Schon während der Covid-Krise eckte Pfarrer Martin Michaelis an. Dass er zudem auch noch – erfolgreich – als parteiloser Kandidat für die AfD antrat, will die im Zeitgeist gefangene und zutiefst politisierte EKD nicht dulden. Teil 2 der Dokumentation des Falles Martin Michaelis durch Christian Zeller.
IMAGO / epd
Im ersten Teil dieses Artikels dokumentierte Christian Zeller, wie Pfarrer Martin Michaelis zum „Corona-Dissidenten“ wurde. Im zweiten Teil führt Zeller die Ausführungen zur Politisierung der EKD in ihrem Kampf „gegen rechts“ fort und erläutert, welche Folgen dies für Michaelis hat.
Wer, wie die EKD, den Unterschied zwischen Rechtsextremismus und dem sogenannten „Rechtspopulismus“ systematisch verwischt, muss sich vorhalten lassen, eine partikulare politische Agenda im Gewand der Bekämpfung einer extremistischen Ideologie zu verfolgen. Dieser Verdacht erhärtet sich dadurch, dass die öffentlichen Beschlüsse der EKD christliche Grundbegriffe regelmäßig in politische Forderungen übersetzen, die auffallend häufig mit einem links konnotierten, progressiven Parteienspektrum übereinstimmen.
Eine politisierte Kirche
So forderte man in der EKD in den letzten Jahren eine engagierte Klimapolitik und einen starken Sozialstaat, trat für eine an liberale Flüchtlingspolitik ein, stärkte der zivilen Seenotrettung den Rücken und bewertete sexuelle und geschlechtliche Vielfalt positiv. Konservative Deutungen derselben christlichen Tradition – Ordnung, Subsidiarität, Eigenverantwortung, der Schutz gewachsener Gemeinschaften, traditionelle Familienwerte – kommen in den öffentlichkeitswirksamen Beschlüssen der EKD deutlich schwächer zur Geltung.
Papst Leo XIV. warnte Anfang 2026 vor einer ideologisch aufgeladenen Sprache, die Andersdenkende ausgrenze und Meinungsfreiheit in geradezu orwellscher Manier einschränke. Beide deutschen Amtskirchen tragen an diesen Entwicklungen freilich eine große Mitverantwortung.
Einer Erklärung der deutschen katholischen Bischöfe vom 22. Februar 2024 mit dem Titel „Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar“ schloss sich die amtierende Ratsvorsitzende Kirsten Fehrs wenige Tage später explizit an.
Fest verankert im Zeitgeist
Auch bei Corona war die EKD, wie der Umgang der Kirchenleitung mit Martin Michaelis zeigt, ganz auf der Linie des Mainstreams, der sich dabei auf einen vermeintlich allwissenden Monolithen namens „die Wissenschaft“ berief. So wurde gerade die zentrale Operationslogik der Wissenschaft, nämlich die fortwährende Revisionsbedürftigkeit von Wissen, mit Füßen getreten.
Auch an Martin Michaelis trägt die EKD nun jenen Kampf aus, zu dem sie sich als krypto-politischer Akteur im Dienst einer linksliberalen bis linksprogressiven Agenda berufen fühlt. Die Kirche selbst stößt dabei in das Horn jener medialen Kampagnen, die regelmäßig vor einem „Kreuzzug von rechts“ (ARD) oder „Christfluencern“ mit „Kreuz, Bibel und rechter Agenda“ (ZDF) warnen.
Allerdings artikulieren sich auch kritische Stimmen innerhalb der Evangelischen Kirche angesichts dieses Kurses. Federführend ist hierbei – allerdings außerhalb offizieller Gremien stehend – der Pastor Stefan Felber, der Vorsitzende des Gemeindehilfsbundes, eines konservativ-bibelorientierten Netzwerkes innerhalb der Evangelischen Kirche.
Mit der Broschüre soll neben der christlichen Freiheit „auch die bürgerliche Freiheit gegenüber autoritären Tendenzen“ verteidigt werden. Anstatt politische Etiketten aufzukleben, fordert der Gemeindehilfsbund – wie auch Martin Michaelis – echte theologische Auseinandersetzungen.
