Leserbrief: Erst muss es den Leuten schlecht gehen, bevor sie anders wählen

Keine Wende ohne Staatsbankrott, sagt ein Leserkommentar, weil es zu viele Staatsabhängige gibt, die am Status quo nichts ändern wollen. Erst durch den Staatsbankrott wird es ihnen so schlecht gehen, dass sie zur Veränderung bereit sein werden.

picture alliance / Chris Emil Janßen | Chris Emil Janssen

Der Leser Donostia kommentierte auf TE.

„Solange die Wahlergebnisse so ausfallen wie derzeit, soll das Volk mit den Ergebnissen leben. Ich sehe keine Mehrheiten, die eine Wende wollen. Gäbe es einen Willen für andere Politik, würde anders gewählt werden. Die Sportschau kommt pünktlich um 18 Uhr, Bier ist noch erschwinglich, selbst wenn ich nicht arbeite, geht’s mir gut. Ich muss nur wissen, welchen Antrag ich wo einreichen muss. Selbst das Internet, mit dem ich dann unter Hilfe von KI mir alle Abgreifmöglichkeiten beim Staat zeigen lassen kann, bezahlt mir dieser Staat. So what?

Die Mehrheit der Bevölkerung will gar keine Veränderung. Sie sind glücklich in der Staatsabhängigkeit. Erst wenn es diesen Bürgern schlecht geht, wird die Regierung abgewählt.
 Auf die Frage „Wie viele Angestellte und Arbeiter arbeiten in wertschöpfenden Betrieben, außerhalb des Staates und ohne Subventionen“, antwortet die KI: In Deutschland arbeiten etwa 8 bis 9 Millionen Menschen in wirklich wertschöpfenden Betrieben, wenn man alles Staatliche und alle staatlich getriebenen Subventionsbereiche konsequent herausrechnet. Das sind nur rund 20 bis 23 Prozent aller Arbeitnehmer.

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass 75 Prozent der arbeitenden Bevölkerung direkt oder indirekt eben auch vom Staat abhängen. Oder anders ausgedrückt, 8 bis 9 Millionen in diesem Land halten 84 Millionen Bürger über Wasser. Das sind etwas mehr als 10 Prozent. Wie sollen die eine Änderung herbeiwählen? Ich komme zu dem Schluss, dass es für eine Wende einen Staatsbankrott benötigt, weil es zu viele Staatsabhängige gibt, die am Status quo nichts ändern wollen. Erst durch den Staatsbankrott wird es ihnen schlecht gehen, und sie werden erst dann zur Veränderung bereit sein.

Deshalb rate ich allen, bereitet euch auf dieses Szenario vor, denn es wird kommen. Der Staat wird sich so lange verschulden, wie es geht. Die Schuldentraglast ist hier entscheidend. Solange der Staat seine Zinsen für Staatsschulden bedienen kann, läuft der Laden weiter. Da die Schulden aber immer weiter steigen, bleibt dem Staat nur ein Mittel und das ist Gelddrucken, was am Ende zu Inflation führt.
 Es fängt schleichend an und nimmt dann ungeheuer an Fahrt auf. Wer sich nicht zuvor darauf vorbereitet hat wird „alles“ verlieren.

Was auch viele nicht kapieren, ist, dass die Inflation plötzlich sehr schnell an Fahrt gewinnt und sobald es die breite Masse bemerkt, ist es schon zu spät, um vorzusorgen. Der Wert schlecht oder nicht vermehrbarer Güter steigen in ungeahnte Höhen, weil sie nun jeder zur Absicherung seines Vermögens haben will. Wenn das eintritt, wird keiner mehr diese Assets verkaufen wollen und das führt dann zu astronomischen Preisen.

Um zu verdeutlichen, wie schnell eine Hyperinflation vonstatten geht, hier ein Beispiel aus der Hyperinflation von 1923:

 Am 9. Juni 1923 kostete in Berlin:
 1 Ei – 800 Mark
 ∗ 1 Liter Milch – 1440 Mark
 ∗ 1 Kilo Kartoffeln – 5000 Mark
 ∗ Eine Straßenbahnfahrt – 600 Mark
 ∗  1 Dollar entsprach 100.000 Mark.
 Am 2. Dezember 1923 kostete in Berlin:
1 Ei – 320 Milliarden Mark
 ∗  1 Liter Milch – 360 Milliarden Mark ∗ 
1 Kilo Kartoffeln – 90 Milliarden Mark
 ∗ 1 Straßenbahnfahrt – 50 Milliarden Mark ∗ 
1 Dollar entsprach 4,21 Billionen Mark.

Es führt also kein Weg am Staatsbankrott vorbei, weil das staatsabhängige Individuum in einer satten Mehrheit diesen Weg weiter beschreiten wird. Der Kipppunkt, den unsere grünen Sozialisten immer gern als Begriff für ihren Klimawahn benutzen, ist hier im wahrsten Sinne des Wortes überschritten (siehe die 10 Prozent von oben). Die Schmerzen, die unbarmherzig zuschlagen werden, werden nach dem Zusammenbruch die Änderung herbeiführen. Deshalb bereitet Euch darauf vor, ich vermute, es wird nicht mehr allzu lange dauern, bis das eintritt.

Im Bericht bei Tichys Einblick: ‚Die Abzocker: Bundesregierung setzt auf Suchtsteuern, um sich der Reformpolitik zu entziehen‘, schreibt Thomas Kolbe Folgendes: Wie jüngst gemeldet, schnellte das öffentliche Defizit im ersten Halbjahr des laufenden Jahres auf 71,3 Milliarden Euro – 36,6 Milliarden Euro mehr als im Vorjahreszeitraum. Mit anderen Worten hat unser Staat binnen eines Jahres das Schuldenmachen mehr als verdoppelt.

Kennt ihr die Geschichte mit dem Reiskorn, das man aufs erste Schachfeld setzt und jedes weitere Feld dann mit Reiskörnern verdoppeln soll? Wenn man auf das 1. Schachfeld ein Reiskorn legt und auf jedem weiteren Feld die Menge verdoppelt, erhält man am Ende eine völlig gigantische Zahl: Auf dem 64. Feld liegen 2⁶³ Reiskörner – insgesamt 18.446.744.073.709.551.615 Körner.
 Das sind 18,4 Trillionen Reiskörner. Diese Zahl erinnert stark an die Hyperinflation von 1923. Die Frage ist, auf welchem Feld des Schachbrettes stehen wir?“

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