Der Überfall auf das Hotel Das Kronthaler am Achensee

Günther Hlebaina im Hotel Das Kronthaler am Achensee vertraute auf die Eigenverantwortung seiner Gäste und schrieb: „Niemandem, aber auch schon gar niemandem, steht es zu, gesunde Menschen vom gesellschaftlichen Leben auszuschließen.“ Das rief die Staatsmacht auf den Plan. Von Chris Veber

Günther Hlebaina im Hotel Das Kronthaler am Achensee tat am 20.12.2021 etwas Unerhörtes. Er vertraute auf die Eigenverantwortung seiner Gäste und schrieb: „Niemandem, aber auch schon gar niemandem, steht es zu, gesunde Menschen vom gesellschaftlichen Leben auszuschließen.“

In anderen Worten, er kontrollierte nicht mehr den „G-Status“ oder die Maskierung seiner Gäste. Diesen Angriff auf die Grundfesten des Corona-Regimes konnte der Staat natürlich nicht unbeantwortet lassen. Seit der Weigerung, weiter den Hilfssheriff der Regierung zu spielen, wurde Das Kronthaler an 14 Tagen von den Behörden „besucht“.

Anfangs drei bis vier Mal täglich, inzwischen kommen die Beamten nur noch einmal wöchentlich. Immer mit einem Aufgebot der Polizei, mal zu viert, dann wieder 13 Mann hoch. Gerne in Begleitung von Finanzpolizei, Arbeitsinspektorat oder Gewerbeamt. Die Strategie war offensichtlich, erstens möglichst viele „Verfehlungen“ nachzuweisen, und zweitens die Gäste zu vertreiben.

Diese Strategie ist krachend gescheitert. Das Kronthaler ist ein gewissenhaft geführtes Haus, alle Steuern werden abgeführt, die Angestellten korrekt bezahlt. Hotelier Hlebaina erzählt, noch nie zuvor so viel und so positiven Zuspruch durch seine Gäste erfahren zu haben. Das Hotel wird überrannt und ist bestens gebucht.

Auch der Nachweis als Corona-Hotspot wollte nicht gelingen. Weder unter den Mitarbeitern noch unter den Gästen ist es zu einer Häufung von Infektionen gekommen.

Selbst der Versuch durch die Bezirkshauptmannschaft Schwaz, mit einer Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gegen Günther Hlebaina persönlich vorzugehen, ist gescheitert. Die Anzeige wurde eingestellt.

Günther Hlebaina

Die Verzweiflung bei Bezirkshauptmann Herbert Brandl muss groß gewesen sein. Vor allem, weil sein Einsatzleiter Winkler bei einem Einzelverhör (!) gegenüber Günther Hlebaina in scharfem Ton erwähnt hatte: „Sie wissen was Sie da anrichten? Das hat heute vom Landeshauptmann abwärts alle beschäftigt!“ Landeshauptmann Günther Platter persönlich hatte ein Auge auf die aus Sicht der Betreiber des Ausnahmezustandes unhaltbare Situation geworfen!

In dieser Situation schickte Bezirkshauptmann Brandl am 9. Februar 2022 seinen bisher größten Greiftrupp los: 13 Mann, wie immer ortsfremde Polizisten, um ungebührliche Verbrüderung mit den Delinquenten vorzubeugen. Diese Praktik ist sonst in Diktaturen weit verbreitet.

Der Trupp rückte am Waldweg an und versuchte, sich über einen Seiteneingang Zutritt zu verschaffen. Was scheiterte. Nachdem den Beamten am Haupteingang Einlass gewährt wurde, machten sie sich an ihre Aufgabe. In Gruppen von drei bis vier Mann durch das Haus schleichen und „Vergehen“ gegen die Regierungspolitik ahnden. Bei den Gästen war die Ausbeute niedrig, dafür konnte ein Mitarbeiter des Kronthaler kurzfristig verhaftet werden: ein junger, engagierter Barkeeper, den Behörden durch die vorherigen 13 Kontrollen gut bekannt. Sein „Verbrechen”: Er hatte nach Vorlage seines „G Nachweises“ zuerst zwei Cocktails für Gäste fertig mixen wollen, bevor er seinen Personalausweis holen ging. Dafür wurde er an die Wand gedrückt, in Handschellen durchs Haus geführt und in 30 Kilometer Entfernung wieder ausgesetzt. Seine Lippe ist aufgesprungen, durch das grobe Anlegen der Handschellen kann er nicht richtig arbeiten. Er wurde vor den Augen von Mitarbeitern und Gästen gedemütigt. Was im Sinne der Behörde gewesen sein dürfte.

