproduktive Selbstbestimmung“ gehören unter anderem der Pride Bonn, das Referat für FLINTA* & Geschlechtergerechtigkeit des AStA Bonn, die Antifa Bonn/Rhein-Sieg, aber auch die ver.di Jugend Köln-Bonn-Leverkusen an.

Quelle: Instagram / Pridebonn
Dass der Marsch für das Leben für das Recht auf Leben von benachteiligten Menschen eintritt, scheint hier keine Rolle zu spielen – das Narrativ vom „fundamentalistischen“ Kampf „gegen Selbstbestimmung“, bietet hingegen die Legitimation dafür, nicht nur lautstark, sondern auch gewalttätig gegen den Marsch und seine Teilnehmer vorzugehen – und das, obwohl daran auch zahlreiche Jugendliche und Familien mit teils kleinen Kindern teilnehmen.
In Köln geht die Polizei von 3000 Teilnehmern und in etwa ebenso vielen Gegendemonstranten aus. Die Veranstalter selbst rechnen mit 2000 bis 2500 Teilnehmern. Der Marsch wird von einem massiven Polizeiaufgebot abgesichert, um Übergriffe seitens linksradikaler Gegendemonstranten zu verhindern.
Mona Schwaderlapp, rechnet auch in diesem Jahr mit starkem Gegenprotest, vertraut aber auf die Sicherheitskräfte, denen es mittlerweile gelingt, die Teilnehmer des Marsches wirksam abzuschirmen: „Natürlich wird es Gegenprotest geben. Aber damit hatten wir im letzten Jahr kaum Berührungspunkte“, so Schwaderlapp. „Wir haben das große Glück, dass die Polizei großartige Arbeit leistet. Dafür bin ich sehr dankbar.“ Zugleich bekennt sie, es sei „jedes Jahr aufs Neue traurig zu sehen“, dass viele Menschen dem Kind im Mutterleib das Recht auf Leben absprächen. „Im Jahr 2025 gab es in Deutschland rund 106.000 Abtreibungen. Das sind rund 400 Kinder an nur einem Werktag. Beim Marsch für das Leben schenken wir diesen tausenden Kindern eine Stimme, die noch nicht selbst sagen können ‚Mama, ich will leben‘.“
Gegenüber den Gegendemonstranten zeigt sich Schwaderlapp versöhnlich. Sie habe den Traum, „dass vielleicht auch der eine oder andere Teilnehmer der Gegendemonstration ins Grübeln kommt und sich fragt, auf welcher Seite er stehen möchte.“
Obwohl der Marsch für das Leben breite Bevölkerungsschichten ansprechen will, ist die Unterstützung durch christliche Kreise traditionell hoch. Grußworte sandten unter anderem der Kölner Erzbischof Kardinal Woelki und Heiner Wilmer, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Auch verschiedene freikirchliche Verbände, die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) und der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, Metropolit Augoustinos, unterstützen den diesjährigen Marsch für das Leben mit Solidaritätsadressen. Mehrere katholische Bischöfe kündigten zudem ihre Teilnahme an. Rudolf Voderholzer, Bischof von Regensburg, bezeichnete es als „staatsbürgerliche Pflicht, denen eine Stimme zu geben, die selbst noch keine oder keine mehr haben“.






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Wer alle vertritt , vertritt keinen ! Funktionäre interessiert nur die große Zahl, dabei geht der Unterschied verloren, zwischen Abtreibung und sebstgewälter Sternenreise !
Ich habe letztes Jahr den „Marsch für das Leben“ in Köln gesehen und musste die Gegendemonstranten ansprechen, ob sie denn „gegen das Leben“ demonstrierten?
Als Antwort bekam ich hämisches Gelächter und ein „verp*ss dich!“
Schreien die Linken nicht immer, daß jedes Leben zählt (vorausgesetzt es ist bunt und von veredelter Herkunft)?
Ich finde es bezeichnend, dass diejenigen, die sich den Klimaschutz im Namen künftiger Generationen (*) auf die Fahnen schreiben einem werdenden Individuum der nächsten Generation keinerlei Rechte zugestehen.
(*) so ab 2100, denn früher sind selbst bei unrealistisch günstigen Annahmen, dass die ganze Welt deutschem Vorbild folgt, keine wesentlichen Auswirkungen der CO2-Vermeidung auf dass Klima zu erwarten.
Möglicherweise haben Demonstranten und Gegendemonstranten nichts dagegen, dass Soldaten in den Krieg geschickt werden um das Böse zu besiegen.
Sie starben, damit wir leben können.