Land, Bund, EU: Die Schwarzen in grüner Gefangenschaft

EU, Bund, Land: überall das Gleiche. Für ein Bündnis mit den Grünen tun die Schwarzen fast alles. Da ihr Schatten nicht mehr viel wert ist, lassen sie sich auch noch ein Auge ausstechen. Das linke. Da ist die CDU sowieso schon fast blind.

Schaut auf Berlin! Erst bringt die „Hauptstadt“ keine demokratischen Wahlen zustande, dann keinen demokratischen Wechsel. Schaut auf Brüssel! Der europäischen Automobilindustrie wird ein Bein abgesägt. Das eine hat mit dem anderen zu tun.

I.

Die in die verkehrspolitische Stilllegung der deutschen „Hauptstadt“ vernarrten Grünen haben bei der Wahl kaum etwas verloren. Das ist das ernüchternde Resultat. Nur eine bescheidene Minderheit, das sattsam bekannte, auf anderer Leute Kosten lebende Milieu hat Grün gewählt. Dennoch hält die Partei weiterhin Berlin in politischer Geiselhaft. Die vegane Dönerbude bestimmt den Speiseplan der ganzen Stadt.

II.

Hätte die ehemalige Kleine-Leute-Partei SPD nur einen Funken Anstand im Leib, würde sie das Rathaus der CDU überlassen. Und würden die Interessen ihrer verloren gegangenen Wähler für sie noch eine Rolle spielen, würden sie sich der Grünen entledigen und mit den Schwarzen koalieren. Aber die Partei Willy Brandts und anderer bedeutender Bürgermeister Berlins tanzt weiter am linken Rand mit den Grünen. Sie will nicht begreifen, dass im Kulturkampf gegen die bürgerliche Mitte nichts zu gewinnen ist.

III.

Der CDU ist in dieser Hinsicht leider auch nicht über den Weg zu trauen. Für den Pakt mit den Grünen würde sie ihren Schatten verkaufen. Das fiele ihr schon deshalb leicht, weil sie schon länger keinen Schatten mehr wirft. Die auf das Kanzleramt heiße Union gibt sich der Illusion hin, die Grünen seien inzwischen eine in der Mitte angekommene bürgerliche Partei. Das sind sie nicht. Sie bekämpfen gezielt Eigentum, Mobilität, Lebensart und Freiheit.

IV.

Wie weit die grüne Ideologie nicht nur in Berlin schon vorgedrungen ist, zeigt der Blick nach Brüssel. Die von Merkels Vasallin von der Leyen an der Spitze der EU-Kommission mitbetriebene Selbstverstümmelung der Wirtschaftsgemeinschaft erhielt in dieser Woche den parlamentarischen Segen. Das nahende Verbot des Benzinmotors mit gleichzeitiger Verschärfung der Abgasnormen bringt die Automobilindustrie in eine aussichtslose Lage. Sie muss weiter Verbrenner entwickeln, die keine Zukunft mehr haben dürfen, und zugleich soll sie den Rückstand in der Elektrotechnologie gegenüber Asien aufholen, obwohl die Verbraucher das nicht wollen. Amputation ohne Narkose – die Bundesregierung assistiert und reicht die Knochensäge.

V.

EU, Bund, Land: überall das Gleiche. Für ein Bündnis mit den Grünen tun die Schwarzen fast alles. Da ihr Schatten nicht mehr viel wert ist, lassen sie sich auch noch ein Auge ausstechen. Das linke. Da ist die CDU sowieso schon fast blind. Und rechts? Statt den Irrweg Merkels endlich zu korrigieren und den konservativen Teil der Wählerschaft zu binden, gibt Parteichef Merz ihn auf. Er muss doch wissen: Jede Stimme für die Unberührbaren hält Rot-Grün an der Regierung. Weil es die AfD gibt, wird die CDU zum Bündnis mit einer linken Partei gezwungen – oder sie bleibt in der Opposition gefangen. Ein Dilemma, das die CDU sich selbst zuzuschreiben hat. Denn letztlich ist die AfD Fleisch von ihrem Fleisch. Eine Abspaltung, verursacht vom eigenen Linksrutsch.

VI.

Bei den Berliner Wahlen profitierte die CDU weniger von eigener Stärke als davon, dass sie als Protestpartei gewählt wurde. Zehn Prozent Plus. Das hört sich gewaltig an – es könnten aber weit mehr sein als gerade einmal 28 Prozent der 63 Prozent, die sich an der Wahl beteiligten. Sie macht keine übertriebenen Anstalten, wieder ein liberal-konservatives Profil zu entwickeln, schon aus Rücksicht auf die Grünen, die Merz zum Kanzler werden lassen sollen. Die CDU ist dabei, das aktuelle Motto der FDP zu adaptieren: lieber schlecht regieren als nicht zu regieren.

