Timmy, der Wal, offenbart die Lage der Nation

Ein gestrandeter Wal bewegt die Nation. Der wirtschaftliche Absturz, der jeden betreffen wird, merkwürdigerweise nicht. Deutschlands größte Krise ist, dass es sich jeder ernsthaften Analyse verweigert und glaubt, es würde schon nicht so schlimm kommen. Wahrscheinlich wird es aber sogar noch schlimmer kommen.

IMAGO / Susanne Hübner

Pro Jahr werden über 1000 Wale und zwischen 80 und 100 Millionen Haie getötet. Bitte recherchieren Sie und rechnen anschließend hoch, wie viele Fische pro Jahr insgesamt gefangen und verzehrt werden. Und prüfen Sie dann bitte die Berichterstattung der vergangenen Wochen in der BILD-Zeitung, in der das gewöhnliche Stranden und Sterben eines einzigen Wales zum vermeintlich letzten Gefecht der Zivilisation stilisiert wird.

Wenn Timmy stirbt, versinkt ganz Deutschland in tiefer Depression. Deshalb darf er nicht sterben, ungeachtet der Umstände und der Kosten. Die sogenannten „Gutmenschen“, die ihn retten wollen, werden als Tierquäler bezeichnet, und die BILD-Zeitung stellt fest, dass Auflage und Klickraten steigen, solange Timmy weiterhin leidet. Wenn Timmy sprechen könnte, hätte er den Menschen bereits vor Wochen wohl zugerufen: „Verpisst euch!“

Wo bleibt die SPD mit der Timmy-Kampagne?
Wa(h)ldesaster für die SPD, ossia: Die Qual des Wals
Timmy ist ein Symbol für das Festhalten am Falschen und für die Verweigerung, die Realität zur Kenntnis zu nehmen. Seit Monaten habe ich keinen Artikel mehr verfasst, da ich den Glauben daran verloren habe, dass in Deutschland die politische Lage begriffen wird und die richtigen Schritte eingeleitet werden, um das Ruder herumzureißen. Der Diskurs, unabhängig vom Thema, endet stets mit den Aussagen „Wer nicht unserer Meinung ist, ist ein Nazi“ und „Was moralisch zu verurteilen ist, darf nicht diskutiert werden“. Nachfolgend will ich dennoch die Lage der Nation ausführlich und mit deutlichen Worten beschreiben:

Auch ohne Irankrieg befindet sich die deutsche Wirtschaft im Abschwung. Jährlich wurden und werden zahlreiche Arbeitsplätze in der Großindustrie abgebaut. Von 70.000 im Jahr 2024 bis zu 130.000 im Jahr 2025, und in diesem Jahr werden es noch deutlich mehr sein. Die Unternehmen, die den Wohlstand geschaffen haben, investieren zunehmend außerhalb Deutschlands, bauen hierzulande Stellen ab und sie erzielen geringere Gewinne – folglich zahlen sie weniger Steuern. Von Miele über Bosch und Siemens bis hin zu VW, BMW, Mercedes, BASF, Bayer und Hoechst – die Entwicklung ist negativ. Zusätzlich wandern jährlich über 250.000 Deutsche aus, die damit ebenfalls keine Steuern mehr im Inland entrichten.

Von politischer Seite kommen keine Maßnahmen, die die Situation für den Wirtschaftsstandort Deutschland und damit für die Steuerzahler tatsächlich verbessern würden; stattdessen erhöht die Regierung die Staatsquote sowie ihre eigenen Gehälter und Pensionen. Dazu zählt auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk, der zwar beim Programm spart, nicht jedoch bei den Pensionsrückstellungen der Führungsgremien oder den Gehältern seiner Moderatoren.

