Benziner versus Stromer – eine falsche Fährte

Wer sich die grünrote Verkehrspolitik zwischen Flensburg und Konstanz anschaut, dem müsste längst auffallen: Es geht darum, das Kraftfahrzeug als individuelles Mobilitätsinstrument grundsätzlich zu ersetzen.

imago Images/ZUMA Wire
Mehr Platz für Radfahrer in Brüssel - Busse und Bahnen, Autos und LKW Tempo 20 in der Stadt.

Es ist eigentlich nicht meine Art, ungefragt auf die Texte von Kollegen zu reagieren. Doch der in seinen Fakten grundsätzlich zutreffende Text von Helmut Becker zur Kostenberechnung beim Bestreben, die Verbrenner-Mobilität durch E-Mobilität zu ersetzen, ließ in mir dennoch das dringende Bedürfnis aufkommen, dazu einige Zeilen niederzuschreiben.

Zuerst: Völlig zutreffend wird in Beckers Text dargelegt, dass Strom-Mobilität nichts anderes ist als Verbrenner-Mobilität durch die Hintertür. Denn auch wenn Strom aus der Streckdose der Ladestation kommt, so muss er doch irgendwo hergestellt werden. Dazu wurden bislang traditionell die sogenannten fossilen Brennstoffe genutzt, die nichts anderes als Energiespeicher sind, die vor Jahrmillionen erdgeschichtlich angelegt wurden. Eigentlicher Energiespeicher dieser Stoffe ist das chemische Element Kohlenstoff als Reinform oder in zahlreichen chemischen Verbindungen, beispielsweise mit Schwefel, was wiederum zur Folge hat, dass bei der Umwandlung der Energie schwefelhaltige Verbindungen freigesetzt werden können.

Es geht ums CO2

Die Energieumwandlung erfolgt über chemische Prozesse, die auf natürlichem Wege einen Kreislauf bilden. Ein Teil der Energieumwandlung wird Photosynthese genannt. Er zeichnet sich dadurch aus, dass pflanzliche Organismen unter Zuhilfenahme von Sonnenenergie und Wasser den CO2-Anteil der Luft trennen, dabei molekularen Sauerstoff als O2 freisetzen sowie Kohlenstoffverbindungen produzieren, die sie beispielweise als Holz speichert. Wird dieses Holz ohne natürliche Zerfallsprozesse unter starkem Druck über Millionen von Jahren gelagert, entsteht Kohle. Vergleichbar läuft es bei tierisch-organischen Kohlenstoffverbindungen ab, die unter ähnlichen Voraussetzungen zu Erdöl und Erdgas werden können.

Erfolgt über Oxidation – herkömmlich Verbrennung – die Rückumwandlung dieser C-Energiespeicher zu CO2, werden jene Energien freigesetzt, die der Mensch sich zum körperlichen Überleben und in seiner Fortschrittsgeschichte nutzbar gemacht hat.

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Um diesen Prozess im Gleichgewicht zu halten, ist folglich bei einem Mehr an Kohlenstoff-Oxidation ein Mehr an pflanzlichen Kohlendioxid-Crackern notwendig, weshalb beispielsweise die menschliche Eigenschaft der Brandrodung als ebenso kontraproduktiv anzusehen ist wie ein durch menschliche Dummheit verursachter Waldbrand. Dabei stellte letztlich im Kreislauf der Natur vor allem ein auf natürlichem Wege entstandener Waldbrand kein Problem dar. Das dabei freigesetzte CO2 würde lediglich die nächste Pflanzengeneration beflügeln, schneller und intensiver zu wachsen, um das CO2 der Atmosphäre zu binden. Wichtig ist dabei, dass neben CO2 und wachstumsfreundlichen Temperaturen genug Wasser vorhanden ist. Weshalb gegenwärtig in Südeuropa und in der Mark Wüsten entstehen, während anderorts höhere Regenmengen zu erhöhtem Wachstum führen müssten.

