Trump: Vom Vormärz zur Revolution?

In seiner Inaugurations-Rede versprach Donald Trump dem amerikanischen Volk nicht weniger, als dem Establishment die Macht wegzunehmen und dem Volk seine Macht zurück zu geben.

© Chip Somodevilla/Getty Images

Unsere Medien zusammen mit der ganzen offiziellen Öffentlichkeit lässt sich in ihren Reaktionen auf die Rede von Donald Trump bei seinem Amtsantritt als 45. US-Präsidenten auf den einfachen Nenner bringen: Das kann doch nicht wahr sein.

Das ist die nahtlose Fortsetzung des Ablaufs der Vorwahlen und Wahlen in den USA.

  • Phase 1: „Der“ kann es nicht werden, das wäre ja lächerlich.
  • Phase 2: Unglaublich, der Parvenü droht, Hillary zu überholen.
  • Phase 3: Das irgendwo in Reserve gehaltene Video mit Trumps unsäglichen Sätzen über Frauen wird veröffentlicht – und gesagt, das bricht ihm das Genick.
  • Phase 4: Nicht zu fassen, er ist nach wie vor im Rennen.
  • Phase 5: Schock – er macht das Rennen.
  • Phase 6: Sein erstes Statement nach dem Sieg wird als Einlenken interpretiert, Demonstrationen „not my president“ zünden nur in Hotspots der Gegner.
  • Phase 7: Spekulationen über seine nach und nach erkennbare Mannschaft.
  • Phase 8, die gegenwärtige: Er hat dem Establishment nicht die Hand gereicht, sondern dem Volk versprochen, dem Establishment die Macht zu nehmen und dem Volk zurückzugeben.

Trumps Gegner haben alles versucht, um seine Wahlsieg zu verhindern, nur eines nicht, zu keinem Zeitpunkt: Sie haben keine Lösungen für die drängenden Probleme des Landes vorgestellt. Sie haben Trump inhaltlich nichts entgegengesetzt.

Der politisch-mediale-Komplex von Washingtons K-Street bis Hollywood steht vor einem Präsidenten, der ihm nicht nur im Wahlkampf, sondern auch bei Amtsantritt den Fehdehandschuh hinwirft. Und ihre Kommunikationsmacht durch seine tägliche Twitter-Botschaft ans Volk direkt unterläuft.

Das muss die Meinungsführer-Medien in Deutschland und den anderen Kernländern der EU, von der Kommission zu schweigen, alarmieren. Ob es Personen innerhalb der politischen Kräfte gibt, die in Europa ihren Herrschenden den Fehdehandschuh hingeworfen haben, die das mit Aussicht auf Erfolg zun können, bezweifle ich. Aber die Herrschenden müssen es befürchten.

Ich weiß ebenso wenig wie alle Experten, Journalisten, Politiker und ganz normale Schlaumeier, wie viel von dem, was Trump in seiner Inaugurationsrede ankündigt, Wirklichkeit wird. Doch eines ist unübersehbar: Er wird es versuchen.

So selbstverständlich es für den reichen Mann Trump ist, seine für Sprüche gehaltenen Ziele ernsthaft zu verfolgen, so selbstverständlich ging die politische Klasse diesseits und jenseits des Atlantiks davon aus, Trump würde mehr oder weniger in ihr gewohntes Geschäft einfädeln, sobald er im Amt wäre. Weil sie dachten, er würde seine Wahlkampfversprechen so wenig ernst nehmen wie sie selbst ihre eigenen?

Eine Wette darauf, dass Trump da und dort nicht doch Kompromisse mit den alten Kräften macht, würde ich nicht abschließen. Aber dass er alleine durch das Aussprechen des bisher „Undenkbaren“ Entwicklungen in Gang setzt oder vorhandene Bestrebungen befördert, darauf wette ich.

Nehmen wir doch Kernsätze ins Visier:

Today’s ceremony, however, has very special meaning because today, we are not merely transferring power from one administration to another or from one party to another, but we are transferring power from Washington, D.C. and giving it back to you, the people.

