Eigentor: Der Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt wollte mit dem „Migra-Streik“ vor der AfD warnen und lieferte ihr unfreiwillige Wahlkampfhilfe frei Haus. Ausgerechnet rund um den Magdeburger Kriminalitäts-Hotspot Hasselbachplatz sollten Barbershops, Kioske und Gastronomie vorführen, was Deutschland ohne Migration angeblich verlieren würde.
picture alliance/dpa | Peter Gercke
Spätestens seit Mittwoch wird klar, dass es der Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt auf die Spaltung der Gesellschaft abgesehen hat und aktiv parteipolitisch in den Wahlkampf eingreift. Es sollte doch alles so schön werden, es durfte Haltung gezeigt und ein Signal gegen die AfD ausgesandt werden. Den Wählern in Sachsen-Anhalt wollten die Aktivisten des Flüchtlingsrates demonstrieren, welche existentielle Lücke in Sachsen-Anhalt gerissen wird, wenn die AfD an die Macht kommt und die Migranten, die ja nach den Prognosen des rotgrünen Wirtschaftsideologen Marcel Fratzscher ganz sicher einmal die Rente finanzieren werden, das Land verlassen müssen. Die Magdeburger, ganz Sachsen-Anhalt und ganz Deutschland sollten spüren, was Magdeburg, was Sachsen-Anhalt, was ganz Deutschland fehlt, wenn die Barber-Shops in die „Remigration gezwungen“ werden.
Der mdr framte rotgrün gewaltig: „Als Reaktion auf die hohen Umfragewerte für die AfD vor der Landtagswahl setzten migrantische Gewerbetreibende in Magdeburg am Mittwoch ein Zeichen für Demokratie. Sie schlossen ihre Läden für einen halben Tag. Am Mittag gab es außerdem eine Kundgebung vor dem Landtag.“ Warum die Schließung der Läden ein Zeichen für Demokratie sein soll, erschließt sich Demokraten nicht.
Welch Framing-Slalom: 150 Geschäfte, so wichtige unter ihnen wie Barber-Shops und Döner-Läden, „wollten“ sich am „Migra-Streik“ beteiligen. Der mdr vergaß leider zu berichten, wie viele Geschäfte sich tatsächlich beteiligt und ihre Geschäfte tatsächlich geschlossen haben – zumindest in der Zeit zwischen 10 und 15 Uhr. Stattdessen heißt es kleinlaut vom mdr, da man die Grenze vom Framing zur knallharten Lüge nun doch nicht ganz zu übertreten vorhat, dass einige Geschäfte trotz der Aktion geöffnet hatten. Was heißt einige?
Aber der eigentliche Knaller steckt in einer winzigen Ortsbezeichnung, denn es handelte sich nicht etwa um Geschäfte in ganz Magdeburg, sondern um Geschäfte rund um den Hasselbachplatz, um den die Magdeburger, vor allem ab einer bestimmten Uhrzeit eher einen Bogen machen, denn Magdeburgs zentraler und wichtiger Platz ist längst ein Kriminalitäts-Hotspot mit Drogenkriminalität, Gewaltdelikten, Sachbeschädigungen und Pöbeleien geworden. Beim mdr wird man sich nicht daran erinnern, doch im Oktober 2024 gestand man dort noch verschämt ein: „2023 hat es in Magdeburg insgesamt 628 registrierte Fälle von gefährlicher Körperverletzung, Raub oder räuberischer Erpressung im öffentlichen Raum gegeben. Bei diesen Taten handelt es sich um Kriminalität auf Straßen, Wegen oder Plätzen … Zu gut einem Drittel der Taten kam es laut Statistik in den Stadtteilen Altstadt und Buckau, allen voran am Hasselbachplatz und im Gebiet rund um das Rathaus.“
In meiner Jugend wurde am Hasselbachplatz mit antiquarischen Büchern gehandelt, ein für damalige Verhältnisse großes Antiquariat befand sich dort. Heute werden da Drogen vertickt. Kein Wunder, dass sich die Magdeburger enorm bereichert fühlen. Der Verlust von Barber-Shops würde die Magdeburger Bürger sicher tief ins Mark treffen, denn, wie jeder weiß, ein Barber-Shop ist nicht alles, aber alles ist nichts ohne einen Barber-Shop.
Wenn die Aktivisten vom Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalts aufrufen: „Lasst euch nicht spalten in Ausländer und Deutsche, die Gesellschaft muss zusammenbleiben“, spalten sie selbst die Gesellschaft, sind sie es, die zwischen Ausländern und Deutschen unterscheiden, wobei die Deutschen, laut Flüchtlingsrat, die „Ausländer“ „als Menschen mit allen ihren Bedürfnissen“ zu sehen, und folglich all ihre Bedürfnisse zu finanzieren haben. Damit treibt der Flüchtlingsrat, wie auch rote, grüne und Politiker der Union die Gesellschaft tatsächlich auseinander, und zwar nicht in die ewig schuldigen Deutschen und die edlen Einwanderer. Sondern sie teilen ein in diejenigen gleich welcher Herkunft, die Kultur und Geschichte Deutschlands mindestens respektieren, die in einem Deutschland leben wollen, wie es vor Merkels Unwillkommenskultur den Deutschen gleich welcher Herkunft gegenüber, denjenigen, die schon länger hier arbeiten und Steuern zahlen, existierte, und in diejenigen, die sich laut Göring-Eckardt in unseren Sozialsystemen wohlfühlen.
Für die letzteren, und nur für sie machen die Flüchtlingsaktivisten zu eigenem Nutz und Frommen Politik. Genauer als Saeeid Saeeid vom Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt kann man es daher nicht formulieren: „Uns ist wichtig: Niemand muss durch Arbeit oder wirtschaftliche Leistung beweisen, dass er oder sie zu dieser Gesellschaft gehört.“ Wenn das so ist, gilt auch, dass niemand das Recht hat, Leistungen zu beziehen, die aus dem Steueraufkommen derer, die arbeiten und Steuern zahlen, stammen. Niemand ist zu Solidarleistungen verpflichtet, wenn die anderen nicht verpflichtet sind, ihren Lebensunterhalt zu verdienen – und zwar im Rahmen der Gesetze und nicht durch Kriminalität.
Doch der Flüchtlingsrat schätzt den Streik als vollen Erfolg ein, nicht deshalb, weil die Magdeburger etwas vom Streik mitbekommen hätten – darum ging es wohl auch nicht –, sondern weil das Thema bundesweit in den Medien wie Tagesschau, ZDF, in überregionalen Zeitungen diskutiert wurde.
So sieht er eben aus der Brandmauer-Wahlkampf für die neue Dreiklassengesellschaft, gegen die Bürger, aber für die dysfunktionale Elite und ihre neue Puffer-Klasse aus den Opfergruppen und ihren NGO-Funktionären und Aktivisten, deren Geschäft nach der römischen Herrschaftsmaxime divide et impera (Teile und herrsche) darin besteht, die Gesellschaft zu spalten und gegeneinander auszuspielen.
Der Migra-Streik am Kriminalitäts-Hotspot Hasselbachplatz war jedenfalls ein voller Erfolg – für die AfD.






Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein