Nicht nur in Minnesota: Gewaltsame Proteste gegen die Abschiebebehörde ICE

Am Ende mussten sie kommen, die teils gewaltsamen Proteste gegen ICE-Beamte. Noch schlimmer ist nach wie vor die Rhetorik der Abschiebegegner in den USA, denen die Gesetze des Landes nicht am Herzen zu liegen scheinen. Wohl aber Ausländer, die sich illegal im Land aufhalten und in vielen Fällen schwerst kriminell wurden.

picture alliance / ZUMAPRESS.com | Ringo Chiu
Los Angeles, Kalifornien, USA, 10. January 2026

Für das Wochenende wurden in verschiedenen Staaten der USA Proteste gegen die Abschiebungsbehörde ICE angekündigt. Das zentral herausgegebene Motto: „ICE out for good“ – die Immigrations- und Zollbehörde der Vereinigten Staaten (United States Immigration and Customs Enforcement) solle den jeweiligen Staat, die jeweilige Stadt für immer verlassen. Das ist schon ein mehr als merkwürdiger Ansatz. Denn natürlich würde wohl so mancher Bürger dem endgültigen Abschied des örtlichen Finanzamtes nicht ablehnend gegenüberstehen. Aber die Forderung danach ist doch meist nicht Gegenstand von Demonstrationen und Protesten. Genauso merkwürdig ist also die Forderung nach dem Abschied der Abschiebungsbehörde.

Bemerkt wird das kaum. Eine Rolle mag spielen, dass in den USA keine Behörde als unentbehrlich angesehen wird. Wenn sie ihre Arbeit nicht gut erledigt, darf man gegen sie in gewissem Maße opponieren. Aber dieses Recht endet dort, wo die Tätigkeit der Behörde behindert wird. Und dieses Maß ist in Bezug auf ICE seit langem überschritten.

Eskalierender Konflikt
Minnesota: Tödlicher Zwischenfall bei ICE-Operation
Am Freitagabend forderten Demonstranten den ICE-Abzug aus Minneapolis. Der Protest von „weit mehr als tausend Personen“ wurde als „disruptiv“ angesehen, 29 Festnahmen folgten. Um 1 Uhr nachts hatten die Polizisten die Menschenmasse aufgelöst.

Der Bürgermeister der Stadt, der noch aus der Affäre George Floyd bekannte Democrat Jacob Frey, beharrte darauf, dass die „breite Mehrheit friedlich protestiert“ habe.

Bis zum 12. Februar ist „Lernen von zu Hause“ an den Schulen von Minneapolis erlaubt – wegen befürchteter Anti-ICE-Demonstrationen. Die Polizei war derweil teils abwesend und ermöglichte den Demonstranten so die Errichtung von Straßenbarrikaden.

Wegen unordentlichen Verhaltens – und das schließt auch Gewalt ein – wurden in Portland (Oregon) mindestens 80 Demonstranten festgenommen. Auch dort war es zu Zwischenfällen zwischen der Abschiebungsbehörde und ICE-Gegnern gekommen – die in diesem Fall aber sogar direkte Mitglieder der venezolanischen Drogen- und Prostitutions-Mafia Tren de Aragua gewesen zu sein scheinen.

Am Samstag folgten Demonstrationen in Washington D.C., einer kleineren Stadt bei Minneapolis und wieder in Minneapolis selbst, wo die Kongress-Abgeordnete Ilhan Omar die Demonstranten zusammen mit anderen Abgeordneten zum ICE-Hauptquartier der Stadt führte, wie Fox News berichtet. Die Menge brach laut dem Ministerium für Heimatschutz in mehrere Hotels ein und verwüstete diese im Bemühen, ICE-Beamte „zu verjagen“. Den Boden dafür hatte auch Gouverneur Tim Walz bereitet, der die ICE-Beamten im letzten Jahr als „moderne Gestapo“ bezeichnet hatte. ICE-Direktor Todd M. Lyons hatte darauf erwidert: „Es scheint, dass Herr Walz es vorzieht, wenn gewalttätige kriminelle Ausländer in die Gemeinden von Minnesota entlassen werden. Wenn dem Gouverneur die Gesetze nicht gefallen, steht es ihm frei, sich dafür einzusetzen, dass der Kongress sie ändert, aber er sollte davon absehen, ICE-Beamte in Gefahr zu bringen, indem er sie mit einer der abscheulichsten Gruppen der Geschichte vergleicht.“

Auf den Anti-ICE-Demonstrationen wird immer wieder von Parolen berichtet wie: „Rette ein Leben, töte ICE!“ Oder auch: „Kristi Noem wird hängen.“ Auch die Hotels, in denen ICE-Beamte vermeintlich wohnen, werden immer wieder eingekreist oder auch mit Lärm belästigt. Das ist es, was auch Vizepräsident JD Vance mit „doxxing“ ansprach.