Die heutige Zeremonie, jedoch, hat eine ganz besondere Bedeutung. Denn heute übergeben wir die Macht nicht nur von einer Regierung an die andere oder von einer Partei an die andere, sondern wir nehmen die Macht von Washington D.C. und geben sie an euch, das Volk, zurück.

Hier kündigt Trump keine Reform an, sondern die Revolution.

Noch deutlicher die darauf folgende Passage:

For too long, a small group in our nation’s capital has reaped the rewards of government while the people have borne the cost. Washington flourished, but the people did not share in its wealth. Politicians prospered, but the jobs left and the factories closed. The establishment protected itself, but not the citizens of our country. Their victories have not been your victories. Their triumphs have not been your triumphs. And while they celebrated in our nation’s capital, there was little to celebrate for struggling families all across our land.

Zu lange hat eine kleine Gruppe in der Hauptstadt unseres Landes von der Regierung profitiert, und das Volk hat die Kosten getragen. Washington blühte, aber das Volk hat nichts von dem Reichtum gehabt. Politikern ging es gut, aber die Arbeitsplätze wanderten ab und die Fabriken schlossen. Das Establishment schützte sich selbst, aber nicht die Bürger unseres Landes. Ihre Siege waren nicht eure Siege, ihre Triumphe waren nicht eure Triumphe. Und während sie in der Hauptstadt unseres Landes feierten, gab es für Familien am Existenzminimum in unserem ganzen Land wenig zu feiern.

Das ist der Schulterschluss des Präsidenten mit „denen da unten“ gegen „die da oben“. Das ist der Schritt vom Vormärz in die Revolution.

America first:

We assembled here today are issuing a new decree to be heard in every city, in every foreign capital, and in every hall of power. From this day forward, a new vision will govern our land. From this day forward, it’s going to be only America first, America first.

Wir sind heute hier zusammengekommen, um ein neues Dekret zu erlassen, das man in jeder Stadt, in jeder ausländischen Hauptstadt und in jedem Machtzentrum hören soll. Vom heutigen Tag an wird eine neue Vision unser Land regieren. Vom heutigen Tag an wird es nur noch Amerika zuerst heißen, Amerika zuerst.

Die Botschaft an das alte Amerika der Arbeiter und Farmer:

We will build new roads and highways and bridges and airports and tunnels and railways all across our wonderful nation. We will get our people off of welfare and back to work, rebuilding our country with American hands and American labor. We will follow two simple rules; buy American and hire American.

Wir werden neue Straßen und Autobahnen und Brücken und Flughäfen und Tunnel und Bahnstrecken quer durch unser wunderbares Land bauen. Wir werden unsere Leute aus der Sozialhilfe holen und wieder zur Arbeit bringen, unsere Nation mit amerikanischen Händen und amerikanischer Arbeit wieder aufbauen.

Die Absage an die Missions-Rolle der USA:

We will seek friendship and goodwill with the nations of the world, but we do so with the understanding that it is the right of all nations to put their own interests first. We do not seek to impose our way of life on anyone, but rather to let it shine as an example. We will shine for everyone to follow.

Wir werden uns bei den Nationen der Welt um Freundschaft und Wohlwollen bemühen, aber wir tun dies in dem Verständnis, dass es das Recht aller Nationen ist, ihre eigenen Interessen vornanzustellen. Wir streben nicht danach, jemandem unsere Lebensweise aufzuzwingen, sondern, sie als Beispiel leuchten zu lassen. Wir werden leuchten, damit uns alle folgen.

Und schließlich die ganz praktische Kampfansage an die alten Kräfte:

Finally, we must think big and dream even bigger. In America, we understand that a nation is only living as long as it is striving. We will no longer accept politicians who are all talk and no action, constantly complaining, but never doing anything about it. The time for empty talk is over. Now arrives the hour of action.

