Chinesische Mondlandung – Die dunkle Seite des Mondes

Das Raumfahrtprogramm ist ambitioniert, 24 der insgesamt 35 Satelliten für Beidou sind bereits im Orbit. Das ist die chinesische Antwort auf GPS, das russische Glonass und das europäische Galileo und macht China vom amerikanischen GPS-System unabhängig. Es funktioniert seit 2011 im asiatischen Raum und soll ab 2020 weltweit verfügbar sein.

STR/AFP/Getty Images

Sie sieht wie eine große Sandfläche aus, in der Mitte eine dicke Delle und viele kleine Löcher. Die Rückseite des Mondes, die, die wir nie zu Gesicht bekommen, weil der Mond in seiner Umdrehung um die Erde uns immer nur sein freundliches Gesicht zeigt. Die abgewandte Seite kennen wir nur von Bildern von Sonden, die um die den Mond gekreist sind.

Jetzt also die ersten Nahaufnahmen von »Chang’e 4«, der Sonde der CNSA (Chinese national Space Administration), der nationalen chinesischen Weltraumbehörde, dem Gegenstück zur NASA. Die Landung, so meldet die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua, sei am 3. Januar 2019 um 10:26 Pekinger Zeit, 2:26 Uhr (UTC), erfolgt. Der Lander setzte im Krater Von Kármán auf der südlichen Hemisphäre im Aitken-Becken auf, einem 138 Kilometer im Durchmesser messenden Einschlagskrater eines Meteoriten, der nach dem amerikanischen Astronomen Robert Grant Aitken benannt wurde.

Das ist ein sensationeller Erfolg der chinesischen Raumfahrtrundfahrt. Zum ersten mal landet eine Sonde auf der Rückseite des Mondes. Eine solche Landung ist deshalb schwierig, weil keine direkte Funkverbindung zur Erde besteht. Deshalb hat die chinesische Raumfahrtbehörde bereits im Mai dieses Jahres den Satelliten »Queqiao« (»Brücke der Elstern«) zum Mond geschickt, der als Relaisstation zur Erde dient.

Problem Überregulierung
Nimmt China die Welt im Handstreich?
Am 8. Dezember vergangenen Jahres startete »Chang’e 4« auf einer Rakete mit dem gefühligen Namen »langer Marsch 3B« vom Raumfahrtzentrum Xichang im Süden Chinas und erreichte am 12. Dezember die Mondumlaufbahn. Dann setzte sie gestern früh weich auf der sehr hügeligen Landschaft auf. Die Sonde schickte rasch spektakuläre Bilder von der Seite des Mondes, die wir noch nie so nahe gesehen haben. Die dunkle Seite ganz hell! Dunkel nicht deswegen, weil dort die Sonne nie scheinen würde, sondern weil sie der Erde ständig abgewandt ist. Der Mond zeigt uns bei seinem Umlauf um die Erde immer nur die gleiche lächelnde Seite.

Mehr als vier Jahrzehnte, nachdem Menschen auf unserem Himmelsnachbarn gelandet waren, ist jetzt nach langer »Mondpause« wieder ein Flugkörper von der Erde auf der Rückseite des Mondes gelandet.

Vor fünf Jahren landete der Vorgänger von Chang’e 4, Chang’e 3, auf dem Mond. Nach einem 17-minütigen Landeanflug setzte die Sonde sanft an der Regenbogenbucht des Mondes auf und entließ den Rover »Yutu« (»Jade-Hase«) in die staubige Mondlandschaft. Der schickte bereits viele Informationen über die Zusammensetzung des Bodens zur Erde, für Wissenschaftler deshalb besonders interessant, weil an dieser Stelle durch einen relativ jungen Meteoriteneinschlag viel Material aus dem Untergrund an die Oberfläche geworfen wurde.

»Ich freue mich außerordentlich, dass Experten des ESOC eine wesentliche Rolle bei der Unterstützung der Mondmission unserer chinesischen Kollegen spielen durften. Das ESA-Missionsteam war sehr beeindruckt, mit welcher Präzision die Kollegen den Eintritt in die Mondumlaufbahn gemeistert haben und ist stolz, zu diesem bedeutenden Schritt bei der Mondlandung beigetragen zu haben«, bewunderte damals der deutsche Astronaut Thomas Reiter, seinerzeit Leiter des ESA-Direktorats für bemannte Raumfahrt und Missionsbetrieb, die herausragende Leistung der chinesischen Wissenschaftler und Ingenieure. Ob jetzt wieder ein neues »Mondfieber« einsetzt, muss man abwarten. Es sind vorerst private amerikanische Unternehmen, die PR-trächtige Reisen zu unserem trockenen, staubigen und öden Himmelsnachbarn offerieren wollen.