Statt also darüber nachzudenken, wie der ohne Zweifel durch Zutun der Menschheit zusätzlich erhöhte CO2-Anteil in der Atmosphäre durch „Energieeinsparung“ verringert werden kann, wäre es deutlich effektiver, die großen CO2-Speicherflächen der Urwälder und des Meeres entsprechend zu vergrößern, vielleicht auch dort welche anzulegen, wo das sich ändernde Klima dieses nun zulässt. Dummerweise allerdings steht sich dabei der Mensch durch seine Vermehrungsfreude selbst auf den Füßen, indem er ständig sogar vorhandene CO2-Speicherflächen in vom Menschen besiedelte CO2-Produktionsflächen umwandelt. Weshalb hier kurz ein Blick auf Homo sapiens als unschuldiger CO2-Macher geworfen werden soll.

CO2-Emission durch Atmung

Ein erheblicher Anteil der Lebewesen dieser Erde benötigt zur Funktionsfähigkeit jenen Sauerstoff, der über die Photosynthese freigesetzt wird. Ein Mensch, der atmet, nimmt dabei neben anderem wie Stickstoff auch 21 Prozent Sauerstoff und 0,04 Prozent Kohlendioxid auf. Nach dem Energieumwandlungsprozess über die Lunge haben sich die Anteile dieser beiden Bestandteile deutlich verändert: Die ausgeatmete Luft enthält nur noch 17 Prozent Sauerstoff, dafür aber 4 Prozent Kohlendioxid. Der Anteil dieses Gases, mit dem der menschliche Körper nichts anfangen kann, hat sich folglich verhundertfacht, der Mensch also mit jedem Atemzug Sauerstoff in CO2 umgewandelt.

Ein normal gesunder Mensch atmet mit jedem Atemzug durchschnittlich 500 Milliliter Luft ein. Da er das ungefähr 20.000-mal am Tag tut, kommt er auf einen Durchlauf von 10.000 Liter Atemluft in 24 Stunden. Auf das Jahr gerechnet landen wir bei 3,6 Millionen Liter Luft, die jeder Mensch verarbeitet. Er verbraucht somit jährlich 144.000 Liter Sauerstoff und produziert dabei 142,560 Liter Kohlendioxid. Aufgrund des spezifischen Gewichts von Kohlendioxid (1,96) entsprechen diese 142.560 Liter recht exakt 279.417,6 Gramm CO2 oder gerundet 280 Kilogramm.

Zum Vergleich: Für einen herkömmlichen Verbrennermotor werden pro gefahrenem Kilometer durchschnittlich 45 Gramm CO2 bei der Benzinherstellung und 120 Gramm CO2 bei der Energieumwandlung im Motor angesetzt. Damit kommen wir zusammen auf 165 Gramm pro Kilometer, womit wiederum die CO2-Jahresproduktion eines einzelnen Menschen über Atmung jener Menge entspricht, die ein Verbrennerfahrzeug bei 1.700 gefahrenen Kilometern erzeugt.

Die atmende Menschheit produziert mehr CO2 als Russland

Bemerkenswert ist zudem die CO2-Jahresproduktion der atmenden Menschheit, die mit demnächst acht Milliarden Menschen dann bei 2,24 (europäische) Billion Kilogramm oder 2,24 (europäische) Milliarden Tonnen liegt. In der Rangfolge der größten „Umweltverschmutzer“ sortiert sich damit die Menschheit ein zwischen Indien mit 2,62 Milliarden Tonnen und Russland mit 1,75 Milliarden Tonnen CO2-Produktion jährlich auf Platz 4. Zum Vergleich: An der Spitze liegt die Volksrepublik China mit knapp 13,3 Milliarden Tonnen CO2; die Bundesrepublik belegt mit knapp 0,75 Milliarden Tonnen CO2 Platz 6 bzw. 7, jeweils bemessen ohne die Atemluftanteile.

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Interessant auch der Blick auf die Bundesrepublik. Hier wurden 2021 über industrielle und sonstige menschgemachte Prozesse rund 740 Millionen Tonnen CO2 produziert. Hinzu kommen bei 82 Millionen Einwohnern weitere 23 Millionen Tonnen CO2, sodass die Gesamtproduktion bei rund 760 Millionen Tonnen liegt. Davon entfallen 146 Millionen Tonnen auf den Verkehr – also auf alles, was an Mobilität durch Bahn, Schiff, Flugzeug und Auto erzeugt wird. Ein erhöhter Atmungsanteil beispielsweise durch wachsende Fahrradmobilität ist hierbei nicht berücksichtigt.

