Trump: 25-Prozent-Strafzoll gegen Irans Handelspartner – auch Deutschland

Präsident Trump erhöht den wirtschaftlichen Druck auf den Iran massiv mit künftigen Strafzölle von 25 Prozent gegen alle Länder, die weiterhin Handelsbeziehungen mit dem Iran unterhalten. Auch Deutschland und Österreich wären betroffen.

picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Alex Brandon

Die Maßnahme soll nach Trumps Worten „mit sofortiger Wirkung“ gelten und alle Geschäfte dieser Staaten mit den USA betreffen. Trump begründete den Schritt mit dem gewaltsamen Vorgehen der iranischen Sicherheitskräfte gegen anhaltende Massenproteste im Land. Nach Berichten mehrerer Menschenrechtsorganisationen wurden dabei bereits mehr als 600 Demonstranten getötet. Washington reagiert damit auf eine Eskalation der Lage. Ziel der Strafzölle sei es, das Regime in Teheran wirtschaftlich zu isolieren und zu einem Kurswechsel zu zwingen.

25 Prozent Zollaufschlag für „jedes Land“

Die Ankündigung machte Trump auf seiner Kommunikationsplattform Truth Social. Dort schrieb der Präsident, jedes Land, das weiterhin Geschäfte mit der Islamischen Republik betreibe, müsse künftig bei allen Transaktionen mit den USA einen pauschalen Zollaufschlag von 25 Prozent hinnehmen. Die Entscheidung sei „endgültig und unanfechtbar“, so Trump. Beobachter werten diese Wortwahl als Signal an Verbündete und Konkurrenten gleichermaßen.

Besonders betroffen wären die wichtigsten Handelspartner des Iran. Dazu zählen nach Angaben internationaler Handelsdatenbanken vor allem China, die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Irak.

Deutschland und Österreich auch Handelspartner der Mullahs

Doch auch europäische Länder könnten in den Fokus geraten. In Deutschland etwa ist das Handelsvolumen mit dem Iran zwar in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen, aber nicht vollständig zum Erliegen gekommen. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes belief sich der deutsch-iranische Handel 2024 noch auf 1,5 Milliarden Euro – ein Wert, der deutsche Unternehmen nun mit Trumps Strafzöllen noch zusätzlich belasten könnte.

Ähnlich ist die Lage in Österreich. Das Handelsvolumen mit dem Iran summierte sich 2024 auf 128 Millionen Euro, mit einem deutlichen Exportüberschuss zugunsten Wiens. Zwar ist der Umfang im internationalen Vergleich gering, doch könnten selbst diese Zahlen ausreichen, um österreichische Firmen zu treffen, sollten die USA ihre Ankündigung konsequent umsetzen.

Im Weißen Haus wird das weitere Vorgehen der US-Regierung zum Thema Iran noch beraten: Trump will Medienberichten zufolge mit seinen sicherheitspolitischen Beratern über das weitere Vorgehen sprechen. Zugleich machte seine Sprecherin Karoline Leavitt deutlich, dass auch militärische Optionen nicht ausgeschlossen seien. Luftangriffe seien „eine von vielen Möglichkeiten“, die der Präsident prüfe.

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Kommentare ( 13 )

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Deutscher
1 Monat her

Wo er Recht hat, hat er Recht, das muß ich ihm sogar als „betroffener“ Deutscher zugestehen. Und mehr Schaden als meine eigene Regierung (nebst Islamisierung des Abendlandes) kann er mir eh nicht zufügen.

Richtige Politik bleibt prinzipiell auch dann richtig, wenn man selber darunter leiden muß. Dass Trump US-Präsident und nicht Bundeskanzler ist, ist ja nicht seine Schuld.

Last edited 1 Monat her by Deutscher
Mausi
1 Monat her

„Ähnlich“ ist die Lage in Österreich: Wie nett 128 Mio EUR in AT gegen 1,5 Mrd. EUR in DE.

Haba Orwell
1 Monat her

> Deutschland und Österreich auch Handelspartner der Mullahs Größeres Problem: Wenn Trump SEIN Grönland nicht sofortigst abgegeben wird, wird er sicherlich Dänemark, Buntschland & Co sanktionieren. Dass er die Sache nicht vergisst, kann man davon ausgehen – Kriegspläne werden bereits ausgearbeitet und im Kongress ein Gesetz eingereicht, welches alle Mittel genehmigt. Böses Medium heute: „Trump: Grönlands Verteidigung besteht aus „zwei Hundeschlitten““ > „… Nachdem Trump zu Beginn seiner zweiten Amtszeit aus Gründen der nationalen Sicherheit sein Interesse am Erwerb Grönlands bekräftigt hatte, erklärte Kopenhagen, es werde seine Verteidigung durch zusätzliche Hundeschlittenpatrouillen und den Kauf von zwei weiteren arktischen Inspektionsschiffen zur… Mehr

Deutscher
1 Monat her
Antworten an  Haba Orwell

Zuerst sollte Dänemark SEIN Grönland mal den Grönländern zurückgeben.