V.

So mäkelt sie hier und da an der Regierungspolitik herum, bemängelt Details. Aber leistet keinen fundamentalen Widerstand gegen die verheerende „große Transformation“. In diesem Licht erscheint die Berliner Verkehrspolitik als Vorreiter des europäischen Elends. Die Klimasekte hat die Macht nicht nur in Kreuzberg übernommen.

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Kommentare ( 75 )

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StefanZ
1 Jahr her

Im Prinzip, war auch diese Wahl wieder ein Betrug am Wähler. Sowohl Frau Giffey als auch Frau Jarasch wurden mehr als deutlich abgewählt. Und wer steht nun wieder völlig ungerührt vor den Kameras und Mikrofonen? Was soll das für eine Demokratie sein, in der die Parteien und nicht der Wähler bestimmt, wer im Parlament sitzt und wer die Führungspositionen besetzt? Anstand, Moral und Verantwortungsbewusstsein, sind diesen Menschen völlig abhanden gekommen. Der Mensch, Bürger und Wähler spielt überhaupt keine Rolle mehr und wird auch noch kritisiert, weil er angeblich das „Falsche“ wählt. Deutlicher kann man nicht zum Ausdruck bringen, wohin der… Mehr

Teiresias
1 Jahr her

In Zeiten des überschuldeten Finanzsystems, wo Inflation zur Schuldenreduzierung auf Kosten arbeitender Menschen das beste Geschäft ist und erfolgreiches Wirtschaften der Inflation und damit den Interessen der Hochfinanz zuwider läuft, sind die Grünen die Partei des Großkapitals. Sie liefern den propagandistischen Überbau, mit dem das Volk per moralischer Erpressung niedergehalten werden kann. Das ist keine linke Politik, weil die Interessen der Arbeiter hier gerade nicht berücksichtigt werden, sondern die der Hochfinanz. Das ist Ökofeudalismus, totalitär, korrupt und dekadent wie der Absolutismus in seiner Endphase („sollen sie doch Kuchen essen“). CDU und FDP ergrünen nicht, sie wollen von der Hochfinanz geliebt… Mehr

Last edited 1 Jahr her by Teiresias
Proffi
1 Jahr her

Nachdem grüne Politiker Literaturpreise bekommen oder den Orden wider den Tierischen Ernst, die auf keinen Fall irgend einen prestigeträchtigen Preis verdient haben, kommt einem das Ansinnen Kaiser Caligulas, sein Pferd Incitatus zum römischen Konsul zu machen, heute durchaus zeitgemäß vor. Das Pferd hätte den Römern sicher weniger geschadet als die beiden Preisträger.ihren verwirrten Wählern und deren Volksgenossen.

thinkSelf
1 Jahr her

Wie der Autor unterliegen auch viele Kommentatoren dem Irrtum das die Grünen „links“ sind. Tatsächlich aber sind sie klar feudalfaschistisch. Und man sollte auch grundsätzlich dieses Adjektiv bei jeder Nennung voranstellen. Auch unterliegt der Autor dem Irrtum es gebe in Deutschland sowas wie eine „bürgerliche Mitte“. Das Bürgertum ist in ganz Europa bereits mit dem ersten Weltkrieg untergegangen und zur Zeit sterben die letzten winzigen Spurenelemente final aus. Ich frage mich wie jemand mit dem Intellekt eines Herles nicht erkennen kann oder will, das sämtliche Altparteien längst nur noch Hüllen sind, die sich die grünen Schaben als Kostüm übergezogen haben.… Mehr

verblichene Rose
1 Jahr her
Antworten an  thinkSelf

Mich berührt, dass es scheinbar „das kleinere Übel“ nicht mehr gibt!
Überall nur noch die Durchhalteparole, dass die Vernunft ein Einhalten gebieten müsste!
Nun, ein Land von saturierten Menschen, namentlich Untertan, wird aber keine Vernunft walten lassen!
Uns hat also ganz offensichtlich die Vernunft verlassen!
Und das alles angesichts des „Nichtvergessens“!
Ich kann daher in diesem Sinne nur noch von einer gottverlassenen Dekadenz sprechen, von der ich mich selber allerdings nicht gänzlich frei sprechen kann!
Wie sagt man also so schön?
Einsicht ist der beste Weg zur Besserung!

thinkSelf
1 Jahr her

Die eigentliche Ursache ist die genetisch auf Helotentum getrimmte sogenannte „Bevölkerung“. Das das für wenige Jahrzehnte zufällig mal nicht so aufgefallen ist ändert daran nichts.

