Die deutsche Wirtschaft erlebt einen beispiellosen Abfluss an Wissen und Patenten. Der Schaden ist unermesslich, wird gesellschaftlich aber kaum diskutiert. Mittelstandsvertreter verschweigen die Ursachen, hoffen auf Subventionen. Ein irrlichternder Kanzler Merz ruft derweil zum Klimakampf auf. Szenen aus einer zerfallenden Republik.
picture alliance/dpa | Christoph Reichwein
Große Mittelständler und deutsche Konzerne wie KUKA, Aixtron oder Osram verlieren ihr patentiertes Know-how an ausländische Standorte, die Deindustrialisierung zerstört Hunderttausende von Existenzen. Die Reaktion des Bundeskanzlers auf das von der Politik herbeigeführte Desaster: ein Aufruf zur Verstärkung dieser Politik – Klima und der manische Feldzug gegen das CO2 haben Vorrang, ganz gleich, wie zerstörerisch dieser Kurs auch sein mag.
Zahlen von Creditreform und vom ZEW offenbaren das Ausmaß der Krise. Im vergangenen Jahr gaben 187.744 Unternehmen in Deutschland auf – ein Rekordwert seit über zwei Jahrzehnten. Bemerkenswert dabei: Nur 13 Prozent dieser Fälle gingen überhaupt auf ein ordentliches Insolvenzverfahren zurück. Offenkundig verschwinden die meisten Unternehmen, größtenteils kleine und mittlere, also nicht spektakulär durch eine große Pleite, sondern durch eine Firmenaufgabe still und leise vom Markt.
Hierzu eine Ziffer: Von den zwischen 2000 und 2022 in Deutschland entwickelten transnationalen Patenten befinden sich inzwischen rund 189.000 – 29 Prozent – in der Hand ausländischer Unternehmen. Blicken wir auf drei Beispiele, die die fortwährende Erosion der Wirtschaft und den harten Kampf um deutsche Patente illustrieren:
Kein Wunder, dass Deutschland beispielsweise im Verhältnis zu China zum Kapitalimporteur degradiert wurde. Wissen macht, Wissen schafft Wohlstand, und Deutschlands politische Führung tritt die Leistungsträger, die dieses Wissen zur Anwendung bringen, steuerpolitisch und regulatorisch mit Füßen. Weit über 100.000 junge Deutsche, darunter viele Akademiker und potenzielle Unternehmensgründer, verlassen jedes Jahr das Land, während der Strom der Sozialmigranten nicht mehr abreißt.
Die Mittelstandsvertreter fordern die Wiederaufnahme des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) – ein etwa 560 Millionen Euro umfassender kleiner Fördertopf im Fördermitteldschungel Deutschlands, der pars pro toto für das Scheitern der Interessenvertreter im Lande steht: Vom Ende des Klimaraubzugs, der Überregulierung und den immer weiter steigenden Abgaben ist nicht die Rede. Merz wird im Brandbrief Führungsschwäche vorgeworfen – das ist keine substanzielle Kritik an der politischen Zerstörungswut, das ist systemstabilisierende Pseudokritik zur Stärkung des bestehenden Machtdesigns.
Verbände wie der BVMW müssten als neutrale Gewährsträger für die Marktwirtschaft eintreten, wollten sie nicht Partei nehmen für Partikularinteressen und einzelne Sektoren der Ökonomie. Stattdessen wird in Deutschland eine Fördermitteljagd kultiviert, das Subventionsjägertum legitimiert – 7 Prozent des BIP oder 320 Milliarden Euro im Jahr werden inzwischen in die Sickergruben der Staatswirtschaft gelenkt – ein regelrechter Raubzug, an dessen Ende Hunderttausende von Unternehmen nach den niedrig hängenden Früchten, die der Steuerzahler hinhält, greifen – würdelos, wirtschaftlich zerstörerisch, das Gegenteil von Marktwirtschaft und Wettbewerb.
Wirtschaftspolitische Reformen, marktwirtschaftlicher Wettbewerb und Leistungsorientierung? In Deutschland? Wo denken Sie hin! Das Land marschiert beinahe uniform dem multiplen Systemversagen, dem Horizont der Ökosozialisten, entgegen. Politiker wie Friedrich Merz vermuten dort hinterm Regenbogen möglicherweise das grüne Elysium, das auch ihm die Absolution für sein phänomenales politisches Scheitern erteilen wird. Realisten allerdings wissen: Merz betreibt das Geschäft der Abzockerprofis, der grünen Günstlingsmaschine.
Verbände wie der BVMW, der BDI oder die Gewerkschaften arbeiten Hand in Hand mit dem Brandmauer-Parteienkartell am Umbau der deutschen Ökonomie in eine überdimensionierte Fördermittelrepublik und wundern sich dann, dass die Wirtschaft regelrecht ausblutet. Vorläufiger Höhepunkt der deutschen Groteske war der Auftritt des Bundeskanzlers vor dem Hürtgenwald nach dem Brand. Frisch aus dem Sommerurlaub zurückgekehrt, rief der Kanzler zum totalen Krieg gegen das CO2 auf – der selbsternannte Mann der Wirtschaft, der sich nun ans Werk macht, den Unternehmen, die nicht in der Lage sind, wie die großen Konzerne ihr Kapital an bessere Standorte umzulenken, den Garaus zu machen.
Degrowth-Ökosozialismus und ein alles durchströmender Funktionärsgeist dominieren das politische Geschehen der Bundesrepublik. Da nimmt es nicht Wunder, dass sich Berlin als politischer Quellort der Klimaumverteilungsmaschine mit Händen und Klauen gegen Reformen an diesem Bereicherungsmechanismus zur Wehr setzt.