Zu guter Letzt müssen wir groß denken und noch größer träumen. In Amerika verstehen wir, dass eine Nation nur so lange lebendig ist, wie sie etwas anstrebt. Wir werden keine Politiker mehr akzeptieren, die nur reden und keine Taten setzen, die sich ständig beschweren, aber nie etwas dagegen tun. Die Zeit für leeres Gerede ist vorbei. Nun kommt die Stunde des Handelns.

Trumps Rede wird sich als Steinbruch für Reden und Programme in Europa erweisen, die noch nicht gehalten und nicht geschrieben sind.

In den Berichten und Kommentaren, die ich bisher hier gehört, gesehen und gelesen habe, habe ich die tatsächliche Rede nicht wiedergefunden. Aber vielleicht kommt das ja noch. Ich vermute jedoch, dass die Empörung über einen Mann weiter dominieren wird, der so etwas wie eine legale Revolution ausruft, statt sich, wenn er es denn schon gegen die versammelte Meinungsmacht der bisher Herrschenden geschafft hat, einsichtsvoll in die gewohnten Dinge und Abläufe derer zu fügen, gegen die er Präsident geworden ist.

Wie gesagt, ich wette nicht darauf, dass er auch nur die Hälfte des Angekündigten verwirklicht. Aber einem so Unberechenbaren, wie besonders seine Feinde sagen, ist eben alles zuzutrauen, nur eines nicht: Dass er so handelt, wie das Establishment es wünscht.

Nein, die Herrschenden aller westlichen Demokratien werden den Trump-Effekt unabhängig vom weiteren Schicksal des 45. US-Präsidenten nicht mehr los. Der Vormärz geht in die Revolution über. In eine, für deren Verlauf es keine Blaupause gibt.

♦ ♦ ♦

Anhang

Die komplette Rede als Transkript:

[*] TRUMP: Chief Justice Roberts, President Carter, President Clinton, President Bush, President Obama, fellow Americans and people of the world, thank you.

(APPLAUSE) We, the citizens of America, are now joined in a great national effort to rebuild our country and restore its promise for all of our people.

(APPLAUSE)

Together, we will determine the course of America and the world for many, many years to come. We will face challenges, we will confront hardships, but we will get the job done.

Every four years, we gather on these steps to carry out the orderly and peaceful transfer of power, and we are grateful to President Obama and First Lady Michelle Obama for their gracious aid throughout this transition. They have been magnificent. Thank you.

(APPLAUSE)

Today’s ceremony, however, has very special meaning because today, we are not merely transferring power from one administration to another or from one party to another, but we are transferring power from Washington, D.C. and giving it back to you, the people.

(APPLAUSE)

For too long, a small group in our nation’s capital has reaped the rewards of government while the people have borne the cost. Washington flourished, but the people did not share in its wealth. Politicians prospered, but the jobs left and the factories closed. The establishment protected itself, but not the citizens of our country. Their victories have not been your victories. Their triumphs have not been your triumphs. And while they celebrated in our nation’s capital, there was little to celebrate for struggling families all across our land.

(APPLAUSE)

That all changes starting right here and right now because this moment is your moment, it belongs to you.

(APPLAUSE)

TRUMP: It belongs to everyone gathered here today and everyone watching all across America. This is your day. This is your celebration. And this, the United States of America, is your country.

(APPLAUSE)

What truly matters is not which party controls our government, but whether our government is controlled by the people.

(APPLAUSE)

January 20th, 2017 will be remembered as the day the people became the rulers of this nation again.

(APPLAUSE)

The forgotten men and women of our country will be forgotten no longer.

(APPLAUSE)

Everyone is listening to you now. You came by the tens of millions to become part of a historic movement, the likes of which the world has never seen before.

(APPLAUSE)

At the center of this movement is a crucial conviction, that a nation exists to serve its citizens. Americans want great schools for their children, safe neighborhoods for their families, and good jobs for themselves. These are just and reasonable demands of righteous people and a righteous public.

