Blackbox KW 31 – Karl L., oder die bittere Ironie der (Impf-)Geschichte

Lauterbach hat Corona, kein Witz. Merz cancelt sich selber, die FDP hält sich nicht an ihre Zusagen, und in Berlin explodiert Silvesterfeuerwerk. Kannste nicht erfinden ...

Wir sind da nicht auf dem letzten Stand der Forschung, aber: Haben Viren Humor? Es deutete sich schon an, als man lesen musste, dass Vierfachgeimpfte wie Annalena Baerbock und Joe Biden sich infiziert haben. Aber dass es nun auch Karl, den Vielgestochenen, Lauterbach erwischt hat, muss doch ein Scherz sein. Außerdem bindet sich der Mann zusätzlich nach dem Aufstehen einen Atemschutz vors Gesicht … Nein, warte! Mit Freund Buschmann, FDP, verkehrte er in letzter Zeit auch mal wieder maskenfrei. Jedenfalls scheint „Corona-Impf-Prophylaxe“ nur ein weiteres Fremdwort zu sein wie „Gendern“. Ein vernunftbegabter Mensch würde nun an Lauterbachs Stelle das Impfgeklingel noch einmal überdenken, oder wenigstens die Preise mit Biontech nachverhandeln.

♦ Weil sonst nicht viel los ist (die Krawallbürsten befinden sich in der parlamentarischen Sommerpause), konnte sich die Journaille etwas intensiver mit der Vorstellung des Corona-Herbstprogramms der Herren Lauterbach & Buschmann beschäftigen. Die nahezu einheitliche Meinung der Kritiker: Taugt nix. Vor allem der Witz, die Gutgläubigen müssten sich von nun an alle drei Monate impfen lassen, stieß den langsam Aufwachenden bei der Presse zunehmend ganz übel auf. Ganz Mutige mokierten sich sogar über die neuerliche Pflicht zum Tragen einer „FDP2-Maske“.

♦ Apropos. Die armen FDP-Sympathisanten. Da wollten sie sich schon abwenden von den Gelben, und dann wird wieder mal Kubicki ums Eck geschickt, der sagt, dass das Infektionsschutzgesetz in dieser Form „nicht zustimmungsfähig“ ist. Ja, genau der Kubicki, der in den Medien gern den harten Bad Cop mimt und in Abstimmungen dann durch Enthaltung glänzt.

♦ Die zweite Aufregung im Sommerloch: das öffentliche Absingen von Revolutionsliedern. Ausgerechnet beim rotgrünen Nationalfeiertag Christopher Street Day in Stuttgart spielte der DJ des SPD-Wagens den „unfassbar frauenverachtenden“ (offizielle SPD-Einschätzung) Ballermann-Hit „Layla“ an, bevor ihm der Saft abgedreht wurde. Ein Jungsozialist aus dem Homeland NRW hatte zudem notiert, dass der baden-württembergische SPD-Parteichef Andreas Stoch, dieser Grasdaggl, auf dem Umzugswagen zu dem Lied fröhlich mit dem Kopf gewippt hatte. Jetzt haben sie wieder was „aufzuarbeiten“ bei den Roten, meine Herren!

♦ Wir wollen ehrlich zugeben, dass wir die Säuberungsaktionen von Ursel, Annegret und jetzt Christine beim Militär für Aktionen überspannter Frauenzimmer gehalten haben, aber da müssen wir uns wohl korrigieren. Denn offensichtlich gibt es tatsächlich wehrkraftzersetzende Elemente bei der Truppe, die sich jetzt sogar öffentlich zeigen. Das Heeresmusikkorps Kassel scheint ein solcher Haufen unsicherer Kantonisten zu sein, der auf einem Schützenfest in Olpe im Homeland NRW tatsächlich „Layla“ geblasen und getrommelt hatte, obwohl die Obrigkeit das doch eindeutig auf die Liste verdächtiger Noten gesetzt hatte. Kettenhunde, fasst!

♦ Mit Friedrich Merz ist leider auch kein Staat zu machen. Am Montag sagt er, bin dabei mit Biss, am Dienstag sagt er, ich hab’ Schiss. Nachdem linke Radaubrüder ihn beschimpften, weil er an einer Veranstaltung mit Hendryk M. Broder, Anwalt Steinhöfel und dem US-Senator Graham teilnehmen wollte, bekam er es mit der Angst zu tun und cancelte sich gleich selber.

