Ab nach Bali! Statt Gerichtstermin fliegen Klimakleber in den Urlaub

Ein Pärchen, das wegen einer Klimaklebe-Aktion vor Gericht treten sollte, schwänzte den Termin und flog lieber nach Bali. Ein Sprecher der „Letzten Generation“ verteidigte die beiden mit den Worten: „Sie haben den Flug als Privatleute gebucht, nicht als Klimaschützer.“ Das müsse man auseinanderhalten können.

IMAGO / Die Videomanufaktur

Sich für das Klima auf Straßen festkleben, Rettungswege blockieren, wertvolle Gemälde beschädigen, Konzerte stören, Schaufensterfronten besprayen, ins Finanzministerium eindringen, ständig in Talkshows herumtingeln, an keinem Mikrofon und an keiner Kamera vorbeigehen können, in Baumhäusern und in Erdhöhlen hausen, seine Notdurft von oben auf Polizisten loslassen, die Nachbarorte von Lützerath zuschei…, über Polizeigewalt und ausbleibende Deeskalation schwadronieren, sich mit Linksextremisten verbünden: Ja, das ist ein verdammt aufreibender Job. Da braucht man schon mal eine Auszeit, ehe einen der Burnout auf einer Psycho-Couch festklebt.

Da muss man für einen Erholungs- und Entspannungsurlaub auf Bali schon auch mal einen Gerichtstermin vor dem Amtsgericht in Bad Cannstatt schwänzen. So geschehen im Herbst 2022. Das Klimakleberpärchen Luisa S. und Yannick S. hatte im September 2022 mitten im Berufsverkehr bei Stuttgart die B 19 blockiert und mit Transparenten posiert, auf denen „Öl sparen statt Bohren“ zu lesen war. Nun wurde bekannt: Bereits im November 2022 hätte das Paar wegen Nötigung vor Gericht antreten sollen.

Stattdessen ging es via Thailand nach Bali. Tonnenweiser CO2-Fußabdruck des Paars? Peanuts, oder? Oder sind sie mit dem berühmten „knallroten Gummiboot“ (Hit von Wencke Myhre aus dem Jahr 1970) dorthin gerudert? Und die paar Tausend Euro für die Reise? Auch Peanuts. Man wird je gut alimentiert entweder von stolz-woken Eltern oder man sparte sein BAFöG, das man für’s Nicht-Studieren bekommt. Oder man ist Angestellter und Lohnempfänger des „Jobcenters der Letzten Generation“.

Und die Erklärung dafür: Ein Sprecher des Aktionsbündnisses „Letzte Generation“ verteidigte den Urlaubstripp des Pärchens mit den Worten: „Sie haben den Flug als Privatleute gebucht, nicht als Klimaschützer. Das muss man auseinanderhalten können.“

Wir fragen uns ob dieser umwerfenden Antwort: Ist das schon fortgeschrittene Schizophrenie? Oder ist es einfach nur die Doppelmoral von selbernannten Weltenrettern? Im Sinne dessen, was der wunderbare Wiener Grantler und Kabarettist Helmut Qualtinger einmal wie folgt beschrieb: „Die moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen.“

Aber lassen wir Diagnose und Ursachenforschung beiseite! Fragen wir nicht nur rhetorisch: Wann werden die „Kleber“ und Co. endlich zur Rechenschaft gezogen für die angerichteten Schäden und die Kosten von Polizeieinsätzen? Hat das Bad Cannstätter Amtsgericht ein empfindliches Bußgeld angeordnet? Wann hören die „Öffentlich-Rechtlichen“ und andere „Qualitätsmedien“ endlich auf, die „Letzte Generation“ zu hofieren und sie als besorgte, engagierte „Aktivisten“ zu adeln? Wann kapiert der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz Thoma Haldenwang endlich, dass es von so manchen Aktionen der „Klimaschützer“ zu dem von ihm selbst erfundenen Phänomenbereich „Verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates“ nicht weit ist? Hat nicht die deutsche Klima-Ikone, Heinrich-Böll-Stiftungs-Stipendiatin, „Mitgliederin“ der GRÜNEN, Geographie-Langzeitstudentin, Davos-WEF-Mitläuferin, „hart-aber-fair“-Moderator-Gschpusi und vormalige Vielfliegerin Luisa Neubauer aus der Hamburger Reemtsma-Community am 18. Oktober 2022 bei „Lanz“ im ZDF mit Blick auf Erderwärmung kundgetan: „Die Wahl zwischen Zeit und Demokratie haben wir nicht.“

