Seit dem Bestehen von Tichys Einblick wird das Medium immer wieder mit Kampagnen linker Pressure-Groups überzogen. Linke machen das einzige, was sie können: Listen erstellen, Diffamieren, Erpressen. Die jeweils von ihnen erstellten und verbreiteten Aufzählungen sind aber immer auch dies: Empfehlungs- und Ehrenlisten.
Screenprint Campact - Collage: TE
62 YouTube-Kanäle hat die linke Kampagnenorganisation zusammengetragen. Ihre Betreiber sollen von Werbeeinnahmen abgeschnitten werden. Unter den Geächteten finden sich Tichys Einblick und NIUS. Apollo News ist dabei, ebenso die Weltwoche. Hinzu kommen weitere als oppositionelle betrachtete YouTuber wie Jasmin Kosubek, Weichreite etc. Einzelkämpfer, die wenig anderes tun, als mit Menschen zu sprechen. Außerdem zahlreiche Accounts der AfD.
Wir Schwurbler und Verschwörer
Campact versieht seine jüngste Liste mit Etiketten wie „AfD-nah“, „rechtspopulistisch“ oder „verschwörungsideologisch“ und liefert die Zusammenstellung Unternehmen gleich als Grundlage für deren Sperrlisten. Rund 90 Firmen wurden mit hahnebüchenden Unterstellungen und Zuschreibungen angeschrieben. Reagiert haben auf der Gegenseite meist Leute, die über das gleiche kommunistische Mindset verfügen wie bei rotgrünen Pressuregroups. Oder Boomer, die mit den neuen Zeiten überfordert sind. Im Fall von Edeka kann man davon ausgehen, dass hier an entscheidender Stelle in Hamburg Personen mit der gleichen Ideologie unterwegs sind wie bei rotgrünen NGOs. Geldentzug für politisch Unerwünschte.
Rund 15.000 Aktivisten ließ Campact nach eigenen Angaben knapp 40.000 Anzeigen erfassen. Die folgenden Wackeldackel werden auf ausgewählte Videos geschickt, sollen die dort automatisch eingeblendete Werbung notieren und anschließend das betreffende Unternehmen bei Campact melden. Eine Aktion, auf die jede DDR 2.0 mit großem Stolz blicken würde. Auf der eigenen Seite formuliert die Organisation das Ziel erfreulich unverstellt.
Eine Auszeichnung, die Campact unfreiwillig verleiht
Wer auf diese Weise auf einer Liste landet, befindet sich teilweise in ausgesprochen unterschiedlicher Gesellschaft. Das gehört zur Methode. Journalistische Medien stehen neben Parteikanälen. Jeder wird mit jedem verrührt. Anschließend reicht die bloße Aufnahme in die Tabelle bereits als Verdachtsmoment.
Für Tichys Einblick liefert Campact eine besonders eindrucksvolle Begründung. TE hat Ulrich Siegmund interviewt, den Spitzenkandidaten der AfD in Sachsen-Anhalt. Das genügt für die gewünschte wirtschaftliche Ächtung. Siegmund wurde auch von öffentlich-rechtlichen Sendern interviewt. Campact hat bislang keinen Feldzug gegen die Kunden von ARD und ZDF eröffnet.
Pressefreiheit ist keine Prämie für Wohlverhalten. Meinungsfreiheit endet auch nicht dort, wo Friederike Gravenhorst von Campact schlechte Laune bekommt.
Im Gegenteil: Je willkürlicher Campact seine Lieblings-Delinquenten zusammenstellt, desto ehrenvoller wird die Aufnahme. Für diejenigen, die dort wegen ihrer journalistischen Arbeit landen. In derselben Tabelle stehen Parteikanäle der AfD neben denen von Tichys Einblick, NIUS, Apollo News und Compact, wie noch vielen anderen. Für einige, die doch ein undifferenzierter unterwegs sind, ist die Campact-Liste gleichsam auch eine Aufwertung. Campact behauptet, alle unterstützten direkt oder indirekt die AfD oder hetzten gegen Minderheiten. Für jeden Kanal wird irgendein Link als Pseudo-Beleg geliefert.