♦ Wie man international richtig Stimmung macht, zeigte die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses Nancy Pelosi. Nach ihrer Taiwan-Reise hat China ein Problem, das sich mit ein paar Manövern kaum lösen lässt. Denn die Kommunisten hatten mit „alles verschlingendem Feuer“ (chinesische Redewendung) gedroht, falls es zu der Reise käme. In Südkorea, ihrer nächsten Station, hatte sich der Regierungschef rechtzeitig in den Urlaub begeben, um sie nicht treffen zu müssen. Man will den Chinesen nicht verärgern, immerhin ist China der größte Handelspartner.

♦ Solch eine Feigheit kann man unserer Außenministerin natürlich nicht vorwerfen. Hingewiesen auf die chinesische Rhetorik im Allgemeinen und auch im Besonderen kündigte sie an: „Wir erarbeiten eine neue China-Politik im Außenministerium.“ Dabei hat man sogar beim „Spiegel“ langsam begriffen, dass ein Wirtschaftskrieg gegen China „keine gute Idee“ sei.

♦ Eigentlich ist Weltpolitik gar nicht so schwer, wie Gerhard Schröder mal wieder unter Beweis stellt. Also: Krim bleibt russisch, alles andere „abwegig“. Statt Nato-Beitritt der Ukraine, „bewaffnete Neutralität, wie Österreich“. Und der Donbass? „Dazu wird man eine Lösung nach dem Schweizer Kantonsmodell finden müssen“, sagte Schröder ausgerechnet der Frauenillustrierten Stern, aber andere wollten wohl nicht mit ihm sprechen, die zahlreichen SPD-Medien schon mal gar nicht, schließlich läuft ein Parteiausschlussverfahren (Entscheidung Montag).

♦ Wenn Sie sich auch gelegentlich fragen, was ist eigentlich Symbolpolitik, verehrte Leser, hier ist ein schönes Beispiel: großer Bahnhof in Mülheim an der Ruhr, Kanzler Olaf besucht eine Gasturbine, genauer gesagt „die“ Gasturbine, über die die ganze Welt spricht. Ein ganz schöner Oschi, das Teil, neben dem unser Olaf klein und verloren aussah. Dabei wusste Kanzler Scholz mit dem Trumm überhaupt nichts anzufangen, weshalb er in die Welt hinausrief: „Es muss nur jemand sagen, ich möchte sie haben, dann ist sie ganz schnell da.“

♦ Tschüss, ich bin beim Klima-Camp, werden ein paar tausend Eltern in den nächsten Tagen hören, denn die Kleinen wollen nochmal was erleben, bevor die Welt untergeht. Gut, das Klima-Camp heißt eigentlich auf Deutsch „System Change Camp“, aber es müssen sich ja schließlich alle wiederfinden, die mitzelten. Als da wären FFF, „Ende Gelände“ oder die „Interventionistische Linke“ (die ihre Freundin Nancy Faeser herzlich grüßen). Warum die Hamburger Polizei so einen Bohei macht und vom „größten Einsatz seit G20“ spricht, erschließt sich nicht. Schließlich singen, tanzen oder kleben sich hauptsächlich die Parteigänger ihrer obersten Dienstbehörde fest oder deren Kinder.

♦ Silvester im Grunewald? Jedenfalls ist jede Menge Feuerwerk hochgegangen, aber weder die rote Barbara (Polizeipräsidentin) noch Dr. (humoris causa) Giffey können sich einen Reim darauf machen.

Schönen Sonntag!


Nicht genug? Lesen Sie Stephan Paetow täglich auf
https://www.spaet-nachrichten.de/

Unterstützung
oder

Kommentare ( 33 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

33 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
Hannibal Murkle
1 Monat her

„ Dabei hat man sogar beim „Spiegel“ langsam begriffen, dass ein Wirtschaftskrieg gegen China „keine gute Idee“ sei.“

Wenn man noch begreifen würde, dass es auf Russland bezogen eine genauso dumme Idee ist… Nachdem Tabus wieder fallen, berichten sogar Mainstream-Teile, für wen wir uns ruiniert haben.

