Künstliche Intelligenz: Nieder mit der Straßenverkehrsordnung

Die Kanzlerin möchte uns das Autofahren verbieten. Der technische Fortschritt wird dies verhindern. Das autonome Auto steht, wie viele andere Innovationen auch, der Willkür der Mächtigen entgegen.

© Joerg Koch/Getty Images

Was bezweckt Angela Merkel mit dem Satz, in zwanzig Jahren werde uns das Autofahren nur noch mit Sondererlaubnis gestattet sein? Wollte sie sich lediglich als kundige, mit aktuellen Forschungs- und Entwicklungsansätzen vertraute und zukunftsorientierte Kanzlerin präsentieren? Oder entlarvt die Begründung, der Mensch am Steuer sei das „größte Risiko“, einmal mehr ihren Argwohn gegenüber selbstbestimmt und eigenständig agierenden Bürgern? Immerhin schafft sie es, uns in nur einer Aussage gleich zwei Dinge zu vermiesen: Einerseits den Spaß am Steuern eines Fahrzeugs, indem sie die menschliche Unvollkommenheit in den Vordergrund stellt, und andererseits die Vorfreude auf die künstliche Intelligenz, in der sie nur ein Hilfsmittel für die Rückkehr zur Unmündigkeit erkennen mag. Tatsächlich aber wird das autonome Automobil ein echter Lichtblick sein, gerade auch für die, die gerne selbst fahren.

Künstliche Intelligenz ist auch nur Software

Äußerlich betrachtet belegen künstliche Intelligenzen bei Brettspielen wie Schach oder Go, bei der Bild- oder der Spracherkennung durchaus beeindruckende Fähigkeiten. Aber Intelligenz im landläufigen Sinne zeichnet sie nicht aus, sondern schlicht brutale Rechenkraft, die es gestattet, immer umfangreichere künstliche neuronale Netze für immer komplexere Aufgaben mit immer weniger Aufwand zu implementieren. Diese Algorithmen können sich in gewissen Grenzen auf Basis gesammelter Erfahrungen selbst programmieren, was auch als „maschinelles Lernen“ bezeichnet wird. Dadurch gewinnen sie eine Flexibilität in der Verarbeitung von Eingangssignalen, die es ihnen ermöglicht, optimale Resultate auch aus bislang unbekannten Informationen zu erzielen. Wenn man sie denn ausreichend trainiert.
Man kann einer KI beispielsweise beibringen, Katzen auf Fotos sicher zu erkennen. Dazu zeigt man ihr Bilder, haufenweise, auf denen entweder Katzen zu sehen sind – oder eben nicht. Zu Beginn dieses Prozesses wird sie nur raten. Aber jedes Mal, wenn sie richtig liegt, merkt sie sich das, indem sie die Art der Signalverarbeitung stärkt, die zum korrekten Ergebnis geführt hat. Am Ende ist sie traumwandlerisch sicher dazu in der Lage, Katzen nicht nur von Blumentöpfen, sondern auch von Hunden zu unterscheiden.

Bei Brettspielen funktioniert das ganz ähnlich. Eine Schach-KI lernt, indem sie gegen sich selbst spielt. Sie wird in kurzer Zeit tausende, wenn nicht Millionen an Partien generieren, in denen sie anfänglich schlicht nach dem Zufallsprinzip ihre Züge auswählt, um daraus mögliche Wege zum Sieg und sichere Wege zur Niederlage zu bestimmen. Sie eignet sich sozusagen selbst die Fähigkeit an, gute von schlechten Stellungen zu unterscheiden und Züge zu kalkulieren, die ihre Stellung verbessern.
Wenn der Lösungsraum für eine Fragestellung zwar groß, aber doch begrenzbar ist, wenn alle relevanten Informationen vorliegen und das berechnete Ergebnis anhand vorgegebener Kriterien eindeutig validiert werden kann, dann liegt eine Aufgabe vor, bei der ein künstliches neuronales Netzwerk den Menschen zu übertreffen vermag. Spiele wie Poker hingegen, in denen sich Zufall und strategische Kompetenz vermischen, gestatten es schon eher, eine KI auch mal zu besiegen. Und wo allein das Glück regiert, also beim Roulette oder beim Lotto, sind selbst noch so trickreich aufgebaute Programme ebenso aufgeschmissen wie wir.

