Ein gestrandeter Wal bewegt die Nation. Der wirtschaftliche Absturz, der jeden betreffen wird, merkwürdigerweise nicht. Deutschlands größte Krise ist, dass es sich jeder ernsthaften Analyse verweigert und glaubt, es würde schon nicht so schlimm kommen. Wahrscheinlich wird es aber sogar noch schlimmer kommen.
IMAGO / Susanne Hübner
Pro Jahr werden über 1000 Wale und zwischen 80 und 100 Millionen Haie getötet. Bitte recherchieren Sie und rechnen anschließend hoch, wie viele Fische pro Jahr insgesamt gefangen und verzehrt werden. Und prüfen Sie dann bitte die Berichterstattung der vergangenen Wochen in der BILD-Zeitung, in der das gewöhnliche Stranden und Sterben eines einzigen Wales zum vermeintlich letzten Gefecht der Zivilisation stilisiert wird.
Wenn Timmy stirbt, versinkt ganz Deutschland in tiefer Depression. Deshalb darf er nicht sterben, ungeachtet der Umstände und der Kosten. Die sogenannten „Gutmenschen“, die ihn retten wollen, werden als Tierquäler bezeichnet, und die BILD-Zeitung stellt fest, dass Auflage und Klickraten steigen, solange Timmy weiterhin leidet. Wenn Timmy sprechen könnte, hätte er den Menschen bereits vor Wochen wohl zugerufen: „Verpisst euch!“
Auch ohne Irankrieg befindet sich die deutsche Wirtschaft im Abschwung. Jährlich wurden und werden zahlreiche Arbeitsplätze in der Großindustrie abgebaut. Von 70.000 im Jahr 2024 bis zu 130.000 im Jahr 2025, und in diesem Jahr werden es noch deutlich mehr sein. Die Unternehmen, die den Wohlstand geschaffen haben, investieren zunehmend außerhalb Deutschlands, bauen hierzulande Stellen ab und sie erzielen geringere Gewinne – folglich zahlen sie weniger Steuern. Von Miele über Bosch und Siemens bis hin zu VW, BMW, Mercedes, BASF, Bayer und Hoechst – die Entwicklung ist negativ. Zusätzlich wandern jährlich über 250.000 Deutsche aus, die damit ebenfalls keine Steuern mehr im Inland entrichten.
Von politischer Seite kommen keine Maßnahmen, die die Situation für den Wirtschaftsstandort Deutschland und damit für die Steuerzahler tatsächlich verbessern würden; stattdessen erhöht die Regierung die Staatsquote sowie ihre eigenen Gehälter und Pensionen. Dazu zählt auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk, der zwar beim Programm spart, nicht jedoch bei den Pensionsrückstellungen der Führungsgremien oder den Gehältern seiner Moderatoren.
Sie werden alles verlieren, was Sie sich erarbeitet und erspart haben. Ihr Lastenrad werden Sie behalten können, doch Auto, Urlaub, mehrere Streaming-Dienste, Restaurantbesuche, eine hochwertige Gesundheitsversorgung und vieles mehr werden für Sie entfallen. Viele werden gezwungen sein, Hypotheken aufzunehmen, um laufende Kosten zu decken. Sollten Ihre Eltern pflegebedürftig werden und über Jahre hinweg in einer Einrichtung leben, werden Sie finanziell überfordert sein und möglicherweise Privatinsolvenz anmelden müssen. Ihre Kinder werden später nicht in der Lage sein, Sie im Alter zu unterstützen. Die Infrastruktur – Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten – wird weiter zurückgebaut, während Privatschulen und Privatkliniken immer teurer werden.
Vielleicht denken Sie jetzt: „Das ist übertrieben, so schlimm wird es nicht kommen.“ Ich entgegne: doch. Genau so wird es kommen. Ein Freund von mir erlitt in den USA eine Lebensmittelvergiftung und verbrachte einen Tag im Krankenhaus. Magenspülung, Blutuntersuchung und zwei Infusionen kosteten 27.600 Dollar. Ein Kindergartenplatz in New York kostet 70.000 Dollar pro Jahr. Ein Studienplatz in den USA oder Kanada inklusive Unterkunft ist unter 50.000 Dollar jährlich kaum realisierbar. Wenn ein Arzt in Kanada eine MRT-Untersuchung anordnet, dauert es mindestens sieben Monate, bis diese durchgeführt wird. Ich habe acht Jahre dort gelebt und weiß, wovon ich spreche. Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich auch hier ab. Seit über zehn Jahren zerstören wir schrittweise das, was wir an diesem Land geschätzt haben: gute Schulen, saubere und sichere Innenstädte, qualitativ hochwertige Lebensmittel zu fairen Preisen, eine gute medizinische Versorgung und unabhängige Medien, die neutral und faktenbasiert berichten und so als Kontrollorgan der Regierung fungieren.