Schauen wir doch mal, wie wir hier gegen Minderheiten hetzen. Ich bin seit Tag 1 bei Tichys Einblick dabei. Als Person mit Migrationshintergrund und mit 90% Muslimen in der Familie, für das Existenzrecht Israels einstehend und als Hete mit in der Schwulencommunity sozialisiert, kann ich sagen: Hier wurde an keinem Tag gegen Minderheiten gehetzt. Es sei denn, dass Rotgrün sich zu solcher schützenswerten Minderheit zählt, das würde diese Bewertung jetzt natürlich ändern.
Das ist allerdings auch die Gruppe, gegen die es sich mit jeder Faser und mit vollem Verve argumentativ vorzugehen gebietet. Und ganz genau darum geht es, wenn Campact und andere rotrotgrüne NGOs zu solchen primitiven Nummern ausholen. Es geht nicht um „Hass und Hetze“. Es geht darum, dass wir auf dem Vormarsch sind und unsere Zeit da ist.
Ihr absoluter Vernichtungswille von Andersdenkenden, um dem Ziel der Errichtung des neuen Sozialismus näherzukommen, muss man sich entschieden in den Weg stellen. Ich wurde von rotgrünen Lehrern in der Schule dermaßen ideologisch, visuell und olfaktorisch gefoltert, dass ich weiß: lieber gehe ich in eine einsame Hütte im Wald, als mich bei diesen Epsilons einzureihen.
Und genau deswegen wird man von denen dann auch so erbittert bekämpft. Alle, die sich nicht einhegen und eincremen lassen mit Moderatorengehältern auf Regierungsevents. Und alle, die rotgrün noch entschieden auf die Steuerkohle umverteilenden Finger schauen.
Kriterien? Egal – es geht um Vernichtung
Die Welt wollte wissen, wer diese ganzen vielen Einstufungen eigentlich vornimmt. Der Autor fragte nach den Kriterien für „rechtsextrem“, „rechtspopulistisch“ und „AfD-nah“. Ebenso wurde sich sich nach einer entsprechenden Liste für linksextreme oder der Linkspartei nahestehende Kanäle erkundigt. Außerdem, ob die Betroffenen vor ihrer öffentlichen Markierung Gelegenheit zur Stellungnahme bekommen hatten. Campact beantwortete diese Fragen nicht. Die Organisation schickte stattdessen eine allgemeine Erklärung über Rechtsextremismus und die angebliche „Radikalisierungsplattform“ YouTube.
Campact erhebt den Anspruch, Medien wirtschaftlich markieren zu dürfen, verweigert zugleich eine nachvollziehbare Antwort darauf, nach welchem Maßstab die Markierung erfolgt. Das folgt immer wieder dem gleichen Prinzip, alles wird zusammengerührt, einfach ein paar haltlose Behauptungen draufgerotzt und los geht es.
„Ben ungeskriptet“ steht vorläufig nicht auf der Liste. Das Millionenformat hatte Björn Höcke und Ulrich Siegmund ausführlich zu Gast. Campact bezeichnet solche Angebote gegenüber der taz als „grauzonige Formate“. Man habe sich zunächst auf „eindeutige Fälle“ konzentriert. Tichys Einblick gilt demnach wegen eines Siegmund-Interviews als eindeutig boykottwürdig, ein mehrstündiges unmoderiertes Gespräch mit demselben Politiker liegt für Campact offenbar noch in der Grauzone.
Die Kollegen von der Jungen Freiheit hingegen haben es gar nicht auf die Liste geschafft. Keine Schande. Die Kollegen werden online ohnehin schon damit aufgezogen und geshamed. Tja, so schnell ist man Mainstream, liebe Leute, paar mal nicht rechtzeitig geduckt, Ulf Poschardt zweimal zu oft angetanzt, und schon fliegt man aus den Ehrenlisten.
Ob die Kollegen Ulrich Siegmund jetzt weniger interviewt haben als TE? Tseeeeee. Richtig zählen zu können ist demnach kein Kriterium für eine große Karriere bei der linken Pressure-Bude Campact. Wäre das auch mal geklärt.