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490 Milliarden Euro Sonderschulden wurden zweckentfremdet, was für langjährige Beobachter der Politik keine Überraschung ist, ebenso wenig wie die Tatsache, dass selbst dies nicht ausreicht, um den Haushalt ohne weitere Neuverschuldung aufzustellen. Überraschend ist vielmehr, wie lange die Bevölkerung dies unterstützt oder als „alternativlos“ ansieht. Daher meine Bitte, diesen Artikel an all jene weiterzuleiten, die ausschließlich ARD und ZDF verfolgen sowie den Spiegel oder die Süddeutsche Zeitung lesen, denn hier soll dargelegt werden, was der Mittelschicht in Deutschland in den kommenden zehn Jahren droht, wenn sich nichts ändert:

Sie werden alles verlieren, was Sie sich erarbeitet und erspart haben. Ihr Lastenrad werden Sie behalten können, doch Auto, Urlaub, mehrere Streaming-Dienste, Restaurantbesuche, eine hochwertige Gesundheitsversorgung und vieles mehr werden für Sie entfallen. Viele werden gezwungen sein, Hypotheken aufzunehmen, um laufende Kosten zu decken. Sollten Ihre Eltern pflegebedürftig werden und über Jahre hinweg in einer Einrichtung leben, werden Sie finanziell überfordert sein und möglicherweise Privatinsolvenz anmelden müssen. Ihre Kinder werden später nicht in der Lage sein, Sie im Alter zu unterstützen. Die Infrastruktur – Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten – wird weiter zurückgebaut, während Privatschulen und Privatkliniken immer teurer werden.

Vielleicht denken Sie jetzt: „Das ist übertrieben, so schlimm wird es nicht kommen.“ Ich entgegne: doch. Genau so wird es kommen. Ein Freund von mir erlitt in den USA eine Lebensmittelvergiftung und verbrachte einen Tag im Krankenhaus. Magenspülung, Blutuntersuchung und zwei Infusionen kosteten 27.600 Dollar. Ein Kindergartenplatz in New York kostet 70.000 Dollar pro Jahr. Ein Studienplatz in den USA oder Kanada inklusive Unterkunft ist unter 50.000 Dollar jährlich kaum realisierbar. Wenn ein Arzt in Kanada eine MRT-Untersuchung anordnet, dauert es mindestens sieben Monate, bis diese durchgeführt wird. Ich habe acht Jahre dort gelebt und weiß, wovon ich spreche. Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich auch hier ab. Seit über zehn Jahren zerstören wir schrittweise das, was wir an diesem Land geschätzt haben: gute Schulen, saubere und sichere Innenstädte, qualitativ hochwertige Lebensmittel zu fairen Preisen, eine gute medizinische Versorgung und unabhängige Medien, die neutral und faktenbasiert berichten und so als Kontrollorgan der Regierung fungieren.

Die Industrie benötigt unverzüglich billigere Energie, und das ist nur mit russischem Gas möglich. Andere Energielieferanten wie Katar oder die USA sind zu teurer, kurzfristig gibt es keine andere Lösung. Die wirtschaftliche Schädigung Russlands durch Sanktionen ist ohnehin gescheitert, und der Ukraine hilft es nicht, dass kein Gas aus Russland bezogen wird. Ohne russisches Gas müssen Haushalte jährlich mehrere tausend Euro mehr für Energie aufbringen, und die Großindustrie wird weiter schrumpfen.

Unvermögen trifft auf Pech
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Die kostenlose medizinische Versorgung von zig Millionen Migranten führt dazu, dass Sie länger auf Termine warten müssen, weniger Leistungen erstattet werden und die Beiträge zur Krankenversicherung steigen werden. Sprachbarrieren von Schülern mit Migrationshintergrund senken die Unterrichtsqualität und schaden damit sowohl Ihren Kindern als auch der Wirtschaft. Eine hohe Zahl von Gewaltstraftaten durch Migranten gefährdet die öffentliche Sicherheit. Die Migration aus islamistisch geprägten Ländern muss gestoppt werden, kriminelle Migranten sind umgehend abzuschieben, und alle anderen müssen zur Arbeit verpflichtet werden. Wer sich der Arbeit verweigert, wird abgeschoben. Wie Herr Fratzscher immer so schön sagt: „Die Migranten werden unsere Rente bezahlen.“ Das kann auch so ausgedrückt werden: „Migranten erhalten keine Sozialleistungen mehr und müssen sozialversicherungspflichtig arbeiten, um zur Finanzierung der Renten beizutragen.“ Wer dem nicht nachkommt, muss Deutschland verlassen.