Zurück nach Bali: Wir nehmen mal an, dass das Pärchen dort den Flughafen nicht mit einer Klebeaktion blockiert. Oder doch mit dem Gummiboot zurückrudert, wenn nicht gerade Deutschlands vielfliegende Außenministerin mal kurz mit der Flugbereitschaft der Bundesregierung in Bali vorbeischaut und die beiden mitnimmt. Schließlich hat man ja noch Großes vor: Deutschland mit seinem Anteil von 2-Prozent-CO2-Ausstoß muss die Welt retten. Da muss man vor Ort sein.


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Kommentare ( 112 )

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bfwied
1 Jahr her

Man braucht einen Shitstorm, in derselben Un-Qualität wie die das handhaben. Man muss sie mit ihrem Mist auch an den Pranger stellen, wie die es tun, man muss sie argumentativ in die Enge treiben, ihre Narrative als das entlarven, was sie sind: Märchen, man muss ihre Doppelmoral lautstark entlarven, soll die Vernunft wieder die Oberhand gewinnen. Übrigens: Deutschl. ist für 1,6-1,7 % der CO2-Menge verantwortlich. Ferner sollte man nachprüfen, was diese Neubauer tastächlich „studiert“. Physische Geographie sicher nicht. Ein Studium der Geographie erfordert Arbeit und Ernsthaftikeit – und Zeitaufwand. Sie wird wohl genauso in der alternativen Wirklichkeit, die nur Dummheit… Mehr

RA.Dobke
1 Jahr her

Und für deren Fehlverhalten werden Sie noch bestens behandelt von ARD, ZDF und WDR! Unerträglich unsere ÖR Medien … auch insoweit! Von der Selbstbereicherung in den Kreisen spreche ich hier und jetzt nicht!

Ede Kowalski
1 Jahr her

An zynischer Chuzpe und Verrücktheit schlichtweg nicht mehr zu überbieten allerdings ist die Begründung, mit der die Sekte „Aufstand der letzten Generation“ den Urlaubstrip rechtfertigte: „Sie haben den Flug als Privatleute gebucht, nicht als Klimaschützer. Das muss man auseinanderhalten können“, erklärte ein Sprecher. Vermutlich hat er sich mit diesem unverfrorenen Statement gleich als Talkgast für die nächste ARD-Propagandasendung empfohlen, wo ja gerade Vertreterinnen der „Letzten Generation“ immer häufiger und unkritischer eine prominente Bühne geboten wird. Dass sie nun allerdings darauf bestehen, als Privatpersonen genau das auszuleben, was sie in ihrer Eigenschaft als Klimaschützer verbieten wollen, kann man nur noch Realsatire… Mehr

Last edited 1 Jahr her by Ede Kowalski
Stephan M.
1 Jahr her

Ich versuche es noch einmal. Mein „Ein-Wort-Kommentar“ scheint irjenzwie verloren jejangen ze sin.
Vielleicht erinnert sich mit mir der eine oder andere reifere Leser hier an die Zeiten, in denen Funk und Fernsehen noch ansatzweise seinem Bildungsauftrag nachkam, jene goldener scheinenden Tage, an denen man zuweilen noch werkgerechte Inszenierungen klassischer Bühnenstücke geboten bekam. Besonders im Gedächtnis ist mir dabei der Nestroy-Zyklus mit Helmuth Lohner geblieben.
Die ganze Posse um diese Pseudopropheten erinnert mich eher an eine „zeitgemäße Adaption“ von Molières Tartuffe.

