Wie zur Wiedererringung der Freiheit nach Corona?

In der Massenmediendemokratie ist nicht das Richtige und Verantwortungsvolle gefragt, sondern das Populäre.

Ob Spahn und Laschet (zur Zeit) gegen Schutzmaskenpflicht sind oder der Oberbürgermeister von Jena dafür, hängt nicht davon ab, was die Gesundheit von mehr Bürgern besser schützt, sondern von der Frage, was politische Amtsträger (zur Zeit) für populärer halten. Was fachlich richtiger ist, können sie gar nicht wissen, denn es gibt Fachleute für praktisch jede denkbare und entgegengesetzte Meinung. Unter diesen ganz und gar widersprüchlichen Auffassungen suchen Politiker ausnahmslos jene aus, von der sie sich die breiteste Zustimmung in den Massenmedien versprechen und daher das kleinste eigene Verantwortungsrisiko. Journalisten machen zwar vom alten Adenauerspruch – was kümmert mich mein dumm Geschwätz von gestern – noch viel schneller und skrupelloser Gebrauch als Politiker selbst: Aber da sich Journalisten untereinander und Politikern mit der richtigen Haltung gegenüber auch radikale Wechsel ihrer Maßnahmen nicht vorhalten, bleibt das folgenlos.

Politische Lehren sind hier und heute möglich und dringend nötig, soll künftigen gesundheitllichen Großrisiken vorgebeugt, sollen die politisch-kulturellen Nebenwirkungen der sogenannten Coronkrise rückgängig gemacht und für künftige Katastropenfälle ausgeschlossen werden.

Hätten die politisch Verantwortlichen ihre Nationalstaaten auf einen Fall wie Corona so vorbereitet, wie es dem Wissen ihrer Institutionen und der anderer Einrichtungen von Gesellschaft und Wirtschaft zur Verfügung stand, wäre allen jetzt schon und später radikal Betroffenen erspart geblieben, was nun kopflos stattfindet.

Politik vs. Menschenleben
Corona: Taiwan, China und das Versagen der WHO
In gut vorbereiteten Staaten und Gesellschaften würden die Erkrankten fachgerecht behandelt werden können, weil genug medizinisches Personal in gut ausgestatteten Krankenhäusern mit ausreichenden, auch schnell aufstockbaren Kapazitäten vorhanden wäre. Die Kosten solcher Vorbereitung würden die Folgekosten der Nichtvorbereitung um gewaltige Dimensionen unterschreiten.

Doch in der Massenmediendemokratie ist nicht das Richtige und Verantwortungsvolle gefragt, sondern das Populäre. Weshalb auch Freiheit und Recht nichts zählen. Was den deutlichen Hinweis darauf gibt, dass der Weg in autoritäre Zustände von Massenmediendemokratien genau so beschritten werden kann, wie sie in kommunistischen Staaten systemisch vorhanden sein müssen.

Wie es mit Corona selbst weitergeht, werden noch Unzählige mehr oder weniger zutreffend beschreiben, vorhersagen und kommentieren. Mich beschäftigt, was die Freunde der Freiheit tun müssen, damit sie nach Corona aus der im Namen der Bewältigung der Pandemie errichteten Unfreiheit wieder Wege ins Freie finden.

In der Bundesrepublik Deutschland, wie sie tatsächlich ist, sehe ich dafür keinen Ansatzpunkt. Die notwendigen Anstöße werden von außen kommen. Rundherum haben die Dinge schon vor Corona angefangen, sich zu ändern. Nicht die Pandemie selbst, sondern der politische Umgang mit ihr und noch mehr die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Folgen dieses Umgangs setzen Kräfte frei, von denen die allermeisten Handelnden noch keine Ahnung haben.

Zwei Vereine, wie Tomas Spahn UN und EU treffend nennt, führen in der politischen Coronakrise unfreiwillig, aber gerade deshalb überzeugend vor, wie unfähig sie sind. Wo war die sogenannte Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit den Epidemien in diesem Jahrtausend? Was hat sie getan, um Vorsorge von den Mitgliedsstaaten zu verlangen? Wo waren vergleichbare Aktivitäten der UN zur Gesundheitsvorsorge wie beim Migrationspakt? Was unternahm die EU? Nichts.