Laut EU-Berechnungen entfallen auf den privaten Kraftfahrzeugverkehr rund 61 Prozent der Gesamtbelastung durch den Verkehr insgesamt. Das entspricht bei jenen 146 Millionen Tonnen einer Jahresmenge von 89 Millionen Tonnen CO2. Mit anderen Worten: Der Kfz-Verkehr produziert ungefähr das 3,8-Fache dessen, was die Einwohner durch Atmung produzieren.

Becker schaut nur auf den Endpreis

Womit wir nun wieder bei Becker sind. Der Kraftverkehrsexperte rechnet aus, dass bei steigenden Strompreisen die Kosten des E-Verbrauchs für den Konsumenten sich an jene für den Verbrenner annähern. Das ist naheliegend, denn Strom kommt zwar aus der Steckdose – doch wie er dort hineinkommt, wird zumeist nicht gefragt. Wie viel CO2 dabei produziert wird, auch nicht. Eine schnell über Google abgefragte Zahl nennt 474 Gramm CO2 je produzierter Kilowattstunde (kWh) Strom. Strom-report.de geht von 401 Gramm aus. Statista gibt für 2021 aktuell 420 Gramm an. Sind wir dennoch großzügig und nehmen wir nach dem Einbruch auf 375 Gramm im Lockdown-Jahr 2020 für die Berechnungen einen Wert von durchschnittlich 400 Gramm CO2 je erzeugter Kilowattstunde.

Becker zitiert nach BILD einen Durchschnittswert von 20 Kilowattstunden (kWh), die ein handelsübliches E-Auto pro 100 Kilometer verbraucht – Tesla liegt da etwas günstiger, VW ID.4 und Opel Mokka etwas höher. Einfache Rechnung: Fährt ein E-Auto 100 Kilometer, dann wurden dafür rund 8.000 Gramm CO2 in die Atmosphäre entlassen (wobei die hohen Emissionen bei der Batterieproduktion unberücksichtigt bleiben, was, da die Benzinproduktion beim Verbrenner berücksichtigt wird, eine weitere Verschiebung der Bilanz zugunsten des E-Autos verursacht).

E-Mobilität macht für Wenig-Fahrer keinen Sinn

Erinnern wir uns noch? Beim Vergleich Mensch–Verbrenner wurden für den Verbrauch eines Benzinmotors 165 Gramm CO2 pro Kilometer ausgewiesen. Das macht auf 100 Kilometer 16.500 Gramm – und damit ungefähr das Doppelte des vergleichbaren E-Autos. Das spricht auf den ersten Blick für das E-Auto – hat aber seine Tücken.

Zum einen macht es deutlich, dass der erhebliche Preisunterschied beim Ankauf vor allem im Stadtauto-Segment der Kleinwagen vom Kauf abraten lässt. Wer im Jahr vielleicht 5.000 Kilometer auf kurzen Strecken fährt, der belastet sein Umweltgewissen als E-Fahrer mit 0,4 Tonnen CO2. Als Verbrenner kommt er auf 0,825 Tonnen CO2. Der sogenannte „Fußabdruck“, der dem Durchschnittsbürger ein permanent schlechtes Gewissen einreden soll, unterscheidet sich daher bei diesen Zahlen um 0,375 Tonnen CO2 – wir erinnern uns: Der vergleichbare CO2-Anteil aus Atemluft lag bei 0,28 Tonnen. Wenn dann noch der Stromtankpreis deutlich angehoben wird, ist der Kauf eines E-Kleinwagen für den Konsumenten ein Zuschussgeschäft.

E-Mobilität ist nichts für Viel- und Langstreckenfahrer

Und bei langen Strecken? Da steigert sich der CO2-Ausstoß bei beiden Antriebsmöglichkeiten deutlich. Vor allem aber ist derzeit beim E-Auto noch nach spätestens 400 Kilometern Schicht im Schacht, weshalb mich ein Salzburger Mietwagenunternehmer, der jüngst von einer südwestdeutschen Nobelmarke eine hochwertige E-Limousine zur Probe bekommen hatte, wissen ließ, dass der Umstieg für ihn nicht im Traum infrage käme. Gerade die von ihm beanspruchten, langen und schnellen Fahrten könne kein noch so hochwertiges E-Auto gewährleisten – was wiederum in relativ kurzer Frist bedeuten kann, dass dort manch ein Stern im Fahrzeugpark untergehen wird.