Die Unternehmen
Mitte August gingen dann entsprechende Pressuregroup-Schreiben an rund 90 Unternehmen. Den Firmen wurde mitgeteilt, ihre Werbung sei besonders häufig vor den so beschriebenen „Hass- und Hetzvideos“ aufgetaucht. Als Hilfestellung lag die Tabelle mit besagten 62 Kanälen bei, ausdrücklich als Grundlage für eine Sperrliste. Campact setzte den angeschriebenen Unternehmen eine Frist bis Freitag, 21. August, zwölf Uhr.
Bei Edeka lässt sich studieren, wie hechelnd ein Großkonzern auf so etwas anspringt. Campact schrieb der Hamburger Pressestelle am Freitag, 14. August, um 11.55 Uhr. Bereits am folgenden Mittwoch verschickte die Edeka-Zentrale eine Nachricht an regionale Genossenschaften und weitere Teile des weit verzweigten Unternehmens. Die Mail begann mit „Moin zusammen“ und verwies auf ein „aktuelles Presseanliegen“ zu YouTube. Regionale Werbeaktivitäten sollten entsprechend überprüft werden. Bei Edeka trifft man in der Konzernzentrale zu 100% auf den gleichen obrigkeitsgefälligen Spirit, da muss man nicht mal mehr husten, dass dort die Türen aufspringen und Pressuregroup-Buden der rotrote Teppich ausgerollt wird. Einzelne Händler ausgenommen. Die dachten, es sei mal eine tolle Idee, sich unter dieser beschädigten Polit-Dachmarke mit Lebensmittelabteilung eine eigene Existenz aufzubauen. Und während man in der Konzernzentrale bei jedem neuen politischen heißen Scheiß dabei ist, Refugees Welcome trommelt, wissen so viele Edeka-Betreiber nicht, wie man sich gegen ausufernden Ladendiebstahl überhaupt noch erwehren kann.
Campact veröffentlicht anschließend die Erfolgsmeldung. Aldi Süd will seine Sperrlisten anpassen. Kleinanzeigen ebenso. Indeed steht auf der Liste. Schon spannend. Es folgen DEVK und Constantin Film. Hah! Die bei Constantin Film kenne ich sogar. Gut, nicht den Iris Berben Sohn Oliver, aber doch mehr als genug, um viele kleine schmuddelige Geschichten aus dem Unternehmsinnern zu wissen. Es gab auch schon persönliche Bekundungen, dass man diese Entscheidung keineswegs für gut halte. Na, Constantin wie ist das, wenn man weiß, wie viele bei euch Tichys Einblick lesen?
Wolt macht mit, Bergfreunde ebenfalls. Immowelt wird genannt, Euronics auch. AXA ist dabei, die Berliner Wasserbetriebe ebenfalls. Milram soll anpassen, dm auch. Immoscout und Flixtrain, Bifi ebenfalls. Klosterfrau und Procter & Gamble runden die Gruppe ab.
Weitere Unternehmen wollen laut Campact prüfen. Dazu zählen Miniatur Wunderland und Lieben Gruß Electronics, Krombacher. Bei „Sparkasse“ bleibt bereits unklar, welche Sparkasse überhaupt gemeint sein soll. Sumup und Lenor prüfen. Rewe und Booking ebenfalls. Samsung hat Campact nach eigener Darstellung dasselbe signalisiert.
Neben Ehrenlisten stehen immer auch Listen der Schande
Kein Unternehmen oder Vorstand wurde gezwungen, auf Campact zu reagieren. Kein Händler musste sich rechtfertigen. Keine Pressestelle war verpflichtet, die politische Klassifizierung einer privaten Kampagnenorganisation zu übernehmen. Die Unternehmen tun es höchst freiwillig.
Dabei wäre auch ein Blick auf den Absender hilfreich. Campact präsentiert sich als zivilgesellschaftliche Großmacht mit mehr als vier Millionen „Unterstützern“. Ob das stimmt, sei mal dahingestellt. Der Begriff ist großzügig ausgelegt. Er ähnelt etwas dem, was andere Leute mit X-Lesezahlen beschäftigen und dabei vergessen, dass die große Zahl lediglich anzeigt, wie oft ein Post den Leuten in Timelines gezeigt wurde. Wie wenig an so großen Zahlen dran ist, konnte man zuletzt auch bei den 2000 Autoren bei „The European“ begutachten. Einmal reingepiekst von Alexander Wallasch und dieses Heißluftgebläse schmolz schneller runter als Butter in der Sonne.