Dass es in Deutschland Überlegungen der Regierung und einen entsprechenden Bericht an den Bundestag gab, hat sich inzwischen herumgesprochen. Dass die Regierung trotzdem keine Vorsorge ergriff und von niemandem im Bundestag dazu angehalten wurde, ist nun auch evident. Dass sich in den Medien niemand fand, der diese ignorante Untätigkeit kritisierte, ergänzt das Bild der systemisch fahrlässigen Massenmediendemokratie, die halt nur in politischen Schönwetterzeiten unauffällig bleibt.

Es liegt an den Freunden der Freiheit, an jenen mit dem unbestechlichen Blick für die Freiheitsfolgen von politischen Vollmachten gegen Freiheit und Recht, nicht zuzulassen, dass jene, die für das Nichtvorsorgen verantwortlich sind, nicht nach der von ihnen verschuldeten politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Katastrophe als gloriose Krisenmanager ausgezeichnet werden.

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Kommentare ( 137 )

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137 Comments
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Johann Thiel
6 Monate her

Niemand interessiert sich in Deutschland für Freiheit.

Entenhuegel
6 Monate her
Antworten an  Johann Thiel

Zumindest sind es anscheinend (zu) wenige. Es ist halt zu bequem, sich Denken, Handeln und allgemein Verantwortung vom vollumsorgenden Nanny-Staat abnehmen zu lassen und den Traum der Schlafschafe mitzuträumen, dass alles gut ist und bleibt …

Johann Thiel
6 Monate her
Antworten an  Entenhuegel

Viel zu wenige.

GermanMichel
6 Monate her

Man darf die Konzepte der ideologischen Perfidie und des skrupellosen Weltmachtstrebens nicht vergessen.

Man sagt zwar „unterstelle nichts anderes, wenn schlichte Dummheit als Erklärung ausreicht“. Aber schlichte Dummheit wäre zufallsverteilt, sie würde mal deutschen, mal ausländischen Interessen entgegen kommen, mal linken, mal rechten und mal bürgerlichen Interessen.

Wenn diese Zufallsverteilung aber nicht zu beobachten ist, wenn konsistent gegen deutsche und bürgerliche Interessen gehandelt wird, kann schlichte Dummheit unmöglich die Erklärung sein.

IJ
6 Monate her

Ist das, was die rote Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern umsetzt, nicht genau das, wofür sog. Reichsbürger, die lediglich erstmal nur fordern, bundesweit verfolgt und ins Gefängnis geworfen werden?

Der Ketzer
6 Monate her

Sie machen sich jetzt bereits sorgen darüber, wie wir unsere Freiheit nach der Krise zurück erlangen können. Diese Sorge teile ich nicht, aber ich hätte Bedenken, wenn man den beiden „Vereinen“ EU und UN die Macht zugestanden hätte, Maßnahmen hierzulande zu diktieren. Allerdings hat unsere Regierung die Sache lange schleifen lassen, vorneweg die Kanzlerin, ohne deren Votum sich keine/r der Minister/innen traute, irgendeine der erkennbar notwendigen Entscheidungen zu treffen. Grenzschließungen kamen zu spät, Kontrollen an Flughäfen mit anschließender Quarantäne finden bis heute nicht statt. Trotz der sehr genauen Vorhersagen des RKI aus dem Jahr 2012 war die Regierung nicht vorbereitet,… Mehr

Wolfgang Schuckmann
6 Monate her

Auf die Wirksamkeit von geeignetem Mundschutz sollte man nicht spekulieren, in politischem Sinn. Das es völlig klar ist, dass dieser Mundschutz nur deshalb nicht schützt, weil er nicht verfügbar ist, werden wir in dem Moment erfahren, wo eben dieser Mundschutz in größerem Rahmen verfügbar ist. Dann werden jede Menge von „Experten“ und solche, die sich dafür halten sofort, konstatieren, es sei sehr wichtig einen Mundschutz zu tragen, eben weil er jetzt verfügbar ist. Den letzten Halbsatz werden sie aber tunlichst verschlucken, da sie ja dann erwiesener Maßen zugeben müssen, dass sie vorher die Leute belogen haben. Bin neugierig wie das… Mehr

HDieckmann
6 Monate her

Die Bilder aus China und Italien haben in unserer Bevölkerung Angst und Panik erzeugt. Wer Angst hat, sucht nach Sicherheit, und diese Sicherheit wird erwartet vom Gesundheitssystem und vom Staat. Also versprechen die Experten (Virologen) und die Politiker den Menschen die gewünschte Sicherheit. Sicherheit hat aber ihren Preis: den Verlust von Freiheit, auch finanzieller Freiheiten. Ich kann mich bei der Allianz gegen alles in beliebiger Höhe versichern, muss dafür aber sehr viel zahlen und habe weniger Geld für andere schöne Sachen. Wenn wir vom Gesundheitssystem am Höhepunkt einer Grippewelle eine perfekte Behandlung verlangen, müssen wir auch bereit sein, hierfür einen… Mehr