Nach der Beamtshandlung des Hotels machte sich ein Teil der Polizisten zum privaten Wohnhaus der Mitarbeiter auf. Dort nutzten sie eine Gelegenheit, als Angestellte das Gebäude verließen, stellten wortwörtlich einen Fuß in die Tür und fingen an, im privaten Wohnbereich die „Corona Maßnahmen“ zu kontrollieren. Einer Gruppe von Schilehrern, die vom Rodeln kam, wurde wegen fehlender Maskierung Strafen ausgestellt.

Mit all diesen Aktionen verstößt der Staat gegen Gesetze. Es ist eben NICHT erlaubt, Menschen nach Belieben zu verhaften. Es ist NICHT erlaubt, ohne Genehmigung in private Wohnbereiche einzudringen. Es ist NICHT erlaubt, sich über sämtliche Regeln des Rechtsstaates hinweg zu setzen.

Wird der gesetzliche Impfzwang ausgesetzt?
Impfpflicht und peinliche Obrigkeitlichkeiten in Österreich
Aber der Zweck heiligt offensichtlich die Mittel. Hotelier Hlebaina muss weg. Derzeit droht ihm die Behörde mit dem Entzug der Gewerbeberechtigung wegen „Unzuverlässigkeit“. Dass Günther Hlebaina seit Jahrzehnten ein untadeliger Unternehmer ist, geschenkt. Dass er sich aus eigener Kraft zum größten Arbeitgeber und Steuerzahler des Ortes Achenkirch hochgearbeitet hat, egal. Dass unzählige Menschen sich an die Behörden gewandt haben und unter anderem ein Ende „des letztklassigen Schlechtmachens“ des Unternehmers gefordert haben, vernachlässigbar. Die einzige „Unzuverlässigkeit“, derer Günther Hlebaina sich schuldig gemacht hat, ist die politische Unzuverlässigkeit. Er wehrt sich gegen den Abbau unserer Demokratie. Das reicht, damit der Staat einen Menschen vernichten will.

Denn was zählt, ist einzig und allein die Durchsetzung der sinnfreien, wirkungslosen und willkürlichen „G Regeln“ und des ebenso absurden Maskenzwangs. Die Durchsetzung des andauernden Ausnahmezustandes. Dafür nehmen Bezirkshauptmann Brandl und Landeshauptmann Platter auch hundert Arbeitslose in Kauf.

Die Gäste von Günther Hlebaina haben ihm geschrieben, wie sehr es sie freute, „wieder Mensch sein zu dürfen“. Hlebaina selbst wird im Moment ein normales Leben verunmöglicht, weil er seinen Gästen eine kurze Flucht in die Normalität schenkte.

Es ist Zeit, uns zu entscheiden. Sind wir wie Günther Hlebaina, wollen wir eigenverantwortlich, frei und in Würde leben? Dann müssen wir Widerstand gegen den Unrechtsstaat leisten. Verweigern wir die Mitarbeit bei der Durchsetzung sinnfreier „Corona Maßnahmen“. Wählen wir nie wieder die Parteien, die uns die Freiheit nehmen wollten (ÖVP, Grüne, SPÖ, Neos). Seien wir solidarisch mit Menschen und Unternehmen, die für unsere Freiheit und Würde aufstehen.

Ich für meinen Teil werde meine Solidarität auf sehr angenehme Weise zeigen, indem ich Das Kronthaler als zukünftiger Stammgast besuche. „Wieder Mensch sein“ hat in Zeiten wie diesen einen hohen Wert und das Hotel ist wirklich wunderschön gelegen. Ich werde an der Bar ein fettes Trinkgeld geben und auf die Abwahl von Bezirkshauptmann Brandl und Landeshauptmann Platter anstoßen. Und natürlich vor allem auf Günther Hlebaina, Das Kronthaler und unsere Freiheit.