Die Industrie benötigt unverzüglich billigere Energie, und das ist nur mit russischem Gas möglich. Andere Energielieferanten wie Katar oder die USA sind zu teurer, kurzfristig gibt es keine andere Lösung. Die wirtschaftliche Schädigung Russlands durch Sanktionen ist ohnehin gescheitert, und der Ukraine hilft es nicht, dass kein Gas aus Russland bezogen wird. Ohne russisches Gas müssen Haushalte jährlich mehrere tausend Euro mehr für Energie aufbringen, und die Großindustrie wird weiter schrumpfen.
Künstliche Intelligenz und Robotik werden zu weiteren erheblichen Arbeitsplatzverlusten und sinkenden Steuereinnahmen führen. Die Staatsquote muss verringert werden. Der Bundestag ist zu verkleinern, Bundesländer müssen zusammengelegt werden. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk darf keine Rundfunkgebühren mehr erhalten und wird stattdessen verkleinert beziehungsweise privatisiert. Die Gründung von GmbHs muss online und ohne Notar möglich sein und weniger als 50 Euro kosten. Ausländische Firmen, die sich ansiedeln, sind für drei Jahre von Steuern zu befreien. Abschreibungsregelungen sind zu vereinfachen. Steuerliche Unterschiede etwa beim Kauf, Leasing oder der Miete von Fahrzeugen oder Maschinen sollen entfallen; solche Ausgaben sind als Kosten in der Bilanz zu behandeln. Auch Bewirtungskosten sollten ohne umfangreiche Belegpflichten anerkannt werden. Behördengänge für Ausweise, Führerscheine und Ähnliches müssen vollständig digital abgewickelt werden können.
Die Fünf-Prozent-Hürde muss abgeschafft werden, damit auch kleinere Parteien im Bundestag vertreten sind. Parteien wie Wagenknecht, Volt, DIE PARTEI oder die Tierschutzpartei sollten nicht dauerhaft außen vor bleiben. Parteisoldaten ohne fachliche Qualifikation wie Klingbeil sollten keine Ministerämter erhalten, nur weil sie sich jahrelang parteiintern verdient gemacht haben, etwa durch Plakatekleben. Wer nicht über entsprechende Expertise verfügt, sollte kein Amt bekleiden, das über Milliardenbudgets entscheidet. Ein Finanzminister sollte Wirtschaftswissenschaftler oder Unternehmer sein, ein Verteidigungsminister aus dem militärischen Bereich kommen. Derzeit werden Ministerposten ausschließlich nach parteiinternen Kriterien vergeben, obwohl alle Parteien zusammen weniger als ein Prozent der Bevölkerung als Mitglieder haben.
Es gibt zahlreiche Ideen und kluge Köpfe, die sich bei Lanz und in anderen Talkshows zu Wort melden, doch es bleibt bei leeren Worten, da bestehende Strukturen und Pfründe gesichert werden sollen. Politiker wie Merz und andere sollten persönlich für Fehlentwicklungen, die Zerstörung und Ausplünderung der Bürger haftbar gemacht werden. Wenn die Entwicklungsministerin erneut 177 Millionen Euro in den Libanon und nach Gaza schicken möchte, sollte die Regierung im Gegenzug bereit sein, auf die Hälfte ihres Gehalts zu verzichten, um ihre Glaubwürdigkeit zu demonstrieren. Ansonsten würden solche Ausgaben möglicherweise unterbleiben. Direkte Konsequenzen würden sowohl Politiker als auch Steuerzahler zum Umdenken bewegen. Würde man einem Bürger anbieten: „Wenn wir keine Fahrradwege in Peru bauen, erhalten Sie 40 Euro ausgezahlt – was möchten Sie?“, würde die Antwort vermutlich lauten: „40 Euro.“
Sie sind der Bürger, und Sie müssen erkennen, dass Ihr Geld und Ihre Zukunft auf dem Spiel stehen.
Sie können Uwe Boll auch hier finden:
X: @uweboll7 – Instagram: uwe_boll_films – Youtube: @uweboll9101




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Ein paar Korrekturen sind an diesem Beitrag unbedingt angebracht: Die oft katastrophale Situation der medizinischen Versorgung in Kanada, die grundsätzlich korrekt dargestellt wurde, hat eine ganz spezifische Ursache. In Kanada haben wir es mit einer planwirtschaftlichen staatlichen Medizin zu tun. Sie unterscheidet sich dort nur kaum von der in Deutschland. Planwirtschaftliche staatliche Gesundheitssysteme müssen und werden immer und ausnahmslos mit Rationierungen zu kämpfen haben, die letztlich Menschenleben fordern. Und zwar im großen Stil. Dass ein Patient bei einer Lebensmittelvergiftung mit einer Rechnung von ungefähr $28.000 aus einem amerikanischen Krankenhaus entlassen wird mag stimmen. Was dabei allerdings verschwiegen wird, ist es… Mehr
Die Tragik ist aber auch wie die Rettung um Timmy abgelaufen ist, von falscher Bestimmung der Spezies (Finnwal statt Buckelwal) über die Planung der Rettung (also keinen Plan sondern Aktionismus) bis hin zu falschen Dirigismus (ausschließen von erfahrenen Leuten).