Stimmberechtigte Vereinsmitglieder gibt es ganze zwölf. Diese kleine Mitgliederversammlung kontrolliert den Vorstand. 2019 verlor Campact die steuerliche Gemeinnützigkeit. Der Bundesfinanzhof sah die politische Kampagnenarbeit nicht ausreichend durch die „gemeinnützigen“ Satzungszwecke gedeckt. Finanziell hat das die Organisation offenkundig nicht trockengelegt. 2024 nahm Campact nach eigenen Angaben mehr als 24 Millionen Euro ein.
Für die Landtagswahlkämpfe 2026 in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sammelte Campact nach eigenen Angaben mehr als drei Millionen Euro für einen „NoAfD-Fonds“. Mehr als 75.000 Spender sollen eingezahlt haben. Eine Hälfte des Geldes verwendet Campact selbst. Die andere Hälfte geht an ungefähr 40 Projekte in beiden Ländern. In Sachsen-Anhalt entspricht der gesamte Campact-Topf ungefähr dem Doppelten des von der AfD angegebenen Wahlkampfetats von 1,5 Millionen Euro.
Eine Organisation mit zwölf stimmberechtigten Mitgliedern setzt damit Millionen ein, um auf Landtagswahlen einzuwirken. TE hatte über die Wahlkampfeinmischung berichtet. Wenige Tage später arbeitet dieselbe Organisation daran, Medien Anzeigenpartner zu entziehen.
Man darf das einen mehr als bemerkenswerten Zufall nennen. Und man darf sich seinen Teil denken.
Das Geld aus dem politischen Biotop
Hier muss präzise unterschieden werden. Campact selbst erklärt, keine unmittelbaren Staatsmittel zu beziehen. Wer behauptet, der Verein werde direkt aus dem Bundeshaushalt finanziert, macht es Campact unnötig leicht. Wären wir wieder bei Ulf Poschardt. Das Netzwerk um Campact sieht erheblich interessanter aus. Campact ist Mitgründer der HateAid gGmbH und hält 33,32 Prozent an der Gesellschaft. Im Campact-Transparenzbericht wurde bereits festgehalten, dass Campact als Gesellschafter den laufenden Betrieb von HateAid mitfinanziert. Die eng verbundene Demokratie-Stiftung Campact bewilligte HateAid 2024 bis zu 300.000 Euro für den Organisationsaufbau. Weitere 50.000 Euro flossen für eine Kampagne.
HateAid wiederum wird aus Steuergeldern gefördert. Für 2025 werden öffentliche Förderungen von rund 420.000 bis 430.000 Euro aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ ausgewiesen. Aus dem Bundesjustizministerium kamen weitere rund 590.000 bis 600.000 Euro. Niedersachsen steuerte ungefähr 90.000 bis 100.000 Euro bei. Insgesamt ergibt das für dieses Jahr rund 1,10 bis 1,13 Millionen Euro Staatsmittel. Aus dem Etat des Bundesjustizministeriums sind bis 2028 weitere 600.000 Euro jährlich vorgesehen.
Diese Förderstrukturen wurden unter politischen Mehrheiten aufgebaut und fortgeführt, an denen SPD und Grüne beteiligt waren. Inzwischen führt eine Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD wesentliche Fördertöpfe weiter. Niedersachsen wird von SPD und Grünen regiert.
So funktioniert das deutsche NGO-Biotop längst über Legislaturperioden hinweg. Die Parteien wechseln teilweise. Die Programme bleiben. Aus geförderten Projekten werden feste Institutionen. Diese Institutionen bilden Netzwerke mit privaten Kampagnenorganisationen.
Hinzu kommt die Demokratie-Stiftung Campact. Sie erhielt 2022 nach Angaben von Campact rund 300.000 Euro von den Open Society Foundations. Campact und Stiftung sind rechtlich getrennt, beschreiben sich selbst jedoch als ideell eng verbunden und ihrer gemeinsamen Mission verpflichtet.
Man muss daraus nicht mal eine Verschwörung basteln, das offen einsehbare Geflecht reicht vollkommen.
