Während die Lage sich oberflächlich beruhigt habe, werden Einblicke in den Aufstand gegen das Islamische Regime möglich. Trump gibt sich verhalten zufrieden, was das Verhalten der Teheraner Führung angeht. Viele Iraner scheinen das anders zu sehen.
picture alliance / NurPhoto | Andrew Leyden
Mit seiner letzten Wortmeldung hat Donald Trump klar gemacht, dass er die Iraner in der Pflicht sieht, ihre Revolution selbst zu vollenden. „Iranische Patrioten, setzt euren Protest fort – übernehmt eure Institutionen“, schrieb Trump auf Truth Social, um erst danach fortzufahren: „Hilfe ist unterwegs.“
Laut dem Trump-Vertrauten Lindsey Graham wird es keinen Bodeneinsatz geben, allerdings werde der Präsident „die Hölle losbrechen lassen – wie er es versprochen hat –, nachdem das Regime über jede seiner roten Linien“ getrampelt sei. Zur Auswahl stünden nun ebenso militärische wie psychologische und Cyber-Angriffe auf die iranische Führung.
Als Problem für schnelle und effektive Luftschläge erscheint die Abwesenheit eines US-Flugzeugträgers in Gewässern nahe dem Iran. Allerdings befinden sich B-2-Stealthbomber der USA auf dem Luftstützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean und senden dort bereits seit längerem ein Warnsignal an den Iran. Daneben werden Schläge vom Land aus diskutiert. Die USA und das UK haben Personal aus der Al-Udeid-Basis in Katar abgezogen – was von Offiziellen als „Vorsichtsmaßnahme“ präsentiert und allgemein mit den von Trump erwogenen Militärschlägen verbunden wird. In Al-Udeid sind 10.000 US-Soldaten stationiert, neben um die 100 britischen Truppen. Laut BBC haben Italien und Polen ihre Bürger zum Verlassen des Irans aufgerufen.
Ein Blick auf die Natur der Proteste in den Landesteilen
Eine Graphik des Guardian legt nahe, dass die Zahl der berichteten Proteste und Demonstrationen seit dem 8. Januar, als die Mullahs das Internet abschalteten, abgenommen hat, dass aber die Teilnehmerzahlen an den Protesten, von denen wir danach erfahren haben, im Schnitt höher waren als zuvor. Das bedeutet: Eine Glocke des Schweigens liegt über dem Land, darunter aber brodelt es immer weiter, was auch neue Videos belegen.
Viele Medien blicken nun immer noch auf das Protestgeschehen der letzten Woche, das inzwischen abgeflaut sei. Vielleicht entgehen die Aktionen der Teheraner Jugend aber auch den dort sitzenden Korrespondenten von ARD und anderen? Am Donnerstag und Freitag, so heißt es, gab es bisher die größten Proteste.
Dagegen stellt das Tehran Bureau, das bereits mit dem Guardian zusammengearbeitet hat, gemäß Augenzeugenberichten fest, dass es „kriegsähnliche Zustände in mehreren Stadtvierteln“ von Teheran, Schiras, Maschhad und andernorts gebe (oder gegeben hat?). Das Ausmaß des jetzigen Aufstands ist demnach nicht mit dem von 2022 zu vergleichen.
Vor allem die beiden größten Städte Teheran und Maschhad, auch Schiras werden als „aktive Schlachtfelder“ beschrieben. Demnach öffnen Nachbarn den verfolgten Widerstandskämpfern ihre Gartentore (manchmal nützt auch das nichts), während das Regime auch Drohnen einsetze, um Versammlungen aufzuspüren. An die gefundenen Orte würden dann Kräfte entsandt.
Es gibt zudem Unterschiede zwischen der Hauptstadt und anderen Städten, die vielleicht noch ins Gewicht fallen könnten. Während die Bürger von Teheran meist keine Waffen trügen, gebe es in kleineren Städten echte Kämpfe. Dort besäßen mehr Bürger Jagd- oder sogar militärische Waffen. Videos werden aber meist nur aus den wohlhabenderen Teilen Teherans gesendet, da Starlink-Ausrüstungen dort naturgemäß häufiger sind. Elon Musk hat ja die Benutzung seines Dienstes auch erst gerade kostenlos gemacht
In den ärmeren Vierteln von Schiras (einer Großstadt von knapp zwei Millionen Einwohnern) seien die Kämpfe besonders intensiv. Zivilisten würden sich mit Messern und Macheten gegen Schusswaffen wehren. Die Folge: Es gibt mehr zivile Opfer als bei den staatlichen Kräften. Einige der ärmeren Viertel seien No-Go-Zonen für die Kräfte des Regimes. Daneben gibt es noch unbestätigte Berichte über beschädigte oder abgefackelte schiitische Schreine in Schiras. Es handelt sich dabei nicht um alte Monumente, sondern um nach 1979 entworfene und vom Regime zur Machtbefestigung errichtete Schreine.