But for too many of our citizens, a different reality exists: mothers and children trapped in poverty in our inner cities; rusted out factories scattered like tombstones across the landscape of our nation; an education system flush with cash, but which leaves our young and beautiful students deprived of all knowledge; and the crime and the gangs and the drugs that have stolen too many lives and robbed our country of so much unrealized potential.

This American carnage stops right here and stops right now.

(APPLAUSE) We are one nation and their pain is our pain. Their dreams are our dreams. And their success will be our success. We share one heart, one home, and one glorious destiny. The oath of office I take today is an oath of allegiance to all Americans.

(APPLAUSE)

For many decades, we’ve enriched foreign industry at the expense of American industry; subsidized the armies of other countries, while allowing for the very sad depletion of our military. We’ve defended other nations’ borders while refusing to defend our own.

(APPLAUSE)

And spent trillions and trillions of dollars overseas while America’s infrastructure has fallen into disrepair and decay. We’ve made other countries rich, while the wealth, strength and confidence of our country has dissipated over the horizon.

One by one, the factories shuttered and left our shores, with not even a thought about the millions and millions of American workers that were left behind. The wealth of our middle class has been ripped from their homes and then redistributed all across the world.

But that is the past. And now, we are looking only to the future.

(APPLAUSE)

TRUMP: We assembled here today are issuing a new decree to be heard in every city, in every foreign capital, and in every hall of power. From this day forward, a new vision will govern our land. From this day forward, it’s going to be only America first, America first.

(APPLAUSE)

Every decision on trade, on taxes, on immigration, on foreign affairs will be made to benefit American workers and American families. We must protect our borders from the ravages of other countries making our products, stealing our companies and destroying our jobs.

(APPLAUSE)

Protection will lead to great prosperity and strength. I will fight for you with every breath in my body and I will never ever let you down.

(APPLAUSE)

America will start winning again, winning like never before.

(APPLAUSE)

We will bring back our jobs. We will bring back our borders. We will bring back our wealth. And we will bring back our dreams.

(APPLAUSE)

We will build new roads and highways and bridges and airports and tunnels and railways all across our wonderful nation. We will get our people off of welfare and back to work, rebuilding our country with American hands and American labor.

(APPLAUSE)

We will follow two simple rules; buy American and hire American.

(APPLAUSE)

We will seek friendship and goodwill with the nations of the world, but we do so with the understanding that it is the right of all nations to put their own interests first. We do not seek to impose our way of life on anyone, but rather to let it shine as an example. We will shine for everyone to follow.

(APPLAUSE)

We will reinforce old alliances and form new ones and unite the civilized world against radical Islamic terrorism, which we will eradicate from the face of the Earth.

(APPLAUSE)

At the bedrock of our politics will be a total allegiance to the United States of America, and through our loyalty to our country, we will rediscover our loyalty to each other. When you open your heart to patriotism, there is no room for prejudice.

(APPLAUSE)

The bible tells us how good and pleasant it is when God’s people live together in unity. We must speak our minds openly, debate our disagreements honestly, but always pursue solidarity. When America is united, America is totally unstoppable.

(APPLAUSE)

There should be no fear. We are protected and we will always be protected. We will be protected by the great men and women of our military and law enforcement. And most importantly, we will be protected by God.

(APPLAUSE)

TRUMP: Finally, we must think big and dream even bigger. In America, we understand that a nation is only living as long as it is striving. We will no longer accept politicians who are all talk and no action, constantly complaining, but never doing anything about it.

(APPLAUSE)

The time for empty talk is over. Now arrives the hour of action.

(APPLAUSE)

Do not allow anyone to tell you that it cannot be done. No challenge can match the heart and fight and spirit of America. We will not fail. Our country will thrive and prosper again.

We stand at the birth of a new millennium, ready to unlock the mysteries of space, to free the earth from the miseries of disease, and to harness the energies, industries and technologies of tomorrow. A new national pride will stir ourselves, lift our sights and heal our divisions.

It’s time to remember that old wisdom our soldiers will never forget, that whether we are black or brown or white, we all bleed the same red blood of patriots.

(APPLAUSE)

We all enjoy the same glorious freedoms and we all salute the same great American flag.

