UN Women: Die sehr späte sehr halbherzige Verurteilung der Hamas-Angriffe auf Israel

Eine UN-Gruppe, die sich für die „Ermächtigung von Frauen“ einsetzen will, verpasste es 50 Tage lang, deutliche Worte zum Terrorangriff der Hamas auf Israels Zivilisten zu finden, der mit Vergewaltigungen und Frauenmorden einherging. Die entmenschlichende Gewalt gegen israelische Frauen soll aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt werden.

IMAGO / UPI Photo

Fast zwei Monate hat es gedauert, bis UN Women – die „Einheit der Vereinten Nationen für Gleichstellung und Ermächtigung der Frauen“ – eine offizielle Erklärung zu den „brutalen Angriffen der Hamas“ auf Israel herausgab. Dabei war von Anfang an klar, dass brutalste sexuelle Gewalt gegen Frauen bei dem Terrorangriff auf israelische Zivilisten eine wesentliche Rolle gespielt hat. Auch der 45-Minuten-Film, den die israelische Regierung meist aus den GoPro-Kamerabildern der Terroristen zusammengeschnitten hat, zeigt die Vergewaltigungen auf dem Rave-Festival und die blutigen Kleidungsstücke der Mädchen und Frauen, daneben die Bilder toter Teenager, die ohne Hosen mit gebrochenen Beinen auf dem Schlachtfeld zurückblieben.

Stephans Spitzen:
Wo bleibt der internationale große Aufschrei der Feministinnen?
Im Kibbuz Beeri wurde eine 14-Jährige vergewaltigt und durch einen Kopfschuss ermordet. Ähnliche Szenen spielten sich zuhauf in der Nähe des Kibbuz Re’im, auf dem Supernova-Festival ab. Eine Augenzeugin berichtet von einer Gruppenvergewaltigung einer noch lebenden Frau. Einer der Vergewaltiger gab der Frau einen Kopfschuss, ohne sich die Hose hochzuziehen. Danach schnitten die Terroristen der Frau eine Brust ab und spielten damit. Später wurden viele verstümmelte Leichen gefunden, auch Frauen mit Schuss- sowie Stichwunden im Unterleib, mit gebrochenen Becken oder Beinen.

Die israelische Polizei nahm noch am 7. Oktober die Ermittlungen wegen der vielfachen Vergewaltigungen auf. Acht Tage nach Kriegsbeginn wurde eine unabhängige Expertenkommission eingesetzt, um Fälle zu sammeln und zu dokumentieren. Für Cochav Elkajam Levy, Jura-Dozentin an der Hebräischen Universität in Jerusalem, gibt es keinen Zweifel daran, dass „Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen wurden“. Das Verstörende an diesen Taten ist die Verquickung der bestialischen sexuellen Gewalt mit der brutalen Ermordung, die Verstümmelungen und Knochenbrüche, zuletzt das Paradieren mit den geschändeten Frauenkörpern wie im Fall (nur einer von vielen) der Deutsch-Israelin Shani Louk.

Ausbleibende klare Verurteilung untergräbt Autorität der UN weiter massiv

Zahllose junge Frauen wurden entführt, auch wenn sie sich wehrten. Und wie nun ein Sprecher des US-Außenministeriums erklärte, weigern sich die Hamas-Führer, junge Frauen aus ihrer Geiselhaft zu befreien, weil sie befürchten, dass sie das im Gazastreifen Erlebte erzählen könnten.

UN Women tat sich offenbar sehr schwer mit einer Reaktion auf diese Geschehnisse. Die UN-Frauen-Einheit ignorierte all diese bekannten, vielfach auf Video festgehaltenen Einzelheiten fast zwei Monate lang.

50 Tage nach dem Geschehen gab man zwar ein Statement auf Instagram heraus, löschte es aber umgehend wieder. Im bald geposteten Folgestatement fehlte die Verurteilung der Hamas. Die absurde, entmenschlichende Gewalt gegen israelische Frauen sollte aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt werden. Die Jura-Dozentin Levy gibt zu Bedenken: „Die mangelnde Verurteilung dieser Verbrechen untergräbt die Legitimität internationaler Einrichtungen.“

Im Gegensatz dazu hatte man schon in einer Pressemitteilung vom 14. Oktober ein Ende der Kämpfe in Gaza gefordert, sprach sogar von Angriffen auf Zivilisten in den „besetzten palästinensischen Gebieten“ – dabei fanden in denen weder Terrorakte noch Angriffe überhaupt statt. Aus dem Gazastreifen hatte sich Israel schon vor Jahren zurückgezogen.

Als das offizielle Statement kam, ging es vor allem um Kriegsopfer

Erst am 1. Dezember, 55 Tage nach dem Beginn des Terror-Angriffs der Hamas, kam ein ausführliches Wort zum Gaza-Krieg. Neben dem späten Zeitpunkt lässt sich auch der Inhalt der Erklärung kritisieren. Es war keine Erklärung zu den Verbrechen der Hamas, sondern ein Text, der beide Kampfparteien zu einer „Lage in Israel und dem Gazastreifen“ vermischt.