Haba Orwell
1 Monat her

> Besonders betroffen wären die wichtigsten Handelspartner des Iran. Dazu zählen nach Angaben internationaler Handelsdatenbanken vor allem China, die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Irak. Die Türkei überlegt sich gerade, von der NATO zur „islamischen NATO“ mit Pakistan und Saudi-Arabien zu schwenken. Trump will sicherlich die Entscheidung beschleunigen? Wozu braucht man Verbündete, wenn man eh das mächtigste Land des Universums ist? In den Hollywood-Filmen haben die USA noch so jeden Krieg gewonnen, sogar gegen die Aliens in „Independence Day“. Woanders lese ich gerade: „Mörderische Sanktionen von EU und USA verursachen Millionen Tote und richten sich nun gegen eigene… Mehr

Last edited 1 Monat her by Haba Orwell
Nibelung
1 Monat her

Der hat doch nicht mehr alle Tassen im Schrank und das kann man als Akt der Verzeiflung sehen um den Versuch zu wagen andere darüber zu disziplinieren und vergißt ganz dabei daß das US-Bruttosozialprodukt 29 Bill. US-Dollar ausmacht und ungefähr 15% des gesamten Bruttosozialprodukts der übrigen Welt ausmacht und mit diesem bescheidenen und zugleich fallendem Anteil sollte man sich nicht übernehmen, weil es sich zum Schluß nur nachteilig für die eigene Wirtschaft auswirken kann und nur noch eine Frage der Zeit ist, bis ihre Anteile weit weniger darstellen, als sie heute noch sind.

Wilhelm Roepke
1 Monat her

Im Gegensatz zu den deutschen Linken findet Trump die Mullahs nicht gut. Zurecht.

Kuno.2
1 Monat her

Ich bin ja nun schon seit etlichen Monaten auf dieser Erde und deshalb erinnere ich mich, dass den Nachgeborenen in den Fünfziger und Sechziger Jahren folgendes erklärt wurde. Nämlich dass die Weltwirtschaftskrise nur deshalb stattfinden konnte weil die Nationalstaaten nach 1929 sich mit Abwertungen der Währung und Zöllen voreinander abschotteten. Deshalb brach ab 1930 der Welthandel weitgehend zusammen. Genau das wiederholt sich jetzt wieder und Trump weiß nicht was er tut. Der Notenbankchef Powel ist kein „Krimineller“ wie Trump jetzt verkündet, sondern einer der die Zinsen (Refinanzierungssatz) nicht schneller senken wollte. Das was Trump jetzt durchgesetzt hat, nämlich eine weitere… Mehr

Deutscher
1 Monat her
Antworten an  Kuno.2

Überhaupt nichts wiederholt sich. Die ganze Welt war vor 100 Jahren eine total andere.

Marco Mahlmann
1 Monat her

Wieso hat Deutschland sofort alle Sanktionen gegen Rußland mitgetragen, handelt aber weiter mit dem Iran? Ist das iranische Regime nicht böse genug?

CasusKnaxus
1 Monat her

Dann wirds ja auch für Walter den Spalter langsam eng. Gruß- & Glückwunschtelegramme an die Mullahs kommen im Weißen Haus sicher nicht gut an. Der NSA hat bestimmt so einiges gesammelt…

Haba Orwell
1 Monat her

> Präsident Trump erhöht den wirtschaftlichen Druck auf den Iran massiv mit künftigen Strafzölle von 25 Prozent gegen alle Länder, die weiterhin Handelsbeziehungen mit dem Iran unterhalten.

Sicherlich nicht China, da er in nur einem Jahr gleich zwei Zollkriege gegen China verloren hat. Wie viele Prozente werden jenem Land aufgebrummt, wessen Geheimdienst die Krawalle beauftragte? Bei Zweifeln kann Trump Mike Pompeo fragen.

Rosalinde
1 Monat her
Antworten an  Haba Orwell

Doch China wäre auch betroffen und deshalb hat Peking heute bereits vor einem Handelskrieg gewarnt.