(APPLAUSE)

And whether a child is born in the urban sprawl of Detroit or the wind-swept plains of Nebraska, they look up at the same night sky, they will their heart with the same dreams, and they are infused with the breath of life by the same almighty creator.

(APPLAUSE)

So to all Americans in every city near and far, small and large, from mountain to mountain, from ocean to ocean, hear these words. You will never be ignored again.

(APPLAUSE) Your voice, your hopes, and your dreams will define our American destiny. And your courage and goodness and love will forever guide us along the way.

Together, we will make America strong again. We will make America wealthy again. We will make America proud again. We will make America safe again. And yes, together we will make America great again.

(APPLAUSE)

Thank you. God bless you. And God bless America.

(APPLAUSE)

Thank you.

(APPLAUSE)

God bless America.

(APPLAUSE)

Die deutsche Fassung in der FAZ:

Präsident des obersten Gerichtshofes Roberts, Präsident Carter, Präsident Clinton, Präsident Bush, Präsident Obama, meine amerikanischen Mitbürger und Menschen aller Welt, ich danke euch. Wir, die Bürger Amerikas, sind nun in einer großen nationalen Anstrengung geeint, unser Land wiederaufzubauen und seine Hoffnung für unser ganzes Volk wiederherzustellen.

Gemeinsam werden wir den Kurs Amerikas und der Welt für viele, viele Jahre lang bestimmen. Es wird Herausforderungen und schwierige Situationen geben, aber wir werden es schaffen. Alle vier Jahre kommen wir auf diesen Stufen für die geordnete und friedliche Machtübergabe zusammen. Und wir sind Präsident Obama und der First Lady Michelle Obama für ihre freundliche Hilfe in dieser Übergangszeit dankbar. Sie waren großartig. Danke.

Die heutige Zeremonie, jedoch, hat eine ganz besondere Bedeutung. Denn heute übergeben wir die Macht nicht nur von einer Regierung an die andere oder von einer Partei an die andere, sondern wir nehmen die Macht von Washington D.C. und geben sie an euch, das Volk, zurück. Zu lange hat eine kleine Gruppe in der Hauptstadt unseres Landes von der Regierung profitiert, und das Volk hat die Kosten getragen. Washington blühte, aber das Volk hat nichts von dem Reichtum gehabt. Politikern ging es gut, aber die Arbeitsplätze wanderten ab und die Fabriken schlossen. Das Establishment schützte sich selbst, aber nicht die Bürger unseres Landes. Ihre Siege waren nicht eure Siege, ihre Triumphe waren nicht eure Triumphe. Und während sie in der Hauptstadt unseres Landes feierten, gab es für Familien am Existenzminimum in unserem ganzen Land wenig zu feiern.

All das ändert sich hier und jetzt. Denn dieser Augenblick ist euer Augenblick. Er gehört euch. Er gehört allen, die heute hier versammelt sind, und allen, die in ganz Amerika zuschauen. Dies ist euer Tag, dies ist eure Feier, und dies, die Vereinigten Staaten von Amerika, ist euer Land. Worauf es wirklich ankommt, ist nicht, welche Partei unsere Regierung führt, sondern ob unsere Regierung vom Volk geführt wird.

Der 20. Januar 2017 wird als der Tag in der Erinnerung bleiben, an dem das Volk wieder zu den Herrschern dieser Nation wurde. Die vergessenen Männer und Frauen unseres Landes werden nicht mehr vergessen sein. Alle hören jetzt auf euch. Ihr seid zu Millionen gekommen, um Teil einer historischen Bewegung zu werden, wie sie die Welt noch nie zuvor gesehen hat. Im Zentrum dieser Bewegung steht die entscheidende Überzeugung, dass die Nation da ist, um ihren Bürgern zu dienen. Amerikaner wollen tolle Schulen für ihre Kinder, sichere Wohngegenden für ihre Familien und gute Jobs für sich selbst. Dies sind gerechtfertigte und vernünftige Forderungen von rechtschaffenen Menschen und einer rechtschaffenen Öffentlichkeit.