Nehmen wir zudem an, dass der CO2-Ausstoß des Verbrenners durch künftige Ingenieursleistung außerhalb Deutschlands weiter verringert werden wird, so wird der Feldzug gegen das herkömmliche Auto abschließend zur Farce. Oder besser: zum ideologisch begründeten Kampf gegen Don Quichottes Windmühlen.

Es geht nicht um den Ersatz durchs E-Auto

Womit wir nun bei Beckers grundlegendem Denkfehler sind. Sein Text liest sich für mich so, als ob er davon ausgeht, dass über die höchstamtliche Politik mit Irrsinnsprämien für wenig CO2-Einsparung die gegenwärtige Verbrenner-Kfz-Nutzung lediglich durch E-Mobilität ersetzt werden soll. Stimmt mein Eindruck, dann hat Becker einen entscheidenden Punkt überhaupt noch nicht erkannt.

Tatsächlich geht es den Klimaideologen überhaupt nicht darum, das herkömmliche Kfz durch eines mit Riesenbatterie als Unterbau zu ersetzen. Vor allem auch, weil zumindest den schlauen Klimagläubigen bewusst ist, dass die Produktion von E-Autobatterien alles andere als umweltfreundlich ist. Diese Nummer mit dem „Umstieg“ ist nichts anderes als ein Riesen-Fake. Denn wer sich die grünrote Verkehrspolitik zwischen Flensburg und Konstanz anschaut, dem müsste längst aufgefallen sein: Es geht darum, das Kraftfahrzeug als individuelles Mobilitätsinstrument grundsätzlich zu ersetzen.

Wie der autofahrende Frosch behutsam umerzogen wird

Die zahllosen Beispiele finden sich im Kleinen.

  • Wenn beispielsweise eine Wohnstraße zur „Fahrradstraße“ umgewandelt wird und dabei zum Entsetzen der nachweisbar rot oder grün wählenden Anwohner plötzlich alle Stellplätze am Straßenrand und zwischen den Straßenbäumen wegfallen.
  • Wenn an einer mit hundertjähriger Wohnbebauung versehenen Durchgangstraße bei „Sanierungsarbeiten“ die bisherigen Parkplätze zwischen den Bäumen durch ein ungenutztes Überangebot an Fahrradbügeln ersatzlos verschwinden.
  • Wenn ein städtisches Wohnungsbauunternehmen die ursprünglich 100 privat von Mietern genutzten Stellplätze einer Wohnanlage mit 400 Wohneinheiten durch einen weiteren Wohnblock mit 100 Wohneinheiten ersetzt wird, ohne dass eine Tiefgarage oder sonst irgendwelche Ersatzangebote geschaffen werden.
  • Wenn ein städtischer, als öffentliches Straßenland ausgewiesener Parkplatz mit 80 Stellplätzen ohne Bebauungsplanänderung im Handstreich mit einem 80-Wohneinheiten-Haus bebaut wird und dabei nur noch 2 Pkw-Stellplätze vorgesehen sind.
  • Wenn eine bisher von den Verkehrsteilnehmern gemeinsam genutzte Straße im Gewerbegebiet über Nacht zur Fahrrad-Vorrangstraße wird, damit irgendwelche durchgeknallten Fahrradmobilisten dort mit 40 km/h langbrettern können – was dann erfahrungsgemäß höchstens ein- bis zweimal am Tag geschieht, weil die Fahrradtrasse ansonsten außerhalb der üblichen Nutzerverbindungen liegt.
Das Ziel lautet: „Freiwillig“ keine Autos mehr

Was tatsächlich gewollt ist, ist der scheinbar freiwillige Verzicht auf motorisierte Individualmobilität an sich. Die Normalbürger sollen den Spaß am Auto verlieren – sei es, weil sie keinen Stellplatz im öffentlichen Straßenland und schon gar keinen in einer Parkgarage finden; sei es, weil ihnen die Straßen genommen werden; sei es, weil ihnen über unsinnige oder irreleitende Emissionsberechnungen ein schlechtes Gewissen eingeredet werden soll (Musterbeispiele liefert das Bundesumweltamt, das in entscheidenden Fragen mit Prozentangaben jongliert, aber auf die Angabe der Realzahlen bewusst verzichtet).