Auch in Karadsch, einer Großstadt nur 40 Kilometer von Teheran, ist die Situation laut Augenzeugenberichten „kriegsähnlich und grauenerregend“. Offenbar wurden viele Menschen getötet.
In der zentraliranischen Mittelstadt Fuladshahr (88.000 Einwohner) entlud sich von Anfang an – bestärkt von den Aufrufen Reza Pahlawis – große Gewalt. Das Rathaus, das örtliche Gericht und ganze Barackenviertel seien niedergebrannt worden.
Justiz-Chef kündigt Schauprozesse an
Bei aller Unklarheit der wirklichen Opferzahlen im Iran scheint eines klar: Jedes dieser Opfer, bei denen es sich meist um junge Männer und Frauen handelt, ist für Angehörige und Freunde sehr schwer zu verkraften und greift insofern die Kampfkraft der Aufständischen an. Der US-Sender CBS News stellt die Zahl von bis zu 20.000 Opfern in den Raum.
Am 14. Januar begannen außerdem die möglichen Hinrichtungen von Aufrührern, die manchmal nicht einmal ein Schnellverfahren erhielten. Allerdings hat Außenminister Araghtschi mittlerweile angekündigt, dass vorerst (am Mittwoch und Donnerstag) keine Hinrichtungen stattfänden, auch nicht die des 26-jährigen Erfan Soltani aus Karadsch. Das kann man als Reaktion auf Donald Trump sehen, der für diesen Fall „sehr starke Handlungen“ angekündigt hatte. Insbesondere vor Erhängungen hatte Trump gewarnt. Laut Trump haben die Tötungen im Iran weitgehend aufgehört – das führt der US-Präsident vermutlich auf seine Warnungen an Teheran zurück.
Der Chef des Justizapparats postete einen Text, der wiederum deutlich genug ist. Man will nun Schauprozesse zur besseren Unterrichtung der „geschätzten Bürger“: „Wir bemühen uns um Vorkehrungen, damit – unter Berücksichtigung rechtlicher Aspekte – der Prozess gegen einige der Hauptakteure der jüngsten Unruhen öffentlich und von Medienberichterstattung begleitet wird, damit unsere geschätzten Bürger über die Einzelheiten und das Ausmaß der von ihnen begangenen Handlungen sowie ihre Zugehörigkeiten und Verbindungen informiert werden.“
Weiter gehen allerdings auch die Berichte von Vermögensverlagerungen ins Ausland – diesmal durch den Sohn des Obersten Führers, Mojtaba Chamenei.
Auch Reza Pahlawi wiederholte seine Aufrufe zur Standhaftigkeit an die iranischen Aufrührer – vor allem nach dem Blutbad des Regime: „Nach all den Massakern liegt ein Meer von Blut zwischen uns und dem Regime.“ Pahlawi ruft daneben die Armee auf, sich auf die Seite der Aufständischen zu stellen.

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Nach Starlink Abschaltung wurde Trump plötzlich ganz ruhig…eine militärische Operation stand kurz zuvor…die Technik zum Starlink abzuschalten haben nur Russland und China, ein Schock für die westliche Welt…ohne Starlink, keine digitale Infrastruktur –> ausländische Akteure verlieren den Überblick, Mangels Daten & Infos war der von USRAEL geplante Regime-Change nicht möglich. China&Russland werden noch stärkere Partner und ein gefallener Iran geht für diese Staaten gar nicht. Die Welt stand kurz vor einem Krieg…aber wurde nochmal abgewendet. Weil Moskau eingegriffen und USA sich zurück gezogen haben.
Man sollte mittlerweile wissen, dass Herr Trump gerne die Hühner aufscheucht, um zu sehen, wie sie sich verhalten.