Der Erfinder fiel weich
Campacts aktuelle Aktion hat einen Vorläufer, der fast wie die Blaupause wirkt.
Vor rund zehn Jahren arbeitete Gerald Hensel als Digital-Art-Director bei Scholz & Friends. Er startete „Kein Geld für rechts“. Das Ziel war ausdrücklich, als rechts markierten Medien ihre Werbeeinnahmen abzuschneiden. Mitarbeiter von Unternehmen wurden darauf hingewiesen, dass ihre automatisiert ausgespielten Anzeigen auf unerwünschten Seiten auftauchten. Anschließend folgte die Frage, ob der Konzern wirklich mit einem solchen Medium in Verbindung gebracht werden wolle. Der nächste Schritt war die Sperrliste.
Schon damals bestand die Methode darin, alle möglichen Angebote mit publizistischen Medien in einen gemeinsamen Topf zu werfen. Achgut und Tichys Einblick gerieten hierunter besonders ins Visier. Zuvor hatte Boris Pistorius (SPD), der beliebteste Politiker Deutschlands wohlgemerkt, der Jungen Freiheit diesbezüglich den Saft abgedreht. Demnach gab es dann ja auch nur Achgut und TE, die beide offensiv an die Öffentlichkeit gegangen sind. Die Gegenreaktion wurde so groß, dass Scholz & Friends sich schließlich von Hensel trennte.
Seine Karriere im Aktivismus war damit keineswegs beendet. Kurz danach später gründete Hensel Fearless Democracy. Dieser Verein gründete 2018 gemeinsam mit Campact HateAid.
Der gescheiterte Boykotteur von 2016 landete damit ziemlich weich in jenem institutionellen Komplex, dessen Organisationen später staatlich gefördert wurden.
Zehn Jahre danach kommt dasselbe Geschäftsmodell zurück. Diesmal verfügt es über eine größere Organisation und eine professionellere Infrastruktur.
Ob es dieses Mal wirklich besser für die Unternehmen ausgehen wird?
Auch das Verhalten der Konzerne hat eine lange Vorgeschichte. Im Sommer 2022 begann eine größer angelegte Twitter-Kampagne gegen Achgut. Anonyme und pseudonyme Accounts schrieben Unternehmen an, deren Werbung auf der Seite automatisch ausgespielt worden war. Der Inhalt ähnelte frappierend der heutigen Campact-Methode. VW und Audi gehörte zu den ersten Unternehmen, die einknickten.
Audi antwortete öffentlich, Anzeigen würden automatisiert ausgespielt. Man werde den Fall prüfen und die eigene Blacklist „entsprechend überarbeiten“. Audi blieb damit aber keineswegs allein. Achgut dokumentiert rund 30 Unternehmen, die damals Boykottmaßnahmen ankündigten oder Prüfungen versprachen. Zahlreiche andere Unternehmen sprangen ebenfalls sehr bereitwillig darauf an. Die Liste kann bei Achgut besichtigt werden.
Was hat den Unternehmen ihre tiefe Verbeugung vor rotgrün gebracht?
An dieser Stelle lohnt jetzt einmal die eine Frage, die in deutschen Konzernzentralen erstaunlich selten gestellt wird: Hat sich das politische Wohlverhalten wenigstens geschäftlich ausgezahlt?
Audi lieferte 2023 in seiner Markengruppe 1,919 Millionen Fahrzeuge aus. 2025 waren es 1,644 Millionen. Das operative Ergebnis sank im selben Zeitraum von 6,28 Milliarden Euro auf 3,37 Milliarden. Die operative Umsatzrendite fiel von neun auf 5,1 Prozent. Im ersten Halbjahr 2026 lag die Rendite laut Audi nur noch bei 3,8 Prozent. 2025 vereinbarte Audi den Abbau von bis zu 7.500 Stellen in Deutschland bis 2029. Bis 2027 sollen bis zu 6.000 Stellen verschwinden, weitere 1.500 können bis 2029 folgen. Audi verweist dafür auf Wettbewerbsdruck und notwendige Kostensenkungen.