Vor allem diese E-Mobilitätsnummer ist nichts anderes als eine riesige, rotgrüne Nebelkerze. Der Staat verballert Unmengen an Umstiegsprämien – aber nicht, um damit den Einstieg in ein neues Zeitalter des Kraftfahrzeug-Individualverkehrs zu ermöglichen, sondern um den Bürgerfrosch langsam daran zu gewöhnen, dass das herkömmliche Verbrennerfahrzeug klimatechnisches Teufelswerk ist. Der Erfolg dieses Umerziehungsprozesses zeigt sich beispielsweise dann, wenn ein vernebeltes EU-Parlament so nebenbei den Ausstieg aus der Verbrennertechnologie bis 2035 beschließt. Dabei hätten sie auch ehrlich sein können und gleich das Ende des motorisierten Individualverkehrs für jegliche private Nutzung festschreiben können, denn nichts anderes ist das klimaideologische Endziel.

Sendung 9. Juni 2022
Tichys Ausblick Talk: „Auto weg, alle in den Zug?“
Denn nicht nur, dass niemals genug Batterien werden produziert werden können, um die derzeitige Kfz-Deckung zu ersetzen – bis dahin soll der Bürger auch dahingehend erzogen werden, auf ein Individualauto grundsätzlich zu verzichten. Wäre es anders, bräuchte es die ideologisch begründete Vernichtung von Kfz-Straßenraum nicht – schließlich müssen auch Teslas und E-Benze irgendwo fahren und geparkt werden können. Es sei denn, wir gehen davon aus – was dem angestrebten Szenario am Ehesten entspricht – dass das halbwegs leistungsfähige E-Auto ohnehin in der privilegierten Parkgarage abgestellt und von den Bessergestellten nur noch zum privaten oder geschäftlichen Posing herausgeholt wird. Der einfache Normalbürger freut sich derweil über sein teures und hochwertiges E-Bike, welches angesichts der nur noch geringen E-Neuwagenverkäufe mittlerweile aus den Werkshallen mit Stern und Niere vom Band läuft.

Der Verbrenner wird nur in der EU sterben

Das klassische Auto – nun eher mit den Mazda-Flügeln oder dem geschwungenen Hyundai-H – wird mit Benzin – und zwar dem klassischen, nicht dem umweltfeindlichen, weil energieaufwendigem „grünen“ – immer weniger CO2 ausstoßen und den Menschen in Amerika, Afrika, Asien und Australien zur individuellen Mobilität verhelfen. Das frühere Flaggschiff der deutschen Industrie wird derweil entweder daran zugrunde gegangen sein, dass das E-Mobil für Privatkäufer zum Auslaufmodell geworden ist – oder sie haben ihre Firmensitze in Länder verlegt, in denen industriepolitische Grundsatzentscheidungen nicht durch klimareligiöse Ablenkungsmanöver bestimmt werden.

Das alles sollte der Kollege Becker bedenken, wenn er das nächste Mal seine umfangreiche Fachkenntnis zum Verkehrsmarkt einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert. Es geht bei E-Mobilität und all dem anderen Schmonz von 9-Euro-Ticket bis „Tankrabatt“ nicht um Umstieg, sondern um Ausstieg.
Ist Otto N. erst einmal dem teuflischen Verbrennerauto abhold und stellt er dann irgendwann fest, dass auch das E-Auto weder Parkplatz noch Straße noch günstigen Strom findet, dann soll Schluss sein mit all den privaten Automobilen, die heute noch die Seelen der Klimagläubigen belasten.

Insofern spielt es dann auch keine wirkliche Rolle, ob das E-Auto im Verbrauch für den privaten Nutzer heute noch etwas günstiger ist als der Benziner. Säulengebühren und ökobedingt steigende Strompreise, vielleicht auch zwecks Ersatzes der überaus lukrativen, vom Statistischen Bundesamt neuerdings als „Umweltsteuer“ ausgewiesenen „Energiesteuer“, die früher einmal in damals noch üblicher Ehrlichkeit des Staates als „Mineralölsteuer“ erhoben wurde, werden es richten. Das E-Auto wird nicht mehr nur in der Anschaffung deutlich teurer sein als der Benziner – auch im Verbrauch wird es schnell aufholen.