Doch für zu viele unserer Bürger gibt es eine andere Realität: Mütter und Kinder, die in unseren innerstädtischen Problemvierteln in Armut gefangen sind; verrostete Fabriken, die wie Grabsteine über die Landschaft unserer Nation verstreut liegen; ein Bildungssystem, das genug Geld hat, das aber unsere jungen und schönen Schüler jeglichen Wissens beraubt; und das Verbrechen und die Banden und die Drogen, die zu viele Leben gestohlen und unserem Land so viel unerfülltes Potenzial genommen haben.

Dieses Massaker Amerikas endet hier und jetzt. Wir sind eine Nation, und ihr Schmerz ist unser Schmerz. Ihre Träume sind unsere Träume. Und ihr Erfolg wird unser Erfolg sein. Wir teilen ein Herz, eine Heimat und ein ruhmreiches Schicksal. Der Amtseid, den ich heute schwöre, ist ein Treueeid an alle Amerikaner. Viele Jahrzehnte lang haben wir ausländische Industrien auf Kosten der amerikanischen Industrie reicher gemacht; die Armeen anderer Länder finanziell unterstützt, während wir unsere eigene Armee ausgehungert haben.

Wir haben die Grenzen anderer Länder verteidigt, aber uns geweigert, unsere eigene zu verteidigen. Wir haben Billionen und Aberbillionen von Dollar im Ausland ausgegeben, während die amerikanische Infrastruktur zerfallen ist. Wir haben andere Länder bereichert, während sich der Reichtum, die Stärke und das Selbstbewusstsein unseres eigenen Landes sich über dem Horizont aufgelöst hat. Eine Fabrik nach der anderen schloss und verließ das Land, ohne auch nur einen Gedanken an die Millionen und Abermillionen amerikanischer Arbeiter zu verschwenden, die zurückgelassen wurden. Der Reichtum unsere Mittelklasse ist von ihr gerissen und in der ganzen Welt verteilt worden. Aber das ist Vergangenheit.

Jetzt blicken wir nur in die Zukunft. Wir sind heute hier zusammengekommen, um ein neues Dekret zu erlassen, das man in jeder Stadt, in jeder ausländischen Hauptstadt und in jedem Machtzentrum hören soll. Vom heutigen Tag an wird eine neue Vision unser Land regieren. Vom heutigen Tag an wird es nur noch Amerika zuerst heißen, Amerika zuerst.

Jede Entscheidung zum Handel, zur Besteuerung, zur Einwanderung, zur Außenpolitik wird zum Wohl der amerikanischen Arbeiter und amerikanischen Familien gemacht. Wir müssen unsere Grenzen vor der Verwüstung schützen, die andere Länder anrichten, die unsere Produkte herstellen, unsere Unternehmen stehlen und unsere Arbeitsplätze zerstören. Schutzmaßnahmen werden zu großem Wohlstand und Stärke führen.

Ich werde mit jedem Atemzug meines Körpers für euch kämpfen, und ich werde euch nie hängenlassen. Amerika wird wieder anfangen, zu gewinnen – gewinnen, wie nie zuvor. Wir werden unsere Arbeitsplätze zurückbringen. Wir werden unsere Grenzen zurückholen. Wir werden unseren Wohlstand zurückbringen. Und wir werden unsere Träume zurückbringen. Wir werden neue Straßen und Autobahnen und Brücken und Flughäfen und Tunnel und Bahnstrecken quer durch unser wunderbares Land bauen. Wir werden unsere Leute aus der Sozialhilfe holen und wieder zur Arbeit bringen, unsere Nation mit amerikanischen Händen und amerikanischer Arbeit wieder aufbauen.