Chris Veber Ex-Philosoph, Ex-Grüner, Unternehmer, freier Journalist, Innsbruck https://chrisveber.blogspot.com/

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Kommentare ( 92 )

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Wolf
3 Monate her

also wenn man die „nie wieder“ und „wie konnte das passieren“ und „warum haben alle mitgemacht“ Sprechblasenabsonderer hört – egal ob Nationalsozialisten, Kommunisten in RUS, VRC, Rote Khmer, die Dinge in Ruanda und Ex-Jugoslawien, Chile und San Salvador, Glaubenskriege – die vom Staat bezahlten machen mit – andere im Glauben das richtige zu tun – aus „Haltung“ und weil sie Tag und Nacht von der Propaganda berieselt werden. Frage: Würden die „Ungeimpften“ und die positiv getesteten abgeholt und ins Lager kommen – wer würde sich weigern und wer freiwillig mitmachen? Und wenn dann als nächsten die Endlösung des Ungeimpfen-Problems anstehen… Mehr

Albert Pflueger
3 Monate her

Donnerwetter, der Mann hat Eier! Ich bewundere ihn aufrichtig.

elly
3 Monate her

Das Kronthaler als zukünftiger Stammgast besuchen = empfehlenswert.

Sonny
3 Monate her

Es würde mich interessieren, ob es auch solche standhaften, ehrbaren Unternehmer in Deutschland gibt. Eine Schande, wie mit gesunden und empathischen Menschen umgegangen wird, die sich nie auch nur irgendetwas zu Schulden kommen haben lassen, außer gegen eine Diktatur Flagge zu zeigen. Politiker, die in diesen Zeiten ihren Caesarenwahn ausgelebt und grundsätzlich gegen ihre eigenen Mitmenschen gehandelt haben, soll der Blitz treffen. Zumindest aber die absolute Bedeutungslosigkeit und die soziale Ächtung. Da bin ich ganz bei altherbrachten Weisheiten: Wie du mir, so ich dir. WIR werden jedenfalls nicht vergessen. Auf keinen Fall. In diesem Zusammenhang möchte ich mal bei all… Mehr

Last edited 3 Monate her by Sonny
teanopos
3 Monate her

Kranker Staat gegen gesunder Mann/Bürger (auch geistig) Bzw.: Wer oder was hier die Krankheit ist wird Mal wieder mehr als deutlich. Zum Vergleich stelle man als nächstes Bsp. auch mal den Lauterbach(Staat) neben einen normalen Bürger. Fallen diese Verhaltensauffälligkeiten eigentlich niemanden mehr auf? Oder ist das medial gewollt? Jungelcamp? Geht’s um die Klicks? von den Klickaffen? Auch die gemeinen Medien können sich damit schon länger in die Reihe der zu behandelnden einreihen. Anne Will & Co. lassen grüßen. In Politik und Medien überwiegend nur noch Verhaltensauffällige. Bei denen läuft sowas unter Diversität und Inklusion oder? Und die ganzen A… wissen… Mehr

Last edited 3 Monate her by teanopos
IJ
3 Monate her

Ich muss eingestehen, ich hatte zuerst erschrocken gedacht: Was? Etwas derartig Diktatorisches passiert in Deutschland? Aber dann ist mir schnell eingefallen – die Österreicher mögen es mir als Norddeutschen nachsehen – dass der wunderschöne Achensee kurz hinter der Grenze in Österreich liegt. Ich habe mich dann kurz entspannt zurückgelehnt mit dem Gedanken: Zum Glück nicht bei uns! Aber dann ist mir genauso jäh eingefallen, dass die Geschichte in gleicher Weise in Deutschland hätte spielen können und sich wahrscheinlich auch ganz ähnlich in unzähligen hiesigen Gastronomiebetrieben abgespielt hat. Nichtsdestoweniger: Glückwunsch, liebe Österreichische Nachbarn, für die mutigen und standhaften Freiheitshelden wie Herrn… Mehr