Politische Macht und hohe Steuereinnahmen aus dem CO2-Raub sichern eine politische Kaste ab, die noch immer glaubt, auf ökonomische Prosperität verzichten zu können.
Wie sehr Sie sich am Ende irren werden.






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Herr Kolbe, der Irrsinn ist nicht zu stoppen. Enden wird das Desaster erst mit einem Mangel (oder gallopierender Kaufkraftentwertung) an Zahlungs(Tausch)mittel oder einem Mangel an existenznotwendigen Gütern. Letztere kommen noch lange aus China etc. Also wird es am Zahlungsmittelproblem enden. Und dieses wird urplötzlich über uns hereinbrechen.
Keiner wird in Deutschland einen Betrieb, mit einem Jahresverbrauch von um die 10 GWh Strom aufbauen, wenn er von der Bundesnetzagentur bei einer Strommangellage, auf welche wir uns offensichtlich und rasch zubewegen, ersatzlos gedrosselt oder abgeschaltet werden kann. Mindestens 560 Unternehmungen sind von dieser Massnahme betroffen, dazu gehören Hersteller von Metall, Glas, Chemie und Pharma (Düngemittelherstellung, Medikamentenherstellung, Dicht- und Klebstoffherstellung etc.) , Papierherstellung, Transport- und Rechenzentren. All diese Unternehmen können bei Strommangellage in Zukunft einfach abgestellt werden, dies ohne Entschädigung und bei einer Vorlaufzeit zwischen 3 Tagen und 24 Stunden. Als ob diese Firmen nicht bereits jetzt an den höchsten… Mehr
Ich halte Merz für vieles – nur dumm ist er nicht. Also, wie kann ein nicht dummer Mensch so vehement den Quatsch verbreiten, dass der Klimawandel menschengemacht sei und dass er (!) alles erdenkliche tun will, um ihn zu stoppen. Da frage ich mich doch, wie kommt er mit folgenden Zahlen klar: Deutschland 1,3% der Welt-Emissionen an CO², China 30%. Für wen hält er sich?
Herr Kolbe,
Ich hätte mir auch Informationen zu Gerhard Schröder gewünscht.
Der hat den deutschen Wissentransfer hauptsächlich zu verantworten. Die CDU knüpft da nur an, obwohl es dem Dümmsten klar sein sollte das wir die Konkurrenz groß gemacht haben und von dieser jetzt überholt werden.
Flachzangen ist eine äußerst charmante Umschreibung für mangelnde Intelligenz.
Kein Mitleid, kein Mitleid mit Anti-AfD-Hetzern. Wer falsch bzw. wie eine Flachzange wählt, braucht sich nicht wundern: Wie bestellt so geliefert und das seit Jahrzehnten …
Das verwundert auch nicht, das ist keine Dummheit, das ist Opportunismus.
70% der Bürger sind direkt oder indirekt finanziert aus Steuergeldern, nicht nur Bürgergeldempfänger, sondern auch Aufstocker, Beamte, staatliche Angestellte, Politiker, NGO-MItarbeiter, weite Teile der Medien etc.
Natürlich wählen die im eigenen Interesse so, daß die Steuergelder weiterfließen. Geld wächst nicht auf Bäumen, das muß erarbeitet werden, Wir haben aber nur noch knapp 30%, die wirklich produktiv etwas erwirtschaften, Nettosteuerzahler sind und von einer Steuerreduzierung, Ausgabenbeschränkung, Senkung der Staatsquote profitieren würden.
>ein Aufruf zur Verstärkung dieser Politik – Klima und der manische Feldzug gegen das CO2 haben Vorrang<
Die CDU/CSU sind einfach nur nützliche Idioten für grün-rot/dunkelrot!
Seit 1945 gab es keinen schlimmen Ruinator für die dummen.
Die scheinen damit zufrieden zu sein.
„Offenkundig verschwinden die meisten Unternehmen, größtenteils kleine und mittlere, also nicht spektakulär durch eine große Pleite, sondern durch eine Firmenaufgabe still und leise vom Markt.“
Falsch, die Mehrzahl dieser Unternehmen sind am Ende so ausgezehrt, dass ein ordentliches Insolvenzverfahren mangels Masse nicht eröffnet werden kann. Das ist kein stilles Verschwinden, das ist der Maximalschaden für Arbeitnehmer und Gläubigerschaft.
Nicht ganz richtig.
Eine Schließung vor der Insolvenz entzieht sich der staatlichen Vorgaben.
Eine angemeldete Insolvenz ist immer ordentlich.
Es gibt Ranglisten für die Gläubigerbefriedigung.
Staat, Sozialkassen..irgendwann die privaten.
In einem Insolvenzverfahren wird festgestellt wie die Schuldverhältnisse zu bewerten sind.
Das weitere Verfahren endet eventuell mit der Erkenntnis dass nichts zu verteilen ist.
Mangels Masse.
D.h. das Insolvenzverfahren endet mit dieser Erkenntnis.
Wer ab und zu in der Gemeinde Hürtgenwald unterwegs ist, weiß, daß diese Gegend auf eine Art und Weise verspargelt ist, die jedem Landschaftsästheten die Haare zu Berge stehen lässt. Die Einheimischen werden dem Kanzler für n o c h mehr Klimaschutz entsprechend dankbar sein.
Das Herz der politischen Elite hängt zu 100% an der Ukraine. Die mäfiösen Strukturen dort stehen für das nachhaltigste Ziel dieser europaweiten Politik.