Trumps Friedensrat soll lösen, was die UN verdösen

Eine Garantie für das Gelingen der Vorhaben des Friedensrats gibt es nicht. Auf den unermüdlichen Einsatz von Trump, Deals im Orient genauso wie in allen anderen Konfliktzonen zwischen China und Amerika zustande zu bringen, ist Verlass. UN adé.

picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Evan Vucci

Auf der offiziellen Website The White House steht seit heute früh: Die Vereinigten Staaten sind aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgetreten. Damit vollzieht President Trump die vor einem Jahr unterzeichnete Exekutivanordnung.

Als Anlass wird das Versagen der WHO im Umgang mit COVID-19 genannt sowie ihr anhaltender Mangel an Reformen, Rechenschaftspflicht und Transparenz.

Nach seiner Jahrzehnt-Rede beim World Economic Forum (WEF), der Propaganda-Bühne in den Schweizer Bergen, zelebrierte US President Donald Trump in Davos die Unterzeichnung der Charta seines „Board of Peace.“ Diesen Friedensrat hatte er zur Verwirklichung seines Friedensplanes in Gaza entwerfen lassen, von Anfang an aber weit über den Problemkreis Vorderer und Mittlerer Osten hinaus angelegt.

Den vollständigen Text der Charta des Friedensvorstands dokumentierte die Times of Israel. Ausgangsaufgabe ist die strategische Aufsicht der Gaza-Rekonstruktion, Demilitarisierung der Hamas, Etablierung einer „technokratischen palästinensischen Regierung“ als Teil der Phase 2 des 20-Punkte-Friedensplans vom September 2025. Die Aufgabenbeschreibung auf Englisch, das als Verfahrenssprache festgelegt ist, was keine Übersetzung empfiehlt:

The Board of Peace is an international organization that seeks to promote stability, restore dependable and lawful governance, and secure enduring peace in areas affected or threatened by conflict. The Board of Peace shall undertake such peace-building functions in accordance with international law and as may be approved in accordance with this Charter, including the development and dissemination of best practices capable of being applied by all nations and communities seeking peace.

An Präsidenten oder Premiers unterzeichneten in Davos die von Argentinien, Armenien, Aserbeidschan, Bulgarien, Ungarn, Qatar, Indonesien, Kasachstan, Pakistan, Usbekistan – und offizielle Vertreter von Bahrain, Marokko, Jordanien, Kosovo, Paraguay, Saudi Arabien, Türkei, United Arab Emirates und Mongolei. Zugesagt haben Ägypten, Israel, Kuwait, Belarus, Albanien und Vietnam.

Nein sagten Frankreich, UK und Deutschland – na ja, nicht so ganz. Putin bewies mal wieder Witz, er sei zum Mitgliedsbeitrag von einer Milliarde bereit – aus den im Westen eingefrorenen Milliarden russischer Gelder.

Medial ging das Mittagessen im Hotel Seehof in Davos unter, bei dem Wortführer aus Israel, Saudi-Arabien, Bahrain und den VAE nach der Unterzeichnungszeremonie die Wirkung der Abraham-Abkommen seit Trumps erster Amtszeit und seinem Vorschlag des Friedensrats für Gaza besprachen.

Der vielgenannte Mitgliedsbeitrag von einer Milliarde Dollar ist laut Charta keine Pflicht, hat aber eine unbefristete Mitgliedschaft zur Folge, während die kostenlose Mitgliedschaft auf drei Jahre befristet ist. Die Beiträge sollen zum Aufbau von Gaza eingesetzt werden. Trump ist Vorsitzender des Vorstands, so lange er will. Der ausgefeilte Charta-Text lässt jeden e.V.-Fan in Deutschland neidisch werden. Mitglieder von Vereinen wissen wie Kartenspieler, wer schreibt, bleibt.

Manche Beiträge auf X – wie der folgende – versprechen sicher mehr, als der Imperator selbst seriös versprechen könnte. Zeigen aber, wie weit die Hoffnungen gesponnen werden.

— TRUTH NOW ⭐️⭐️⭐️🗽 🎺 (@sxdoc) January 22, 2026

Die aktuelle Einigung mit China bei TikTok ist kein Ergebnis des Friedensrats, passt aber gut an Imperator Donalds Tafelrunde.

Die Kritik am Versagen der United Nations würde viele Seiten Text füllen, lässt sich aber einfach zusammenfassen. Die UN haben nach ihren Blauhelm-Einsätzen an Friedensstiftung nichts zustande gebracht. Ihre Tätigkeit kostet Unsummen und hat keine Ergebnisse vorzuweisen. In der Ukraine sitzen sie nicht einmal am Katzentisch. Nicht anders ist es in Gaza, vom Iran ganz zu schweigen. Wo sie mitmischen, dort gegen den Westen. Zwischen dem Vetorecht Amerikas, Chinas und Russlands und unzähligen, wirkungslosen Resolutionen eingeklemmt hat sich die UN überholt, scharfe Kritiker sagen, hat sich von ihrem Vorläufer Völkerbund an als leere Hoffnung herausgestellt. Im Wesentlichen verwaltet sich die UN selbst und gleicht darin der EU wie vielen europäischen Gesternregierungen.

Blauäugig wäre es zu erwarten, dass dem Friedensrat an Friedensstiftung gelingt, was den keine Steuern abführenden, überbezahlten UN-Funktionären nicht gelang oder was diese erst gar nicht versuchten.

Eine Garantie für das Gelingen der Vorhaben des Friedenssrats gibt es nicht. Aber auf den unermüdlichen Einsatz von Trump, für je mehr, desto besser Deals im Orient genauso wie in allen anderen Konfliktzonen zwischen China und Amerika zustande zu bringen, ist Verlass. Donald Trump will in die Geschichte als Friedenspräsident eingehen. Dem Geschäftsmann kann das viel wahrscheinlicher gelingen als jedem Old style Politician. Make deal, not war.

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