Auch Volkswagen gehörte früh zu den Unternehmen, die nach Aktivistenhinweisen oppositionelle Medien auf ihre Blacklist setzten. Hingegen hat diese Marke keinerlei Probleme im Umfeld von linksradikalen Accounts zu erscheinen. Nur wenige Jahre später steckt der Konzern in seiner tiefsten Krise: Das operative Ergebnis brach 2025 um 53 Prozent ein, CEO-Blume spricht über einen Abbau von bis zu weiteren 50.000 Stellen. Für Gesinnungspflege war offenbar immer deutlich mehr Spielraum als für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit. Nach jedem linken Furz wurde sich begierig gebückt, für die Haltung, für das hehre grüne Gute.
Noch schöner ist dm. Im Dezember 2025 beklagte Firmenchef Christoph Werner bei Markus Lanz, Campact setze sein Unternehmen mit Unterstellungen und öffentlichen Bekenntnisforderungen unter Druck: „Was erlaubt sich eigentlich diese Organisation?“ Acht Monate später führt Campact dm als Erfolg der nächsten Kampagne – die Sperrliste werde angepasst. Zu Rossmann kann eh kein normaler Mensch gehen. Die haben in vielen Filialen nicht mal SB-Kassen. Rossmann hat schon den heraufziehenden Schlecker-Todes-Odeur in seinen Filialen.
Politische Unterwerfung schafft keinen einzigen Wettbewerbsvorteil. Im Gegenteil. Vielleicht wäre weniger Social-Media-Gesinnungspflege und mehr Konzentration auf das Kerngeschäft keine völlig abwegige Managementstrategie. Wäre. Denn diese Konzerne sind ohnehin voll bis obenhin mit stromlinienförmigen, grüngefälligen Haltungsakrobaten.
Kein seriöser Mensch behauptet, eine Blacklist gegen ein Medium lasse den Fahrzeugabsatz einbrechen. Was hat der chinesische Automarkt mit Medien in Deutschland zu tun? So viel: TE weiß von zahlreichen Abbestellungen von VW- und Audi-Neuwagen im unmittelbaren Zusammenhang mit dem wohlfeilen Verhalten der Automobilbauer. Auch von zahlreichen bei Daimler. Jahre später berichten mir immer noch Menschen, die man zufällig bei Berlin-Events kennenlernt, dass diese erpressten und gefälligen Ausschluss-Aktionen ihre Einstellung zu den Marken nachhaltig zerstört habe.
Solange man ganze Flotten bei der Regierung abliefern kann, war immer alles tutti. Da konnte man auch hart auf die Bürger scheißen, die mit so einem Haltungswagen zu ihrer Arbeit fahren müssen.
Beim linksextremes Volksverpetzer framte man das mal so: dass man bei Widerspruch gegen solche repressiven Markteingriffs-Methoden eine Finanzierung einfordere. Das ist schon sehr lustig. Vor allem, wenn man das im Zusammenhang der „Demokratie Leben“-Mittelstreichung, den kreischenden Reaktionen und medialen Kampagnen in linken Freundmedien von etlichen Linksaußen-NGOs dazu betrachtet. Oder auch bei anderen theatralischen Aufführungen, wo immer es darum geht, dass der Staat linke NGO nicht mehr finanziert.
Linke NGO und Unternehmen schaden der Wirtschaft nachhaltig
TE wird seit Bestehen von Kampagnen linker NGO und Medien überzogen. Natürlich hat uns das Kunden gekostet. Natürlich hat uns das um CDU- und FDP-Gesprächspartner gebracht. Und hier kommen wir auch wieder zur Überleitung „was nutzt’s“: die heiße rote Liebe bei Spiegel und Taz und in Journalistenpreisen für Böhmermann zu suchen, hat die beiden Parteien jetzt auch nicht wirklich weiter gebracht, ne. Sie werden für ihre Haltung verachtet. Für Einknicken. Für Andienen. Für’s immer noch tiefere Bücken.
Die Geschichte zeigt also etwas anderes: Die moralischen Kampagnen, denen sich Unternehmen so bereitwillig anschließen, lösen keines deren realen Probleme.
Campact rettet kein VW-Werk, Friederike Gravenhorst verkauft keinen Audi mehr. Im Gegenteil. Dass solche Unternehmen verschwinden, ist in dieser Welt, deren Protagonisten selbst um den Globus jettet und das Leben der anderen gleichermaßen in CO2-Fußabdrücken verteilt, ein hochwillkommenerer Kollateralschaden.