Was auf die Veröffentlichung der Broschüre folgte, war wenig überraschend: eine Distanzierung durch die Landeskirche Hannover, die sich bereits seit 2010 federführend in der Bekämpfung von „Rechtsextremismus“ zeigt und Christen, die Kritik an Islamisierung, Gender-Ideologie, Massenmigration, Abtreibung, Klimapolitik oder Corona-Maßnahmen üben, als neurechts, rechtspopulistisch oder extrem rechts rahmt.
Kandidatur im Schatten der Correctiv-Lügen
In diese Großgemengelage fällt also Michaelis‘ Kandidatur für den Quedlinburger Stadtrat. Drastisch verschärfend dürfte sich der Umstand ausgewirkt haben, dass im Januar 2024 die staatsfinanzierte Rechercheorganisation Correctiv – laut Selbstdarstellung ein „gemeinwohlorientiertes Medienhaus, das Demokratie stärkt“ – die Bundesrepublik Deutschland mit der Geschichte von der „Potsdamer Geheimkonferenz“ und der angeblich dort geplanten massenhaften Deportation von Staatsbürgern mit Migrationshintergrund ein veritables Lügenmärchen gesponnen hatte.
Die Kernbehauptung des Correctiv-Berichts wurde mittlerweile vom Landgericht Berlin II als unzutreffende Tatsachenäußerung eingestuft und darf durch Correctiv nicht mehr wiederholt werden. Correctiv hat gegen das Urteil Berufung eingelegt.
Harte Maßnahmen gegen missliebigen Pfarrer
Die politische Verfolgung von Martin Michaelis durch die Kirchenleitung dürfte somit nicht zuletzt die Folge einer Massenpsychose sein, die der „Kampf gegen rechts“ in seinen gefährlichsten Erscheinungsformen angenommen hatte. In einer Erklärung der evangelischen Bischöfe vom 20. März 2024 verkündeten die Kirchenoberen: „Wir sagen klar und unmissverständlich: Wer die AfD wählt, unterstützt eine Partei, die das christliche Menschenbild mit Füßen tritt, programmatisch mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit gegen das Gebot der Nächstenliebe verstößt und mit ihren Hetzparolen den Geist der Gemeinschaft vergiftet.“
Kirsten Fehrs, die amtierende Ratsvorsitzende der EKD, verteidigte in der „Rheinischen Post“ ebenfalls im März 2024 das Vorgehen gegen Michaelis: „Völkisch-nationale Gesinnungen sind eindeutig nicht mit dem christlichen Verständnis von Nächstenliebe und Barmherzigkeit und deshalb nicht mit Kirchenämtern vereinbar.“
Martin Michaelis wurde zum Kristallisationspunkt einer politischen Großdynamik – und er blieb dennoch beharrlich. Am 9. Juni 2024 wurde er in den Quedlinburger Stadtrat gewählt. Michaelis nahm das Mandat an. Im Juli 2024 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden des Stadtrats gewählt.
Das seit April 2024 laufende Disziplinarverfahren wurde mittlerweile in ein förmliches kirchengerichtliches Verfahren überführt. Am 17. Mai 2026 erhob die Kirchenleitung Disziplinarklage vor dem Kirchengericht. Da Michaelis der Aufforderung der Kirchenleitung, die Kandidatur zurückzunehmen, nicht Folge geleistet hatte, soll er nun aus dem Kirchendienst entfernt werden.
Im Fall von Martin Michaelis spiegelt sich in prägnantester Form die gegenwärtige Misere von liberaler Demokratie und Meinungs- und Gewissensfreiheit: die aus Angst vor „Kontaktschuld“ erfolgenden „Distanzierungen“; die große Macht auch noch der lächerlichsten Interventionen eines politisierten Verfassungsschutzes; die Ausgrenzeritis, die jene Spaltung der Gesellschaft erst hervorbringt, die man in den Kreisen der eigentlichen Spalter wohlfeil beklagt; die Vernichtung beruflicher Karrieren aufgrund „falscher“ Überzeugungen; das Praktizieren eines an die Staatslehre Carl Schmitts gemahnenden Freund/Feind-Denkens.