Gleich im ersten Satz geht es um die israelische Militäroperation, die darauf abzielt, die Geiseln zu befreien und der Terrororganisation Hamas das Lebenslicht auszublasen, was zugegebenermaßen ein schwieriges Unterfangen ist, aber von vielen auch außerhalb Israels geteilt wird, bis hin zu Olaf Scholz und Robert Habeck. Doch UN Women kritisiert in ihrem ersten Satz die „wiederaufgenommenen militärischen Operationen in Gaza“ und tun so, als ob der Krieg der Israelis gegen ihren terroristisch agierenden Gegner mit den Terrortaten gleichzusetzen wären: „… alle Frauen, israelische und palästinensische so wie alle anderen, haben ein Recht auf ein Leben in Sicherheit und frei von Gewalt.“ Wer wollte das bestreiten, aber es sind im Wesentlichen die Taten der Hamas, die dies nicht nur in Israel erschweren.

UN Women versteckt sich weiterhin hinter dem plakativen Satz, auch im offiziellen Tweet. Die sexuellen Angriffe auf israelische Frauen folgen nur als Anhang und werden dabei wiederum mit dem Krieg in Gaza gleichgesetzt, ganz so, als zielte auch der direkt auf palästinensische Frauen. Doch sexuelle Gewalt durch israelische Soldaten ist nicht bekannt geworden. Über die Gründe für den Eiertanz der UN-Frauen muss man nicht lange rätseln. Die „UN-Einheit“ ist paritätisch aus den Mitgliedsländern zusammengesetzt, Sympathien für den „globalen Süden“ (zu dem Israel nicht gehört) sind breit gesät.

Man erinnert sich auch an den Zufall, dass der Iran im UN-Frauenrat saß, just zu der Zeit, als die Anti-Kopftuch-Proteste in dem Land begannen. Die verschiedenen UN-Organisationen zeigen dabei regelmäßig eine Mischung aus Trägheit und Wirklichkeitsflucht. So auch in diesem Fall. Man muss sich offenbar abgewöhnen, wenn man es nicht schon längst getan hat, den verschiedenen UN-Gruppen eine natürliche „Autorität“ zuzuweisen.

Die bekannte israelische Satire-Sendung „Eretz Nehederet“ kann nur noch mit größtem Zynismus auf all das reagieren:

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Kommentare ( 30 )

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the ministry of silly walks
2 Monate her

Palästinenser sind of Color, Opfer von Kolonialismus und Rassismus. Israelis sind weiß und in jeder Hinsicht erfolgreich. Irre: die Juden sind jetzt selber die Nazis. Weiße jüdische Frauen stehen glaub ich noch unter alten weißen Männern in der multisektionalen Opferhierarchie. Daher alles totschweigen, relativieren, Ja-aber-Gelaber. Die UN entlarvt sich als Interessenvertretung von Diktatoren, Unrechtsregimen, Islamischen Staaten, Failed States, Judenfeinden, Abzockern – ich bewundere Israel für das Ignorieren dieses unsagbaren Haufens…

Last edited 2 Monate her by the ministry of silly walks
Nibelung
2 Monate her

Selbst hier fast man den Nahost-Krieg wie ein rohes Ei an und läßt dabei die eigene Courage und die Verteidigung des Rechts vermissen, was ebenso erschütternd ist, wenn man die ganze Angelegenheit objektiv betrachten will.

Da kann man so seine eigenen Zweifel kriegen, ob so manches noch aus voller Überzeugung beschrieben wird, denn wir sind nicht nur von der UN verlassen, als billiges Werkzeug des digitalen Komplexes und seiner Hintermänner, denn wer sich dann auch noch gegenüber der Gerechtigkeit wegbückt, scheint auch nicht gerade vom Kampfgeist beseelt, wenn man das ganze Leiden sieht und es nur einer Seite anlasten will.

Boudicca
2 Monate her

Statt diesen bestialischen Überfall auf das schärfste zu verurteilen, den Gazastreifen mit UN-Truppen zu sichern und die Freilassung der Geiseln zu fordern, haben sich die Funktionäre der UN sich auf die Seite der Palästinenser gestellt und den Schlachtzug von aufgegeilten Terroristen auf Israel relativiert. Die UN sowie die UN Women sind also inzwischen obsolet und keinen Cent der Steuergelder der westlichen Bürger wert, die den ganzen Funktionärszirkus im Namen de Wahrung von Humanität finanzieren. Die westliche Welt ist nicht mehr in der Lage ihre Werte zu sichern und unterwerfen sich der Barbarei hinter schnöden Phrasen und feiern sich lieber für… Mehr

Helfried Petersen
2 Monate her

Inzwischen wurde auch bekannt, dass nicht nur Frauen, Mädchen und Kinder (!) vergewaltigt wurden, nein – es wurden auch Männer vergewaltigt. Diese Informationen stammen von den überlebenden Opfern. Und das wurde von einem „Täter-Klientel“ getan, das in Gaza und der Westbank homosexuelle Handlungen mit „Kopf ab“ quittiert. Nach Informationen von freigelassenen, weiblichen Geiseln haben die sexuellen Übergriffe auch nicht geendet, nachdem sie entführt worden waren.

