„Sexuelle Identität“ ins Grundgesetz – eine Schnapsidee der SPD

Die SPD-Spitze nimmt den Anschlag auf den Berliner CSD zum Anlass, um zu fordern, "sexuelle Identität" ins Diskriminierungsverbot des Grundgesetzes aufzunehmen. Das hilft nicht nur nicht gegen islamistische Gewalt, es würde ein trojanisches Pferd verfassungsrechtlich verankern.

picture alliance / Metodi Popow | M. Popow

Der Berliner Spitzenkandidat der CDU fordert nach dem Anschlag auf den Berliner CSD ein Verbot islamistischer Moscheevereine. Man könnte fragen, warum ein solches Verbot nicht schon längst existiert. Das Phänomen der Kultur- und Moscheevereine als Hort des politischen Islam ist schließlich keineswegs neu. Aber immerhin: Stefan Evers adressiert das tatsächliche Problem.

Weniger lösungsorientiert agiert die SPD. Die nutzt den Angriff, um ein trojanisches Pferd ins Grundgesetz zu bringen: Die Parteispitze ließ verlauten, sich nun dafür einsetzen zu wollen, das Merkmal der „sexuellen Identität“ ins Benachteiligungsverbot des Grundgesetzes aufzunehmen. Man wolle „den Schutz queerer Menschen politisch weiter stärken“, so Klingbeil, Bas und Klüssendorf.

Die Verfassungstreue von Islamisten ist fraglich

Nun ist zum einen fraglich, wie ein Diskriminierungsverbot Homosexuelle vor Anschlägen schützen soll. Islamisten sind gemeinhin nicht für ihre Verfassungstreue bekannt. Eine solche Grundgesetzänderung verringert die Bedrohung durch islamistischen Terror nicht im Geringsten. Es geht hier lediglich um „virtue signalling“. Bei der SPD scheut man ein hartes Durchgreifen gegen Islamismus und Islamisierung, will aber nicht untätig wirken.

Das kommt nicht von ungefähr. Die Partei hat sich gegenüber Avancen durch Vertreter des politischen Islam bislang sehr offen gezeigt. In seinem Buch „Unterwanderung“ hat der Investigativjournalist Sascha Adamek auch die Unterwanderung der Sozialdemokraten akribisch untersucht – die Lektüre sei an dieser Stelle nachdrücklich empfohlen.

Personalien wie Sawsan Chebli, Raed Saleh und Aydan Özoğuz, deren Brüder als Islamisten eingestuft werden, stehen für die Verflechtungen der Partei mit dem politischen Islam.

Die SPD und der politische Islam

Ihnen zur Seite standen und stehen einflussreiche SPD-Politiker, namentlich zum Beispiel die ehemalige Innenministerin Nancy Faeser, die den Expertenkreis politischer Islamismus auflösen ließ.

Die Verwicklungen lassen sich bis ins höchste Staatsamt nachverfolgen: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeichnet sich nicht nur durch seine Sympathien für die iranischen Mullahs aus, sondern unterstützte auch offen Islamic Relief Deutschland (IRD), eine Organisation, die als muslimbruderschaftsnah gilt.

IRD ist der deutsche Ableger bzw. laut eigener Aussage der „Kooperationspartner“ von Islamic Relief Worldwide (IRW). Diese Organisation gilt in Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten als terroristisch und wurde verboten; auch andere Länder schränken die Tätigkeit der Organisation ein, die USA beendeten die Zusammenarbeit bereits 2021.

Gut gemeint – schlecht gemacht

Kein Wunder also, dass sich die SPD-Parteispitze nicht mit dem politischen Islam anlegen möchte. Allerdings birgt das Ausweichvorhaben ebenfalls Gefahren.

Bisher besagt Artikel 3 des Grundgesetzes, niemand dürfe aufgrund „seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden“, zudem schützt der Artikel vor Diskriminierung wegen einer Behinderung.

Die genannten Parameter sind – vielleicht bis auf den leicht unscharfen, aber althergebrachten Begriff „Rasse“ – recht klar umrissen. Was aber ist demgegenüber „sexuelle Identität“? Homosexualität gilt gemeinhin als sexuelle „Orientierung“, der Begriff gibt also an, in welche Richtung die sexuellen Neigungen einer Person weisen. „Identität“ hingegen ist schwammig.

Zudem bezeichnet „Identität“ gewöhnlich ein Sein, einen untrennbar mit der Person verknüpften Parameter. Dies deutet darauf hin, dass mit dem Begriff auch das Selbstverständnis als „trans“ oder „nonbinär“ potenziell eingeschlossen werden soll. Denn die Akteure der Trans-Bewegung kämpfen aggressiv darum, dass diese Formen der Selbstidentifikation als existenziell, unveränderlich und von Geburt an vorgegeben betrachtet werden.

