Merz spricht von Bundeswehrsoldaten als Teil der westlichen Schutztruppe. Das könnte Russland als direkte Beteiligung der NATO am Konflikt interpretieren, was zu Angriffen auf diese Truppen „berechtigte“ – und der Konflikt könnte zum NATO-Russland-Krieg eskalieren. Hat Merz das bedacht?
Screenshot ZDF / Was nun?
CDU-Kanzler Merz sagte im ZDF, etwa bei der Absicherung einer entmilitarisierten Zone zwischen Russland und Ukraine würden Bundeswehr-Soldaten in der Ukraine als Teil einer westlichen Schutztruppe „russische Übergriffe und Angriffe erwidern“.
Im Moment spricht leider alles dafür, dass der Ukraine-Krieg weitergeht. Doch in diesen Zeiten der Neuordnung der Weltpolitik ist jede Überraschung möglich. Nach Bloomberg drohe Trump harte Sanktionen an, falls Putin ein Friedensabkommen mit der Ukraine ablehnt: gegen Russlands Energiesektor und Schattenflotte – Tanker, Händler und Finanzdienstleister, die Moskaus Öltransporte trotz bestehender Sanktionen ermöglichen.
Seit dem Ende des Kommunismus 1.0 der Sowjetunion schien „alles“ sicher, der ewige Frieden angebrochen. Die Westeuropäer ließen ihre militärische Infrastruktur verrotten wie die übrige auch, etwas Verwerflichem wie „Kampfgeist“ einschließlich, was der Westkommunismus als unmoralisch, weiß und „rechts“ einordnete.
Was ist der „Ernstfall“, von dem Pistorius, Baerbock und Merz reden?
In Deutschland gibt es keinen klassischen „Oberbefehlshaber“ wie anderswo, wo der Präsident oder jemand Vergleichbarer diese Rolle hat. Das Grundgesetz sagt zur Befehls- und Kommandogewalt über die Bundeswehr:
• In Friedenszeiten hat der Bundesminister für Verteidigung die Befehls- und Kommandogewalt (Artikel 65a Grundgesetz) – die operative Führung.
• Im Verteidigungsfall (wenn das Bundesgebiet angegriffen wird oder ein Angriff unmittelbar droht – was paralamentarisch festgestellt werden müsste) geht der Oberbefehl automatisch auf den Bundeskanzler über (Artikel 115b Grundgesetz).
Merz könnte also „Kriegsherr“ werden, was er anklingen lässt, jedenfalls wenn er so locker vom Hocker daher redet wie oben. Wohl kann einem bei dieser Vorstellung nicht sein – vor allem bei der Merz’schen Attitüde nicht.
Kriegs-Risiken
Die Beteiligung von NATO-Soldaten an einer Schutztruppe, Friedenstruppe oder UN-Peacekeeping-Force in der Ukraine würde erhebliche „völkerrechtliche“ Implikationen haben, da sie im laufenden Konflikt zwischen Russland und der Ukraine stattfände. Völkerrecht in Füßchen gesetzt, weil es sich um kein legalisiertes „Recht“ wie in Republiken und Demokratien handelt, sondern privatrechtliche Vereinbarungen der UN-Mitglieder im Fall des „Internationalen Gerichtshofs“, des „Europäischen Gerichtshofs“ des Europarats und des „Gerichtshofs der EU„.
„Rechtmäßigkeit“ der Entsendung: Eine solche Truppe müsste gängigerweise auf einem Mandat des UN-Sicherheitsrats beruhen (UN-Charta, Art. 39–42). Ohne Zustimmung aller Beteiligten (einschließlich Russlands) oder eines UN-Mandats könnte die Beteiligung als Verletzung des Gewaltverbots (UN-Charta, Art. 2 Abs. 4) gewertet werden. NATO-Aktionen ohne UN-Zustimmung würden von Russland oder China als illegitim ein Veto im UN-Sicherheitsrat auslösen.
Risiko der Eskalation und Kriegsbeteiligung: Die Präsenz von NATO-Soldaten könnte Russland als direkte Beteiligung der NATO am Konflikt interpretieren, was zu Angriffen auf diese Truppen „berechtigte“. Dies wiederum würde potenziell Artikel 5 des NATO-Vertrags auslösen (kollektive Verteidigung), wodurch der Konflikt ein zum NATO-Russland-Krieg eskalieren könnte. Völkerrechtlich würde dies die NATO-Staaten zu Konfliktparteien machen, mit Anwendung der Genfer Konventionen, einschließlich Regeln zu Kombattantenstatus und Haftung für „Kriegsverbrechen“. Westliche Unterstützung wie Waffenlieferungen bergen dieses Risiko der indirekten Beteiligung bereits, direkte Truppen in der Ukraine verschärften es.