Vance hat sich inzwischen mit aller Kraft in die Bresche geworfen und ein neues Video des Vorfalls geteilt, das aus der Sicht des ICE-Beamten zeigt, wie er von Good angefahren wird. Vance gab aber zu, dass es sich um eine Tragödie handele, doch die Medien hätten in vielem „schamlose Propaganda“ betrieben.

In einem anderen Tweet wies er darauf hin, „die Festnahme und Abschiebung dieser Personen“ sei „für die nationale Sicherheit von entscheidender Bedeutung“. Und weiter: „Die Democrats werden unsere Strafverfolgungsbehörden in den Tod treiben, wenn sie nicht aufhören, über dieses Thema und die Menschen, die für unsere Sicherheit sorgen, zu lügen.“ Verlinkt ist eine Galerie mit Porträts straffällig gewordener Ausländer, die von ICE abgeschoben wurden, darunter mehrere Kindesvergewaltiger und Mörder.

Andernorts rief Vance dazu auf, ihn als politischen Exponenten der aktuellen Politik anzugreifen, nicht die Beamten, die die Gesetze ausführen. Aber auch Vance kam nun wohl in den Genuss, gedoxxt zu werden. Ein Bild seines (?) Hauses wurde von einer Nutzerin veröffentlicht, zusammen mit dem Kommentar: „Wir wissen, wo du lebst JD“.

Ein anderes vom DHS veröffentlichtes Video zeigt, wie Renee Good vor dem fatalen Moment minutenlang die Hupe ihres Autos betätigt und dazu auch tanzt, offenbar um alle Umstehenden aus dem Konzept zu bringen. Aus dem Hintergrund hört man zudem die Trillerpfeifen, die wohl andere Anti-ICE-Protestler blasen.

So sorgt das Geschehen vom Mittwoch noch immer für Streit, und das ist es auch, was die Gegner der rechtmäßigen Abschiebepraxis wollen: Ein Verfahren soll streitig aussehen, in dem schlicht die Gesetze angewandt werden, die nicht erst die Trump-Regierung einführen musste, sondern die schon zuvor bestanden. Das Heimatschutzministerium (DHS) postete außerdem dieses Bild aus Minnesota.

Anzeige

Unterstützung
oder

Kommentare ( 10 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

10 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
Kassandra
2 Stunden her

Zeitlupenbilder aus Minnesota – zusätzlich zu dem einen Clip, den uns der örr zur Verfügung stellt – und der die Situation eher verfälschend darstellt: „This was a reasonable self defense response from the ICE agent. We can’t keep letting people get away with undermining law enforcement — there is also responsibility on civilians to act reasonably during these interactions. This was preventable. If only the individual in the car did not try to flee the scene.“  https://x.com/TheRabbitHole/status/2009010503256056154 . Was die Frage aufwirft – finden die Proteste alle in „blauen Staaten“ oder Städten statt – und wie hoch mag der Anteil der… Mehr

Milton Friedman
2 Stunden her

zeigt wie Renee Good minutenlang die Hupe ihres Autos betätigt und dazu auch tanzt

Das ist ätzend, man kennt es von Linken. Aber es rechtfertigt keinen Kopfschuss. Diese Rechtfertigungen durch die Blume seitens einer Behörde sind abstoßend.

Leroy
2 Stunden her

Diese ungebildeten woken Demonstranten übertreten jede Grenze der Rechtsordnung, wohl wissend, dass das ihr Gegenüber nicht darf. In D werden Polizisten angegriffen, beleidigt und bespuckt und müssen das hinnehmen…..in den USA wird seit Trump der Colt gezogen.
Und schon sank die Mordrate um 20 % nachdem 2 Mio Illegaler den Heimweg angetreten haben……..aber das sieht Elmar Thevesen sicher anders.