KI ans Steuer!

Autofahren ist auch nur eine Art Schach. Es gibt sechs „Zugoptionen“, die allerdings in unterschiedlichen Ausmaßen in beliebiger Weise kombiniert werden können: beschleunigen oder bremsen, vorwärts oder rückwärts, links oder rechts. Die Aufgabe, über ein vorhandenes Wegenetz möglichst schnell und möglichst sicher zum gewählten Ziel zu gelangen, ist ebenfalls eindeutig beschreibbar. Unterwegs gilt es, Kollisionen unter allen Umständen zu vermeiden. Wobei sich die „Mitspieler“, also andere Verkehrsteilnehmer, ganz wie der Gegner bei einem Brettspiel auch an gewisse Regeln halten. Damit ist nicht die Straßenverkehrsordnung gemeint. Es sind rein physikalische Gesetzmäßigkeiten, die es dem Computer am Steuer ermöglichen, für die jeweilige Fahrsituation relevante von irrelevanten Informationen zu trennen. Es besteht allerdings keine Notwendigkeit, in das Programm einer KI die newtonsche Mechanik zu integrieren. Wie ein menschlicher Fahrer lernt sie aus Erfahrung, der eine entwickelt ein Gefühl, die andere ein Kalkül.

Die zentrale technische Hürde, die der Marktfähigkeit autonomer Autos noch im Wege steht, ist die Umfeldwahrnehmung. Eine KI muss dazu in der Lage sein, einen Fahrweg bei jedem Wetter in jedem Licht absolut sicher zu erkennen, auch wenn jedwede Fahrbahnmarkierung fehlt und auch, wenn Straße, Fußweg oder Randstreifen sehr ähnliche, ineinander übergehende Oberflächen aufweisen. Eine KI muss dazu in der Lage sein, alle mobilen und immobilen Objekte ihrer Umgebung sicher zu identifizieren. Ob das Ding am Straßenrand ein Fußgänger ist oder eine Laterne, stellt für die Bewertung einer Situation einen ebenso bedeutenden Unterschied dar, wie die Frage, ob da ein Ball auf die Straße rollt oder doch nur eine vom Winde verwehte leere Plastiktüte. Sobald Sensoren ausreichender Qualität in Kombination mit einer zügigen und exakten Datenanalyse vorliegen, steht dem autonomen Fahren nichts mehr im Wege. Außer einiger Billionen an Test- und Trainingskilometern. Die sehr schnell zurückgelegt werden können. Lernen kann eine KI das Steuern eines Automobils, indem sie menschlichen Fahrern in der Praxis zuschaut und deren Handlungen mit ihren aufgrund der wahrgenommenen Situation virtuell getroffenen Entscheidungen vergleicht. Lernen kann sie aber ebenfalls in der Simulation, die entsprechend realitätsnah sein sollte.

Die derzeit in Baden-Württemberg und Niedersachsen entstehenden Testfelder dienen auch der Generierung von Daten über möglichst viele unterschiedliche Straßenabschnitte mit möglichst vielen unterschiedlichen Verkehrssituationen, die dann in das computergenerierte Abbild der Wirklichkeit einfließen. In dem eine KI viele Millionen folgenlose Unfälle verursachen darf, um Strategien zu generieren, die ihr die Vermeidung solcher in der Realität ermöglichen.

