Israel und Marokko: Trump vermittelt den nächsten historischen Friedensdeal

In den letzten Monaten schlossen mehr arabische Staaten Frieden mit Israel, als in den Jahrzehnten zuvor. Die Präsidentschaft von Trumphat eine neue, friedlichere Epoche für den Nahen Osten eingeläutet.

imago images / UPI Photo
Trump mit den Außenministern von Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten nach der Unterzeichnung der Abraham Abkommen

In seinen vermutlich letzten Monaten im Weißen Haus sorgt Donald Trump noch einmal außenpolitisch für Aufsehen: Jetzt wurde ein neuer historischer Friedensdeal im Nahen Osten unter US-Vermittlung bekannt: Marokko normalisiert seine Beziehungen zu Israel.

„Dies wird ein sehr herzlicher Frieden sein. An diesem Hanukkah hat das Licht des Friedens im Nahen Osten noch nie so hell gestrahlt wie heute “, sagte Israels Ministerpräsident Netanjahu in Jerusalem zu dem neusten Abkommen. Vereinbart wurden u.a. Direktflüge zwischen Israel und Marokko, die Aufnahme diplomatischer Beziehungen und eine wirtschaftliche und technologische Zusammenarbeit.

Marokko ist damit bereits das vierte arabische Land, das im Stil der “Abraham Abkommen” Frieden und eine Normalisierung der Beziehungen mit dem jüdischen Staat beschlossen hat, all das in diesem Jahr unter Vermittlung der Trump-Regierung. Zum Vergleich: Die einzigen zwei anderen Friedensverträge arabischer Staaten lagen fast drei Jahrzehnte zurück und jeweils mehr als zehn Jahre auseinander: Jordanien 1994 und Ägypten 1979.

Mit der Nahostpolitik unter Trump wurde auch die herkömmliche Meinung, Israel könne nur Frieden mit der arabischen Welt schließen, wenn es eine sogenannte Zweistaatenlösung mit der Palästinenserführung gäbe, widerlegt.

Noch vor vier Jahren erklärte Obamas Außenminister John Kerry: “Ohne den palästinensischen Prozess und den palästinensischen Frieden wird es keinen fortgeschrittenen und getrennten Frieden mit der arabischen Welt geben. Jeder muss das verstehen.” Das ist Zeugnis einer völlig fatalen Fehleinschätzung; Trump verlegte die US-Botschaft nach Jerusalem, viele behaupteten das würde zu einem Flächenbrand oder sogar zu einem Krieg in der Region führen – aber das Ergebnis ist eine Welle der Annäherung.

Die “Experten” von damals, die in der Nahostpolitik grundfalsch lagen, wie Außenminister John Kerry, die Nationale Sicherheitsberaterin Susan Rice oder andere kehren nun bald in die US-Regierung unter Joe Biden zurück. Die zwei bekommen zwar keine Kabinettsposten – ein republikanischer Senat würde sie wohl nach ihren Fehltritten im Nahen Osten, Kerrys Verantwortung für den Iran-Deal und Rices Täuschen der Öffentlichkeit über die Hintergründe des Angriffs auf die US-Botschaft in Benghazi 2012, kaum bestätigen. Trotzdem kommt ideell in vielerlei Hinsicht die alte Obama-Elite zurück ins Weiße Haus und wird dort die Politik bestimmen.

Es bleibt trotzdem zu hoffen, dass Biden das vollenden kann, was Trump begonnen hat, etwa mit einem Friedensvertrag zwischen Saudi-Arabien und Israel. Trump-Berater Jared Kushner, der als Architekt der neuen Friedensabkommen gilt, sagte über einen solchen Deal: “Israel und Saudi-Arabien kommen zusammen und zu diesem Zeitpunkt ist eine vollständige Normalisierung unvermeidlich, aber der Zeitrahmen muss offensichtlich noch ausgearbeitet werden”. Außerdem sei dafür weiterhin eine “starke US-Führung in der Region” erforderlich.