Doch kein Zweifel: China ist nach Amerika und Russland der dritte große Big Player in der Weltraumfahrt und holt auf. Die bemannte Raumfahrt stärkt die Technologiefähigkeit eines Landes enorm. Während hierzulande immer mehr Millionen sinnlos unter anderem in Gender-«Forschungsprojekten« verpulvert werden, setzt China darauf, mit Hilfe der Raumfahrt die Wirtschaftskraft des Landes zu steigern.

2024 soll, so plant es China, der erste chinesische Astronaut auf dem Mond landen, danach soll es zum Mars gehen. An einer eigenen Raumstation wird ebenfalls gearbeitet. Derzeit befindet sich das Raumlabor Tiangong 2 im All, nachdem die erste Version nach Verlust der Steuerung im April vergangenen Jahres in der Atmosphäre verglühte. Daran sollen dann mehrere Module andocken. In diesem Jahr soll Tianhe-1 (»Himmlische Harmonie«) in die Umlaufbahn um die Erde geschossen werden und das Herz der neuen Raumstation bilden.

Made in China 2025
Zwischen China und Europa: Der K(r)ampf der Kulturen
Das Raumfahrtprogramm jedenfalls ist ambitioniert, 24 der insgesamt 35 Satelliten für Beidou sind bereits im Orbit. Das ist die chinesische Antwort auf GPS, das russische Glonass und das europäische Galileo und macht China vom amerikanischen GPS-System unabhängig. Es funktioniert seit 2011 im asiatischen Raum und soll ab 2020 weltweit verfügbar sein. Viele Smartphones verfügen bereits über einen Chip, der die Beidou-Signale empfangen und auswerten kann. Der große amerikanische Chip-Hersteller Qualcomm setzt ebenfalls auch auf Beidou.

Ursprünglich wollten sich die Chinesen übrigens am europäischen Satellitensystem Galileo beteiligen, zogen sich dann aber entnervt zurück und beschlossen den Aufbau eines eigenen Systems. China hat auch europäische Astronauten eingeladen. Es wird zu verstärkten Kooperationen Europas mit China kommen. Nicht umsonst lernen »unsere« Astronauten auch schon alle chinesisch.

Dass es sich um eine »richtige« Mondlandung handeln muss, zeigt sich schon in den Tiefen des Internets. Dort wird bereits geraunt, ob die Chinesen jetzt tatsächlich auf dem Mond gelandet sind? Klar, von einer so abgefeimten Hollywood-Filmindustrie, die mal eben eine Mondlandung faked, ist aus China noch nichts bekannt.

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Kommentare ( 32 )

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Es ist doch hinlänglich bekannt, dass die dunkle Seite des Mondes 1944 durch die Mondnazis besiedelt wurde. Da der 2. Weltkrieg verloren schien, migrierten die Nazis unter Führer von Adolf Hitler höchst selbst mit den Reichsflugscheiben dort hin. Wenn China jetzt – in der ihrer Not mit Trump – mit dem Führer Kontakt suchen, ist das schon eine Verschwörungstheorie wert.

Auch wir können stolz auf die chinesische Mondlandung sein, denn jetzt zahlen sich jahrelange Entwicklungshilfe in Millionen von Euro aus. Fairerweise sollten wir umgekehrt chinesische Entwicklungshilfe erwarten können.

Ich würde sagen, der Niedergang unserer „Bildungselite“ begann nicht erst mit „Pisa“ und dem Vorwurf, viel zu wenige deutsche Schüler hätten Abitur. Es wird seit der „Machtübernahme der revolutionären 1968er Gesellschaft an der bis dato bestens funktionierende Schulbildung reformiert und heraus kommen seither – Hauptschüler für die neue Ausbildungs-Berufe wie „Gebäudereiniger“ ersonnen wurden – Mittel- und Realschüler die Berufe die ehemaligen Volksschulabgänger lernten lernen – Abiturienten die erst einmal Studierfähigkeit in Seminaren beigebracht werden muss. Von unten bis ganz nach oben beklagen Ausbilder und Professoren das geringe Bildungsniveau, in einem Staat, der nichts anderes besitzt als das hohe Bildungsgut seiner… Mehr

Gratulation den chinesischen Wissenschaftlern und Technikern (und wahrscheinlich auch einige -innen), die diese Meisterleistung vollbracht haben. Ja tatsächlich, solche auch finanziell herausfordernden Errungenschaften lassen sich kaum privatwirtschaftlich aufstellen (das war auch in den USA in den 60ern nicht möglich). Und weil hier viele auf die NASA mit schimpfen: Trotz des stark geschrumpften Budgets, leistet die NASA immer noch erstaunliches, wie jetzt wieder mit der New-Horizons-Mission oder InSight deutlich gezeigt wurde.