Wer an dieser Stelle ethische Fragen konstruiert, hat weder den künstlichen Charakter „intelligenter“ Algorithmen verstanden, noch deren Lernfähigkeit. Die Situation, in der der Computer am Steuer in das Dilemma gerät, entweder den einen Unfall oder den anderen in Kauf zu nehmen, kann nicht durch einen menschlichen Programmierer im Vorfeld berücksichtigt werden. Vielmehr trainiert die KI, solche Situationen durch vorausschauendes Fahren tunlichst zu vermeiden. Jedes denkbare Unfallszenario hat zeitliche und räumliche, von den Naturgesetzen determinierte Rahmenbedingungen. Eigenes Fahrzeug, Infrastruktur und andere Verkehrsteilnehmer bilden ein Muster, ähnlich dem auf einem Schachbrett, das sich in einer gegebenen Zeitspanne nur in einem gewissen Umfang ändern kann. Eine KI ist weit besser als der Mensch dazu in der Lage, in dieser Dynamik den perfekten Weg zu finden. Zumal sie niemals müde wird, niemals unaufmerksam, niemals hektisch oder nervös, niemals hungrig oder durstig und deswegen mit vollkommener Kühle und Nüchternheit auf jede denkbare Krise nicht nur schneller, sondern auch zweckmäßiger zu reagieren vermag.

Es mag provozierend klingen und eine für viele Menschen sehr gewöhnungsbedürftige Erkenntnis darstellen. Aber ebenso, wie wir beim Schach oder Go gegen künstliche neuronale Netze keine Chance mehr haben, werden uns diese in absehbarer Zukunft beim Steuern eines Fahrzeugs überlegen sein.

Die KI – dein Freund und Helfer

Wodurch die Popularität des Autofahrens nur noch weiter ansteigt. Ganz so, wie mittlerweile unschlagbare Schachcomputer und Schachprogramme dem alten Brettspiel neues Leben eingehaucht haben. Das autonome Auto ist nicht das Ende des Individualverkehrs, sondern dessen endgültiger Durchbruch. Bus- und Bahnlinienbetreiber sollten besorgt sein, denn die Menschen werden sich darum reißen, ein mit einem von einer künstlichen Intelligenz gesteuerten Autopiloten ausgestatteten PKW zu besitzen und zu verwenden.

Man lasse die noch bestehenden rechtlichen und technischen Hürden, deren Analyse den Rahmen dieses Artikels ohnehin sprengen würde, an dieser Stelle zunächst außer Acht. Dann bleibt eine einzige, letztlich aber alles entscheidende Frage zu beantworten: Will man das Potential autonomer Fahrzeuge wirklich in vollem Umfang nutzen? Falls ja, folgen daraus zwei Notwendigkeiten. Erstens: Das Auto muss persönlicher Besitz bleiben und wie bisher auch durch einen Menschen bedient werden können. Zweitens: Die geltenden Straßenverkehrsregeln sind abzuschaffen. Vielleicht nicht alle, aber doch die weitaus meisten.

Natürlich verfügt das autonome Auto schon ab Werk über beeindruckende Fähigkeiten, um vieles von dem zu übernehmen, was einem Autofahrer gemeinhin nicht so gut gefällt. Das Herumkurven in Parkhäusern, das Einparken, der ständige Wechsel zwischen beschleunigen und bremsen im zähflüssigen Autobahnverkehr, schlicht alles, was nervt und besonders anstrengt, macht der Computer. Autonomes Fahren bedeutet vor allem, nur noch dann selbst ans Steuer gehen zu müssen, wenn man will. Was die KI natürlich ebenfalls unterstützt, mit hilfreichen Hinweisen und Warnungen während der Fahrt. Außerdem fährt man in Zukunft auch deswegen selbst, um seinen Autopiloten aus- und weiterzubilden, um ihm die eigene Fahrweise zu demonstrieren, ihm die Strecken zu zeigen, die man häufig zurücklegt, zur Arbeit, zum Einkaufen, zu Freunden und Verwandten, damit er schließlich auch diese perfekt beherrscht und sicher autonom zurücklegt. Man vergesse also alle Utopien über Sharing-Konzepte, man vergesse das Gerede über Autos, die man in Zukunft nicht mehr besitzt, sondern teilt. Das autonome Auto steht solchen Konzepten entgegen, denn eine KI ist nur dann wirklich hilfreich, wenn sie dem Nutzer gehört und auf ihn individuell abgestimmt ist.