Haltung ist wichtiger, als potentielle Kunden zu erreichen. So lange diese Unternehmen das nicht verstehen, ist es erstens wenig verwunderlich, dass sie verschwinden und zweitens auch nicht schade drum. Holen wir uns halt einen BYD. Wie war das? Standortpatriotismus?! Das ist doch keine Einbahnstraße. Hahahaha. My ass. Geht kacken.
Eine Sperrliste gegen Tichys Einblick, Nius, Apollo, Junge Freiheit, Weichreite, Kosubek, Weidel etc. etc. etc. senkt keine deutschen Produktionskosten und hilft nicht dabei auch nur ein Auto, einen Laptop, eine Sektflasche mehr zu verkaufen. Das Gegenteil ist richtig. Ausschlüsse und Einknicken spaltet. Während ich hier schreibe, kauft schon wieder jemand nicht bei Edeka ein – ohne, dass ich ihn oder sie dazu auffordern müsste, was ich auch nicht tun möchte.
Wenn ein Mensch sich von einer Marke qua seiner Einstellung abgelehnt fühlt, kommt diese Liebe nicht mehr wieder. Ist es die Aufgabe von Unternehmen ihre Produkte zu verkaufen oder die Gesellschaft zu erziehen (was ohnehin nicht gelingt)?
All diese Kampagnen haben vor allem eines bewirkt: mehr Zulauf für die Ehrenlistenleute. Mehr Wasser für uns. Mehr Zulauf. Mehr Menschen finden ihren Weg zu uns.
Die Ehrenliste
Alle Protagonisten auf der großen Campact-Liste tragen ihren Eintrag als Ehrenzeichen. Wer wegen eines Interviews mit einem Oppositionspolitiker auf eine wirtschaftliche Sperrliste gesetzt werden soll, hat offenbar etwas richtig gemacht.
Wer weiterhin Personen zu Wort kommen lässt, die Campact aus dem Diskurs drängen möchte, verteidigt einen elementaren Bestandteil demokratischer Öffentlichkeit.
Aufbewahren sollte man allerdings auch die andere Liste.
Aldi Süd. Edeka. dm. AXA. Immowelt. Procter & Gamble. Und all die weiteren Unternehmen, die Campact als Erfolge seiner Kampagne präsentiert.
Diese Firmen verkaufen ihre Waren an ein Land, in dem inzwischen Millionen Menschen AfD wählen. Sie beschäftigen Menschen mit unterschiedlichsten politischen Auffassungen längst in ihren eigenen Reihen. Ihre Kunden lesen unterschiedliche Medien. Und viele davon lesen ausgerechnet jene Medien, die Campact wirtschaftlich treffen möchte. Jede neue solcher Runden brachte auch immer mehr Leser. Wie eine große Promo. Nur, dass Linke das besorgen.
Ein Unternehmen kann sich entscheiden, diese Kunden politisch erziehen zu wollen.
Und jeder Kunde kann seinerseits auf diese Versuche reagieren. Auch das ist der Teil der freien Marktwirtschaft, den Vorstandsetagen beim Schreiben ihrer Haltungsbekundungen immer wieder vergessen wird.
Campact hat mit seiner Aktion deshalb zwei überaus wertvolle Dokumente geschaffen.
Die erste Liste zeigt, welche Akteure eine linksradikale Kampagnenorganisation für gefährlich genug hält, um ihre Wirkmacht einzudämmen. Das ist die Ehrenliste.
Die zweite zeigt, welche Unternehmen in diesem aussterbenden linken Spiel folgen, statt zu führen. Das ist die Schandliste.
Dieses traurige linke Campainer-Spiel hat sich längst in sein Gegenteil verkehrt. Wir gewinnen, ihr verliert.
— Kolja Barghoorn (@MitAktien) August 26, 2026
Wir freuen uns, wenn Sie uns auf diesem Weg begleiten, ob als Leser, als Leser und Unterstützer, wie auch immer. Danke, dass Sie uns teilweise seit vielen Jahren treu zur Seite stehen. Danke, dass Sie uns tragen und uns Ansporn und Antrieb sind, jeden Tag weiter gegen diesen Irrsinn zu bestehen. Sie wie wir wissen, dass wir das Ganze nicht nur für uns machen. Gemeinsam verteidigen wir die Demokratie, zusammen halten wir sie gegen ihre Feinde im Inneren wie im Äußeren hoch.