Franjo
1 Jahr her

Das ist die Ernte der Bildungsmisere in Deutschland, da bleibt gerne auch die Logik und der gesunde Menschenverstand auf der Strecke! Linksversiffte Öko-Pseudolehrer tun ihr übriges dazu!

Emmanuel Precht
1 Jahr her

Ich postuliere entsprechend: Sie haben den Flug als Privatleute gebucht, nicht als Klimaleugner.
Wohlan…

powerage
1 Jahr her

Prominente Klimaaktivisten sind die gleichen Heuchler, Schauspieler Di Caprio lässt sich auch gerne mit dem Fahrrad ablichten,schwingt große Reden zum Klimawandel, urlaubt dann aber auf einer Luxusjacht mit entsprechendem Verbrauch wie bei der WM 2014. Wie selbstverständlich gehen solche Herrschaften wie Schwab und Co davon aus, daß das, was sie vom gemeinen Pöbel verlangen, für sie selber selbstverständlich nicht gilt. Die Umstände, unter denen die Klimakleber jetzt aufgeflogen sind und die Erklärung dazu, sagt viel über ihren geistigen Horizont. Man könnte fast meinen, dass die zwei Helden zuviel am Kleber geschnüffelt haben und so ihre noch verbliebenen Hirnzellen schwer geschädigt… Mehr

Weisheitszahn
1 Jahr her

Wurde doch sicher ganz stolz mit CO2-Ablassbriefchen ähhhh Kompensationszertifikaten abgelöst, das entstandene CO2. Und mit dem Geld dieser CO2-Ablösen werden dann NGOs unterstützt, die davon – oh Wunder – Klimaterroristen-Klebern ihre Quasi-Beamtenbezüge bezahlen. Die leisten ja wichtige Bildungsarbeit, wie wir bei Hart aber fair gelernt haben. Läuft doch prima, das System.
Gut, dass es noch Journalisten gibt, die sowas aufdecken.

Last edited 1 Jahr her by Weisheitszahn
Martin Muehl
1 Jahr her

Soros und Co
Diese Straßenkleber haben Arbeitsverträge bei aus den USA finanzierten NGO(s.)
Wer arbeitet, hat ein Recht auf Urlaub.
Der Orban hatte schon Recht, als er die Umtriebe des Soros in Ungarn störte (mit Erfolg).

lauterbachleugner
1 Jahr her

‚Sie haben den Flug als Privatleute gebucht‘. Klingt so als wenn ein Unternehmen sagt, dass es keinen Einfluss auf das Verhalten der Mitarbeiter in deren Freizeit hat. Ich war so naiv zu glauben, dass es sich um fanatisierte Überzeugungstäter handelt. Vielleicht werden sie ja bezahlt und die letzte Generation ist dann nichts anderes als organisiertes Verbrechen.Dass sie nicht aus Überzeugung dabei sind haben sie ja selbst bewiesen, wenn sie über Bangkok nach Denpasar fliegen und gleichzeitig Leuten auf dem Weg zur Arbeit den Weg versperren.

Weisheitszahn
1 Jahr her
Antworten an  lauterbachleugner

Ja, wie können Sie es auch wagen, sich der Dekadenz von so etwas Absurdem wie Arbeit hinzugeben?! Wo man, ähhh Entschuldigung, frau, es, irgendwas, doch weiß, wieviel CO2 damit produziert wird – allein schon beim Hin- und Zurückfahren. Solche Klimasünden gehören selbstredend direkt bestraft. Denn schließlich kommt das Geld doch von Papis unerschöpflicher Platincard, mit dem man die Schuhe aus veganem Lederersatz bezahlt, die man sich 3x die Woche liefern lässt. Wofür brauchen Sie da Arbeit oder gar ein Auto?! Suchen Sie sich gefälligst etwas klimaneutraleres für Ihre schnöde Selbstverwirklichung. Und zum Starbucks nebenan kommt man bei schönem Sonnenschein doch… Mehr