Künstliche Intelligenz und Robotik werden zu weiteren erheblichen Arbeitsplatzverlusten und sinkenden Steuereinnahmen führen. Die Staatsquote muss verringert werden. Der Bundestag ist zu verkleinern, Bundesländer müssen zusammengelegt werden. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk darf keine Rundfunkgebühren mehr erhalten und wird stattdessen verkleinert beziehungsweise privatisiert. Die Gründung von GmbHs muss online und ohne Notar möglich sein und weniger als 50 Euro kosten. Ausländische Firmen, die sich ansiedeln, sind für drei Jahre von Steuern zu befreien. Abschreibungsregelungen sind zu vereinfachen. Steuerliche Unterschiede etwa beim Kauf, Leasing oder der Miete von Fahrzeugen oder Maschinen sollen entfallen; solche Ausgaben sind als Kosten in der Bilanz zu behandeln. Auch Bewirtungskosten sollten ohne umfangreiche Belegpflichten anerkannt werden. Behördengänge für Ausweise, Führerscheine und Ähnliches müssen vollständig digital abgewickelt werden können.

Die Fünf-Prozent-Hürde muss abgeschafft werden, damit auch kleinere Parteien im Bundestag vertreten sind. Parteien wie Wagenknecht, Volt, DIE PARTEI oder die Tierschutzpartei sollten nicht dauerhaft außen vor bleiben. Parteisoldaten ohne fachliche Qualifikation wie Klingbeil sollten keine Ministerämter erhalten, nur weil sie sich jahrelang parteiintern verdient gemacht haben, etwa durch Plakatekleben. Wer nicht über entsprechende Expertise verfügt, sollte kein Amt bekleiden, das über Milliardenbudgets entscheidet. Ein Finanzminister sollte Wirtschaftswissenschaftler oder Unternehmer sein, ein Verteidigungsminister aus dem militärischen Bereich kommen. Derzeit werden Ministerposten ausschließlich nach parteiinternen Kriterien vergeben, obwohl alle Parteien zusammen weniger als ein Prozent der Bevölkerung als Mitglieder haben.

Es gibt zahlreiche Ideen und kluge Köpfe, die sich bei Lanz und in anderen Talkshows zu Wort melden, doch es bleibt bei leeren Worten, da bestehende Strukturen und Pfründe gesichert werden sollen. Politiker wie Merz und andere sollten persönlich für Fehlentwicklungen, die Zerstörung und Ausplünderung der Bürger haftbar gemacht werden. Wenn die Entwicklungsministerin erneut 177 Millionen Euro in den Libanon und nach Gaza schicken möchte, sollte die Regierung im Gegenzug bereit sein, auf die Hälfte ihres Gehalts zu verzichten, um ihre Glaubwürdigkeit zu demonstrieren. Ansonsten würden solche Ausgaben möglicherweise unterbleiben. Direkte Konsequenzen würden sowohl Politiker als auch Steuerzahler zum Umdenken bewegen. Würde man einem Bürger anbieten: „Wenn wir keine Fahrradwege in Peru bauen, erhalten Sie 40 Euro ausgezahlt – was möchten Sie?“, würde die Antwort vermutlich lauten: „40 Euro.“

Sie sind der Bürger, und Sie müssen erkennen, dass Ihr Geld und Ihre Zukunft auf dem Spiel stehen.


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