Nun kommt schon das vierte Misstrauensvotum gegen von der Leyen in nur einem Jahr. Die Patrioten für Europa – an der Spitze Orbán und Le Pen – kritisieren das Mercosur-Abkommen als „Angriff auf die Ernährungssicherheit“. Zudem gibt es eine neue Klage gegen von der Leyen wegen neuer Rüstungsdeals.
picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth
In ganz Frankreich finden heute wieder Bauernproteste statt. Es geht gegen das Mercosur-Abkommen der EU, aber auch gegen die Maßnahmen der Regierung in Sachen Viehseuchen. Ein Kritikpunkt: Vieh wird massenhaft gekeult, wo man früher auf Quarantäne und eine mögliche Genesung der Tiere setzte. Den Bauern geht es auch um so etwas wie die Ernährungs-Souveränität Frankreichs: „Keine Bauern => keine Lebensmittel“ heißt einer ihrer Slogans.
In Paris kampieren die Bauern nun über Tage. Einer von ihnen, der Milchbauer Vincent Cascales, zugleich Co-Präsident der Coordination Rurale, die die Proteste organisiert, gab Auskunft über die Gründe: „Wir wollen nichts mehr von der vollständigen Keulung hören, um Krankheiten wie die Knötchenkrankheit der Rinder oder die Rindertuberkulose auszurotten. Wir wollen nicht mehr mit Verwaltungsvorschriften und Kontrollen von Behörden oder Ämtern überhäuft werden, die das Negativwachstum befürworten und hohe Kosten verursachen. Wir sind hier, um so lange zu bleiben, wie es nötig ist.“
Negatives Wachstum, „degrowth“ oder „décroissance“ – das ist es, was die Bauern hinter dem Regelwahnsinn vermuten und teils klar erkennen. In den Niederlanden waren es unerfüllbare Stickstoffvorgaben im Gefolge des EU-Green-Deals gewesen. Und das Mercosur-Abkommen wird die Bedingungen für die Bauern Europas noch einmal verschlechtern, weil der EU-Binnenmarkt auf hohe Standards setzt, die anderswo unbekannt sind.
Patrioten: Parlamentarische Kontrolle wurde hintertrieben
Die Argumente der PfE-Fraktion ähneln dabei jenen der Bauern: Das Mercosur-Abkommen der Kommission stelle demnach „einen direkten Angriff auf die europäische Ernährungssicherheit und -souveränität dar“. Es öffne die europäischen Märkte „für Produkte, die nicht den europäischen Umwelt-, Hygiene- und Tierschutzstandards entsprechen“. Dadurch setze es „Landwirte und ländliche Gemeinden einem unfairen Wettbewerb durch Importe aus, die unter Bedingungen hergestellt werden, die in Europa illegal wären“. Auch die von der Kommission vorgeschlagenen „sogenannten Schutzklauseln“ böten keinen wirklichen Schutz und „gewährleisten keine echte Gegenseitigkeit der Standards“. Das bedeutet: Wo die südamerikanischen Mercosur-Staaten von dem Abkommen profitieren, werden die europäischen Bauern dadurch verlieren.
Außerdem habe die Kommission bewusst die demokratische Kontrolle umgangen, so die Patrioten-Fraktion weiter, indem sie das Abkommen in zwei separate Rechtsakte aufgeteilt hat, die „speziell darauf ausgelegt sind, nationale Ratifizierungsverfahren zu umgehen“. Eine Kontrolle durch die nationalen Parlamente sei damit nicht mehr möglich. Das ist im Grunde der schärfste Vorwurf, der über das Inhaltliche hinausgeht und die demokratiezersetzende Agenda dieser Kommission aufzeigt: Gegenwind aus nationalen Parlamenten soll es nicht geben. Droht er zu kommen, findet man schon einen Ausweg und verbiegt dabei den Buchstaben des Gesetzes, so gut oder übel es geht.
Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte noch demonstrativ gegen das Abkommen gestimmt – wohl wissend, dass seine Stimme keinen Unterschied mehr machte, da eine Sperrminorität nicht erreicht wurde. Auch durch diesen unwirksamen Schutz ihrer Interessen erklärt sich der Zorn der französischen Bauern. Jordan Bardella greift Macron für diese Unehrlichkeit frontal an und hat einen Misstrauensantrag auch gegen die Regierung Lecornu in der Nationalversammlung angekündigt.
Auch in Griechenland gehen die landesweiten Blockaden weiter. Die Regierungspartei Nea Dimokratia hat im EU-Parlament für das Abkommen gestimmt, nachdem sie sich zuvor von den Bauern wählen ließ und frühere Proteste unterstützt hatte.
Neue Klage wegen unklarer Rüstungsverhandlungen
Doch die Luft wird noch nicht wirklich dünn um Ursula von der Leyen. Sie bleibt die oberste EU-Strippenzieherin mit breitem Rückhalt in der sie unterstützenden Koalition. Derweil gibt es auch eine neue Klage gegen die Politikerin, diesmal vom neuen BSW-Vorsitzenden Fabio de Masi, der von der Leyen vorwirft, keine Auskunft zu ihren Kontakten zu Rüstungskonzernen gegeben zu haben. Eine Anfrage de Masis wurde verspätet und unvollständig beantwortet. Es geht dabei um die EU-Aufrüstungspläne, die mit einem Preisschild von 800 Milliarden Euro versehen sind.
Ins Werk gesetzt wurde dieser Negativ-Coup damals von Merkel und Macron, die zugleich die wachsweiche, ebenfalls korrupte Französin Christine Lagarde (Libyen) an die Spitze der EZB setzten. Es bliebe also durchaus von wesentlichem Interesse, wie Flintenuschi und Zensursula heute mit europäischen (oder auch nicht) Rüstungsunternehmen verhandelt – ob durch Treffen, Anrufe, Videokonferenzen, E-Mails, Briefe oder (am Ende wieder einmal) SMS-Nachrichten. Die Antwort der Kommission erging sich erwartungsgemäß in Gemeinplätzen. Eine „europäische Öffentlichkeit“, die an dieser Stelle wirksam Antworten einfordern könnte, gibt es ohnehin nicht.
Mit seiner Klage will de Masi „ein Präzedenzurteil schaffen und die Rechte des EU-Parlaments stärken“. Doch Ursula von der Leyen scheint wie mit Pattex an ihrem Sitz festgeklebt zu sein. Nichts scheint sie aufhalten zu können. Sie ist die Unentfernbare der EU-Politik.




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Die Frau ist schwerst kriminell.
Der Papa und das Celler Loch. Der Apfel fällt halt nicht weit vom Stamm.
Ja sie ist an Hinterf… schwer zu überbieten. Täuschen, Blenden und Leute kaufen kann sie allerdings ziemlich gut, sonst wär sie ja schon längst weg…
die französischen Bauern protestieren – oft und gerne. Die italienischen Bauern protestierten solange mit, bis die EU Subventionen früher sprudeln und so konnte Meloni zustimmen. Die deutschen Bauern aber halten sich zurück, Hauptsache der Agrardiesel wird weiter subventioniert. Die Frage muss auch erlaubt sein, weshalb die Bauern erst jetzt protestieren, wo das Abkommen bereits final ist? Die Zustimmung des EU Parlaments ist nur reine Formsache. 25 Jahre wurde verhandelt, 25 Jahre hätten die Bauern Zeit gehabt. Ich werde den Eindruck nicht los, es geht nur um noch viel mehr Subventionen für die hochsubventionierte EU Agrarindustrie. Die EU Bevölkerung ist es,… Mehr
Das Zentrale Schlüsselwort für all diese Vorgänge ist UNEHRLICHKEIT. Und Unehrlichkeit in der Politik hat immer nur den Zweck den Bürger zu täuschen.
Wären all diese Vorgänge „zur Wohle des Bürgers“ müsste man ihn nicht darüber täuschen.