Die ganze Geschichte spiegelt eine dysfunktionale Gesellschaft wieder.
Man sollte sich dazu mal das Video von Robert Marc Lehmann anschauen.
https://youtu.be/apSjwShd6so?si=2gYaNFzpup6p6w3W
Ganz ehrlich: Deutschland sollte sich auflösen bzw. aufgelöst werden.
1871 war ein Unglücksjahr für Europa. Das vereinige Deutschland hat nichts anderes geschafft als zwei Weltkrieg teilweise (WW1) oder ganz alleine (WW2)vom Zaun zu reisen.
Und jetzt führen wieder zwei Deutsche Merz und Ursula.v.d.L. ganz Europa in den nächsten großen Krieg.
Wenn Europa eine Zukunft haben will, löst Deutschland wieder in mindesten 10 Einzelstaaten auf.
Eigentlich wollte ich ja nichts mehr schreiben, aber dazu muss ich dann wohl doch noch mal ran. Ich glaube, das wird erwartet. 😉 Zitat 1:“Wenn Timmy sprechen könnte, hätte er den Menschen bereits vor Wochen wohl zugerufen: „Verpisst euch!““ Volltreffer! 🙂 Hier dürften die meisten „Das Leben des Brian“ kennen und da den Aufstieg eines Helden wider Willen erkannt haben, was ihn am Ende sogar ans Kreuz nagelt. Beim echten Jesus war es dann ja auch wohl genauso. Das ist der Effekt, der da mit „Timmy“ läuft. Genau darum ist unsere Politik, bei den Amis ist das nochmals viel ausgeprägter,… Mehr
Na, also doch. Ich dachte, die bei Tichys Einblick sind gegenüber Tieren völlig gleichgültig, solange die Nahrungsmittelvorschriften eingehalten werden. Wie will man denn eigentlich die scheinbare Gleichgültigkeit gegenüber dem Untergang des deutschen Volkes mit der Leidenssituation eines Buckelwals in der Ostsee vergleichen? Das geht nicht. Die scheinbare Gleichgültigkeit entsteht, weil die Mehrheit der Deutschen überhaupt noch nicht verstanden hat, was geschehen ist und was daraus folgend weiter geschehen wird. Das ist eine Sache des faktischen Wissens. Dagegen unterliegt die Einschätzung der Leidenssituation auf einer Ebene eines ganz anderen faktischen Wissen und für wahrscheinlich die meisten Leute auf einer emotionalen Ebene.… Mehr
Erinnert mich irgendwie an South Park die ganze mediale verstrahlung….. „Tymmmmyyyy“
Auf einen Satz verkürzt:
Wer Geld hat, wandert hierzulande aus – wer kein Geld hat, wandert hierzulande ein!
Ein Artikel in dem man jedes Wort befürworten muss. Soweit so gut . Aber bis wohin reicht er ? In der Gemeinde der Foristen ,bis auf ganz wenige Ausnahmen , wird ihm jeder zustimmen. Aber außerhalb ,in der Rentnerschaft ,in der Jugend ,in den Reihen der immer nungebildeteren Studenten ,schlicht in der Generation Z ? Dort gilt das Motto – was ich nicht weiß macht mich nicht heiß . Dieses Land ist in seiner Mehrheit der. Bevölkerung schlicht zu uninteressiert, ,zu verbildet und in die journalistische Verblödungecke ( dank ARD und ZDF ) geführt als das sich merkbarer Widerstand bemerkbar… Mehr
Für Timmy, den Buckelwal, mag es ein happy end geben, wenn es gelingt, ihn zur Nordsee zu schleppen. Aber wer schleppt das sozial, ökonomisch und finanziell gestrandete Deutschland frei?
Die Regierung Merz/Klingbeil sicherlich nicht, dazu ist sie weder fähig noch willens. Es gibt nur eine Kraft, die das vermag: die AfD mit Alice Weidel als Kapitän.
Mit „Ausländer Raus“ und Deutschland an Russland verkaufen ?
Lächerlich!
Ich würde mal sagen, Herrn Bolls Vorschläge stammen zu 90% aus der neoliberalen Mottenkiste der 90er Jahre, Motto: „Was in meinem 1 Mann-Betrieb funktioniert, muß auch auf nationaler und internationaler Ebene funktionieren!“.
Gut, dass diese Ideen damals nicht alle umgesetzt worden sind, sonst wäre 🇩🇪 schon vor 20 Jahren so kaputt gewesen, wie es heute ist – ich sage nur „Die Bahn“.