Lindners Tankrabatt-Nebelkerze und das Tempolimit

Ein "Kuhhandel" gegen die Energiekrise
Das Tempolimit: Grüne Ideologie mit null Nutzen
Weshalb wir nun zum Abschluss noch einen kurzen Blick auf den politischen Eigenschulterklopfer „Tankrabatt“ werfen wollen. Mit „Rabatt“ hat das nicht das Geringste zu tun – auch dieser schöngeredete „Rabatt“ ist nichts anderes als ein Placebo. Denn der größte Nutznießer an den hohen Benzinpreisen sind nicht die Mineralölkonzerne, die in klassisch sozialdemokratisch-marxistischem Neidnarrativ dafür an den Pranger gestellt werden, sondern der im Luxus hochzeitende FDP-Bundesfinanzminister Christian Lindner. Griffe „Vater Staat“ nicht beim Benzin so kräftig in die Bürgertasche, läge der Literpreis sogar nach Auslaufen des Tankrabatts deutlich unter einem Euro. Denn, wie beispielsweise der ADAC ausweist, gehen ohnehin 48 Prozent des Tankpreises über Steuern an den Staat.

Hat sich also was mit großzügigem „Rabatt“ – ist nichts anderes als ein kurzfristiger Steuereinnahmeverzicht des Finanzministers zur Haupturlaubszeit, damit die vielen reisenden Bürger nicht vor lauter Ärger über die hohen Benzinpreise auf die Idee kommen, als Rechtsradikale im Sinne des Bundesinnenministeriums die Koalitionäre und damit im Sinne des Staatsschutzes den Staat als Parteieneigentum zu delegitimieren.

Weshalb, das nur am Rande, auch der von Jens Spahn großzügig angebotene Tausch von „zeitlich befristetem Tempolimit“ gegen KKW-Laufzeitverlängerung nicht anders denn als Volksverdummung bezeichnet werden kann. Einmal abgesehen davon, dass die CO2-Einsparung dadurch angesichts der vorangestellten Zahlen marginal wäre (denn wer kann derzeit schon noch auf den Autobahnen Vollgas geben?) – glaubt irgendjemand allen Ernstes, dass eine vorgebliche Tempolimit-Befristung irgendwann einmal wieder aufgehoben würde, weil die Anti-KKW-Lobby dann doch die leistungsfähigen, umweltfreundlichen Stromerzeuger abstellt?

Mit Sicherheit nicht, denn das ist die Salamitaktik der selbsternannten Progressiven: Jedes Scheibchen, das sie der Vernunft abgerungen haben, wird umgehend zum Allgemeingut erklärt – wie der Atomausstieg bei weit über 60 Prozent, die den Weiterbetrieb der KKW fordern – und eine Kritik daran zum rechtsextremistischen und staatsfeindlichen Gedankengut propagandiert. Insofern ist es wichtig, stets nach den eigentlichen Hintergründen rotgrüner und nun auch gelbschwarzer Politikforderungen zu fragen – und sich nicht von den ständig in allen Regenbogenfarben geworfenen Nebelkerzen der Wohlstandsvernichter die klare Sicht nehmen zu lassen.

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Kommentare ( 106 )

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Peter Pascht
15 Tage her

Richtig !!! Der sich in der Luft befindliche Anteil des CO2 beträgt 0,038%. Davon sind 96% natürlichen Ursprungs wie Vulkanausbrüche und nur lediglich 4% von 0,038% sind menschlichen Ursprungs. Das wären dann 4% von 0,038% gleich 0,00152% menschlicher Anteil am CO2 weltweit. Deutschlands Anteil an diesem Co2 wären dann 2% von 0,00152% gleich 0,0000304%. Genau diese 0,00152% menschlicher Anteil am CO2 weltweit, sind die Ursache für den Klimawandel, behaupten allen Ernstes Menschen die sich Professoren schimpfen. Mit folgendem Lügentrik !!! Sehr wohl wissenschaftlich bekannt schon seit dem 19, Jhd. wenn die 0,038% auf 1% steigen würden, hätte das einen einenwesentlichen… Mehr

