Ursula von der Leyen steht einem Apparat vor, der vor Korruptionsvorwürfen nur so strotzt – und ihre Mehrheit im Parlament sorgt dafür, dass darüber möglichst nicht gesprochen wird. Eine nicht vom Volk gewählte Präsidentin, die Transparenz predigt und Aufklärung regelmäßig blockiert, ist selbst zum größten Risiko geworden.
picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth
Der Skandal um das College of Europe und den Europäischen Auswärtigen Dienst ist kaum öffentlich geworden, da zieht die Brüsseler Mehrheit schon die Schotten dicht. Nicht etwa, weil der Fall zu klein wäre, sondern weil die Debatte dazu von den „falschen“ Fraktionen gefordert wird.
Im Zentrum stehen keine Hinterbänkler, sondern eine frühere EU-Außenbeauftragte und ein hochrangiger Funktionär des Apparats: Federica Mogherini und Stefano Sannino wurden festgenommen, weil der Verdacht besteht, eine öffentliche Ausschreibung für eine Diplomatenschule zugunsten des College of Europe manipuliert zu haben. Die Ermittlungen laufen, rechtlich gilt die Unschuldsvermutung, politisch brennt es trotzdem lichterloh.
Doch die Mehrheit, die Ursula von der Leyen in Straßburg trägt, winkt ab. Hinter verschlossenen Türen, in der Konferenz der Präsidenten, wird der Vorstoß beerdigt, bevor er überhaupt das Licht des Plenarsaals sieht. Was nicht auf der Tagesordnung steht, existiert offiziell nicht: So einfach ist die Hygiene der Brüsseler Machtstatik.
Pikant: Ausgerechnet jene Fraktionen, die sonst jedes Mikrofon ergreifen, wenn es um „Transparenz“, „Good Governance“ und „wertebasierte Außenpolitik“ geht, halten sich auffallend zurück. Die Grünen erklären, man unterstütze grundsätzlich nicht die Agenda der rechten Antragsteller. Mit anderen Worten: Es ist weniger wichtig, was verhandelt wird, als wer den Finger in die Wunde legt.
Die Linksfraktion hatte nach Bekanntwerden des Skandals vollmundig eine Debatte in Straßburg angekündigt, ließ den Punkt dann aber in der entscheidenden Sitzung liegen und ordnete andere Themen höher ein. Wer sonst gern vom Kampf gegen Korruption spricht, war plötzlich anderweitig beschäftigt, als es konkret um die eigene EU-Diplomatie ging.
Dabei ist das Prinzip simpel: Wer öffentliche Mittel verwaltet und andere Staaten mit Rechtsstaatsauflagen drangsaliert, sollte kein Problem mit offener parlamentarischer Kontrolle haben. Ein EKR-Vertreter bringt es auf den Punkt: So wie Licht Keime abtötet, hält öffentliche Kontrolle die politische Klasse in der Spur oder entlarvt sie. Genau dieses Licht will die Von-der-Leyen-Mehrheit im Moment lieber dimmen.
Die Sozialisten verstecken sich hinter Verfahrensargumenten und verweisen darauf, der Antrag sei „nicht korrekt eingereicht“ worden. Gleichzeitig existiert keine Regel, die es verbieten würde, einen solchen Punkt in der Konferenz der Präsidenten oder später einzubringen. Wer sich hinter Formalien verschanzt, zeigt vor allem, dass er die Debatte nicht will – nicht, dass er sie nicht führen dürfte.
Die EVP und Renew liefern den nächsten Rettungsring: Man müsse erst einmal die belgischen Behörden ihre Arbeit machen lassen, alles andere sei „verfrüht“. Das übliche floskelhafte Gewäsch, auf das man sich gerne herausredet.
So verfestigt sich der Eindruck weiter, den viele Bürger längst haben: Brüssel kennt zwei Geschwindigkeiten. Turbo-Aufklärung, wenn man mit Skandalrhetorik politisch punkten kann und Verwaltungsleerlauf, sobald es der eigenen Machtbasis, den eigenen Netzwerken und der eigenen Kommissionspräsidentin konkret gefährlich wird.
Dass die Mehrheit im Parlament eine Debatte über diesen Fall ausgerechnet jetzt blockiert, sagt mehr über den Zustand der EU-Institutionen aus als jede Sonntagsrede über „europäische Werte“. Wer andere zur Transparenz zwingt, aber beim ersten Hauch von Korruptionsverdacht im eigenen Haus den Rollladen runterlässt, liefert selbst das schärfste Argument gegen diese Brüsseler Klasse.