Als direkt unterstützende Fahrassistenz kann eine KI die Zugangshürden zum eigenen Fahrzeug für Menschen reduzieren, die sich bislang aus unterschiedlichen Gründen, seien es körperliche oder geistige Behinderungen, seien es nachlassende Sinnesschärfe und Reaktionsvermögen aufgrund ihres Alters, seien es schlicht Ängste vor überfordernden Situationen bei hohem Verkehrsauskommen, ausschließlich dem Diktat der Fahrpläne öffentlicher Linienverkehre unterwerfen. Und nicht zuletzt wird das Autofahren als Computerspiel mit einer täglich besser auf die eigenen Bedarfe eingestellten KI sehr viel Freude bereiten, Tamagotchi und Co. lassen grüßen.

Unter Sicherheitsaspekten wäre es dabei fahrlässig, autonome Autos durch Regeln einzuschränken, die Menschen für Menschen erdacht haben. Denn künstliche Intelligenzen vermögen dann besonders effektive Lösungen zu finden, wenn man ihnen auf dem Weg zum Ziel möglichst wenig Vorgaben macht. Es ist sinnvoller, einer Bilderkennung nicht zu sagen, sie solle Katzen an Schnurrhaaren erkennen. Sie kommt entweder von selbst darauf – oder findet einen völlig anderen Ansatz, der ihr die Katzenidentifikation sogar dann ermöglicht, wenn gar keine Schnurrhaare im Bild zu sehen sind. Es ist klüger, einer Schach-KI keine menschgemachten Eröffnungsbibliotheken oder Endspielstrategien vorzugeben, sie wird unorthodoxe Wege zum Matt finden, auf die selbst kreative Großmeister nie gekommen wären.

Will man denn wirklich ein autonomes Fahrzeug durch eine Fahrbahnmarkierung, ein Vorfahrtszeichen, eine Geschwindigkeitsbegrenzung oder ein Halteverbot daran hindern, die zur Entschärfung einer gefährlichen Verkehrssituation beste Strategie zu finden und einzusetzen? Die KI sollte sich doch besser ausschließlich an den anderen Verkehrsteilnehmern orientieren, deren potentielle Regelverletzungen sie ohnehin einzukalkulieren hat. Das ist schon aufwendig genug und, wie jeder Autofahrer weiß, ohnehin die beste Methode, sicher voranzukommen. Für künftige Autopiloten gilt dies in besonderer Weise, wenn sie mit ihren Pendants in anderen Fahrzeugen auch noch direkt kommunizieren. Autonome Autos ermöglichen den selbstorganisierten Verkehr, der adaptiv in jeder Lage einen optimalen Zustand einzunehmen imstande ist. Das autonome Auto wird ohnehin nicht schneller fahren, als es die Situation hergibt, denn es ist darauf trainiert, Unfälle vorausschauend zu vermeiden. Die Verkehrsplaner werden sich noch wundern, welche Geschwindigkeiten künstliche Intelligenzen wann und wo für angemessen halten, und welche nicht. Die Mischung von robotergesteuerten und manuell gefahrenen Automobilen auf den Straßen stellt für diesen Ansatz kein Hindernis dar. Ganz im Gegenteil werden, wenn sich alle aneinander statt an übergeordneten Regeln ausrichten, auch die menschlichen Fahrer von der ordnenden und beruhigenden Kraft ihrer maschinellen Gegenstücke profitieren. Nein, künstliche Intelligenzen sind als Hilfsmittel verknöcherter Bürokraten, die die Einhaltung von Vorschriften am liebsten erzwingen würden, vollkommen ungeeignet. Sie werden die gegenwärtige Straßenverkehrsordnung hinwegfegen, weil sie sie durch etwas Besseres ersetzen können.