Es handelt sich dabei aber um Selbstzuschreibungen, die keine Entsprechung in der (biologischen) Realität haben. So verbietet das Grundgesetz zwar Diskriminierung aufgrund von Herkunft und Heimat. Trotzdem kann niemand Schutz vor Benachteiligung geltend machen bezüglich einer angeblichen Herkunft aus Zamunda oder vom Mars – weil es den Tatsachen nicht entspricht. Ebenso wenig ist ein Mensch „nonbinär“.

Bei „sexueller Identität“ ist nicht klar, welche Selbstzuschreibungen ins Reich der Märchen gehören, und welche real sind. Doch die SPD lässt sich offensichtlich nicht einmal von den verheerenden Folgen des Selbstbestimmungsgesetzes von diesem Frontalkurs gegen die Wirklichkeit abbringen.

Am gravierendsten aber ist die Unbestimmtheit des Begriffs „sexuelle Identität“ im Hinblick auf Sexualpraktiken, die als moralisch inakzeptabel oder verbrecherisch gelten und verboten sind.

So versuchen Pädophile, ihre sexuellen Vorlieben ebenfalls als sexuelle Identität darzustellen und zu verharmlosen: Als „MAP“ – minor attracted people, also Menschen, die sich zu Minderjährigen hingezogen fühlen.

Die Juristin und feministische Aktivistin Eva Engelken warnt seit langem davor, „sexuelle Identität“ ins Grundgesetz aufzunehmen, weil sich damit Pädokriminellen die Möglichkeit bietet, sich über beständige Lobbyarbeit zunächst als „Identität“ festschreiben zu lassen und dann folgerichtig Schutz vor Diskriminierung einzufordern – die ja zum Beispiel in strafrechtlicher Verfolgung bestünde. Das ist nicht abwegig, schließlich kann eine derartige „Veranlagung“ durchaus als fester Bestandteil der Persönlichkeit gelten und damit die Identität berühren. Besteht die Identität eines Menschen in seinen bevorzugten Sexualpraktiken, würde man damit nur der Begriffslogik folgen. Dasselbe Problem besteht laut Engelken im Fall von Zoophilie und gewalttätigen Praktiken.

Wer dies als weit hergeholt betrachtet, sollte sich fragen, ob er vor zehn Jahren geglaubt hätte, dass eines Tages männliche Sexualstraftäter in Frauengefängnissen untergebracht werden würden, weil sich diese zur Frau erklären.

Das Vorhaben von Bas, Klingbeil und Co. ist nicht neu: Ausgerechnet drei CDU-geführte Länder starteten eine entsprechende Bundesratsinitiative, der Bundesrat brachte sie 2025 in den Bundestag ein.

Realitätsleugnenden Sozialdemokraten fällt also zur Verschleierung der eigenen Untätigkeit in Sachen Islamismus nichts Besseres ein, als ein weiteres realitätsleugnendes Gesetzesvorhaben vorantreiben zu wollen. Es ist äußerst bitter,  dass sie zu erwartende negative Auswirkungen desselben ebenso effizient ausblenden, wie die Gefahr durch islamistischen Terror.



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Kommentare ( 93 )

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Llug
10 Tage her

Diese Laber Rhabarber SPD hat fertig. Als SCHWULER verpartnerter Mann kann man schon lange nicht mehr abends in einer Stadt – wie Koeln – ausgehen ohne von jungen moslemischen Maennern angemacht zu werden. Das muss man wissen!!!!!!! Kein queer Beauftragter weit und breit in Sicht – dieser wuerde auch um seine Apanage zu sichern sofort davonlaufen. Wer sich hier nicht an die Grundrechte haelt soll dahin zurueck wo er hergekommen ist. In den 80ziger und 90ziger Jahren brauchten schwul/lesbische Kneipen keinen bouncer – heute muss man sowas haben um die Muslime abzuhalten. Sie sprechen von „queeren “ Rechten aber wenn… Mehr

bfwied
21 Tage her

Es wird sich sicherlich bald wieder durchsetzen: Es gibt nur 2 biologische Geschlechter, definiert durch die Chromosomen. x und y, xx=Frauen, xy=Männer, Varianten gibt es, aber gemischte Chromosomen in dem einen Paar geschlechtsbestimmendem Chromosom wird das Geschlecht nun mal festgelegt und somit der Körper in geschlechtlicher Hinsicht. Punkt. Alles andere ist psychisch, Gene, Hormone. Aber der Körper bleibt entweder männlich oder weiblich, und nur das kann zählen, man denke z. B. an den Sport, Boxsport u. a. Der Mensch, der sich als Frau ausgab, besiegte die echten Frauen. Das allein schon zeigt den Irrsinn, den ich mir eigentlich nicht erklären… Mehr

yeager
21 Tage her

Man merkt dem Artikel an, dass „LGBTQ+“ ein konzeptionelles Problem hat: „LGB“ und „TQIA+“ (etc. pp) sind verschiedene Kategorien. „LGB“ bezeichnet sexuelle Präferenz, „TQIA+“ hingegen „Identität“, etwas grundverschiedenes. „LGB“ geht auch klar von einer binären Geschlechterordnung aus, Angehörige „L“ und „G“ Kategorien haben typischerweise sehr klare Vorstellungen davon, welche Merkmale ihre Partner haben sollten. Die meisten „Ls“ werden z.B. an einem „weiblichen Penis“ keinen Gefallen finden, selbstverständlich ist das „diskriminierend“, das ist eine Partnerwahl immer, sonst ist es keine Wahl. Die Diskriminierung mag von Haarfarbe bis Einkommen alles betreffen, es ist völlig irre jemandem da vorschreiben zu wollen … sich… Mehr