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Kommentare ( 9 )

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Wolfram_von_Wolkenkuckucksheim
4 Monate her

Ob Trump es in diesem Dezember noch schafft, dass Peking Taiwan anerkennt? Oder dass zwischen Indien und Pakistan Ruhe endgültig einkehrt und Kaschmirfrage geklärt ist. Zuzutrauen ist es Trump.

Wolfram_von_Wolkenkuckucksheim
4 Monate her

Man wird Statuen für Trump bauen. Und es ist auch zum Besten der arabischen Staaten, wenn sie nun israelische High-Tech importieren können. Mal sehen, wie lange es braucht, wie die antisemitische Hetze aus den Köpfen der Menschen ist. Die Schulbücher haben ja Generationen von arabischen Kindern vergiftet.

Ralf Poehling
4 Monate her

Dass ich das noch erleben darf… Wunderbare Entwicklung, Danke!

Es gibt Politiker, die profitieren vom Chaos.
Und es gibt Politiker, die beenden es einfach.
Wir brauchen dringend mehr Politiker von der letzten Sorte.

country boy
4 Monate her

Trump tut doch den ganzen Tag nur Fehler machen. Und in der restlichen Zeit tut er lügen. Mit dieser dümmlichen Propaganda haben unsere Qualitätsjournalisten von den Ericusspitze in den letzten 4 Jahren die deutsche Intelligenzija versorgt. Unglaublich, dass unsere Anywheres diesen journalistischen Müll auch noch gefressen haben. Unglaublich, dass dieselben Leute über das Schicksal unseres Landes bestimmen.

Last edited 4 Monate her by country boy
Landdrost
4 Monate her

Und unsere Politdarsteller kriegen noch nicht einmal ein Migrantenrücknahmeabkommen mit Marokko zustande. Die konzentrieren sich auf den Kampf gegen Rechts und das Haltungzeigen.

bkkopp
4 Monate her

Wir kennen die Nahost-Politik länger als Jared Kushner am Leben ist. Alle genannten Länder waren nie mit Israel im Krieg, weshalb die Normalisierung und Annäherung nicht als Frieden bezeichnet werden kann. Krieg besteht gegen Syrien, und kriegerischer Terror gegen Israel geht von den Palästinensern aus, mit Unterstützung aus dem Iran, Qatar und anderen Öl-Arabern. Wir können nicht ausschließen, dass die Hamas im Gaza für ihren Raketenterror gegen israelische Städte weiterhin Unterstützung aus genau den Ländern erhält, die jetzt das Abraham-Accord geschlossen haben. Mit den tatsächlichen Kriegsgegnern gibt es leider keinen Frieden. Ich anerkenne, dass Israel mit den Normalisierungen kurzfristig aufgewertet… Mehr

Silverager
4 Monate her
Antworten an  bkkopp


Man kann natürlich selbst am Positivsten noch kleinkariert rummäkeln.

Wolfram_von_Wolkenkuckucksheim
4 Monate her
Antworten an  bkkopp

Ein Friedensvertrag ist kein Bündnis. Israel nun vorzuwerfen, einen Friedensvertrag mit den VAE, Saudi-Arabien und mit Marokko abzuschließen, weil diese Länder Diktaturen seien, ist ein doppelter Standard, denn anderen Ländern wird es nicht vorgeworfen, z. B. Deutschland. Es herrscht schließlich auch Frieden zwischen Deutschland und diesen Ländern. Wichtig ist, dass dieser Schritt gegangen wird und dass die arabischen Staaten auch wirtschaftliche Vorteile davon haben. Das ist das wichtigste, denn wenn es sich in klingende Münze niederschlägt, hat auch der einfache Bürger etwas davon. Israel wird arabisches Öl gut gebrauchen können. Israel hingegen hat High-Tech, Gemüse und Bewässerungstechnik. Ich frage mich… Mehr

Libertardistani
4 Monate her

Was mich sehr berührt hat und ich großartig finde: die Botschafter der VAE und Israels in Berlin treffen sich erstmals persönlich. Zum Schirmherrn des Treffend ist gebeten worden und hat mit Freude angenommen Frank Müller-Rosentritt MdB Vorsitzender FDP Sachsen. Auch dieses Treffen ist letztendlich den Erfolgen von Trump zu verdanken!