Technik emanzipiert – auch gegen Merkels Willen 

Du sollst nicht Autofahren, denn Du könntest ja verunfallen, und weil wir deswegen so besorgt sind, werden wir die Automatisierung nutzen, um es Dir zu verbieten, sagt Angela Merkel. Womit sie einmal mehr das Pech bestätigt, das sie beim Nachdenken über Innovationen begleitet. Künstliche Intelligenzen sind weit weniger intelligent als künstlich und daher viel zu doof, eine derartige Agenda zu tragen. Sie dienen ausschließlich den individuellen Interessen ihrer Nutzer, von denen sie ausgebildet und eingesetzt werden, und entziehen sich allein schon dadurch jedem übergriffigen Kontrollversuch. Außerdem kann das autonome Auto ebenso gut lehren wie lernen. Vielleicht werden Fahrschulen und Führerscheine demnächst überflüssig, weil der erste eigene Wagen den Fahranfänger selbst unterrichtet und diesem sukzessive mehr Verantwortung überträgt. Innovationen sind eben dann und nur dann erfolgreich, wenn sie neue Freiheiten und Freiräume schaffen. Als Erziehungsinstrumente, als Hilfsmittel zur Definition und Durchsetzung von Grenzen taugen sie nicht.

Unterstützung
oder

Kommentare

Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Alle anderen bringen wir ungekürzt. Hinweis

  • Werner Lischka

    Der Teil des Artikels über neuronale Netze und Lernfunktionen von Maschinen war hochinteressant – die Schlußfolgerungen allerdings sind – nja, sagen wir wenig schlüssig.
    Der menschliche Fahrer befolgt die StVO und die physikalischen Gesetze. Warum für die KI die StVO abgeschafft werden soll, ist daher nicht wirklich schlüssig, denn auch Schachroboter folgen den Regeln des Brettspiels und nicht nur strategischen Prinzipien.
    Das Thema car-sharing scheint dem Author besonders Bauchweh zu verschaffen. Wozu ich eine funktionierende KI mit meinen persönlichen Fahrfehlern Kopfzerbrechen (bzw. Chipzerbrechen) bereiten soll, ist unklar. Wenn die Mehrheit der Fahrzeuge rational KI-gesteuert fahren, wird dieses Verhalten auch in einem eigenen KI-Fahrzeug beobachtbar sein. Auch meine regelmäsigen Routen könnte eine KI wegen Verkehrlagedaten jederzeit modifizieren. Es besteht daher keine Notwendigkeit mehr dieses Fahrzeug zu besitzen. Ein autonomes Fahrzeug vor Fahrtantritt herbeizuordern ist daher kostengünstiger, vernünftig (sofern man sein Ego nicht über eine Blechschüssel definiert) und den eigenen Finanzen zuträglicher.
    Daher kann ich die Schlußfolgerungen des Authors zum car-sharing nur als Lobbying der Auotomobilindustrie bewerten.

  • Querdenker

    Ich kann nur hoffen, das dieser Artikel nicht ernst gemeint ist.eim Schach keine (vorgegebenen oder abgestimmten) Regeln gi
    Soll ein KI-Auto, dass für den deutschen Markt „sozialisiert“ wurde auch im dichten römischen Verkehr autonom fahren könne? Gilt gleiches auch für ein in Japan mit KI adaptiertes Fahrzeugt? Was ist in einer Übergangszeit, in der die autonomen Fahrzeuge (noch) nicht autonom fahren dürfen?
    Tesla soll im Moment noch Probleme haben, Radfahrer und Fußgänger zu erkennen. Aktuell soll er deutlich unter 50% Erkennungsrate haben. Nach wie viel Toten muss das autonome System eine sichere Erkennung gewährleisten? Das alles ohne Regeln?

  • Dieter Rose

    wie sicher sich Frau Merkel ist,
    zeigt sich daran, dass sie sich
    bei CDU-Veranstaltungen
    von Scharfschützen sichern lässt –
    sicher nicht wegen der Flüchtlinge…

  • Matthias Losert

    „Technik emanzipiert“ – Hr. P. Heller

    Okay: es ist leichter Zahlen in den Rechner zu tippen als eigenständig zu rechnen. Wächst dadurch die Emanzipation? M. E. nicht.
    Wächst unsere Emanzipation durch KI? Womöglich findet KI einen optimalen Schachspielablauf. Wo liegt hier die Emanzipation?