Neutralitäts- und Souveränitätsaspekte: Die Ukraine hat nach UN-Charta, Art. 51, das Recht auf Selbstverteidigung, die NATO könnte dessen Unterstützung anführen. Eine NATO-Truppe ohne ukrainische Einladung oder UN-Mandat verletzte das Neutralitätsgebot und gäbe Russland Grund, sie als Aggression zu deklarieren.
Eine UN-Blauhelmtruppe (Peacekeeping-Mission) wäre mit UN-Mandat mehr abgesichert. Die Implikationen für deutsche Soldaten:
Rechtmäßigkeit“ und Mandat: UN-Blauhelme operieren unter Kapitel VI oder VII der UN-Charta und erfordern ein Mandat des Sicherheitsrats. Dieses bräuchte die Zustimmung der Konfliktparteien Ukraine und Russland, was unwahrscheinlich ist bei Russlands Vetorecht. Mit Mandat wären die Soldaten als neutrale Akteure geschützt (Immunität nach UN-Konvention über die Sicherheit von UN-Personal), der Einsatz könnte als Peacekeeping (nicht Enforcement) gelten, um Zivilisten zu schützen oder einen Waffenstillstand zu sichern.
Eine Schutztruppe als multinationale Friedenstruppe mehrerer europäischer Länder wie der „Koalition der Willigen“ – ohne NATO- oder UN-Beteiligung wie im Irak 2003 – handelte „völkerrechtlich“ in einer Grauzone.
Alles bisher „gültige“ und „übliche“ beiseite gelassen, die laufenden Veränderungen durch die neue US-Strategie und das wahrscheinliche russische Verhalten mit in den Blick genommen, ist das Risiko der Eskalation zu einem faktischen wie formellen Krieg hoch bis höchst riskant.
Am gefährlichsten ist es, durch verbale Ankündigungen, wie sie bei Merz und den anderen Regierungspersonen an der Tagesordnung sind, in eine Spirale zu geraten, aus der nichts mehr rausführt – oder rausführen soll wie 1870 vor dem Deutsch-Französischen Krieg und 1914 vor dem Ersten Weltkrieg.
Merz, Klingbeil und die anderen haben ihre schnell wechselnden Ankündigungen – nicht einmal, sondern regelmäßig oft ins Gegenteil, hin und her und wieder zurück – als folgenlose Scheinpolitik im politmedialen Betrieb völlig verinnerlicht. Sie merken daher gar nicht, dass Tod oder Leben deutscher Soldaten nicht Gegenstand solcher Sprüchepolitik sein darf. Wo Merz sagt, dass Soldaten „russische Übergriffe und Angriffe erwidern“, hat er den Unterschied zwischen Sprüchen und der Wirklichkeit offenbar nicht erkannt.

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Lassen wir 300.000 Russen in Belarus halt weiter in den Zelten hocken….Die wollen eh nur spielen und hoppla, auf einmal sind sie da….Peng, peng rufen und sie laufen wieder zurück…..
Der Lügenbaron aus dem Sauerland schwafelt Deutschland um Kopf und Kragen und merkt es nicht. Nicht einmal die übergeschnappte Kommunistin aus der Uckermark hat Deutschland in eine dermaßen gefährliche Lage auf der internationalen Bühne gebracht. Man kann von Glück sagen, dass das Großmaul im Kanzleramt weltweit nicht mehr ernst genommen wird.
Ja, dazu das EU-Fiasko und Putin redet mit Macron, der gerade Merz hat auflaufen lassen.
Quelle: https://www.wsws.org/de/special/pages/contact.html, Die World Socialist Web Site wird vom Internationalen Komitee der Vierten Internationale (IKVI), der von Leo Trotzki gegründeten Weltpartei der Sozialistischen Revolution, herausgegeben. Ihr Ziel besteht darin, die internationale Arbeiterklasse auf der Basis eines sozialistischen und internationalistischen Programms zu vereinigen, um dem kapitalistischen System ein Ende zu setzen und den Sozialismus im Weltmaßstab aufzubauen.
Zitat: Vielmehr waren die Maidan-Proteste eine politische Operation, die von Washington, Berlin und einem Bündnis von Oligarchen und Faschisten geplant und ausgeführt sowie von den USA mit 5 Milliarden Dollar bezuschusst wurde. https://www.wsws.org/de/articles/2014/05/16/mayd-m16.html
Aus dieser Ecke kommt das. Und die Hirnis merken es nicht.
Sagt man etwas gegen die russische Gewaltpolitik, dann plärren alle unisono: Faschismus! Bandera! Der Kreml nutzt diese Stimmung für sich, und die Hirnis hier merken das nicht.
Und anderen Hirnis glauben, der Krieg in der Ukraine fing im Februar 2022 mit einem unprovozierten Überfall Russlands an.
Die glauben daran, dass Merkel gelogen hatte als sie kundtat, der Ukraine mit den Minsk-Abkommen lediglich Zeit für eine Aufrüstung verschaffen zu wollen. Und ganz fest glauben sie daran, dass sich nicht die NATO gen Osten ausgedehnt hat, sondern der Iwan dem Westen auf die Pelle gerückt sei.