Leider sind unsere Hühner ziemlich dämlich, denn sie springen über jedes kleine Stöckchen, so, wie es der Dompteure gerne sieht.
Es glaubt doch hoffentlich niemand daran, dass das Leben der Menschen im Iran, unter den Diktaten der Mullahs, für die dortigen Bürger von Vorteil ist? Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Ausnahmen sind: Man ist selbst Chef der Geheimpolizei Man ist selbst ein Mullah Oder man ist ein russischer Oligarch Im Vergleich zu Afghanistan, bietet der Iran den eingewanderten Afghanen natürlich mehr Wohlstand und den Frauen mehr Freiheit. Aber wer möchte sich schon mit Afghanistan vergleichen müssen? Der Iran sichert Moskau Öl- und Gasgeschäfte in der arabischen Welt. Dieses wird dann auf dem Weltmarkt als „russisches Öl und russisches Gas“ verkauft.… Mehr
Hier können sich leider nur wenige vorstellen, wie es ist, unter starren und auf ewig unveränderbaren Koransuren oder Fatwas sein Leben in Unterwerfung und unbedingtem Gehorsam ausrichten zu müssen.
Die Unverträglichkeit der Schariagesetze für die Freiheit hier in Essenz: https://goldseiten-forum.com/wcf/attachment/152566-scharia-f%C3%BCr-nicht-muslime-pdf/
Für jeden Menschen mit Intelligenz schwer zu ertragen.
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Aber mit jedem, der aus muslimischen Ländern hier im Abendland aufschlägt, wird auch für uns die Luft dünner – und solche wie Daniel Günther passen sich, indem sie Unfreiheit der Meinung fordern, ja schon in vorauseilendem Gehorsam neuen Herren an?
ANBEI
Gerade war die Meldung zu hören, dass der iranische Frachter Rona im Kaspischen Meer in Seenot geraten und am sinken sein soll.
Bei der iran. Rona soll es sich ausgerechnet um jenen Frachter handeln, der Waffen vom Iran nach Russland transportieren soll.
Alle 14 Besatzungsmitglieder wurden laut Meldung gerettet.
„Wie die Iraner kämpfen und Trump sich durchsetzt“ – gegen Protestierende in den USA, indem er von den Iranern lernt.Trump hat angekündigt das Militär einzusetzen gegen die Protestierenden gegen seine „ICE Pistoleros“ – mit der gleichen Begründung wie die Mullahs im Iran – wegen „Rebellion“ Von Iran lernen. heißt siegen lernen 😉 – Trump ein gelehriger Schüler. Bisher hat er mit seiner „viel Feind viel Ehr“ Strategie nur Niederlagen eingefahren. Trumps nächts Niederlage heißt – Grönland. Moakau hat verlautbaren lassen, dass mit Trumps Grönland-Plan, russische Interessen übergangen werden im Bereich der „Sicherheit“. Das wird nicht ohne Folgen bleiben und sehr… Mehr
Dort wo die Bürger aufgrund fehlenden Waffenbesitzes praktisch wehrlos sind, werden sie abgeschlachtet. Dort wo sie selbst Waffen haben und sich wehren können, kostet es das Regime sehr viel mehr, kleinere Fortschritte zu erzielen.
Hier sieht man in Echtzeit, so traurig dass auch ist, warum die Möglichkeit einer effektiven Selbstverteidigung lebenswichtig ist. In Deutschland ist uns diese Möglichkeit durch die Politik praktisch vollständig genommen.
Ihre „Wildwest Cowboy“ Phantasien haben noch nirgendwo Frieden, Freiheit und Demokratie gebracht. Werden sie mal erwachsen und lesen sie keien „Wildwest Romane“ mehr.
Schade, dass von dir absolut keinerlei Argumente kommen. Liegt es daran, dass du keine hast? Oder woran liegt das?
Wer nach dem Kosovo-„Nie wieder Auschwitz“, Brutkästen in Kuwait, Massenvernichtungswaffen im Irak, Demokratische Rebellen in Syrien, Libyen etc, Bekämpfung ISIS „für Frauenrechte“ in Afghanistan, dem Maidan, Aufstände in Hong Kong, noch irgendein Wort oder Bericht aus westlichen Medien glaubt, dem ist nicht zu helfen und verdient was bald über den Westen hereinbrechen wird.