Arthur Dent
1 Jahr her

Die ganze Misere hat drei Ursachen: Erstens, Berufspolitiker, die nichts wirklich können und in der freien Wirtschaft niemals das Gehalt bekommen würden, das sie als Politiker bekommen. Deswegen kleben sie an ihren Posten und wenn sie brav ihre Schuldigkeit getan haben, bekommen sie noch einen schönen Versorgungsposten zugeschanzt(Nahles, Profalla, …). Diese Menschen sind nicht ihren Wählern verpflichtet, sondern nur ihrem eigenen finanziellen Vorteil, der davon abhängt gewählt zu werden und nicht gegen die Parteispitze zu agieren. Und damit kommen wir fließend zur zweiten Ursache, den überwiegend linksgrünen Medien. Diese Medien haben die Macht das Zünglein an der Waage zu sein… Mehr

Axel Fachtan
1 Jahr her

1933 gab es eine Brandmauer gegen links. 2023 gibt es eine Brandmauer gegen rechts. Die Brandmauer gegen links wurde nicht als demokratisch legitimiert empfunden. Die Brandmauer gegen rechts ist aber die Perle der demokratischen Gestaltung. Es gibt nichts demokratischeres, als Parteiausschlussverfahren. Es gibt nichts demokratischeres, als Parteien von der Teilhabe im Parlament und den Ausschüssen auszuschließen. Es gibt nichts demokratischeres, als den eigenen Stiftungen 670 Millionen jährlich zuzuschustern und der Erasmus Stiftung Null Euro. Zur Brandmauer gegen rechts gehört es auch, den Maaßen aus der CDU auszuschließen. Der Sarrazin ist auch aus der SPD ausgeschlossen worden. Einen Ministerpräsidenten wie Kemmerich… Mehr

verblichene Rose
1 Jahr her
Antworten an  Axel Fachtan

Ich muss mich mit der Frage nach dem Löschen einer Brandmauer ehrlich machen! Wer soll nämlich WIE die Asche wegfegen? Es wirft sich daher bei mir die Frage auf, wie viele Brandstifter wir (noch) habhaft werden können und ob das nicht vielleicht auch unsere direkten Nachbarn sind! Angesichts der Wahlergebnisse würde mich das nämlich unbedingt unter „Zugzwang“ setzen, welchem ich nicht ausgesetzt sein möchte! Und nein, ich möchte ausdrücklich nicht deeskalieren! Aber ich möchte auch nicht TÄTER sein! Helfen Sie mir und sich also damit, das „kleinere“ Übel zu wählen, meinetwegen auch zu sein! Wir hier sind nämlich nicht die… Mehr

Last edited 1 Jahr her by verblichene Rose
Kassandra
1 Jahr her

Und irgendwann werden sie merken, dass sie, dumm wie sie sind, von ganz anderen benutzt wurden – und, wenn überhaupt, selbst mit leeren Händen dastehen. Auch kein schönes Gefühl – oder?

Kassandra
1 Jahr her

Zudem muss man Propagandaabteilungen der MSM wie des ÖRR dazu denken. Ein gewisser Bezmenow würde vielleicht so was wie „Hirnwäsche“ annehmen und auf die von ihm vorgestellten Phasen der Demoralisierung verweisen. So ganz falsch scheint er damit nicht zu liegen – zumal, wenn man sich umschaut, einiges von dem lange beobachtet werden kann, was er voraussah – auch, wenn noch ein wenig unklar ist, wer seine Interessen auf diese Art und Weise im gesamten Westen (Ungarn wie Polen halten an ihren Traditionen fest) am Durchsetzen ist. Und muss man sie bis zum Ende weiter machen lassen oder kann der „Prozess“… Mehr

chez Fonfon
1 Jahr her

Wenn man in 100 Jahren mal auf unsere Epoche zurückblickt, wird man ihr ein ähnliches Versagen vorwerfen wie wir es heute mit der Weimarer Republik tun. Das von Merkel verschuldete völlige Wegbrechen einer konservativen Opposition durch bewusste Schlachtung der CDU hat dafür gesorgt, dass die linksgrünen Faschisten freie Bahn bekommen haben.