Gegen die nasty NATO hat der Russe keine Chance, deshalb ist er so kieberig bei der Westorientierung der UA, die nicht mehr mit ihm spielen will. Schlechte Erfahrungen mit den Moskowitern, Stichwort „Golodomor/wiki“. Immerhin hat er durch „Z“ auch die seit Jahrzehnten neutralen Länder Finnland und Schweden hineintrieben in die NASTY. Ob das wohl gute nationale Politik für Russland ist? Aber halt: Unser friedensbewegter Friedensherrscher Wladimir Putin will nur das Beste für seine Russen. Aus dem Zerfall der SU hat er gelernt: Es gibt starke Beharrungskräfte, und um etwas zum Guten zu verändern, brauchst du starke Hilfe. Das waren damals die Soldatenmütter, die… Mehr
Wieso müssen? Die müssen gar nichts, sie verteidigen nicht Deutschland, sondern die verrückten Ideen der Herrschenden, die schon lange irgendwelche Interessen bedienen, nur keine deutschen. Sich verweigern, mit allen Konsequenzen, kann nur die einzig richtige Devise sein, also auch kein Einsatz in Friedenstruppen, Schutztruppe oder wie sie das alles noch bezeichnen müssen. Für Selenskys goldene Closchüsseln sterben zu wollen, solche Leute soll es tatsächlich geben, naja, wundern würde es mich nicht bei der Kriegspropaganda der Herrschenden und der Medien.
Und dafür dann auch noch die Wehrpflicht! Beim Losverfahren wird es dann komischerweise immer AfD Anhänger treffen. Ein Schelm wer böses dabei denkt!
Umgekehrt wird ein Schuh draus. Mann will weder AfD-Leute bei der BuntenWehr, noch bei der DLRG.
Wenn man zur ersten Nachkriegsgeneration gehört wie ich, kommt man heutzutage ins Staunen. In den 1960ern und 1970ern, egal in welches Land des europäischen Auslands man kam, Frankreich schien mir da besser, keiner mochte die deutschen Mörder und deren Nachkommen, die natürlich die Kriegsgene geerbt hatten. In England war man als Deutsche/er keine 10 Minuten im Gespräch, da kam der gute Adolf auf und man war in schwieriger Position. Und heute sollen die Kinder und Enkelkinder dieser Generation wieder in den Ring steigen ? Auf gar keinen Fall. Früher redete man noch davon, das Vaterland zu verteidigen. Aber was hat… Mehr
Wenn man über Geschichte Bescheid weiß, kann man jedem Franzmann & Inselsepp die Schamesröte ins Gesicht treiben. Leicht zu praktizieren.
Die BRD soll also verteidigt werden. Super, all die schönen Moscheen, die Geburtskrankenhäuser, die Ämter fürs Bürger und Kindergeld. All die Migrationsbeauftragten und Ausländerbetreungsangebote. All die Barbershops und Shishabars. Hat sich mal irgendwer gefragt wer zum Deibel dieses Land haben möchte?
Eskalation bis zum Anschlag und Verlängerung des Konflikts ist im Interesse der US-Finanzoligarchie. Und für die arbeitet Friedrich Merz. Zum Schaden der Deutschen. Dieser Verräter geht »All in« – mit dem gestohlenen Steuergeld der Deutschen und geplant auch mit deren restlichen Vermögen (Russisches Vermögen Verpfändung – letzte Haftung!). Außerdem vollzieht er als braver Transatlantiker die US-Doktrin »maximale Spaltung zwischen Deutschland und Russland und niemals Zusammenarbeit!« – gemäß Brzeziński – in ungekannter Radikalität. Das beschert unserem Land einen unermesslichen Schaden. Parallel wird der Krieg EU gegen Russland real vorbereitet und die Öffentlichkeit medial auf Linie gebracht. Die Kabale braucht letztlich den… Mehr
Wie kann man mit „Nichts“ all in gehen?
„Ans deutsche Volk, von Ulm bis Kiel:Ihr esst zu oft! Ihr esst zu viel!Ans deutsche Volk, von Thorn bis Trier:Ihr seid zu faul! Zu faul seid ihr!Und wenn sie euch den Lohn entzögen!Und wenn der Schlaf verboten wär!Und wenn sie euch so sehr belögen,dass sich des Reiches Balken bögen!Seid höflich und sagt Dankesehr. Die Hände an die Hosennaht!Stellt Kinder her! Die Nacht dem Staat!Euch liegt der Rohrstock tief im Blut.Die Augen rechts! Euch geht’s zu gut. Ihr sollt nicht denken, wenn ihr sprecht!Gehirn ist nichts für kleine Leute.Den Millionären geht es schlecht.Ein neuer Krieg käm ihnen recht,So macht den Ärmsten… Mehr