Last edited 3 Monate her by IJ
Kassandra
3 Monate her
Antworten an  IJ

In der Schweiz gab es auch einen Fall, der es in die Öffentlichkeit schaffte. In Zermatt wurde die Walliserkanne zwangsgeschlossen und die Eigentümerfamilie verhaftet: https://twitter.com/hashtag/Walliserkanne?src=hashtag_click

Der Winzer
3 Monate her

Danke für diesen Beitrag vom Achensee.
Wurde nicht am Achensee auch die Impfpflicht in feucht-fröhlicher Runde durch die Landeshauptmänner im Hinterzimmer beschlossen ? Die, die jetzt nichts mehr davon wissen wollen ???
„Verweigern wir die Mitarbeit bei der Durchsetzung sinnfreier „Corona Maßnahmen“. Wählen wir nie wieder die Parteien, die uns die Freiheit nehmen wollten.“
Genau so ist es.
Und würden auch nur Tausend Hoteliers & Restaurantbetreiber so handeln wie Herr Hlebaina, dann wäre der ganze Spuk schon vorbei … .

Michael Westler
3 Monate her

Überfall auf das Hotel Das Kronthaler durch die Politkommissare bzw. Schergen des Impfregimes? Erinnert steil an die Blockwarte der jeweiligen Extremrichtungen in den noch vergangenen Diktaturen. Da es sich um kleinstrukturierte Gemeinden dort im Österland handelt, werden die Ausführenden sich damit in der Zukunft noch länger herumschlagen müssen, was sie angerichtet haben. Ist halt so mit der ausgleichenden Gerechtigkeit. Völlig unemotional.

Jan des Bisschop
3 Monate her

Die Nazis sind unter uns, sie behaupten, wer sie mit den Nazis gleich setzt veharmlost die Verbrechen der Nazis, aber sie vergessen, dass ihr Verhalten Deckungsgleich ist mit vielen, vielen Erfüllungsgehilfen des Nazi Regimes, dass es noch nicht zu den ganz großen menschenverachtenden Verbrechen des Nazis Regimes gekommen ist, stimmt, aber es hat auch unter Hitler einige Jahre gebraucht, bis sie soweit waren. Die Wannseekonferenz war 1938, Hitler kam 1933 an die Macht, sie brauchten also 5 Jahre, bis sie zur totalen Vernichtung bereit waren. 5 jahre in denen sich viele kleine Nazis austoben konnten.

Albert Pflueger
3 Monate her
Antworten an  Jan des Bisschop

So ist es! Es ist ein großer Fehler, daß der Nationalsozialismus immer nur daran zu erkennen sei, was er tat, als er es endlich tun konnte. Es ist sehr wichtig, zu erkennen, daß es ein langer Weg war, den man zurücklegen mußte, bis die „Endlösung“ umgesetzt werden konnte. Es waren viele kleine Schritte, in denen man Juden nach und nach aus dem öffentlichen Leben entfernte. Es begann mit dem Berufsverbot für Regisseure, Künstler, Theater, ging weiter mit dem Arbeitsverbot bei der Post (da reichte ein jüdischer Ehepartner), Verbot des Erwerbs von Zeitungen und Zeitschriften, Abgabe von Vermögensverzeichnissen (hier gehört die… Mehr

GWR
3 Monate her

Ich würde das Hotel gerne mit einer Buchung unterstützen. Leider lässt das mein Geldbeutel nicht zu.
Deswegen kann ich das Hotel und dessen Eigentümer nur virtuell meine Unterstützung zukommen lassen.
Ich wünsche ihm alles Gute im Kampf gegen eine übergriffige Bürokratie und übergriffige Sicherheitsorgane.
Da unterscheiden sich Deutschland und Österreich scheinbar nicht.
Unser Bundes-Uhu verneint zwar, dass es eine Corona-Diktatur gibt, aber scheinbar leidet er unter Altersdemenz, Alterssehschwäche und oder Altersschwerhörigkeit.