Die brauen ihr eigenes Süppchen und missbrauchen damit ihre Stellung. Diesen Filz auf Minimal zurück stutzen und unter strenge Kontrolle stellen.
„Brüssel“ ist die Umgehung jeder Kontrolle und damit nur noch schlechte Verwaltung für die Bürger.
Die Frechheit ist ja, dass sie selbe unkontrolliert vor sich hinmurksen dürfen aber den Souverän bis zum letzten Atemzug überwachen und ausbeuten wollen.
Was treibt diese verbitterte, alte Frau nur an? Eine gescheiterte Karriere als Dressurreiterin wird es doch wohl nicht sein?
Wenn man sich zuhause nicht mehr viel zu sagen hat ist das die Möglichkeit eines äußerst gewinnbringendes Zubrotes, was Merkel ja schließlich auch macht und wenn sich dann zwei eins sind im Geiste ist es um so schöner, den Kontinent mangels Fähigkeiten zu ruinieren, weil sonst nichts mehr einfällt und selbst im kleineren Umfeld zu entdecken ist, wenn auch die Chargen niedriger dabei ausfallen. Da scheint die innere Dissonanz schon so ausgeprägt zu sein, daß man garnicht mehr anders handeln kann und von den bescheidenen Schönheiten dieser Welt scheinen sie weit entfernt zu sein, wenn man auch meint, sie kennen… Mehr
Wessen Agenda von der Leyen auch immer verfolgt, man kann an ihren Worten und Ergebnissen ablesen, dass sie keinen Moment die Interessen der Europäer im Auge hat und die europäischen Demokratien sind ihr schlicht gleichgültig. Offenbar sieht sie sich selbst als Monarchin im feudalen Stil und niemand kann an dieser Form der Selbstermächtigung Interesse haben. Deshalb bin ich hochgradig verärgert über jeden einzelnen EU-Abgeordneten, der das jeweilige Misstrauensvotum gegen sie nicht mitträgt. Sie üben Verrat am Wohlergehen der Europäer und das schon gefühlt seit Jahrzehnten.
Wenn man das alles so liest, wünscht man sich, das Despoten-uschi das gleiche Schicksal erleidet wie maduro. Herr Trump: Übernehmen Sie!
Trump wird uns nicht retten, das muss der Wähler schon selbst tun.
Europas Bauern werden geopfert um wenigstens noch in Südamerika ein Stückchen Land zu sehen, weil man sich nirgendwo mehr blicken lassen kann und das muß doch sicherlich seine Gründe haben und wer aufmerksam durchs politische Leben geht, könnte es auch erklären, warum alles so gekommen ist und dazu kann man nur noch sagen, Hochmut und Dummheit kommen vor dem Fall, mehr ist auch in dieser Frage nicht mehr hinzuzufügen.
Wo sind dann die Proteste in D?
Auch hier geht es nur um den großen Reset und die Ausrottung der Menschen. Es wird für Energieknappheit gesorgt, die Wirtschaft wird heruntergefahren, Kriege werden angezettelt, die Ernährungssicherheit gekappt usw. usf. Das alles sind keine zufälligen Ereignisse. Begreift es endlich.
Kampfwillige junge Männer inzwischen in Millionenzahl reingelassen. Wohlversorgt bis zum Einsatz.
Vielleicht sollte sich die Frau hiesige Bürger als Amis vorstellen? Rachel Marsden brachte gestern im Bösen Medium den Artikel „Venezuela oder Grönland: Die EU wird jeden US-Landraub bejubeln, selbst zum eigenen Schaden“ mit umfassender Auflistung dieser Bejubelungen. Schönes Fazit: > „… Sie klingen schon fast wie der Besoffene an der Bar, der kein „Nein“ als Antwort akzeptiert. Und Trump verhält sich weiter so, weil keiner dieser sogenannten europäischen Staatschefs die Nerven hat, ihm die Meinung zu geigen – selbst, wenn es klar in ihrem eigenen Interesse ist. … Glückwünsche, ihr Eurodeppen. Die Strategie der Selbstsabotage, die ihr über Jahre hinweg… Mehr