November Man
15 Tage her

Der sich in der Luft befindliche Anteil des CO2 beträgt 0,038%. Davon sind 96% natürlichen Ursprungs wie Vulkanausbrüche und nur lediglich 4% menschlichen Ursprungs. Das wären dann 4% von 0,038% gleich 0,00152% menschlicher Anteil am CO2 weltweit. Deutschlands Anteil an diesem Co2 wären dann 2% von 0,00152% gleich 0,0000304%. Und mit diesem absolut unwesentlichen Anteil von 0,0000304% wollen Deutschlands LinksRotGrüne das Klima beeinflussen und die ganze Welt retten? Das ist doch größenwahnsinniger Schwachsinn sondergleichen. Das Klima ist ein chaotisches System, niemand wird jemals das Klima beeinflussen können, schon gar nicht die Grünen. CO2 hat nichts, aber auch rein gar nichts,… Mehr

Peter Pascht
15 Tage her
Antworten an  November Man

Ihr Kommentar ist wissenschftlich 100% richtig !!!
größenwahnsinniger Schwachsinn sondergleichen.
Das Klima ist ein chaotisches System, niemand wird jemals das Klima beeinflussen können, schon gar nicht die Grünen.
CO2 hat nichts, aber auch rein gar nichts, mit dem Klima zu tun, aber es lässt sich eine Menge Geld damit verdienen.“
In einem chaotischen (stochastischen) System kann man keine deterministische Rechungen machen !!!
Niemand, nicht mal der Herrgott, kann wissen wie hoch die globale Temperatur in 100 Jahren sein wird.
Sie wird ein Zufallsergebnis sein.
Wissenschaftliche Binsenweisheit !!!

Turnvater
15 Tage her

Statt also darüber nachzudenken, wie der ohne Zweifel durch Zutun der Menschheit zusätzlich erhöhte CO2-Anteil in der Atmosphäre durch „Energieeinsparung“ verringert werden kann,…“

Einen solchen Unfug auch auf TE lesen zu müssen, versetzt mir einen weiteren Schlag in die Magengrube.

ES GIBT KEINE NENNENSWERTE ERHÖHUNG DES CO2_ANTEILS !!!!!

Fritz Goergen
15 Tage her
Antworten an  Turnvater

Von nenneswert steht nix bei Spahn ….

Turnvater
15 Tage her
Antworten an  Fritz Goergen

Das habe ich auch nicht behauptet. Jedoch läßt die Formulierung „Ohne Zweifel durch Zutun usw. …“ darauf zurückschließen, daß es um einen nennenswerten Anteil gehen soll. Sonst käme diese unsinnige Formulierung ja auch nicht.

Fritz Goergen
15 Tage her
Antworten an  Turnvater

Nicht behauptet? Aber doch geschrieben … und worum es bei dem Beitrag fern davon geht, interessiert Sie nicht?

Turnvater
15 Tage her
Antworten an  Fritz Goergen

Doch. Nur ist so eine dem Zeitgeist geschuldete und außerdem sachlich falsche Floskel genau der Grund, weswegen dieses Land nach jahrzehntelangem Beschuß intellektuell und gesellschaftlich sturmreif ist. Mit diesen kleinen Zugeständnissen fing es vor Jahrzehnten auch an, in der Art von „sie reden ja grundsätzlich dummes Zeug, aber ein Fünkchen ist ja dran“. dann ging es Schritt für Schritt. Mit solchen Anbiederungen und Relativerungen an und gegenüber dem Zeitungeist wird es nicht besser. Und deswegen regt mich so etwas auf, da diese Aussage nicht nur einfach falsch ist, sondern somit auch den Rest des Artikels konterkariert und torpediert, sowie die… Mehr

Ede Kowalski
15 Tage her

Europa hat sich mit CO2-Hysterie und Verbrenner-Verbot selbst ins Aus geschossen. Hier wird es für Auto-Industrie und Zulieferer keine Zukunft geben. Also ab nach China und Asien. Das Wissen wird jetzt hier abgegriffen und nach Asien transferiert. Im Endeffekt hat der „Investor“ Patente billig erworben. Einfach clever.

Britsch
15 Tage her
Antworten an  Ede Kowalski

Algaier z.B. wurde nach meiner Kenntnis kürzlich an die Chinesen verkauft / von den Chinesen übernommen

Norbert Gerth
15 Tage her

gut gemacht Herr Spahn, wegen solcher Artikel habe ich TE abonniert.

elly
15 Tage her

Die ehemalige Grünen-Vorsitzende und heutige Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energie, Simone Peter, twitterte zu Herbert Diess Abgang bei VW:
„Er mag Fehler gemacht haben, aber VW braucht Visionäre wie Herbert Diess«, Man hätte sich verständigen müssen. Nur mit E-Mobilität haben Autobauer eine Chance. Porsche und E-Fuels sind auf dem Holzweg. Die braucht man für Flugzeuge, aber doch nicht für Autos.“
Grüne und Grüninnen sind pure Lobbyisten.