AmpelFluechtling
3 Stunden her

Die ganze Debatte ist doch wirklich unsinnig von den Linken. Wenn die Polizei dich auffordert den Motor auszustellen und das Auto zu verlassen muss man Folge leisten. Das ist in Deutschland nicht anders, sonst wird man zumindest verhaftet. Das die Frau dann aufs Gas tritt und auf den Beamten zufährt ist versuchter Mord und wurde in diesem Fall sofort mit der Waffe geklärt. Das ganze war zu 100% vermeidbar hätte sie den Anweisungen Folge geleistet. ICE sind wirklich moderne Helden. Die Männer beseitigen den kriminellen Dreck von den amerikanischen Straßen und die USA hatten 2025 die niedrigste Mordrate seit über… Mehr

Raul Gutmann
3 Stunden her

Noch schlimmer ist nach wie vor die Rhetorik der Abschiebegegner in den USA, denen die Gesetze des Landes nicht am Herzen zu liegen scheinen.

Angesichts der Erkenntnisse, die exponiert in Verbindung der „Black Lives Matter-Bewegung“ stehen, sollten zuallerest die „alternativen Medien“ Abstand von dem Narrativ nehmen, besagte Proteste entstammten einem wie auch immer gearteten bürgerlichen und damit demokratisch legitimierten Protest.
Vielmehr dürften hinter jenen „Aktionen“ finanzstarke Organisationen stehen, die aus ideologischen oder kommerziellen Interessen eindeutig subversiven Charakter aufweisen und daher mit den Mitteln des Rechtsstaates zu bekämpfen sind.

Harry Charles
3 Stunden her

ICE = HELDEN! Linke können sich nur mit Betrug oder Zwang an der Macht halten. Eines ihrer „Standbeine“ in den USA war die illegale Migration. „War“ deshalb weil Donald Trump die ICE – Truppe so gut aufgestellt hat, dass die illegale Einwanderung schon unmittelbar nach seinem Amtsantritt fast völlig gestoppt wurde und gleichzeitig Massenabschiebungen begannen. Die Linken sehen das deshalb nicht gern, weil sie (in Kalifornien sogar noch im Verein mit mafiösen Großgrundbesitzern, die durch Beschäftigung illegaler Schwarzarbeiter Riesenprofite gemacht haben) Illegale in Nacht- und Nebelaktionen mit Führerscheinen ausgestattet haben, womit sie dann wählen gehen konnten. Auf diese Weise haben… Mehr

Sanijo
3 Stunden her

Kann das FBI nicht diese linke Vögel wie oben auf den Bild, einen netten lebenslangen Urlaub auf Guantanamo Bay all inklusive spendieren? Irgendwas mit Terrorismus, muss doch gehen!

Rasparis
3 Stunden her

Der Weltverbrecher No.1, Soros, und dessen OSF vermittels deren ObamaDem-Handlangern am Werke.

mediainfo
3 Stunden her

Noch schlimmer ist nach wie vor die Rhetorik der Abschiebegegner in den USA, denen die Gesetze des Landes nicht am Herzen zu liegen scheinen.

Sie sind nicht willens das zu respektieren, was die Mehrheit politisch wünscht und demokratisch gewählt hat, es ist einfach anti-demokratisch, bemäntelt mit einer Pseudo-Menschlichkeits-Rhetorik.

Ich hoffe dass die US-Regierung nicht einknickt, sondern das macht, was ihre Aufgabe ist, nämlich Recht und Gesetz Geltung zu verschaffen.

Last edited 3 Stunden her by mediainfo
Haba Orwell
4 Stunden her

> Noch schlimmer ist nach wie vor die Rhetorik der Abschiebegegner in den USA, denen die Gesetze des Landes nicht am Herzen zu liegen scheinen. Wohl aber Ausländer, die sich illegal im Land aufhalten und in vielen Fällen schwerst kriminell wurden. Nicht schlimmer als ausländisch gesteuerte Krawalle im Namen des Sohns des gestürzten blutrünstigen Diktators mit Krone (mit dem Trump nicht mal reden will): „Proteste im Iran gegen ausgeartete „Demonstrationen““ > „… Ein israelischer Minister hat kürzlich erklärt, dass israelische Agenten derzeit in Iran operieren, inmitten der Massenproteste, die durch wirtschaftliche Probleme ausgelöst wurden. Dies wird als Hinweis auf Mossad-Aktivitäten gesehen,… Mehr

Last edited 4 Stunden her by Haba Orwell