Dein NASA ist mit Sicherheit nicht besonders effektiv.

Wenn Alan Turing gewusst hätte, dass das Weiterdenken seiner Digitalmaschine der Abschaffung der Intellektuellen dienen sollte, hätte er vielleicht zum Baumschneider umgeschult. Egal, ist nicht mehr so wichtig. Information hat sich durchgesetzt, die Menschen wollen das so, die Automaten können siegen, ohne Rück- und Vorsicht, das macht sie auch Menschen überlegen. Die Wissenschaft kennt ja überhaupt keine Grenzen. Trump hat den Chinesen die von der NASA 2010 gemachten Karten von der Mondrückseite „verkauft“, da hatte er wohl keine Wahl. Jetzt sind die Chinesen auch hinterm Mond. Die Europäer sind noch etwas taub von Pink Floyds ideologischem Album, da muss jetzt… Mehr
Natürlich weiß die chinesische Regierung, dass Ressourcen im Wert von mehreren 100 Milliarden US$ in einem Mondprogramm die derzeit DRINGENDSTEN Bedürfnissen und Präferenzen der eigenen Bevölkerung befriedigen. Die verantwortungsvollen und weitsichtig denkenden chinesischen Overlords haben dazu alle nötigen Informationen zusammen getragen und wissen nun wie knappe Ressourcen wie Land, Immobilien, Rohstoffe, verarbeitete Rohstoffe, Zwischengüter, Werkzeuge, Maschinen, Bauarbeiter, Handwerker, Verwaltungs- und Reinigungspersonal, Ingenieure, Forscher und Wissenschaftler der BESTEN Verwendung FÜR die chinesische Bevölkerung zuzuführen sind. Da kann man als Deutscher nur neidisch auf die Weisheit und das Verantwortungsbewusstsein der chinesischen Regierung blicken, welche das nationale Kapital nicht wie bei uns in… Mehr

…und das haben wir schon
vor über 50 Jahren gesagt bekommen.
da hieß es „die Gelbe Gefahr“.

vorausschauende Politiker hätten da
schon handeln können.

aber: vorausschauende Politiker
sind so etwas wie
schwangere Jungfrauen.

Also eine gab es vor 2019 Jahren.

Wo kann ich eigentlich die DVD von diesem angeblichen Filmprojekt kaufen (am besten mit „Making of“-Szenen und Director’s Cut)? Im Ernst: Meinen Sie, Wernher von Braun hätte mit seinem Team den Antrieb und die komplette Infrastruktur für die Saturn V-Rakete entwickelt, wenn diese nur Darstellerin in einem Trickfilm sein sollte? Das hätte man ja billiger und einfacher haben können. Vermutlich ist es einem begrenzten Vorstellungsvermögen vom Können der Ingenieure jener Zeit geschuldet, wenn manche eher technikferne Leute meinen, man habe die Mondlandungen seinerzeit „inszenieren“ müssen. Nur weil wir Deutschen seit den 1990er Jahren technologisch absolut gar nichts mehr auf die… Mehr

Unter anderen besteht eines der Probleme vieler alter weißer Männer darin, ausgeleierte Verschwörungstheorien und antiamerikanisch-antisemitische Balladen nicht nur nachzubeten, sondern auch inbrünstig zu glauben. Sie unterscheiden sich darum von den jungen bunten Männern in deren Genderwahn viel weniger als sie vermuten.

Also ich versteh insofern die Zweifel, weil die Amerikaner heute mit der Forschungsbürokratie, Gentergerecter Personalbesetzung und ähnlichen Störfaktoren es nicht mehr können (ist bei uns nicht besser). Damals geprägt vom Forschungstempo aus dem Krieg und mit den Erfahrungen von Werner von Braun ging es aber sehr wohl (und für eine effiziente Forschung braucht es keineswegs einen Krieg!). Und die Signale vom Mond konnten durchaus auch die UDSSR empfangen und lokalisieren und auch bzgl. Laufzeiten etc. exakt vermessen. Eine Fälschung hätte damals die UDSSR ganz sicher bemerkt und auch mit großen Triumpf diese Erkenntnis verkündet. Nebenbei, dort oben steht aus dieser… Mehr

Aha, die sechs Mondlandungen der USA haben alle nicht stattgefunden und die Untersuchungen der mitgebrachten Proben sind alle Humbug? Wer hat ihnen denn den Quatsch erzählt? Existieren Sie überhaupt? Sind Sie sicher? Vielleicht sind Sie ja auch nur ein Fake?

Das wurde vom Autor wohl eher mit einem Augenzwinkern in die Tastatur getippt.
Wenn dem nicht so sein sollte,dann wär ich erstmal sprachlos.