Peter Pascht
16 Tage her

Die meisten Autos in den Großstädten werden über Nacht auf öffentlichen Parkplätzen oder am Straßenrand geparkt. Auch auf den Dörfern hat nicht jeder eine Garage oder Parkplatz neben dem Haus/Stromanschluss. Da gibt es keine Lademöglichkeit !!! Auch viele private Parkplätze in eigener Garage, verfügen über keinen Stromanschluss, schon gar nicht über einen entsprechend notwendigen zum Aufladen eines E-Auto. Zumal die öffentlichen Zuleitungen, bei den meisten Wohneinheiten, für diesen Zweck zu klein dimensioniert sind. Das heißt für den Bürger, private Investitionen von 20-50 Tausend Euro in seine private Infrastruktur zum Laden des E-Autos. Das heißt für die öffentliche Hand, Investitionen von… Mehr

Britsch
15 Tage her
Antworten an  Peter Pascht

Je mehr Solar – und Windenergie ausgebaut wird in der jetztigen Form, propagierten Form
um so mehr werden unerwünschte Änderungen des Klimas / der Klimawandel
gefördert.
Wer dies als Blödsinn wertet, meint das würde nicht stimmen, sollte sich mehr mit realer Natur und den nicht einfachen Zusammenhänge auseinander setzen und bei tatsächlichen Kennern Experten informieren

Nun ja
16 Tage her

Das ist der Plan der Grünlinge. Nur wird auch dieser Plan scheitern wie der des schnellen Ausstiegs aus Kohle und Kernkraft. Die Physik ist noch mächtiger als die Ökonomie. Oder genauer die Physik bedingt den Ausgang ökonomischer Experimente. Der Kollaps der grünen Ideologie wird schneller erfolgen, als sie ihre Konzepte umsetzen können. Im Grunde hatte dieser Kollaps bereits begonnen, als sie die Ministersessel in Berlin besetzt haben. Dank Putin wurde dieser Kollaps dann ab März noch einmal deutlich beschleunigt. Für einen kompletten grünen Umbau fehlen uns schlicht die Ressourcen. Die Produktion der Solarzellen und in Kürze auch der Flügel der… Mehr

Sonny
16 Tage her

Der Bildungsmangel in der Bundesrepublik seit mindestens 20 Jahren zeigt sich in seiner ganzen Häßlichkeit. Und darum zählen Fakten ja auch nicht. Jemand, der zu dämlich ist, all diese Zusammenhänge zu begreifen und entsprechend zu handeln, wird an den Glauben der Menschen appellieren und nicht an deren Vernunft. Ganz egal, wie die Fakten und biologischen und chemischen Gesetzmäßigkeiten lauten. Unsere Regierungen der letzten Jahre offenbaren einfach nur, wie überaus dämlich sie sind und wie schlecht wir seit Jahren regiert werden. Weil die Welt demnächst untergeht (haha), machen wir uns lieber schon gleich vorher kaputt. Ich wünsche mir einen riesigen Kometeneinschlag.… Mehr

Kai Ruhsert
16 Tage her

Spahn hat recht: Autohersteller, die den erzwungenen Umstieg auf die Elektromobilität begrüßen, schaufeln sich ihr eigenes Grab. Dabei wird das Ziel, die individuelle Mobilität einzuschränken, seit langem schon offen propagiert und in Auftragsstudien legitimiert. So etwa in diesem Papier des Wuppertal Instituts für Greenpeace: „Im Jahr 2035 … liegt die Motorisierung im bundesweiten Durchschnitt bei 200 Pkw pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Bezogen auf die Städte entspricht dies einem Motorisierungsgrad von im Mittel 154 zugelassenen Pkw.“                       Zurzeit sind es etwa 569 Autos je 1000 Einwohner. Weiter geht’s: Es findet praktisch kein Parken mehr im öffentlichen Straßenraum statt Reduzierung von Parkplätzen… Mehr