Wir werden zwei einfachen Regeln folgen – amerikanisch kaufen und Amerikaner anheuern. Wir werden uns bei den Nationen der Welt um Freundschaft und Wohlwollen bemühen, aber wir tun dies in dem Verständnis, dass es das Recht aller Nationen ist, ihre eigenen Interessen vornanzustellen. Wir streben nicht danach, jemandem unsere Lebensweise aufzuzwingen, sondern, sie als Beispiel leuchten zu lassen. Wir werden leuchten, damit uns alle folgen. Wir werden unsere alten Allianzen verstärken und neue bilden und die zivilisierte Welt gegen radikal-islamischen Terrorismus vereinen, den wir vom Erdboden auslöschen werden.

Die Grundlage unserer Politik wird eine absolute Loyalität zu den Vereinigten Staaten von Amerika sein, und durch unsere Loyalität zu unserem Land werden wir die Loyalität zueinander wiederentdecken. Wenn ihr euer Herz dem Patriotismus öffnet, dann gibt es keinen Platz für Vorurteile. Die Bibel sagt uns wie gut und angenehm ist es, wenn die Völker Gottes zusammen in Einheit leben. Wir müssen unsere Gedanken offen aussprechen, unsere Meinungsverschiedenheiten offen diskutieren, aber immer Solidarität anstreben.

Wenn Amerika geeint ist, dann ist Amerika absolut unaufhaltsam. Es sollte keine Angst geben. Wir sind beschützt und wir werden immer beschützt sein. Wir werden von den großartigen Männern und Frauen unseres Militärs und der Sicherheitskräfte beschützt werden. Und, was am wichtigsten ist, wir werden von Gott beschützt werden. Zu guter Letzt müssen wir groß denken und noch größer träumen. In Amerika verstehen wir, dass eine Nation nur so lange lebendig ist, wie sie etwas anstrebt. Wir werden keine Politiker mehr akzeptieren, die nur reden und keine Taten setzen, die sich ständig beschweren, aber nie etwas dagegen tun.

Die Zeit für leeres Gerede ist vorbei. Nun kommt die Stunde des Handelns. Erlaubt niemandem, euch zu sagen, dass es nicht zu schaffen ist. Keine Herausforderung kann sich mit dem Herz und dem Kampfeswillen und dem Geist Amerikas messen. Wir werden nicht scheitern. Unser Land wird wieder blühen und gedeihen. Wir stehen an der Geburt eines neuen Jahrtausends, bereit, die Geheimnisse des Weltraums zu entschlüsseln, die Welt von den Qualen von Krankheiten zu befreien und die Energien, Industrien und Technologien von Morgen zu nutzen. Eine neuer Nationalstolz wird uns bewegen, unseren Blick erheben und unsere Gräben schließen.

Es ist Zeit, sich an die alte Weisheit zu erinnern, die unsere Soldaten niemals vergessen werden – dass, egal ob wir schwarz, oder braun oder weiß sind, in unseren Adern dasselbe, rote Blut von Patrioten fließt. Wir alle genießen dieselben glorreichen Freiheiten und wir alle salutieren der gleichen, großartigen amerikanischen Flagge. Und egal, ob ein Kind im Großraum von Detroit geboren wird oder auf den windgepeitschten Ebenen von Nebraska, sie blicken auf zum gleichen Nachthimmel, sie haben dieselben Träume im Herzen und sie werden vom gleichen allmächtigen Schöpfer mit dem Hauch des Lebens durchdrungen.

Alle Amerikaner in jeder Stadt, nah und fern, groß und klein, von Berg zu Berg, von Ozean zu Ozean, hört diese Worte. Ihr werdet niemals mehr ignoriert werden. Eure Stimme, eure Hoffnungen und eure Träume werden unser amerikanisches Schicksal bestimmen. Und euer Mut und eure Tugend und Liebe wird uns für immer auf diesem Weg leiten.

Gemeinsam werden wir Amerika wieder stark machen. Wir werden Amerika wieder wohlhabend machen. Wir werden Amerika wieder stolz machen. Wir werden Amerika wieder sicher machen. Und ja, gemeinsam werden wir Amerika wieder großartig machen. Danke. Gott segne euch. Und Gott segne Amerika. Danke. Gott segne Amerika.

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