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Wir erinnern uns an das Jahr 2016 als der Nord Korea Freund Gerald Hensel mit „Scholz & Friends“ auch so eine Hintervotzige Aktion startete. https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/halten-scholz-friends-die-kunden-und-unternehmen-fuer-dumm?amp=1 Tichy, die Achse uva hatten aufgrund der starken Rückgänge der Werbeeinnahmen schwer zu kämpfen. Ich selbst habe darauf hin viele Firmen angeschrieben oder angerufen, bei einer deutschen Automarke sogar mein fast gekauftes Auto rückgängig gemacht😉 Und ja, das hilft sehr wenn die Firmen gewahr werden, das sie mit dieser Anbiederung an Linksextremisten sich gewaltig ins Knie schießen. Und heute 10 Jahre später, haben sich die Bedingungen für die Konservativen noch viel deutlicher verbessert. Von diesen… Mehr
> Rund 15.000 Aktivisten ließ Campact nach eigenen Angaben knapp 40.000 Anzeigen erfassen. Die folgenden Wackeldackel werden auf ausgewählte Videos geschickt, sollen die dort automatisch eingeblendete Werbung notieren und anschließend das betreffende Unternehmen bei Campact melden.
Ist das die hauptberufliche Betätigung von all diesen Herrschaften? Die Normalos haben schon was anderes zu tun.
Werfen Sie mal einen Blick auf die vielen linken Demos und wer da oft mit Pali durch die Bilder riecht. Da haben sie schnell ein paar tausend Leute dafür zusammen.
Es ist noch nicht so lange her.
Wir erinnern uns:
„Kauft nicht bei …“
Tja, das waren die Nazis…
Diese “Listenhuberei” gehört vermutlich zur “Banalität des Bösen”, die Hannah Arendt einst beschrieben hat. Sobald sich Verhältnisse ändern, werden ungewollt, aber hochverdient aus “schwarzen Listen” der Beschämung “weiße Ehrenlisten”.
> Schauen wir doch mal, wie wir hier gegen Minderheiten hetzen. Googeln findet tatsächlich einige erstaunlich tolerante Aussagen, zum Beispiel: >>>Die Wahrheit über die Blütezeit des Islam in Spanien<<< (TE) > „… Als im zweiten Jahrhundert nach Mohammed um 750 nach Christus das Kalifat der vergleichsweise toleranten Umayyaden in die Hände der fundamentalistischen Abbasiden fiel, gelang einem der Umayyaden die Flucht nach Spanien, wo er sich als Herrscher im zuvor ab 711 von den Mauren unter dem islamisierten Berber Tariq bin Ziyad eroberten Teil Spaniens festsetzte und in den ehemals christlich-westgotischen Gebieten das Kalifat von Andalusien ausrief …“ Damit waren… Mehr
Verhältnisse wie in der Schweiz! Da reichen auch anonyme Mails zum Verlust des Arbeitsplatzes auf „öffentlichen Druck“.
https://www.medinside.ch/post/wollen-wir-leben-oder-einfach-nur-ueberleben
nunja,ist ja nicht die erste und wird nicht die letzte Aktion dieser Art sein/bleiben.
Die Achse hat das erste mitgemacht,nun wird eben weiter ausgeholt.
Wie das rechtlich zu bewerten ist,das ein privater Verein in dieser Weise in die Gewerbefreiheit eingreift,sollte mal intensiver untersucht werden,denn mit Gemeinnützigkeit kann das nichts zu tun haben und für politisch begründete Boykottaktionen gibts es sicher Abwehrmittel im BGB
Es hat einen guten Grund warum Linke es unbedingt verbieten wollen, Menschengruppen mit Tierarten gleichzusetzen.
Denn um Linke vollumfänglich, erschöpfend, präzise und treffend zu beschreiben bräuchte man sonst nur ein einziges Wort: fängt mit „R“ an und nagt gerne.