Mithin zeigt sich also in der politischen Verfolgung von Martin Michaelis die entschiedene Gegnerschaft gegenüber der freiheitlichen demokratischen Grundordnung durch jene, die sich für ihre wackersten Verteidiger halten.
Um Michaelis‘ Unbeirrbarkeit wird man sich keine Sorgen machen müssen.
Aufgewachsen in der DDR, musste er bereits als Sohn eines evangelischen Pfarrers Erfahrungen mit Repression in Religionsdingen sammeln. Diesmal allerdings geht die Unterdrückung gegen Andersdenkende aus dem Inneren der Kirche selbst hervor und wendet sich ausgerechnet gegen jene, die der Lehre Luthers am konsequentesten folgen. Im Verlauf des Disziplinarverfahrens, das Michaelis in seinem Beitrag zu dem Band „Mut zum Widerspruch“ beschreibt, warf ihm die Kirchenleitung vor, dass er sich „‘stets auf die Lehre von Martin Luther‘“ stütze und es so rechtfertige, ausschließlich seiner „‘inneren Überzeugung‘“ zu folgen. Michaelis sagt dazu in einem zutiefst lutherischen Geist: „Dazu stehe ich. Ich kann nicht anders und ich will nicht anders. (…) Das gilt es zu verteidigen, selbst unter drohendem Verlust von Gut und Ehre.“
Bündnis Redefreiheit unterstützt den Fall von Martin Michaelis, ebenso wie den seines Sohnes Lucian Michaelis.
Dr. Christian J. Zeller ist Publizist, Bürgerrechtsaktivist und Mitglied im Komitee von Bündnis Redefreiheit. Das Bündnis Redefreiheit unterstützt Menschen, denen ihr Recht auf freie Meinungsäußerung und ihre Gewissensfreiheit streitig gemacht wird.








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Können Naturwissenschaftler die Existenz Gottes beweisen? Eher nicht. Ein chemischer biologischer oder physikalischer Gottesbeweis konnte bisher nicht geführt werden. Dennoch setzt die EKD pauschal auf „die Wissenschaft“ wenn es um die Ausgrenzung eines Drittels der Bevölkerung geht. Die EKD ist zum Haßprediger des Zeitgeistes verkommen. Könnte sie nicht lieber mal an einem naturwissenschaftlichen Gottesbeweis arbeiten ? Der Glaube an Gott war doch mal Existenzgrundlage ihres Wirkens. Wenn sie jetzt weder bereit noch in der Lage ist, den naturwissenschaftlichen Gottesbeweis hervorzubringen, dann zeigt sie, dass sie „die Wissenschaft“ missbraucht und ihr Fundament verloren hat. Christus hat nicht danach gestrebt, ein Drittel… Mehr
> Können Naturwissenschaftler die Existenz Gottes beweisen? Eher nicht.
In Berlin schon – die müssen nur „für Gottende Person:in“ nackt radeln. OK, eher nicht Naturwissenschaftler, eher schon Gender-Expertende:innen (m/w/d/x).
Was würde Jesus wohl zu solchen Hohepriestern und Schriftgelehrten sagen?!? Diese Amtskirchen sind mittlerweile dermaßen gottlos, weswegen ist eine unbedingt gebotene Entscheidung ist, aus diesen geld- und machtgierigen Organisationen auszutreten.
Wird Zeit alle Kirchenverträge mit dem Bund zu kündigen. Auch jegliche Glaubensfreiheit gehört nicht geschützt. Die Glaubensfreiheit erfolgt durch die Rechtsstaatlichkeit der Gläubigen!
AUSTRETEN aus diesem oder ähnlichen „Vereinen“!! Gott hat denen sicher schon längst die Legitimation entzogen, in seinem Namen zu sprechen.