Nachhaltiger Energie und Klimawandler
1 Monat her

Ist mir heut noch eingefallen. Hat nicht der Gauck, unser Altbundespräsident, der mit 200 TEuro im Jahr nicht auch schon von Dunkel-Deutschland gesprochen. Wusste der schon, dass bei uns bald die Lichter ausgehen? Wer bezahlt ihm dann seine dürftige Pension?

November Man
1 Monat her

Da regen sich die grünrotgelb-Bunten gekünstelt über den Schlagerhit Nr.1 in Deutschland als angeblich sexistisches, misogynes, unfassbar frauenverachtendes Lied auf und gleichzeitig hüpfen ihre Anhänger halbnackt auf den öffentlichen Straßen herum.
Dieses Land ist wegen den Linksextremisten und Genderspinnern mittlerweile komplett verrückt geworden. Wie wenn wir wegen der extrem linken Regierung der Versager keine anderen Sorgen hätten.

Hannibal Murkle
1 Monat her
Antworten an  November Man

Ein Song wird die aber nicht auf die Müllhalde der Geschichte schicken, man braucht weit mehr – im Ostblock bemühte sich die Opposition jahrelang um Aufklärung der linken Narrationen mit Samisdats.

ersieesmussweg
1 Monat her

Wurde Lauterbach tatsächlich mit dem gleichen Impfstoff wie die Wahlschafe geimpft? Man darf das bezweifeln.

Anne
1 Monat her
Antworten an  ersieesmussweg

Auch habe diesbezügliche Zweifel. Herr Lauterbach nutzt allerdings seine angebliche Infektion mit leichten Symptomen bereits für eine Werbung des kürzlich zugelassenen antiviralen Pfitzer Medikamentes Paxlovid. Das sollte schon nachdenklich stimmen.

Nowoke
1 Monat her

JWD-Ministerin: Wir haben jetzt ebent – unter meiner Führung – eine neue China-Politiek erarbeitet und da werden wir China total dekarbonisieren, weil es braucht da auch mal ein ganz starkes Zeichen, meine ich, in der Politiek.
Journalist: Wann tritt das in Kraft?
JWD-Ministerin: Das tritt nach meiner Kenntnis…ist das sofort, unverzüglich.

Poltergeist
1 Monat her

Wenn man sich die meist spärlich besetzten Reihen unseres Bundesparlaments ansieht, könnte der staats-delegitimierende Eindruck entstehen, dass Urlaub deren Hauptbeschäftigung ist.

h.milde
1 Monat her

Ich vermisse leider einen Kommentar über einen Buddy des canclernden und Rote Linien nicht anerkennenden CumEx-Scholz, Johannes Kahrs, sPD-HH, ehem.MdB, erwischter Drohanrufer, möglichereise Prüfungstäuscher im 1.Jur. Staatsexamen -> Anruf des Bloggers Klemens Kilic-, Buntverdienstordenträger, Waffenindustrie-, Lobbyspendenempfänger, und engagierter Warburg-Bank-Freund & Fürsprecher, und dessen bescheidenen 200.000€ Sparstrumpf, den die Pozilei in einem Schließfach in einer HH Bank gefunden hat. Allerdings schon am 28.8.2021, also kurz nach der BTW 26.9.2021. Schade, hätte vllt. den einen oder anderen veranlassen können, sein Wahlkreuzchen woanders zu machen? wurde da vllt. was verzögert, indem man die beknntermaßen politisch gehorchende Staatsanwaltschaft darum ebeten hat? Quelle: WOnline, BILD… Mehr

roxy
1 Monat her

Der BMG-Clown frisst jetzt ein Präparat von Pfizer und wirbt auch noch dafür. Weil er Angst vor Komplikationen hat. Trotz „größter Vorsicht“ und 4x Spritzung. Das ist so irre.

Johann P.
1 Monat her

„FDP2-Maske“ – kannste dir nicht ausdenken! Was wäre der Sonntag ohne Paetow, ein Leben ohne Blackbox wäre möglich, aber sinnlos….

Charly
1 Monat her

Als Information :
Der Sprengplatz im Berliner Grunewald ist nicht von der Verwaltung dieser
“ failed city “ angelegt worden. Dieser Platz ist von der US-Armee 1946
als Munitionsdepot in der Nähe zum Stützpunkt der Panzerbrigade im
US-Sektor
eingerichtet worden und wurde nach deren Abzug 1990 weitergeführt.

Last edited 1 Monat her by Charly