Und hier auch noch die letzten Reste der eigenen Glaubwürdigkeit durch Quellen aus „X“ in den Orkus zu kippen? Was würden wohl richtige Profis wie Peter Scholl-Latour zu solcher billiger Propaganda wohl sagen?
Anscheinend wurde der Weltkrieg (mögliche Entwicklung) im letzten Augenblick abgesagt: „US-Militärschlag gegen Iran kurzfristig abgebrochen?“ > „… Offenbar wurde ein US-Angriff auf den Iran in letzter Minute abgebrochen. Das berichten mehrere Quellen am Donnerstag, nun deutet sich eine Entspannung an. … In der Nacht auf Donnerstag war der iranische Luftraum fast vollständig leer. Teheran gab eine NOTAM-Meldung (Notice to Air Missions) heraus. Damit wurde die Flugregion Teheran für alle Flüge geschlossen … Mehrere Meldungen behaupten nun, die USA hätten einen Militärschlag in letzter Minute abgebrochen. …“ Zwei glaubwürdige (?) Indizien für Entspannung: > „… Al-Jazeera meldet, die USA hätten den Iran… Mehr
Keine Sorge, Trump beißt nicht, er bellt blos unerträglich viel und und laut.
US-Bericht: Israel brachte Trump von Angriff auf den Iran ab.
Wenn Sie nur mal belegen würden, wo Sie das herhaben – denn auch dort sind Medien link und lassen sich nutzen – genau wie bei uns:
https://www.whitehouse.gov/mediabias/
Ein Wahlmotiv der Anhänger von Trump war, dass er sie aus diesen total teuren und unerfolgreichen Kriegen wie im Afghanistan und dem Irak raus hält. Meinem Gefühl nach eskaliert Trump jetzt mehr als früher. Aber er beschränkt sich bisher auf einzelne Schläge (wie im Iran oder in Venezuela) und vermeidet längere teure und möglicherweise verlustreiche Kriege. Dem würde entsprechen, wenn Trump einzelne Luftschläge gegen den Iran führt. Aber ich denke dieses „All In“ wie im Irak oder Afghanistan wird er nicht machen. Die Bilanz beider Kriege ist wirklich katastrophal. Und das ist den Amerikanern auch klar. Auf jeden Fall ist… Mehr
> Aber er beschränkt sich bisher auf einzelne Schläge Das würde hier nicht funktionieren – die Iraner haben bereits harte Reaktion angekündigt. Böses Medium: „Ein Täuschungsmanöver? Trump rudert im Fall der Iran-Unruhen zurück“ > „… Nachdem der Ölpreis angefangen hatte zu steigen, hat Trump seine Äußerungen zur „Tötung von Demonstranten“ in Iran relativiert. Seitdem befinden sich die deutschen Medien in einer Narrativkrise und blenden Trumps neue Äußerungen gezielt aus. …“ Glücklicherweise gibt es nicht nur Lückenmedien. > „… neue Proteste wurden bislang nicht gemeldet. Stattdessen warnte Teheran nach Drohungen aus Washington seine Nachbarstaaten vor möglichen Angriffen auf US-Militärbasen in der… Mehr
Das „islamische Regime“ kämpft gegen islamische Rebellen. So ehrlich wollen wir doch wenigstens sein? Oder glaubt hier jemand, dass es anders ist? Dann gerne heraus mit der Sprache, ich bin ganz Ohr! 👂🏻
Na ja, „islamische Rebellen“? Hinter jedem „Rebellen“ sollen ja 2 Mossad-Männer stehen. Wer entfacht das ganze: Völkerrechtswidrige Sanktionen seit 40 Jahren der USA und angeschlossener Verbrecherstaaten (EU), 40.000 Starlink – Geräte. Wer hetzt die Menschen auf? Unter anderem der Sohni vom alten Schah, der wo lebt? (USA)
Das Buzzwort „völkerrechtswidrig“ darf natürlich seit Baerbock nicht fehlen.
Und wahrscheinlich war schon Mohammed jüdischer Agent, um Unfrieden im Morgenland zu stiften.
Wollten Sie als jemand mit einer gewissen Intelligenz auf Freiheit verzichten und als Unterworfener leben, der bei jedem Fehlverhalten gegen die Vorschriften aus den Suren oder der Scharia mit Sanktionen durch quasi Jedermann auf der Straße rechnen muss?
Wir hier auf dem Weg.