Vau8
2 Monate her

Netanyahu hat vollkommen recht, wenn er sagt, als nächstes seid „ihr“ (der Westen) dran. Die Feiglinge der Hamas, die Täter, werden ebenso Aufnahme in Germanistan finden wie diejenigen Palästinenser, die die Barbarei ablehnen. Die UN und ihre Unterorganisation sind moralisch verkommen bis ins Mark. UN und globalistische „Philanthropen“ sind eins. Schon interessant, dass Soros in Israel Hausverbot hat.

rainer erich
2 Monate her

Wir kaemen dem eigentlichen Problem deutlich naeher, ein zugegebenermassen sinnloser Versuch, wenn wir diese Gruppen endlich als kriminelle Vereinigungen begreifen wuerden, als zumindest fuer einige Menschen lebensgefährlich Feinde, kurz, wenn nach Jahr und Tag, unzähligen „Ereignissen“ und Aussagen endlich die Realitaet erkannt wuerde. Es ist voellig gleich, mit welcher dieser Vereinigungen man sich befasst, sie sind allesamt sowohl von „transhumanistischen“ Maechtigen beherrscht wie auch von transhumanistischem Personal be – und durchsetzt. Nichts von dem, was darueber steht oder narrativ verkündet wird, ist wahr. Im Gegenteil. Es sind allesamt Instrumente des Boesen, im einen religiösen Begriff zu verwenden, aber genau so… Mehr

Michael W.
2 Monate her

Die sind nicht die einzigen, die die Klappe nicht aufkriegen. Es ist nicht mal 80 Jahre her, als solche judenfeindliche Parolen deutsche Parolen waren. Und jetzt sind sie wieder überall zu hören. UNFASSBAR! Und warum halten die Feministinnen die Klappe? Die Vergewaltiger waren keine „alten, weißen Männer“. Der Hass auf diese Gruppe ist so groß, dass Muslime einfach alles ungeahndet dürfen, weil sie keine „weißen Männer“ sind.

Rob Roy
2 Monate her
Antworten an  Michael W.

Man müsste ja zugeben, dass man sich im Feindbild geirrt und die falsche Gruppe (also die der alten, weißen Männer) zu Unrecht angegangen ist.
Ideologische verblendete Menschen können solche Fehler nicht eingestehen, zumal es ja auch ihr Weltbild zerstören könnte.

Frank1
2 Monate her

Ich kritisiere ungern „anonyme Organisationen“. Am Ende geht es immer um Menschen. Also nennen wir doch Ross und Reiter: Seit 2021 leitet die Jordanierin Sima Bahous die Organisation UN Women.

margit-kaestner
2 Monate her

Unsere feministische Außenpolitik dürfte somit fehlgeleitet sein. Kein Wort der Anklage, mehr als dürftig, Solidarität mit den Opfern ob in Israel oder auch bei uns, scheint eher gewollt und wünschenswerter Weise rücksichtslos abgehakt werden. Mich ekelt und widert dieses laute verschweigen nur noch an.

Manfred_Hbg
2 Monate her

„Zitat“ aus israel. 45 Min.-Film: „1 Hamas-Terrorist benutzte das Mobiltelefon einer israelischen Frau, um seine Eltern anzurufen: „Vater, ich bin in … Ich habe gerade 10 Juden getötet, ihr Blut ist in meinen Händen, Gott sei Dank, sag Mama, dein Sohn tötet Juden.“ Der Mann (Vater) und die Frau (Mutter), mit denen er spricht, schreien nur und antworten: „Töte, töte, töte“ > Das ist ein (nacherzählter) Ausschnitt aus dem israelischen 45-Min.-Film. Und nach den antisemitischen Demos bei uns und un EUrops durch die hier lebenden Palästinenser, überlege und frage ich dann auch hier mit Bluck nach Israel und auf diesen… Mehr

Chris Groll
2 Monate her
Antworten an  Manfred_Hbg

Es kommt noch hinzu, daß von den arabischen Staaten niemand diese Palästineneser (Hamas als auch Zivilisten) aufnehmen will. Die wissen warum. Die befürchten Unruhen, Instabilität und Terrror. Wir werden diese Menschen, diesen Terror unterstützen, dann zu uns holen. Ist alles gewollt.
Heute gelesen: „Die Zustimmung zur Hamas unter den Palästinensern andererseits ist groß. So gaben Mitte November 95% der Palästinenser in Gaza und dem Westjordanland an, dass sie der aktuellen Lage wegen sehr stolz sind, Palästinenser zu sein.“