Am anderen Ende des Atlantiks kommentiert Elon Musk offen, man solle die EU, die ihm und X Intransparenz vorwirft und eine 120-Millionen-Euro-Klage angestrengt hat, als politisches Gebilde besser ganz abschaffen. Eine Aussage, die man in Brüssel gern als „extrem“ oder „anti-europäisch“ wegwischen will. Die aber mittlerweile von einem Großteil der EU-Bürger geteilt wird. Je öfter Korruptionsskandale vertuscht, Debatten abgewürgt und Kritiker mundtot gemacht werden, desto plausibler wirkt genau diese radikale Diagnose: Nicht die „Populisten“ zerstören das Vertrauen in Europa, sondern eine abgehobene Führungsschicht um Ursula von der Leyen, die jeden Anspruch auf Rechtsstaat und Transparenz zur hohlen Phrase verkommen lässt.




Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Es ist noch „besser“: der im vdL-Pfizer-Impfstoff-Korruptionsskandal ermittelnde EU-Staatsanwalt hat ja bekanntlich seine Ermittlungen eingestellt. Was nur die wenigsten wissen … dieser Staatsanwalt ist wie in Deutschland (da hat die EU wohl vom „großen Meister“ gelernt) weisungsgebunden. Und weisungsbefugt ist – tatäää – die EU-Kommission mithin Ursula von der Leyen selbst. Das ist doch klasse, wenn man die Ermittlungen gegen ein selber durch eine kurze Anweisung abwürgen kann.
Langsam ist doch alles nur noch beschämend und langweilig Es ist doch spätestens öffentlich bekannt, das diese korrupte v.d. Leyen, welche Mail löschte und alles gegen eine Aufklärung zu Corona-Lügen unternahm, eine Gefahr für Europa ist. Sie ist immer noch in Amt und Würden. Also was soll das alles. Die Lügner, Demokratieheuchler, Lumpen und Verbrecher sind momentan der Stolz Europas und alle applaudieren noch.
Nieder mit vdL, nieder mit der EU!
CDU, immer wieder CDU. Zeit für ein Parteiverbot.
Dass ich nach 75 Jahren, auf meine „alten Tage“ all den „irren Sch…“ noch erleben muss! Es kann einem – wenn man nicht aufpasst – am Ende noch das ganze Leben versauern. –
Kann?
Hat es schon lange.
Im Schutz unantastbarer Haftungsfreiheit und Machtarroganz zeigen nicht nur die EU-Politganoven schon jetzt, dass ihre Narrenfreiheit, die sich in einem stinkenden Korruptionsgeflecht prächtig entfalten kann, die Basis für ihre Schandtaten ist. Leider gibt’s ohnehin keine Macht mehr, die diese Polit-Bagage einbremst und ihrem schändlichem Handeln Grenzen aufzeigen kann.
Egal um welche Vorfälle, Vergehen und Verstöße es geht, solange nicht endlich eine breite Masse an Menschlein geeint und friedlich in Schwung gerät, solange wird der Tango Korrupti nur noch ausgelassener und unverschämter getanzt. Also, es liegt an den Menschlein, diesem verbrecherischen Ringelpiez endlich ein Ende zu machen.
Wie soll man die EU anders nennen, als eine korrupte Bagage. Und wissen Sie wie wütend es macht, dass man diesem kriminellen Haufen keinen Einhalt gebieten kann? Und dass eine Frau an der Spitze steht, die nach ihren ganzen Skandalen normalerweise Besuche von ihren Kindern in der Untersuchungshaft bekommen müsste. Die neue Diktatur ist zu 75 Prozent errichtet. Chatkontrolle und digitales Zentralbankgeld werden den Rest vollenden.
Deshalb versteh sich Ursel von der Leine und Selenskij so gut, einer korrupter, als der andere, die heilige Freifaltigkeit Merz, Macron, Starmer mittendrin.
Aber Hochmut kommt vor dem Fall. Es gab in der Geschichte schon genug Fehleinschätzungen,.
Das war alles vorhersehbar, hat Robert Michels sein „Ehernes Gesetz der Oligarchie“ doch schon 1911 präsentiert. Kurz: große Organisationen führen zu viel Bürokratie, die wiederum zu Machtkonzentration und die dann zur Machtkorrumption. Und genau das sehen wir. Genau deswegen würde sich jeder Schweizer an den Kopf packen, wenn man ihm erzählt, dass die Konzentration von politischer Macht eine gute Idee wäre. Die EU muss zerschlagen werden. Die AfD sollte jetzt schon den Dexit versprechen. Denn die grotesken Lügen, dass Deutschland und die Deutschen von diesem Gebilde profitieren würden, werden in wenigen Monaten/Jahren ganz schnell zusammenfallen. Die EU ist Versailles 2.0… Mehr