Gert Friederichs
6 Monate her

Zitat von oben: „… UN und EU treffend nennt, führen in der politischen Coronakrise unfreiwillig, aber gerade deshalb überzeugend vor, wie unfähig sie sind. “ Dann hat Herr Goergen aber nicht die Rede vom (mannomann, wenn ich den sehe, der kotzt mich noch mehr an als der Pompeo, die Murksige und das Maasmännchen) Guterres vom 2.4. inhaliert. Nach Corona kommt die allumfassende huldige Weltregierung, die uns allen diktiert, wohin es geht und was wir uns danach alles abschminken können! Billy plus Melinda haben den Cocktail schon angerührt! Nix mehr mit den unfähigen Nationalstaaten, allumfassend global soll es werden. Leute kauft… Mehr

Jack Black
6 Monate her

Zunächst mal ist es mir unverständlich, warum so viele Unternehmen/Unternehmer so lange still halten. Warum wird nicht wegen Wettbewerbsverzerrungen und vielen anderen Punkten (die eine Rechtsanwältin auf Jouwatch treffend beschrieben hat) geklagt? Werden Klagen wegen Corona nicht bearbeitet oder verschoben, sollten sich die Einzelhändler den Diktaten von oben widersetzen. Und nach spätestens 3 Wochen sollte man doch eigentlich erwarten, dass der gesamte Handel – auch ohne explizite Genehmigung der Politik – seine Geschäfte selbstständig wieder öffnet und weiter führt. Wenn die Politik schon offensichtlich nicht in der Lage ist, wieder eine gewisse Normalität herzustellen, dann müssen es die Unternehmer und… Mehr

Donostia
6 Monate her
Antworten an  Jack Black

Die Leute haben noch zu viel Geld von dem sie herunter leben können. Erst wenn das weg ist, wird Bewegung ins Volk kommen. Vorher regt man sich vielleicht auf, dass kein Fußball mehr kommt. Aber das ihr Erspartes abschmelzen könnte, ihr Rentnerdasein vielleicht mit Minijob zu fristen ist, an das denkt bis jetzt fast niemand. Das Erwachen wird furchtbar sein aber für unsere Politiker gibt es Gott sei Dank einen Schuldigen CORONA.

Der Ketzer
6 Monate her
Antworten an  Jack Black

… und wieviele Opfer sind Sie bereit, in Kauf zu nehmen?
Wessen Leben ist „unwert“?

Vergackeiert
6 Monate her

Tja wer für Freiheit ist, der ist nach der aktuell gültigen schwarz-grünen FDJ Definition Rääächts und da ziehen die alle Register! Diese DDR 2.0 mit der Fingernägel kauenden Madame bekommen wir leider nicht so schnell wieder los, die bleibt leider viel länger als die Meisten glauben! Die Repressionen gegen Dissidenten wie mich, werden deutlich zunehmen, wenn nicht gar chinesische Zustände erreichen. Das sehe ich vor mir, aber eine Rückkehr zu unseren Werten der alten Bundesrepublik mit sozialer Marktwirtschaft im Sinne von Ludwig Erhard, sehe ich nicht einmal im Ansatz – und das WEIL die große Mehrheit schon längst sozialistisch dressiert… Mehr

Kassandra
6 Monate her

Denkende Freunde der Freiheit, solche, die sich über die „Barrieren des Erlaubten“ hinweg setzen können und tatsächlich bis zum Ende erkennen, werden momentan noch gnadenlos nach stark rechts eingeordnet und dann rigoros auflaufen lassen – eine starke Abwehrhaltung, um sich nicht mit der Sache selbst beschäftigen zu müssen. Gerade wieder passiert – kein schönes Gefühl. Und zudem vollkommene Hilflosigkeit – sich dagegen kommunikativ zu wehren, gar durchzusetzen, ist zumeist nicht möglich. Das installierte „Netz“ wird von vermeintlichen Freunden und Nachbarn weiter gesponnen. Wir müssen sie sehenden Auges ihre Fehler bis zum Ende machen lassen. Auch kein schönes Gefühl – zumal… Mehr