Contra Merkl
21 Tage her

Früher war die SPD mal Volkspartei – Arbeiterpartei. Sieht man sich heute deren Vorsitzende an, die eine hat es beruflich nicht sonderlich weit gebracht, der andere unförmige hat es mit seinen Patschehänden erst garnicht versucht. Die stellt die SPD als Aushängeschild ins Schaufenster. Ausgezeichnet würde Monthy Burns sagen. Und politisch beschäftigt man sich mit dem Schutz von Queeren und Transgendern, dass sind wirkliche wichtige Dinge, wo wir jeden Monat 15.000 Industrie Arbeitsplätze verlieren. Glückwunsch von meiner Seite Frau Bas und Herr Klingel. Weiter so, arbeiten sie weiter genau so. Klappt dann mit der Einstelligkeit im Bund und in Sachsen Anhalt… Mehr

Siggi
21 Tage her

Die SPD muss endlich begraben werden. Allein schon wegen der Aktion in Niedersachsen gegen die AfD. Wer die noch wählt, will keine Demokratie und keinen Rechtsstaat, der eine links-islamische Diktatur.

Ludwig von Gerlach
21 Tage her
Antworten an  Siggi

Das bereits geöffnete Grab wird demnächst wieder zugeschüttet. Papier hat angeregt, die 5%-Klausel zu canceln, der auf dem Grabesrand balancierende SPD-Vorsitzende LSA ist sofort auf das gesattelte Pferd aufgesprungen und will damit vom Grab weg galoppieren.

Juergen P. Schneider
21 Tage her

Wenn der Nordpol (Kopf) nichts zu bieten hat, mit dem man sich selbst darstellen kann, dann muss es eben der Südpol richten. Was der Südpol ist, wird der geneigte Leser sicher erkennen. Die Sozis sind diejenige Partei, die am häufigsten versucht hat, das GG zu ändern. Jeder links-grün-woke Hirnfurz wird von diesen Nieten als Auslöser für eine Grundgesetzänderung genutzt.

Delegro
21 Tage her

Ein Islamist ermordet queere Menschen und der SPD fällt als einzige Lösung nur ein, das Geschlecht in das Grundgesetz aufzunehmen. Wie dämlich muss man eigentlich sein, um so schwachsinnig zu Denken. Islamisten werden ganz sicher vorher das Grundgesetz lesen und ihren Terror selbstverständlich im Rahmen des Grundgesetzes ausüben. Das Grundgesetz, dass zusammen mit der Bibel sofort verbrannt wird. Unfassbar diese Dämlichkeit, Arroganz und dieser Selbsmordtrieb.

verblichene Rose
21 Tage her
Antworten an  Delegro

„…Wie dämlich muss man eigentlich sein, um so schwachsinnig zu Denken..?“
Nun, bei der SPD scheint zumindest das eine das andere nicht auszuschließen. Die Arroganz bei diesem Selbstmordtrieb ist dann auch nur, dass die Leute wohl glauben, sie hinterließen eine Lücke 🤣

GP
21 Tage her

Bärbel Bas, noch nie stand einer Politikerin die Dummheit so deutlich ins Gesicht geschrieben wie dieser Frau…. 🤦‍♂️

Privat
21 Tage her

In das Grundgesetz schreiben ?
Diese politischen Figuren sind völlig verrückt geworden.

Ludwig von Gerlach
21 Tage her

Im Jahr 1 nach der von SPD, CDU, Grünen und Linken beschlossenen Verfassungsänderung wird ein örtlicher Nekrophilen-Club bei der Gemeinde beantragen, die Türen der Leichenhalle auf dem Friedhof nicht mehr zu verschließen. Nach Ablehnung des Antrags wird das Verwaltungsgericht die Unterlassungsklage unter Hinweis auf das postmortale Persönlichkeitsrecht abweisen und unter Berufung auf den neu gefassten Art. 3 GG mit Zustimmung der Beteiligten wegen grundsätzlicher Bedeutung die Sprungrevision zulassen. Der Revisionssenat des BVerwG – noch mehrheitlich besetzt mit Richtern, die vor 1990 ihr Jurastudium begonnen haben – wird die Revision des Klägers unter Bezugnahme auf die Begründung der Vorinstanz zurückweisen. Auf… Mehr