Diese Art „Legitimation“ hatten sie ohnehin nie!
und wieder sind es die Frauen
Kirsten Fehrs, Ratsvorsitzende der EKD, Kathrin Göring Eckhardt, Luisa Neubauer, Merkel, UvDL Omas gegen rechts ….,
Anscheinend hat sich in den Kirchen seit Jahrhunderten nicht viel verändert.
Die neuzeitliche Inquisition der Menschenvernichtung, die heute nicht den vorgegebenen, linken Maßstäben genügen, dürfen, nein müssen nach derem Gusto vernichtet werden.
Was hat das noch mit echtem Glauben und einer christlichen Einstellung zu tun?
Gestern standen sie sogar noch auf adolfs Seite, heute schon wieder völlig verirrt im Nirvana der Linksextremisten und vermeintlichen Machthabern. Man vergesse Corona nicht.
Kein Wunder, dass die Kirchen seit Jahren schrumpfen, sich die Menschen abkehren und in Scharen die Kirchen verlassen.
Es ist etwa das gleiche Bild, welches die Veganer abgeben. Sie ernähren sich nicht etwa gesund, sondern sie möchten die Tiere schützen.
Das funktioniert vielleicht eine Zeit lang, aber schon die kleinste Kleinigkeit kann das Weltbild zerstören. Angefangen damit, dass sie den Hafer nicht mehr essen, sondern trinken und diesen „Saft“ dann auch noch Milch nennen…!
Der „echten“ Milch ist damit natürlich überhaupt nicht geholfen….!
> So forderte man in der EKD in den letzten Jahren eine engagierte Klimapolitik und einen starken Sozialstaat, trat für eine an liberale Flüchtlingspolitik ein, stärkte der zivilen Seenotrettung den Rücken und bewertete sexuelle und geschlechtliche Vielfalt positiv. Paul Craig Roberts über ähnliche Probleme bezogen auf die USA: >>>Endzeit für weiße Ethnien – Paul Craig Roberts<<< > „… Es ist der Fall einer Zivilisation durch die Zerstörung ihres Glaubenssystems. … Die Hoffnung der MAGA auf eine Erneuerung ist zunichtegemacht. Trump und die Republikaner kämpfen für Israel, nicht für Amerika. Die Demokraten kämpfen für Einwanderer-Eindringlinge. Keine Partei kämpft für Amerika. Warum?… Mehr
Wer einen Damm baut, um sein Haus zu schützen, der hasst weder sein Haus, noch das Wasser! Er ist einfach nur pragmatisch. Aber manche Leute sitzen lieber im trockenen Keller, lesen Paul Craig Roberts und jammern, dass der Damm „anti-weiß“ ist, während ihnen gleichzeitig vollkommen egal ist, dass nicht nur die Zivilisation, sondern auch das eigene Haus absäuft. Ist das Opferdasein eigentlich gemütlicher, als selber mal den Spaten in die Hand zu nehmen? Oder haben Sie etwa gar kein „Haus“?
Auch wenn ich von den beiden Amtskirchen und Religionen im allgemeinen nichts halte muss ich sagen, dass diese Kirchen sich von ihrer Religion, so wie sie in der Bibel zu lesen ist, schon hunderttausende Kilometer entfernt haben. Die kümmern sich mittlerweile um so ziemlich alles, nur nicht um ihre christliche Religion. Bin mal gespannt, wann anstelle der Gesangbücher der Koran auf den Kirchenbänken liegt.
Hat sich die protestantische Brut eigentlich vom nach wie vor gültigen Konkordat von 1933 eines gewissen Adolf Hitler, der denen ein fettes Wohlleben in beamtenähnlichen Verhältnissen und dessen Vorteilen gewährt, losgesagt?
Gilt auch für das katholische Pendant.
Bevor sich die EKD überhaupt politisch gegen Rechts artikuliert, sollte sie erst einmal den Nazi-Kirchen-Vertrag kündigen. Solange die EKD eine Nazi-Kirche ist, bleibt doch jede Debatte bigott & sinnlos.