    Emanzipation: Was ist das?
    Die natürlichen Zahlen lernten wir mit den Fingern. Hinzu kam die Null. Es folgten Brüche und irrationale Zahlen. Die Quadratwuzel von Minuseins erschließt uns die komplexen Zahlen.
    Emanzipation ist hier eine Erweiterung von bestehenden Zahlenräume. Wenn KI die bestehende Wirklichkeit durch eine neue Wirklichkeit erweitert, findet m. E. Emanzipation statt.

  • Taschenrechner

    Reden wir hier von einer KI, die den menschlichen Fahrer im heutigen Straßenverkehr vollständig ersetzen kann, so dass auch für Notfälle kein Fahrer mehr im Auto sitzen muss? (Level-5 Automatisierung) (Beispiel: Auto holt die Kinder selbständig von der Schule ab)

    Das wird es auf absehbare Zeit nicht geben. Denn eine solche KI müsste eine umfassende Palette von Fähigkeiten auf dem Level menschlicher Allgemeinintelligenz haben. Beispielsweise müsste sie beliebig komplexe Unfallsituationen verstehen und meistern (LKW liegt auf der Seite, hat seine Ladung über die Straße verteilt). Sie müsste menschliche Kommunikation gut verstehen (Polzei regelt den Verkehr, Verkehrsteilnehmer geben sich Zeichen). Sie müsste die reale Welt mit allem drum und dran weitgehen korrekt erfassen und einordnen, von umgefallenen Bäumen, überfluteten Straßen bis Ölspuren. Die Problemstellung ist keiner Weise eingegrenzt. Das alles geht weit, weit über die vergleichsweise simple Aufgabe „Finde (unter idealisierten Bedingungen) den Weg im Straßennetz und kollidiere nicht mit anderen Fahrzeigen“ hinaus. Für die kommenden 10 Jahre beherrscht man voraussichtlich noch nicht einmal die Standard-Situation des sicheren Einfahrens auf eine befahrene Autobahn.

    Wahrscheinlich ist die Aufgabenstellung in voller Allgemeinheit das was die KI-Forscher als „KI-vollständig“ bezeichnen. D.h. sie ist etwa genauso schwierig zu realisieren, wie allgemeine KI auf menschlichem oder höheren Niveau. Wenn das aber mal kommt, dass KI den Menschen auf praktisch allen Feldern einholt oder überholt, dann reden wir über ganz andere Probleme als Straßenverkehr.

    Wer hingegen behauptet, Level-5 automatisierte Fahrzeuge seien doch wesentlich einfacher zu haben als volle Allgemein-KI, der muss im Detail ausführen warum.

  • stefan kraus

    Nur ein Seitenaspekt, der aber in den Debatten zum „autonomen Auto“ immer wieder ins Treffen geführt wird: Der Fahrer, die Fahrerin soll noch die möglichkeit haben, selbt einzugreifen und selbst steuern. Nur, wer selbst nicht (mehr) fährt, nimmt auch Verkehrssituationen nicht mehr richtig wahr , passt einfach weniger auf und wird daher auch nicht mehr eingreifen können. Es wird dann auch vermehrt zu Unfällen mit „autonomen“ Fahrzeugen kommen, bin gspannt, wie sich dann die Versicherer verhalten werden. Auch lustig, wenn dann Leute die mit den „autonomen“ Autos im besten Falle Schabernack treiben, im schlimmsten Fall dann einfach Fallen stellen werden und die hilflosen Passagiere dann ausrauben/kidnappen etc werden, von Viren/Trojanern oder Bots ganz zu schweigen.

    Aber ja, „Autonomes Fahren“ muss kommen, weil „autonomes Fahren“ die Zukunft ist.

  • Pe Wi

    Wenn ich mir so meinen PC betrachte, möchte ich in keinem Auto sitzen, welches ich nicht selbst lenken kann. Da stürzen Spiele einfach mal so ab, ohne ersichtlichen Grund. Da bleibt ein Spiel eben einfach mal hängen und man muss es neu starten. Da passt das Update mal nicht so richtig und und bringt Fehler hervor und ein neuer Patch muss dann das wieder richten. Und da soll ich einem Auto vertrauen, was selbst fährt? Ich glaube nicht an eine solche perfekte Software, ganz davon abgesehen, dass jede Software gehackt werden kann.